Das Wichtigste auf einen Blick
Bekannte Schwachstellen
- Fertigung: Fehler an Airbags, Heckdiffusor und Fahrersitz
- Assistenten: Phantombremsungen und Ausfälle
- Software: Einstellungen weg, Meldungen bei fast jedem Start
- Vordersitze: Lordosenstütze pumpt sich selbst auf
- Klimaanlage: bei großer Hitze teils nur lauwarm
- Antrieb: zäher Diesel, kleiner Tank im Plug-in-Hybrid
- Verarbeitung: Hartplastik, Lackfehler, lose Teile
Der VW Tayron ist das große SUV über dem Tiguan und folgt auf den Tiguan Allspace. Seit Frühjahr 2025 gibt es ihn mit 4,79 Metern Länge als Benziner (1.5 eTSI mit 150 PS, 2.0 TSI mit 204 oder 265 PS und Allrad), als Diesel 2.0 TDI mit 150 PS oder mit 193 PS und Allrad sowie als Plug-in-Hybrid eHybrid mit 204 oder 272 PS, immer mit Doppelkupplungsgetriebe. Er steht wie Tiguan und Skoda Kodiaq auf dem Konzernbaukasten MQB evo, die Verbrenner gibt es auch mit sieben Sitzen, den eHybrid nur mit fünf.
Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim Tayron bisher bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Ausgewertet haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Mängeldatenbank, Tests der Fachpresse und Erfahrungsberichte aus einem Fahrerforum. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Fahren Sie selbst einen Tayron? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.
Baureihe und Varianten des VW Tayron
VW Tayron, 1. Baureihe (seit 2025)
- 1.5 eTSI: 150 PS, Benziner mit Mildhybrid, 7-Gang-DSG, Frontantrieb (seit 03/2025)
- 2.0 TSI 4MOTION: 204 PS oder 265 PS (nur R-Line), 7-Gang-DSG, Allradantrieb (seit 03/2025)
- 2.0 TDI: 150 PS, 7-Gang-DSG, Frontantrieb (seit 03/2025)
- 2.0 TDI 4MOTION: 193 PS, 7-Gang-DSG, Allradantrieb (seit 03/2025)
- 1.5 eHybrid: 204 oder 272 PS Systemleistung, Akku 19,7 kWh netto, 116 bis 126 km elektrisch nach WLTP, 6-Gang-DSG, Frontantrieb, nur fünf Sitze (seit 03/2025)
Fertigung: Fehler an Airbags, Heckdiffusor und Fahrersitz
Die Rückrufe betreffen fehlerhafte Teile und Montagefehler, meist aus der Anlaufzeit. Beim Gebrauchtkauf sollten Sie nachfragen:
- Heckdiffusor (Juni 2025, VW-Code 66A1): Bei 5.110 Tayron in Deutschland, gebaut vom 24. November 2024 bis 21. Mai 2025, ist die Blende unten am Heck womöglich schlecht befestigt und kann unterwegs abfallen.
- Kopfairbags hinten (Frühjahr 2025, 69OX): Bei 1.712 Autos aus der Bauzeit 18. Dezember 2024 bis 1. Februar 2025 sitzen die Kopfairbags an der C-Säule eventuell falsch und schützen die Mitfahrer in Reihe zwei schlechter.
- Beifahrerairbag (Anfang 2025, 69TE): Bei 1.637 Autos aus dem Januar 2025, 683 davon in Deutschland, kann eine fehlerhafte Schalttafel den Beifahrerairbag behindern. Die meisten wurden vermutlich schon vor der Auslieferung repariert.
- Fahrersitz (Oktober 2026): Bei Tayron und Tiguan, gebaut am 6. und 7. Februar 2026, kann eine Schweißnaht im Lehnengestell bei einem Heckaufprall brechen.
Schäden waren dem Kraftfahrt-Bundesamt bei Diffusor und Kopfairbags nicht bekannt.
Assistenten: Phantombremsungen und Ausfälle
Am häufigsten diskutieren Besitzer die Assistenzsysteme. Mehrere berichten von grundlosen Vollbremsungen, vor allem beim Einparken und Rückwärtsfahren, aber auch an Kreuzungen und im Kreisverkehr. In unserer Mängeldatenbank bremst ein TDI 4MOTION (Baujahr 2025) seit Sommer 2025 immer wieder ohne Hindernis, mehrere Werkstattbesuche halfen nicht, der Fehlerspeicher blieb leer. Dazu schaltet sich Autohold von selbst ab, und die Verkehrszeichenerkennung lässt das Auto falsch beschleunigen oder bremsen. Wer Park- oder Spurassistenten abschaltet, muss das teils nach jedem Neustart wiederholen.
