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Mercedes-AMG GT 53 4-Türer Coupé nach dem Facelift

Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé: Probleme, Rückrufe und Erfahrungen der Fahrer

Von der CarWiki-Redaktion

Bild: Alexander-93 – CC BY-SA 4.0, Link

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé ist die viertürige Sportlimousine von Mercedes-AMG. Die erste Baureihe X290 kam im Herbst 2018 als AMG GT 43 und 53 mit Sechszylinder und 48-Volt-Mildhybrid sowie als 63 und 63 S mit V8-Biturbo auf den Markt (389 bis 639 PS). Nach der Überarbeitung 2021 kam 2022 der Plug-in-Hybrid 63 S E Performance mit 843 PS dazu, seit August 2026 gibt es die neue Baureihe 590 rein elektrisch mit 544 bis 1.169 PS.

Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme bei diesen Baureihen bekannt sind. Dafür haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückrufdatenbank, Tests und eine Gebrauchtwagen-Kaufberatung der Fachpresse sowie Erfahrungsberichte aus einem Fahrerforum ausgewertet. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Fahren Sie selbst einen AMG GT 4-Türer? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.


Baureihen und Varianten des Mercedes-AMG GT 4-Türer

AMG GT 4-Türer Coupé, 1. Baureihe (X290, 2018 bis 2021)

  • AMG GT 43 4MATIC+: 389 PS, Reihensechszylinder mit 48-Volt-Mildhybrid, auch mit Hinterradantrieb
  • AMG GT 53 4MATIC+: 457 PS, Reihensechszylinder mit 48-Volt-Mildhybrid
  • AMG GT 63 4MATIC+: 585 PS, V8-Biturbo
  • AMG GT 63 S 4MATIC+: 639 PS, V8-Biturbo, zum Marktstart auch als Edition 1

Überarbeitete Baureihe (X290 Facelift, 08/2021 bis 11/2025)

  • AMG GT 43 und 53: 389 bzw. 457 PS wie bisher
  • AMG GT 63 und 63 S 4MATIC+: 585 bzw. 639 PS (seit 04/2022)
  • AMG GT 63 S E Performance: 843 PS Systemleistung, Plug-in-Hybrid mit 6,1-kWh-Akku (seit 03/2022)
  • Dazu mehrere Sondermodelle, etwa die F1 Edition

Neue Baureihe 590 (seit 08/2026, elektrisch)

  • AMG GT 53 4MATIC+: 544 PS
  • AMG GT 55 4MATIC+: 816 PS
  • AMG GT 63 4MATIC+: 1.169 PS
  • Akku 106 kWh netto, WLTP-Reichweite 686 bis 794 km, Laden mit bis zu 600 kW Gleichstrom

Brandgefahr: Nacharbeit an Leitungen, Kabeln und Steckern

Auffällig viele Werkstattaktionen betreffen Teile im Motorraum, an denen im ungünstigen Fall ein Brand entstehen kann. Alle gelten auch für die E-Klasse, mit der sich der Viertürer viel Technik teilt:

  • Ölleitung am Turbolader (2020): Bei 63 und 63 S aus der Bauzeit Mai 2018 bis Oktober 2019 kann die Ölzulaufleitung undicht werden. Die Werkstatt ersetzt sie in rund zwei Stunden.
  • Anlasserkabel (2021): Eine fehlerhafte Verschraubung kann das Pluskabel beschädigen, ein Kurzschluss kann dann den Motor ausgehen lassen oder einen Brand auslösen. Betroffen sind AMG-Benziner mit Allradantrieb, gebaut bis November 2020, in Deutschland zusammen mit dem E 63 nur 338 Autos.
  • Getriebestecker (2022 und 2024): Bei Autos mit Allradantrieb, die bis April 2022 gebaut wurden, kann Wasser in einen Stecker am Kabelbaum des Getriebes eindringen, der dann im abgestellten Auto überhitzt. 2024 musste Mercedes nachbessern, einzelne Sachschäden waren bekannt.

Für Käufer: Lassen Sie sich bestätigen, dass alle Aktionen erledigt sind. Riecht es nach Öl oder Kraftstoff oder meldet das Auto Störungen im Bordnetz, gehört es sofort in die Werkstatt.

48-Volt-Bordnetz: Schwachpunkt der Sechszylinder 43 und 53

Die Sechszylinder 43 und 53 haben ein 48-Volt-Bordnetz als Mildhybrid. 2024 rief Mercedes Autos aus der Bauzeit Juli 2021 bis April 2023 zurück, weil die Schraube einer 48-Volt-Massestelle im Motorraum locker sein kann. Die Verbindung wird dann heiß, im ungünstigen Fall droht ein Brand. Zusammen mit E-Klasse und CLS waren 14.080 Autos in Deutschland betroffen, Prüfen und Nachziehen dauert etwa eine Stunde.

