Das Wichtigste auf einen Blick
Bekannte Schwachstellen
- Bremse: Ausfälle im integrierten Bremssystem
- Lenkung: brechendes Gelenk und gestörte Assistenten
- Elektrik: Brandgefahr nach dem Filterwechsel
- Airbag und Kindersitz: fehlerhafte Teile ab Werk
- Software: Ausfälle nach Updates, wacklige Handy-Verbindung
- Laden: zuverlässig, aber langsamer als die Konkurrenz
- Reichweite: auf der Autobahn deutlich unter der Norm
- Bedienung und Platz: viel Touchscreen, kleiner Kofferraum
Der BMW i5 ist die Elektroversion des BMW 5er der Baureihe G60, eine 5,06 Meter lange Limousine der oberen Mittelklasse, die es seit Oktober 2023 gibt, seit Mai 2024 auch als Kombi i5 Touring (G61). Es gibt 14 Varianten: den eDrive40 mit Heckantrieb und 340 PS, seit Frühjahr 2024 den xDrive40 mit Allradantrieb und 394 PS sowie den M60 xDrive mit 601 PS, alle mit einem Akku von 81,2 kWh netto. Technisch ist er eng mit dem 5er mit Verbrennungs- und Plug-in-Hybridantrieb verwandt, viele Bauteile teilt er außerdem mit dem 7er und dem i7.
Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim i5 bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Dafür haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückruf- und Mängeldatenbank, Tests der Fachpresse sowie Erfahrungsberichte aus Fahrerforen ausgewertet. Von den vielen Rückrufen für den 5er nennen wir nur die, in denen der i5 ausdrücklich steht. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Fahren Sie selbst einen i5? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.
Baureihe und Varianten des BMW i5
BMW i5, 1. Baureihe (G60/G61, seit 2023)
- i5 eDrive40: 340 PS, Heckantrieb, WLTP bis 627 km (seit 10/2023, Touring seit 05/2024)
- i5 xDrive40: 394 PS, Allradantrieb, WLTP bis 581 km (seit 03/2024, Touring seit 11/2024)
- i5 M60 xDrive: 601 PS, Allradantrieb, WLTP bis 540 km (seit 10/2023, Touring seit 05/2024)
- Akku: 81,2 kWh netto, Garantie 8 Jahre oder 160.000 Kilometer
- Laden: 11 kW Wechselstrom (22 kW gegen Aufpreis), bis 205 kW Gleichstrom
- Seit 03/2025 (Modelljahr 2025): sparsamere Leistungselektronik, bis zu 47 km mehr Reichweite
Bremse: Ausfälle im integrierten Bremssystem
Am Bremssystem gab es zwei Rückrufe, die auch den 5er mit Verbrennungsmotor und viele andere BMW betreffen:
- Integriertes Bremssystem (2024): Eine Signalstörung an einem Sensor kann die Bremskraftunterstützung ausfallen lassen. Dann arbeiten ABS und DSC nicht, und der Bremsweg wird länger. Betroffen sind knapp 1,5 Millionen BMW, beim i5 Autos aus der Bauzeit bis Sommer 2024. Eine neue Software warnt vor einem drohenden Ausfall, dann tauscht die Werkstatt die Bremseinheit in drei bis vier Stunden. Zeitweise waren die Teile knapp. Bekannt wurden sieben Unfälle mit Blechschäden.
- Schweißnaht (Ende 2024): Bei 226 BMW in Deutschland kann eine schlecht verschweißte Welle in der Bremseinheit bei starkem Bremsen brechen, mit denselben Folgen. Die Werkstatt ersetzt die Hydraulikeinheit.
Leuchtet eine Bremswarnung auf, gehört das Auto sofort in die Werkstatt.
Lenkung: brechendes Gelenk und gestörte Assistenten
Zwei Rückrufe betreffen die Lenkung, beide auch beim 5er und beim 7er:
- Doppelkreuzgelenk (Herbst 2024): Bei Autos, gebaut vom 17. Juni bis 4. September 2024, kann ein fehlerhaftes Gelenk in der Lenksäule brechen. Die Lenkung wird dann schwergängig oder stockt, bleibt aber mit den Rädern verbunden. Warnzeichen sind Geräusche aus der Lenksäule. Betroffen sind 4.950 Autos in Deutschland, die Werkstatt tauscht das Gelenk.
