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Renault Austral

Renault Austral: Probleme, Rückrufe und Erfahrungen der Fahrer

Von der CarWiki-Redaktion

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Renault Austral ist das Kompakt-SUV von Renault und folgt auf den Kadjar. Seit Herbst 2022 gibt es ihn als Mild-Hybrid mit 1,3-Liter-Turbobenziner (140 PS mit Schaltgetriebe, 158 PS und seit Ende 2025 148 PS mit stufenloser Automatik) und als Vollhybrid E-Tech Full Hybrid 200 mit Dreizylinder-Turbo, zwei Elektromotoren und Multi-Mode-Automatik, immer mit Frontantrieb. Er steht auf der Plattform CMF-CD, auf der auch die größeren Espace und Rafale aufbauen, seit dem Facelift im April 2025 hat er eine neue Front und ist mit 4,53 Metern etwas länger.

Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim Austral bekannt sind, was sich mit dem Facelift geändert hat und worauf Käufer achten sollten. Ausgewertet haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückruf- und Mängeldatenbank, Tests und Dauertests der Fachpresse sowie Erfahrungsberichte aus Fahrerforen. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Fahren Sie selbst einen Austral? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.


Baureihe und Varianten des Renault Austral

Renault Austral, 1. Baureihe (RHN, seit 2022)

  • Mild Hybrid 140: 1,3-Liter-Turbobenziner, 140 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe (09/2022 bis 04/2024)
  • Mild Hybrid 160: derselbe Motor mit 158 PS, stufenlose Automatik (09/2022 bis 11/2025)
  • Mild Hybrid 150: 148 PS, stufenlose Automatik (seit 11/2025)
  • E-Tech Full Hybrid 200: 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit zwei Elektromotoren, 200 PS Systemleistung, Akku 1,7 kWh, Multi-Mode-Automatik (seit 09/2022)
  • Facelift seit 04/2025: neue Front, 4,53 statt 4,51 Meter lang, neue Dämpfer und Getriebesoftware

Vollhybrid-Motor: Benzin im Öl, Zündaussetzer

Die meisten Beschwerden betreffen den Dreizylinder des E-Tech Full Hybrid 200 aus den ersten Baujahren. Fast 50 Besitzer fanden den Ölstand deutlich über Maximum, oft mit Benzingeruch und hellem Schaum unter dem Öldeckel, meist bei viel Kurzstrecke. Seit Anfang 2025 ersetzt Renault bei Autos, die vor November 2024 gebaut wurden, einen Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung durch ein festes Rohr und spielt neue Motorsoftware auf (ACTIS 86526), meist aber nur auf Reklamation. Ein Halter bekam nach 6.500 Kilometern einen neuen Motor auf Garantie.

Rund 40 Besitzer sahen die Meldung „Einspritzanlage prüfen“, der Motor ruckelte, oft half nur der Abschleppwagen. Schuld waren meist Zündkerzen oder Zündspulen, seltener Turbolader oder Kühlung. Renault tauschte 2024 bei Vollhybriden bis Baujahr Februar 2024 die Kerzen und programmierte Steuergeräte neu (Codes 0E9N und 0EB9). Bei Autos bis Mitte 2023 kann zudem die elektrische Wasserpumpe ausfallen, bis Ende 2023 ein Wärmetauscher undicht werden.

  • Für Halter: Prüfen Sie den Ölstand regelmäßig am Messstab und fragen Sie bei Benzingeruch nach der Maßnahme.

Vollhybrid-Getriebe: Ruckeln, einzelne Totalschäden

Das Multi-Mode-Getriebe ohne Anfahrkupplung kritisieren fast alle Tests: Es ruckt, legt lange Schaltpausen ein, und der Benziner schaltet sich nicht immer sanft zu. Mit dem Facelift kam neue Software, seitdem schaltet es besser, an eine gute Wandler- oder Doppelkupplungsautomatik reicht es aber nicht heran. Seit Ende 2025 klagen zudem rund 25 Besitzer, auch mit Facelift, dass der Benziner trotz voller Batterie läuft oder der Verbrauch nach einem Motor-Update gestiegen ist.