Für den AMG GT selbst haben wir keine belastbaren Berichte über Ausfälle des 48-Volt-Systems. Fahrer anderer Mercedes mit demselben Sechszylinder, etwa CLS und E-Klasse, schildern aber Fälle, in denen nach einer Warnung zur 48-Volt-Batterie der Motor ausging oder das Auto abgeschleppt werden musste. Die Werkstätten entfernten Lack an Masseanschlüssen oder tauschten die Batterie.

Für Käufer: Fragen Sie nach dem erledigten Rückruf und achten Sie auf Warnmeldungen zum 48-Volt-System.

V8-Motor: anfällige Nebenaggregate, Getriebe ruckelt im Stau

Beim Vierliter-V8 der 63-Modelle machen vor allem Teile rund um den Motor Ärger, viele davon kennt man auch aus anderen AMG-Modellen mit diesem Motor. Genannt werden Thermostate und der Ölabscheider: Fällt er aus, tritt Öl an den Ventildeckeln aus, im schlimmsten Fall leidet der hintere Kurbelwellendichtring. Dazu kommen Stellmotoren der Auspuffklappen, Motorlager und einzelne Einspritzdüsen. Weil der Motor eng verbaut ist, sind Reparaturen teuer: Ein Halter in den USA bekam für den Dichtring ein Angebot über mehr als 10.000 Pfund. Die große Mehrheit fährt nach eigenen Angaben aber ohne Defekte.

Das Neungang-Getriebe der 63-Modelle hat eine nasse Anfahrkupplung statt eines Wandlers und ruckelt deshalb im Stop-and-go, das ist bauartbedingt.

Für Käufer: Achten Sie auf Ölspuren und lückenlose Wartung, und planen Sie eine Rücklage für Reparaturen ein.

 

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Bremsen: lange Bremswege, teure Verschleißteile

In einem Vergleichstest von 2024 hatte der 63 S von vier starken Sportlimousinen die längsten Bremswege: Aus Tempo 100 stand er mit kalter Bremse erst nach 34,1 Metern, die Konkurrenz nach 30,6 bis 32,0 Metern. Bei harter Beanspruchung wird das Pedal weich, die Bremsen bleiben aber kräftig. Beim E Performance werden die Sportreifen bei schneller Kurvenfahrt zu heiß.

Für Käufer: Wartung und Verschleißteile sind teuer. Prüfen Sie deshalb Scheiben, Beläge und die breiten Reifen und fragen Sie nach dem letzten Wechsel.

Komfort: straffes Fahrwerk, umständliche Bedienung, hoher Verbrauch

Das Fahrwerk ist straff, bei langsamer Fahrt poltert es über kurze Unebenheiten, vor allem mit 21-Zoll-Rädern. Die breiten Reifen sind teils deutlich zu hören. Auf der Autobahn liegt der Wagen dagegen ruhig und stabil. Im Test brauchten die V8-Modelle 13,2 bis 13,6 Liter Super Plus auf 100 Kilometer, gut zwei Liter mehr als angegeben. Der Kofferraum fasst rund 460 Liter, hat aber eine hohe Ladekante.

Die Bedienung braucht Eingewöhnung: Tester fanden das Touchpad zu empfindlich und ungenau, die vielen Fahrprogramme umständlich und die Online-Zielsuche des Navis träge.

E Performance: schwer, kaum elektrische Reichweite, Software-Update

Der 63 S E Performance kombiniert den V8 mit einem Elektromotor an der Hinterachse. Mit 843 PS ist er der stärkste, aber auch der schwerste Viertürer, in Tests wog er rund 2,3 Tonnen. Elektrisch kam er nur rund 13 Kilometer weit, sparsamer als der reine V8 war er nicht (beide 13,5 Liter). Der Akku kostet Kofferraum (335 statt 461 Liter), und hinten gibt es nur zwei Sitze. Am meisten Kritik bekommt die Bremse: Der Übergang von der Rekuperation zur Reibbremse ist deutlich spürbar, das Pedalgefühl uneinheitlich und bei kalter Bremse bissig.

Im März 2025 folgte ein Rückruf: Ein überlastetes Steuergerät am Hochvolt-Startergenerator kann den elektrischen Antrieb abschalten, dann lädt auch die 12-Volt-Batterie nicht mehr. Zusammen mit anderen AMG-Hybriden sind 2.793 Autos in Deutschland betroffen, das Update dauert rund 30 Minuten.

Elektro-Baureihe 590: für ein Urteil noch zu neu

Die elektrische Baureihe ist erst seit August 2026 auf dem Markt. Bisher gibt es nur Mitfahrten und kurze Fahrten mit Prototypen, aber noch keine Tests mit Messwerten und keine Rückrufe. Erfahrungsberichte von Haltern haben wir noch nicht gefunden. Absehbar ist das hohe Gewicht von 2.450 bis 2.535 Kilogramm. Die beworbenen kurzen Ladezeiten setzen sehr starke Schnelllader voraus, die bisher selten sind. Sobald es belastbare Berichte gibt, ergänzen wir sie hier.