- Massekontakt im Lenkrad (2024): Bei Autos mit Driving Assistant Plus oder Professional und Autobahnassistent, gebaut bis August 2024, kann sich eine Schraube im Lenkrad lockern. Dann erkennt das System womöglich Hände am Lenkrad, die nicht da sind, und Warnung oder Nothalt bleiben aus. Die Werkstatt prüft die Verschraubung, das dauert rund 45 Minuten.
Elektrik: Brandgefahr nach dem Filterwechsel
Der jüngste Rückruf lief im Februar 2026 an: Rund 337.000 BMW der 5er- und 7er-Reihe, gebaut bis Dezember 2025, müssen in die Werkstatt, 29.441 davon in Deutschland. Ein Kabelbaum im Cockpit liegt zu nah an einer Schraube am Deckel des Innenraumfilters und kann beim Filterwechsel beschädigt werden. Folgen können Ausfälle der Klimaanlage, ein Kurzschluss, Rauch und im schlimmsten Fall ein Brand sein.
Für Halter: Wurde der Innenraumfilter schon gewechselt, lassen Sie das Auto umgehend prüfen und nutzen Sie bis dahin Vorklimatisierung und Standlüftung per App nicht. Sonst genügt die Nachbesserung beim nächsten Service.
Den Akku betraf nur ein kleiner Rückruf: Bei 14 i4 und i5 aus dem Winter 2023/24 hatten Zellen keinen sicheren Kontakt und konnten überhitzen, BMW tauschte die Zellmodule.
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Airbag und Kindersitz: fehlerhafte Teile ab Werk
Zwei kleine Rückrufe, beide auch beim 5er mit Verbrennungsmotor:
- ISOFIX (Frühjahr 2024): Bei 463 Autos in Deutschland, gebaut vom 12. bis 29. Januar 2024, können die ISOFIX-Halter der Rückbank vorgeschädigt sein. Ein Kindersitz kann sich dann bei einem Unfall lösen.
- Airbag-Steuergerät (Ende 2024): Bei 118 Autos, gebaut vom 9. bis 18. Oktober 2024, lösen die Airbags wegen eines defekten Steuergeräts womöglich nicht aus, ohne dass eine Warnleuchte das anzeigt. Das Steuergerät wird ersetzt.
Software: Ausfälle nach Updates, wacklige Handy-Verbindung
Besitzer berichten vor allem von Ausfällen einzelner Funktionen:
- Bei einem i5 ging das gebogene Zentraldisplay unter etwa 2,5 Grad nicht mehr an, BMW tauschte es. Bei einem M60 flackerte die Leuchtleiste unter dem Display, Updates halfen nur kurz, schließlich wurde sie getauscht.
- Nach dem Update auf das Betriebssystem 8.5 erkannte ein xDrive40 keinen USB-Stick mehr, die Ambientebeleuchtung blieb dunkel. Zurück zur alten Version geht nicht, oft hilft ein Neustart (Lautstärkeregler 30 Sekunden drücken).
- CarPlay und Android Auto brechen bei mehreren Haltern ab oder starten nicht.
Einen schweren Fall schildert ein Besitzer: Sein zwei Wochen alter eDrive40 meldete im April 2024 an einer 350-kW-Ladesäule zahlreiche Fehler und ließ sich nicht mehr bewegen. Erst eine Starthilfe an der 12-Volt-Batterie half, Tage später passierte es an derselben Säule erneut. BMW kündigte den Tausch eines Steuergeräts an.
Laden: zuverlässig, aber langsamer als die Konkurrenz
Der i5 arbeitet mit 400 Volt und lädt mit bis zu 205 kW. Im ADAC-Test kamen in der Spitze 208 kW an, im Schnitt 136 kW, von 10 auf 80 Prozent dauerte es rund 30 Minuten. Ohne vorgewärmten Akku sind es oft über 40 Minuten, Konkurrenten mit 800 Volt wie der Audi A6 e-tron schaffen es in gut 20. Besitzer loben, dass der i5 bis etwa 70 Prozent zügig und an den meisten Säulen problemlos lädt.
Für Käufer: Serienmäßig lädt der i5 an der Wallbox nur mit 11 kW, für 22 kW braucht es den aufpreispflichtigen Lader.
Reichweite: auf der Autobahn deutlich unter der Norm
Nach WLTP kommt der eDrive40 bis 627 Kilometer weit, der M60 bis 540. Im ADAC-Ecotest brauchte der eDrive40 19,1 kWh auf 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten, gut für rund 500 Kilometer. In Testrunden der Fachpresse waren es 23 bis 28 kWh und nur 320 bis 390 Kilometer, in Vergleichstests hatte der i5 meist die geringste Reichweite. Besitzer melden bei Tempo 130 rund 21 bis 23 kWh, also etwa 390 Kilometer bis zum Nachladen. Im Wintertest in Norwegen fehlten 2024 nur 12 Prozent zur Normreichweite, 2025 beim Touring 22 Prozent. Der knappe Akku ist der häufigste Kritikpunkt auch zufriedener Halter.
