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Kia Seltos

Kia Seltos: Probleme, Rückrufe und Erfahrungen der Fahrer

Von der CarWiki-Redaktion

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Kia Seltos ist ein kompaktes SUV, das Kia seit Sommer 2026 in Deutschland verkauft; die erste Generation gab es seit 2019 unter anderem in Korea, Indien und den USA. Zum Start gibt es einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS, meist mit Siebengang-Doppelkupplung und wahlweise mit Allrad, seit Oktober 2026 zudem einen Vollhybrid mit Sechsgang-Doppelkupplung und 154 PS, mit elektrisch angetriebener Hinterachse 178 PS. Er teilt sich die Plattform mit Kia K4 und Kia Niro und wird für Europa in Südkorea gebaut.

Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim Seltos bisher bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Das Auto ist erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, deshalb stützen wir uns vor allem auf erste Tests der Fachpresse, dazu auf die Rückrufe von Kraftfahrt-Bundesamt und EU, unsere Rückruf- und Mängeldatenbank sowie Halterbeschwerden aus den USA. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Fahren Sie selbst einen Seltos? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.


Baureihe und Varianten des Kia Seltos

Kia Seltos, 2. Baureihe (SP3, in Europa seit 2026)

  • 1.6 T-GDI mit 180 PS (seit 06/2026): Siebengang-Doppelkupplung mit Front- oder Allradantrieb, in der Ausstattung Vision auch mit Sechsgang-Schaltgetriebe
  • Vollhybrid (seit 10/2026): 154 PS mit Frontantrieb oder 178 PS mit e-AWD, Sechsgang-Doppelkupplung, Akku 1,3 kWh
  • Ausstattungen Vision, Spirit, GT-Line und X-Line
  • Länge 4,43 m, Kofferraum 536 Liter

Benziner: träge Gasannahme, zögernde Doppelkupplung

Auf dem Papier hat der 1,6-Liter-Turbo mehr Leistung als viele Konkurrenten, in Tests wirkt er aber wenig temperamentvoll: Er reagiert verzögert auf das Gaspedal, dreht unwillig hoch und brummt unter Last angestrengt, der Sportmodus macht ihn nicht spritziger. Die Doppelkupplung schaltet meist sanft, im ADAC-Fahrbericht und im ÖAMTC-Test aber mitunter zögerlich. Tester kamen auf 6,7 bis rund 7 Liter, nahe an der Normangabe.

  • Für Käufer: Bei der Probefahrt zügig auf die Autobahn auffahren, am Berg anfahren und rückwärts einparken.

Hybrid: wenig Kraft, dröhnt unter Last, geringe Anhängelast

Den Vollhybrid kennen die meisten Tester bisher nur von Fahrten in Korea. In der Stadt fährt er leise elektrisch an. Ist der kleine Akku leer oder wird mehr Leistung gebraucht, übernimmt der Benziner und klingt angestrengt, knarzig oder dröhnend; für Autobahntempo dreht er bis etwa 5.000 Umdrehungen. Vielen ist der Hybrid zu schwach, vor allem mit Frontantrieb, und das Getriebe hält die Gänge zu lange. Gebremst darf er nur 910 Kilogramm ziehen, mit Allrad 810, der Benziner dagegen 1.300 Kilogramm. In Korea verbrauchte er 4,8 bis 6,7 Liter, Messungen aus Europa fehlen noch.

  • Für Käufer: Wer einen Wohnwagen ziehen will, nimmt besser den Benziner.

Bedienung: verdecktes Klimadisplay, lästige Warner

Ein Ärgernis ist das kleine Display der Klimaanlage zwischen Kombiinstrument und Mittelbildschirm: Je nach Sitzposition verdeckt es der Lenkradkranz oder die rechte Hand. Wie bei allen Neuwagen in der EU sind die vorgeschriebenen Warner nach jedem Start wieder aktiv; am Lenkrad lässt sich nur ein Teil davon stummschalten, für den Rest geht es durch Untermenüs des Touchscreens. Der Spurhalter meldet sich auf schmalen Landstraßen häufig, den Gangwählhebel empfinden zwei Tester als grob.

