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Mercedes EQT in Gelb, schräg von vorn

Mercedes EQT: Probleme, Rückrufe und Erfahrungen der Fahrer

Von der CarWiki-Redaktion

Bild: Alexander Migl – CC BY-SA 4.0, Link

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Mercedes EQT ist der elektrische Hochdachkombi von Mercedes mit Schiebetüren, die Elektroversion der T-Klasse und der Pkw-Ableger des eCitan. Ab Sommer 2023 gab es ihn als EQT 200 mit 122 PS, Frontantrieb und 45 kWh netto, ab Mitte 2024 auch als 4,92 Meter lange Langversion mit bis zu sieben Sitzen. Den Elektroantrieb teilt er mit dem Renault Kangoo E-Tech, gebaut wurden beide im Renault-Werk Maubeuge. Das Produktionsende hatte Mercedes für das Frühjahr 2026 angekündigt, einen Nachfolger gibt es nicht.

Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim EQT bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Dafür haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere Rückruf- und Mängeldatenbank, den Crashtest von Euro NCAP, Tests der Fachpresse und Fahrerberichte zum baugleichen Kangoo ausgewertet. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Fahren Sie selbst einen EQT? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.


Baureihe und Varianten des Mercedes EQT

Mercedes EQT, Baureihe 420 (07/2023 bis 05/2026)

  • EQT 200 Standard: 122 PS, Frontantrieb, Akku 45 kWh netto, WLTP 278 km, 4,50 m lang, fünf Sitze (seit 07/2023)
  • EQT 200 Lang: gleicher Antrieb, WLTP 265 km, 4,92 m lang, bis zu sieben Sitze (seit 06/2024)
  • Ausstattungen jeweils Advanced Plus, Premium und Premium Plus; Laden mit bis zu 22 kW (AC) und 80 kW (DC)

Reichweite: im Alltag eher 200 als 278 Kilometer

Für ein Auto dieser Größe ist der Akku klein. Nach WLTP kommt die Standardversion 278 Kilometer weit, die Langversion 265. Im ADAC-Test war nach 235 Kilometern Schluss, bei nasskalten 8 bis 10 Grad blieben in einem anderen Test rund 200 Kilometer. Schon bei Tempo 120 sinkt die Anzeige spürbar schnell, schneller als 132 km/h fährt der EQT nicht.

  • Für Käufer: Für regelmäßige Langstrecken taugt der EQT kaum. Er passt zu Fahrten in Stadt und Umland, am besten mit Lademöglichkeit zu Hause.

Laden: langsam am Schnelllader, Ärger mit der Lade-Software

Am Schnelllader sind höchstens 80 kW drin. Im ADAC-Test waren es kurz 78 kW, im Schnitt aber nur 58 kW, von 10 auf 80 Prozent dauerte es 38 Minuten. Ein Schweizer Test kam am Schnelllader nur auf etwa 60 kW, auch die 22 kW an Wechselstrom wurden dort selten erreicht. Beim technisch gleichen Kangoo E-Tech berichten Fahrer zudem, dass das Laden an der Wallbox bei Kälte stark nachlässt: Um null Grad flossen im Schnitt nur 5 bis 6 kW statt 12 bis 16 kW im Sommer.

Auch der bisher einzige Eintrag zum EQT in unserer Mängeldatenbank betrifft das Laden. Ein EQT aus dem Baujahr 2025 meldete schon nach gut 450 Kilometern, dass Schnellladen nicht möglich sei. Außerdem ließen sich Ladeziel und Stromstärke weder per Smartphone-App noch am Bildschirm im Auto festlegen. Mercedes sprach von einem bekannten Fehler bei einem der digitalen Zusatzdienste, behoben war das Problem zum Zeitpunkt des Berichts nicht.

  • Für Käufer: Ein Einzelfall ist noch kein Serienproblem. Laden Sie auf der Probefahrt trotzdem einmal am Schnelllader und prüfen Sie, ob sich Ladeziel und Ladestrom einstellen lassen.

Licht und Blinker: Software-Fehler im Steuergerät

Der bisher einzige Rückruf für den EQT betrifft die Beleuchtung. Bei Autos aus der Bauzeit vom 6. Juni bis 23. Dezember 2024 kann ein Software-Fehler im zentralen Gateway-Steuergerät dazu führen, dass Abblendlicht und Blinker ausfallen. Das Auto ist dann für andere schlecht zu sehen. Zusammen mit eCitan, Citan und T-Klasse sind 1.714 Fahrzeuge in Deutschland und 4.160 weltweit betroffen (KBA-Nr. 15436R). Die Werkstatt spielt ein Software-Update auf.

  • Für Käufer: Bei einem EQT aus der zweiten Jahreshälfte 2024 nachfragen, ob das Update erledigt ist.
 