Testvideo: Mercedes-AMG GT 4-Türer

Video: AUTO BILD auf YouTube

Ist mein Mercedes-AMG GT 4-Türer von einem Rückruf betroffen?

Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Mercedes-Benz-Werkstatt, ob für Ihr Auto ein Rückruf offen ist. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.

Seit 2018 zählen wir für den AMG GT 4-Türer 19 Rückrufe, die meisten gelten auch für E-Klasse und CLS. Neben den oben genannten betreffen sie vor allem Assistenz- und Rückhaltesysteme:

  • Software: Seitenradar für PRE-SAFE Impuls Seite (gebaut 08/2018 bis 02/2019), ESP (04/2018 bis 11/2019), Ausstiegswarner (02/2022 bis 03/2023) und drei Aktionen für den Notruf eCall (2021).
  • Hands-off-Erkennung (2022): Bei bestimmten Lederlenkrädern und Lenkradheizungen erkennt das System nicht, dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad genommen hat. Dann bleibt die Warnung aus, und in einem medizinischen Notfall greift der Nothalt-Assistent nicht ein. Betroffen sind die Baujahre 2018 bis 2022.
  • Teile: Radnabenabdeckungen, die sich während der Fahrt lösen können (gebaut 05/2018 bis 04/2020), Stecker der Seitenaufprall-Sensoren (07/2020 bis 11/2020), das linke Schloss der Rücksitzlehne (01/2020 bis 05/2020) und bei sehr wenigen Autos die Dichtung zwischen Kraftstoffleitung und Einspritzdüse (2022). Gurte und Sitzbelegungserkennung betrafen nur Autos, die bis Mitte 2018 gebaut wurden.

Für die neue Elektro-Baureihe gibt es bisher keinen Rückruf.

Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten

Tester loben vor allem die enorme Leistung des V8, Traktion und Stabilität, die präzise Lenkung und die Hinterachslenkung, die den schweren Wagen erstaunlich agil macht. Die Schwächen liegen bei den Bremsen, beim straffen Fahrwerk, bei der Bedienung, beim hohen Verbrauch und bei teuren Reparaturen rund um den V8. Dazu kommen 19 Rückrufe seit 2018, mehrere davon wegen Brandgefahr. In der ADAC-Pannenstatistik taucht der AMG GT 4-Türer nicht auf, dafür ist er zu selten. Belastbare Langzeitdaten gibt es deshalb nicht.

Checkliste für den Gebrauchtkauf:

  • Rückrufe erledigt? Vor allem Getriebestecker (Allrad, gebaut bis April 2022, zwei Aktionen), 48-Volt-Massestelle (43 und 53, gebaut 2021 bis 2023), Ölleitung (63 und 63 S, gebaut 2018/19), Anlasserkabel, Hands-off-Erkennung und beim E Performance das Software-Update
  • Keine Warnmeldungen zu Motor, Bordnetz, 48-Volt-System oder Hybridsystem
  • Probefahrt auch im Stadtverkehr: Wie stark ruckelt das Getriebe beim Anfahren?
  • Zustand von Bremsscheiben, Belägen und Reifen, keine Ölspuren am Motor
  • Lückenlose Wartung, am besten mit Rechnungen

Weitere Probleme bei den Schwestermodellen

Der AMG GT 4-Türer teilt sich viel Technik mit der E-Klasse (W213) und dem CLS (C257), etliche Rückrufe gelten deshalb für alle drei Modelle. Mehr dazu: Probleme der Mercedes E-Klasse, Probleme der Mercedes-Automatikgetriebe (auch AMG Speedshift) und alle Artikel zum Mercedes CLS.

Quellen (Stand: 21. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, EU Safety Gate (Meldungen zu Ölleitung, Anlasserkabel, Getriebestecker 2022 und 2024, 48-Volt-Massestelle und Radnabenabdeckungen), die ADAC-Pannenstatistik 2026 und unsere Rückrufdatenbank. Dazu Berichte von auto motor und sport, ÖAMTC und Kelley Blue Book zu den Rückrufen, die Tests von auto motor und sport, AUTO BILD, Auto Zeitung, Auto Express und evo, die Gebrauchtwagen-Kaufberatung von PistonHeads, Vorstellungen der Baureihe 590 sowie Erfahrungsberichte von Fahrern anderer Mercedes mit demselben Sechszylinder aus dem Forum mbworld.org aus den Jahren 2020 bis 2025 (Archivkopien, Einzelstimmen, keine Statistik).

Mehr zum Mercedes AMG GT 4-Türer Coupé

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