Andere kennen den Ausfall mehrerer Assistenten auf einmal, bei einem fielen vier Systeme für rund 50 Kilometer aus. Teils melden die Sensoren bei Schnee, Nebel oder Gegenlicht Störungen, manche auch morgens, bis das Auto aufgetaut ist. Bei einem weiteren Tayron fielen mit der Frontkamera gleich alle Assistenten aus, das Autohaus fand keine Lösung. In unserer Mängeldatenbank zeigte die Rückfahrkamera eines TDI nach 150 Kilometern kein Bild mehr, und die Werkstatt bekam zunächst keine Ersatzteile, weil das Modell noch neu war.
Ende 2025 lud VW zu einem großen Software-Update in die Werkstatt ein, das mehrere Stunden dauert. Danach parkten einige Autos besser und bremsten nicht mehr grundlos, bei anderen änderte sich wenig. Tester stört, dass Tempowarner und Notbremsassistent nach jedem Start wieder aktiv sind und die Fahrerüberwachung ohne Anlass anschlägt.
- Für Halter: Lassen Sie in der Werkstatt prüfen, ob Ihr Auto den aktuellen Softwarestand hat.
Software: Einstellungen weg, Meldungen bei fast jedem Start
Mehrere Besitzer ärgert ein Hinweis auf neue Benutzereinstellungen, der alle paar Tage oder sogar bei jedem Start erscheint. Wer ihn bestätigt, verliert eigene Einstellungen, etwa für Assistenten, Ambientelicht oder Helligkeit. Bei einigen hilft es, unter Privatsphäre die Personalisierung abzuschalten, bei anderen nicht. Ein Werkstatt-Update allein half nicht immer, bei einem Auto beseitigten erst ein neues Steuergerät und neue Software den Fehler. Nach einem größeren Update Ende 2025 war bei einigen Ruhe. Dazu kommen Abbrüche bei kabellosem Android Auto, Neustarts des Displays und Aussetzer beim Ton. Tester loben Drehregler und echte Lenkradtasten, Temperatur und Lautstärke regelt man aber über Touchflächen.
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Vordersitze: Lordosenstütze pumpt sich selbst auf
Mehrere Besitzer klagen über die elektrische Lendenwirbelstütze der Vordersitze: Sie pumpt sich immer wieder bis zum Anschlag auf, eine flache Einstellung bleibt nicht gespeichert. Ein Händler fand 2025 keine Lösung.
- Für Käufer: Fragen Sie, ob die Lordosenstütze schon repariert wurde, und prüfen Sie nach einem Neustart, ob sie flach bleibt.
Klimaanlage: bei großer Hitze teils nur lauwarm
In einem Test mit dem Plug-in-Hybrid kühlte die Klimaanlage schon ab etwa 25 Grad kaum noch, bei knapp 30 Grad kam nur lauwarme Luft, auch mit laufendem Benziner. In unserer Mängeldatenbank fiel bei einem 1.5 eTSI (Baujahr 2025) schon nach 300 Kilometern an einem 30-Grad-Tag die Kühlung aus. Auch einzelne Besitzer des Plug-in-Hybrids melden an heißen Tagen warme Luft, bei einem fiel die Kühlung bei 33 Grad für ein bis zwei Stunden aus, und die Werkstatt fand keine Ursache. Andere kommen mit Benziner wie mit Plug-in-Hybrid gut zurecht.
- Für Käufer: Testen Sie die Klimaanlage bei der Probefahrt auf voller Kühlung.
Antrieb: zäher Diesel, kleiner Tank im Plug-in-Hybrid
Der Diesel mit 150 PS ist sparsam, im Test brauchte er 5,8 Liter. Aus dem Stand kommt er aber zäh in Gang, beim Frontantrieb drehen die Räder beim Abbiegen leicht durch. Beim Ausweichen regelt das ESP mit Serienreifen kräftig.