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Innenraum: Hartplastik, Wählhebel ohne Anzeige, knapper Fond

Im Innenraum dominiert Hartplastik, stellenweise wirkt der EQT wie ein Nutzfahrzeug, und die vorderen Türen fallen nicht satt ins Schloss. Am wuchtigen Wählhebel ist die eingelegte Fahrstufe nicht zu sehen, sie steht nur im Display. Die Touchflächen am Lenkrad berührt man leicht aus Versehen, und die Sprachsteuerung versagte in einem Test mehrfach. Klappt man die Rückbank um, bleibt eine Stufe im Laderaum. Im Fond haben hinter einem 1,85 Meter großen Fahrer nur Mitfahrer bis etwa 1,80 Meter genug Beinfreiheit, und vorn ist der Verstellweg der Sitze für sehr große Menschen zu kurz.

Sicherheit: fünf Sterne, Schwächen beim Rückwärtsfahren

Im Crashtest von Euro NCAP bekam die T-Klasse 2022 fünf Sterne, die Wertung gilt auch für den EQT. Beim Schutz von Fußgängern und Radfahrern reichte es nur für 69 Prozent, unter anderem wegen der steifen Fensterholme. Schwach ist der Notbremsassistent beim Rückwärtsfahren.

Auslaufmodell: kein Nachfolger, Ersatzteile bis zu 15 Jahre

Im April 2025 kündigte Mercedes den Rückzug aus dem Geschäft mit kleinen Transportern an, weil sich Citan, T-Klasse und ihre Elektroversionen zu schlecht verkauften. Einen Nachfolger für den EQT gibt es nicht. Ersatzteile soll es bis zu zehn Jahre nach Produktionsende geben, für die Fahrtüchtigkeit wichtige Teile bis zu 15 Jahre. Zum Abverkauf gewährte Mercedes 2025 auf Bestellfahrzeuge bis zu 30 Prozent Rabatt.

  • Für Käufer: Auf die Hochvoltbatterie gibt Mercedes acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie, sie greift, wenn die Kapazität in dieser Zeit unter 70 Prozent sinkt. Aufs übrige Auto sind es zwei Jahre.

Testvideo: Mercedes EQT

Video: ADAC auf YouTube

Ist mein Mercedes EQT von einem Rückruf betroffen?

Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Mercedes-Werkstatt, ob für Ihr Auto ein Rückruf offen ist. Mercedes bietet diese Abfrage auch auf der eigenen Website an. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.

Nicht verwechseln: Der Kupplungs-Rückruf vom März 2026 (KBA-Nr. 16232R) betrifft nur Citan und T-Klasse, der EQT hat gar keine Kupplung. Auch ein Rückruf wegen falsch verschraubter Sicherheitsgurte nennt nur eCitan und T-Klasse.

Fazit: Was Tester loben und worauf Käufer achten sollten

Tester loben Platz, Schiebetüren, Antrieb, Fahrkomfort, das schnelle Laden an der Wallbox und die Assistenzsysteme. Die Schwächen liegen vor allem im Konzept: kleiner Akku, wenig Reichweite auf der Autobahn, langsames Schnellladen und ein hoher Preis gegenüber dem technisch gleichen Kangoo. Technische Ausfälle sind kaum dokumentiert, bisher gibt es einen Rückruf und einen Eintrag in unserer Mängeldatenbank.

Checkliste für den Gebrauchtkauf:

  • Bau Juni bis Dezember 2024: Software-Update für Licht und Blinker erledigt?
  • Auf der Probefahrt am Schnelllader laden, Ladeziel und Ladestrom einstellen
  • Reichweite auf der eigenen Strecke testen, im Winter mit deutlichem Abschlag rechnen
  • Rückbank umklappen und Platz im Fond prüfen, für sieben Sitze nur die Langversion

Der EQT ist noch recht neu und wurde nur in kleinen Stückzahlen gebaut. Fahrerberichte sind selten, Pannen- und HU-Statistiken fehlen. Wir ergänzen den Artikel, sobald mehr bekannt ist.

Weitere Probleme bei den Schwestermodellen

Der EQT ist eng mit dem eCitan und der Mercedes T-Klasse verwandt und teilt seinen Elektroantrieb mit dem Renault Kangoo E-Tech. Dieselbe Technik nutzt auch der Nissan Townstar. Mehr dazu: Mercedes Citan und Renault Kangoo.

Quellen (Stand: 21. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, ADAC (Autotest des EQT 200), EU Safety Gate (keine Meldung zum EQT, zur Abgrenzung die Meldung zu den Sicherheitsgurten bei eCitan und T-Klasse) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu der Crashtest von Euro NCAP (2022), Berichte von auto motor und sport, AUTO BILD, Automobil Revue, WirtschaftsWoche, ELECTRICAR, electrive, t-online, mbpassion.de und carwow sowie Fahrerberichte zum Renault Kangoo E-Tech aus goingelectric.de, 2024 und 2025 (Einzelstimmen, keine Statistik).

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