Rund 25 Besitzer sahen die Warnung vor einem Getriebeschaden oder blieben mit blockiertem Getriebe stehen, manche bekamen nach Wochen in der Werkstatt ein neues Getriebe. Eine Ursache ist ein vorzeitig verschleißender Dichtring an der Eingangswelle, dann läuft Öl zwischen Getriebe und Elektromotor aus. In Frankreich zahlt Renault die Reparatur bei bis zu 32.450 Vollhybriden, gebaut vom 3. Oktober 2022 bis 25. Juni 2024, auch nach Ende der Garantie. Ein Rückruf ist das nicht. In Deutschland zahlten Halter je nach Fall nichts oder einen Teil der Kosten.

  • Für Käufer: Fragen Sie bei Vollhybriden bis Mitte 2024 nach Getriebereparaturen und lassen Sie auf Öl zwischen Motor und Getriebe schauen.

Mild-Hybrid: zögerliche Automatik, Kühlmittel-Tausch

Die stufenlose Automatik reagiert beim Anfahren verzögert, ruckelt im Stop-and-go leicht und wird bei zügiger Fahrt hektisch. In Tests brauchte der Mild-Hybrid 6,7 bis 8,6 Liter. Ernste Defekte sind seltener als beim Vollhybrid: Einzelne Besitzer meldeten kurz nach der Auslieferung einen drohenden Getriebeschaden, bei einem half nicht einmal ein neues Getriebe. Seit 2026 tauschen Werkstätten beim Mild Hybrid 160 das Kühlmittel (Code 0F8Y), vereinzelt fiel die Wasserpumpe aus. Zum Schalter mit 140 PS und zum neuen Mild Hybrid 150 fanden wir kaum Berichte.

 

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Elektrik: leere 12-Volt-Batterie, Liegenbleiber

Rund 20 Besitzer fanden ihren Austral nach Tagen oder Wochen Standzeit mit leerer 12-Volt-Batterie vor, meist Vollhybride. Werkstätten tauschten die Batterie oder programmierten Steuergeräte neu, nicht immer mit Erfolg. Was bei einer Bordnetz-Meldung hilft, erklärt unser Ratgeber Fehler: 12V-Bordnetz.

Über 30 Vollhybrid-Fahrer blieben mit Meldungen wie „Elec prüfen“ oder einer Störung des Elektromotors liegen, fast alle mit Autos von 2023 und 2024. Werkstätten tauschten Kabel zwischen den Motoren, den Wechselrichter oder Software, in Einzelfällen die Antriebsbatterie oder den Elektromotor.

Infotainment und Assistenten: Abstürze, Fehlbremsungen

Das Infotainment mit Google-Diensten loben viele Tester. Dutzende Besitzer erleben aber schwarze oder eingefrorene Bildschirme, Abbrüche von Android Auto und CarPlay und gescheiterte Updates, nach manchen Updates fehlte sogar die Klimabedienung. Renault besserte mehrfach per Update nach, einzelne Autos bekamen ein neues Multimedia-Steuergerät. Die induktive Ladeschale macht das Handy heiß und lädt kaum.

Rund 30 Besitzer, auch mit Facelift, erlebten grundlose Bremsungen oder Warnungen der Assistenten, oft mit Abstandstempomat. Werkstätten kennen das, eine Lösung haben sie meist nicht. Die Verkehrszeichenerkennung übersieht häufig Aufhebungen und Baustellenschilder, bei Schnee fallen mehrere Systeme aus.

Sicherheit: Fehler an Bremse, Sitzen und Rädern

Amtlich gemeldet sind bisher vier Rückrufe, die Reparatur ist kostenlos:

  • Radschrauben (Januar 2023): Bei Austral und Mégane aus der Bauzeit August bis Dezember 2022 waren Radschrauben womöglich nicht fest genug angezogen, in Deutschland betraf das 48 Autos. Die Werkstatt prüft das Anzugsmoment.
  • Vordersitze (Frühjahr 2024, Code 0E9W): Mit der Einstiegshilfe Easy Access kann der elektrische Vordersitz so weit nach hinten fahren, dass er Mitfahrer im Fond verletzt. Betroffen sind Austral, gebaut bis November 2023, mit dem Espace rund 3.300 Autos in Deutschland. Die Sitzsteuerung bekommt ein Update.
  • ABS und ESP (Frühjahr 2025, Code 0EN9): Bei 4.580 Mild-Hybriden in Deutschland, gebaut vom 23. März 2023 bis 23. Januar 2025, warnt das Auto womöglich nicht, wenn ABS, ESP oder Notbremsassistent ausfallen. Die Neuprogrammierung dauert etwa 30 Minuten.
  • Parkbremse (Herbst 2025, Codes 0EWQ und 0EY9): Bei Autos aus der Bauzeit April 2024 bis Mai 2025 sitzt ein Sensor am Stellmotor schief. Dann greift die Parksperre womöglich nicht richtig, etwa beim Abstellen oder Öffnen der Fahrertür. Der Stellmotor wird ersetzt.