Der eHybrid schafft in Tests 98 bis 136 Kilometer elektrisch und lädt an der Schnellladesäule in 22 bis 27 Minuten auf 80 Prozent. Dafür fasst der Tank nur 45 Liter, und mit 204 PS darf er nur 1.800 Kilogramm ziehen. Tester bemängeln die schwer dosierbare Bremse.
Verarbeitung: Hartplastik, Lackfehler, lose Teile
Unten und hinten dominiert harter Kunststoff, was mehrere Tester angesichts des Preises kritisieren. Besitzer melden vor allem kleinere Mängel, die Werkstätten meist beheben: Bei mehreren Autos löste sich schon nach Wochen oder Monaten die silberne Folie im beleuchteten VW-Logo der Heckleuchte, getauscht wird dann die ganze mittlere Rückleuchte. Andere hatten Einschlüsse oder eine Nase im Lack, lose Zierleisten oder Knarzen aus Türverkleidung und Rücksitzbank. In unserer Mängeldatenbank löst sich bei einem TDI seit Ende 2025 wiederholt der Teppich von der Verkleidung, das Teil hat inzwischen eine neue Nummer, und die Außenspiegel quietschen beim Klappen.
Testvideo: VW Tayron
Video: ADAC auf YouTube
Ist mein VW Tayron von einem Rückruf betroffen?
Bisher gibt es für den Tayron vier Rückrufe (siehe oben). Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Volkswagen-Werkstatt, ob für Ihr Auto ein Rückruf oder eine Servicemaßnahme offen ist. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.
Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten
Fahrer und Tester loben vor allem Platz, Kofferraum, Federungskomfort, den sparsamen Diesel und die große elektrische Reichweite des eHybrid, im Crashtest bekam er fünf Sterne. In Vergleichstests schlug der Tayron unter anderem Kia Sorento, Peugeot 5008 sowie Q5, GLC und X3. Mehrere Besitzer sind mit Verbrauch und Alltag zufrieden, einer meldet nach 10.000 Kilometern keinen einzigen Mangel. Die Schwächen liegen bei Software und Assistenten, der Lordosenstütze und kleineren Verarbeitungsmängeln. Ärgerlich sind Wartezeiten auf Termine und Teile sowie nur zwei Jahre Garantie, mehr kostet Aufpreis. Auf den Akku des eHybrid gibt VW acht Jahre oder 160.000 Kilometer.
Der Tayron ist noch recht neu. Pannen- oder TÜV-Statistiken und Dauertests über viele Kilometer gibt es noch nicht, in unserer Mängeldatenbank stehen drei Einträge. Wir aktualisieren den Artikel, sobald mehr bekannt ist.
Checkliste für den Gebrauchtkauf:
- Rückrufe und Software-Updates per Fahrgestellnummer prüfen lassen
- Probefahrt in der Stadt und rückwärts: grundlose Bremsungen, Warnungen der Assistenten
- Lordosenstütze, Klimaanlage, Kameras und Einparkhilfe testen
- Lack, Logo in der Heckleuchte, Zierleisten und Teppich im Fußraum ansehen
- Restgarantie und Garantieverlängerung zeigen lassen
Weitere Probleme bei den Schwestermodellen
Der Tayron teilt sich die Technik mit dem VW Tiguan der dritten Generation und die verlängerte Plattform mit dem Skoda Kodiaq. Den Rückruf zum Fahrersitz gibt es auch für den Tiguan. Der große Lenkungs-Rückruf vom September 2026 betrifft dagegen nur ältere Golf, Tiguan und Touran, die bis Juli 2024 gebaut wurden, also keinen Tayron. Mehr zu den Schwächen der Vorgänger: VW Tiguan und Tiguan Allspace sowie Skoda Kodiaq.
Quellen (Stand: 21. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, ADAC (Autotests und Pannenstatistik 2026), EU Safety Gate (Meldungen zu Kopfairbags und Beifahrerairbag) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu die Crashtest-Ergebnisse von Euro NCAP, Tests und Berichte von auto motor und sport, AUTO BILD, AUTO ZEITUNG, Motor1, firmenauto, kfz-betrieb, automobile-news.de und Autocar India sowie Erfahrungsberichte von Tayron-Fahrern aus dem Forum tayron-forum.de aus den Jahren 2025 und 2026 (Einzelstimmen, keine Statistik).
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