  • Für Käufer: Stellen Sie bei der Probefahrt Ihre Sitzposition ein und prüfen Sie, ob Sie die Klimaanzeige sehen.
 

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Innenraum: viel Hartplastik, starre Rückbank, hohe Ladekante

Die meisten Tester bemängeln viel harten Kunststoff, etwa an Mittelkonsole und Armaturenbrett, einige finden die Anmutung dagegen vorbildlich. Hinten gibt es für 4,43 Meter Länge viel Platz, die Lehne lässt sich neigen, die Rückbank aber nicht verschieben. Für große Mitfahrer ist die Kopffreiheit hinten eher knapp, auf dem Mittelplatz stört ein Bodenbuckel. Vom Kofferraum mit 536 Litern liegt ein Teil unter dem Ladeboden, und die Ladekante ist hoch. Die versenkten Türgriffe liegen beim Öffnen ungünstig in der Hand. Isofix gibt es nur auf der Rückbank.

Erste Baumonate: bisher keine Sicherheitsmängel bekannt

Weder das Kraftfahrt-Bundesamt noch das EU-Warnsystem Safety Gate haben für die neue Generation bisher einen Rückruf veröffentlicht. Was man im Netz zum Seltos findet, betrifft die erste Generation, etwa einen Vorhangairbag, der bei Autos aus dem Frühjahr 2023 versehentlich auslösen konnte, oder ein korrodierendes Allrad-Steuergerät in Kanada. Auch die Kia-Sammelaktion zum Kombiinstrument vom April 2026 nennt den Seltos nicht. In den USA, wo die neue Generation als Modelljahr 2027 läuft, gingen bisher zwei Halterbeschwerden ein, darunter ein undichter Hauptbremszylinder. Das sind Einzelfälle.

Testvideo: Kia Seltos

Video: ADAC auf YouTube

Ist mein Kia Seltos von einem Rückruf betroffen?

Für den neuen Seltos ist bisher kein Rückruf bekannt. Ob für Ihr Auto trotzdem etwas offen ist, prüft jede Kia-Werkstatt mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E); die überwachten Rückrufe listet auch das Kraftfahrt-Bundesamt. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.

Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten

Tester loben den großen Fond mit neigbarer Lehne, den Kofferraum, das komfortable Fahrwerk, die vielen echten Tasten, die Ausstattung und die Garantie von sieben Jahren oder 150.000 Kilometern. Schwächen sind der träge Benziner, der schwache Hybrid mit geringer Anhängelast, das verdeckte Klimadisplay, lästige Warner, viel Hartplastik und ein Preis, der teils über dem der Konkurrenz liegt.

Der Seltos ist in Europa noch neu: Halterberichte sind rar, unsere Mängeldatenbank hat noch keinen Eintrag, ein Crashtest von Euro NCAP, Dauertests und Pannenstatistiken fehlen. Wir ergänzen den Artikel, sobald mehr bekannt ist.

Checkliste für den Kauf:

  • Probefahrt mit Anfahren, Rangieren und Autobahnauffahrt
  • Beim Hybrid: Reichen 910 bzw. 810 Kilogramm Anhängelast?
  • Klimaanzeige aus der eigenen Sitzposition prüfen
  • Rückbank und Kofferraum mit Kindersitz und Gepäck ausprobieren

Weitere Modelle von Kia

Auf derselben Plattform stehen der Kia K4 und der Kia Niro, den es ebenfalls als Vollhybrid gibt. Ihre Schwachstellen beschreiben wir ebenso wie die des etwas größeren Kia Sportage in eigenen Artikeln.

Quellen (Stand: 22. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, EU Safety Gate, ADAC (Fahrbericht) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu Tests und Fahrberichte von AUTO BILD, AUTO ZEITUNG, auto motor und sport, Motor1, ÖAMTC, autorevue, firmenauto, AutoScout24, Auto-Medienportal, SP-X, autohled.cz, Auto Express, CarExpert, CarsGuide, Autotrader NZ, Driven und Auto123, die Rückrufdaten von schraubertermin.de, Halterbeschwerden bei der US-Verkehrsbehörde NHTSA sowie Angaben von Kia.

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