Bedienung und Platz: viel Touchscreen, kleiner Kofferraum
Die Klimaanlage wird fast nur über den Touchscreen bedient, die Luftrichtung sogar nur im Menü. Die Tasten am Controller sind nicht ertastbar, und beim Putzen des Cockpits springen leicht Warnblinker oder Lüftung an. Für die Heizung gab es eine Werkstattaktion (BMW-Code 0064230200): Ein Ventil im Kältemittelkreislauf kann bei großer Kälte ausfallen, dann heizt der i5 kaum noch. Der Autobahnassistent fährt nur bis 130 km/h und muss nach zwei Jahren kostenpflichtig verlängert werden.
Für 5,06 Meter Länge ist der Platz knapp: Der ADAC misst 415 statt 490 Liter Kofferraum, rund 50 Liter weniger als beim Verbrenner. Einen vorderen Kofferraum gibt es nicht, im Fond stören der breite Mitteltunnel und die wegen des Akkus höhere Sitzposition.
Testvideo: BMW i5
Video: ADAC auf YouTube
Ist mein BMW i5 von einem Rückruf betroffen?
Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede BMW-Werkstatt, ob für Ihr Auto ein Rückruf offen ist, das geht auch auf der Rückrufseite von BMW. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt. Für Halter sind Rückrufe kostenlos. Seit März 2024 nennt das KBA den i5 in neun Rückrufen, bis auf den zu den Akkuzellen gelten alle auch für den 5er mit Verbrennungsmotor. Beim Startergenerator (Juni 2025) steht der i5 zwar in den amtlichen Listen, das Bauteil gehört aber zum 48-Volt-Bordnetz der Verbrenner.
Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten
Tester loben den leisen, kräftigen Antrieb, das komfortable Fahrwerk, die Verarbeitung und die Assistenzsysteme. Im ADAC-Autotest bekam der eDrive40 die Note 1,6, in Vergleichstests von AUTO BILD und AUTO ZEITUNG lag der i5 mehrfach vor Mercedes EQE und Audi A6 e-tron. Die Schwächen liegen bei Ladeleistung, Autobahnreichweite, Software und Platz, dazu kommen neun Rückrufe und ein hoher Wertverlust. Für Pannen- und HU-Statistiken ist der i5 noch zu neu, unsere Mängeldatenbank enthält noch keinen Bericht, und der Dauertest-i5 der AUTO ZEITUNG lief gut 15.000 Kilometer ohne Defekt. Wir aktualisieren den Artikel, sobald mehr bekannt ist.
Checkliste für den Gebrauchtkauf:
- Rückrufe erledigt? Vor allem Bremssystem (Bau bis Sommer 2024), Lenkung (Bau Juni bis September 2024) und Kabelbaum (Bau bis Dezember 2025)
- Heizungsventil getauscht? Heizung bei Kälte testen
- Display, Leuchtleiste und Handy-Verbindung testen, Softwarestand erfragen
- Probeladen am Schnelllader, 22-kW-Lader an Bord?
- Laufzeit des Autobahnassistenten prüfen
- Akku-Garantie: 8 Jahre oder 160.000 Kilometer
Weitere Probleme bei den Schwestermodellen
Der i5 teilt sich viele Bauteile mit dem 5er mit Verbrennungs- und Plug-in-Hybridantrieb, etliche Rückrufe gelten außerdem für den 7er, den BMW i7 und den M5. Mehr zu den Problemen der Vorgänger des 5er und zum iX.
Quellen (Stand: 22. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, ADAC, EU Safety Gate (Meldungen zu Bremssystem 2024 und 2025, Lenksäule, Kabelbaum, Akkuzellen, ISOFIX, Airbag-Steuergerät und Startergenerator) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu Berichte von auto motor und sport, AUTO ZEITUNG, bimmertoday und ÖAMTC, Tests von ADAC, AUTO BILD, AUTO ZEITUNG (auch Dauertest), electrive, ÖAMTC und TCS sowie Erfahrungsberichte von i5-Fahrern aus den Foren i5-forum.de, auto-treff.com, enivio.de, g60-forum.de und goingelectric.de, 2024 bis 2026.
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