Alltag: straffe Federung, knackende Türen, Windgeräusche

Die Federung der ersten Baujahre nennen Tester hart. Mit dem Facelift kamen neue Dämpfer, grobe Querfugen schlagen aber weiter durch. Rund 20 Besitzer hören die Türen knacken, Werkstätten fetten die Scharniere oder tauschen Fangbänder. Viele kennen Klappern an Armaturenbrett oder Handschuhfach, auch nach dem Facelift, und Windgeräusche an den Spiegeln ab etwa 110 km/h. Verarbeitung und Materialien gelten trotzdem als gut, unten dominiert Hartplastik. Die Sicht nach hinten ist eingeschränkt, das schlüssellose Zugangssystem lässt sich per Funkverlängerer überlisten. Die Allradlenkung 4Control verkleinert den Wendekreis auf 10,8 Meter, wirkt aber unpräzise.

Testvideo: Renault Austral

Video: ADAC auf YouTube

Ist mein Renault Austral von einem Rückruf betroffen?

Amtlich gemeldet sind bisher die vier Rückrufe oben. Dazu kommen Werkstattaktionen ohne Anschreiben, etwa zu Zündkerzen, Kurbelgehäuseentlüftung und Kühlmittel. Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Renault-Werkstatt, ob für Ihr Auto etwas offen ist, auf der Renault-Website geht das auch online. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.

Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten

Fahrer und Tester loben Platz, Verarbeitung, Ausstattung und den sparsamen Vollhybrid, der im ADAC-Test 5,9 bis 6,2 Liter brauchte. Im Crashtest bekam der Austral 2022 fünf Sterne. Ein Dauertestwagen der Fachpresse fuhr über 76.000 Kilometer ohne außerplanmäßigen Werkstattbesuch, und in der ADAC-Pannenstatistik 2026 gehört der Austral zu den zuverlässigsten Autos seiner Klasse. Die Schwächen liegen beim Vollhybrid der ersten Baujahre mit Ölverdünnung, Zündung, Getriebe und Elektrik, bei Software und Assistenten. Ärgerlich sind wochenlange Wartezeiten auf Teile und nur zwei Jahre Garantie, auf den Hybridakku gibt Renault acht Jahre oder 160.000 Kilometer. Vom Facelift gibt es bisher vor allem Berichte über Fehlbremsungen, Klappern und Software, schwere Schäden kaum. Für ein Urteil ist es noch zu neu.

Checkliste für den Gebrauchtkauf:

  • Rückrufe und Werkstattaktionen per Fahrgestellnummer prüfen lassen
  • Vollhybrid: Ölstand und Benzingeruch prüfen, nach Zündkerzen, Entlüftungsrohr und Getriebereparaturen fragen
  • Probefahrt mit Anfahren, Stop-and-go und Kickdown: Ruckt, klackt oder warnt das Getriebe?
  • 12-Volt-Batterie und Fehlerspeicher prüfen lassen
  • Bildschirm, Smartphone-Anbindung, Abstandstempomat und Türen testen
  • Restgarantie und Anschlussgarantie zeigen lassen

Weitere Probleme bei den Schwestermodellen

Technik und mehrere Rückrufe teilt der Austral mit dem größeren Renault Espace der sechsten Generation und dem SUV-Coupé Renault Rafale: den Vollhybrid, beim Espace die Sitze, bei beiden die Parkbremse. Eng verwandt ist auch der Nissan Qashqai. Mehr zum Vorgänger: Renault Kadjar.

Quellen (Stand: 21. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, ADAC (Autotests und Pannenstatistik 2026), EU Safety Gate (Meldungen zu Radschrauben, Vordersitzen, ABS und ESP und zur Parkbremse 0EWQ und 0EY9) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu die Crashtest-Ergebnisse von Euro NCAP, Tests und Berichte von auto motor und sport, AUTO BILD, AUTO ZEITUNG, Motor1, AutoScout24, kfz-betrieb, L’argus, Planète Renault, Caradisiac und presse-citron sowie Erfahrungsberichte von Austral-Fahrern aus den Foren austral-forum.de, der französischen Renault-Community und forum-auto.matmut.fr aus den Jahren 2023 bis 2026 (Einzelstimmen, keine Statistik).

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