Das Wichtigste auf einen Blick
Bekannte Schwachstellen
- Getriebe: Rucke beim Anfahren und Schalten
- Software: Antrieb fällt aus, Warnleuchten gehen an
- Fahrwerk: hart abgestimmt, seit 2025 nachgebessert
- Lenkung: bei Autos bis Ende 2023 plötzlich schwergängig
- Anzeigen und Assistenten: dunkler Tacho, Kamera aus, Fehlbremsungen
- Plug-in-Hybrid: durstig ohne Strom, Tank nicht ganz nutzbar
- Diesel: sparsam, aber Ärger mit 48-Volt-Batterie und Anhänger
Der Mazda CX-60 ist ein 4,75 Meter langes SUV der Mittelklasse und das erste Modell auf Mazdas neuer Plattform für große Modelle mit längs eingebautem Motor. Seit Mitte 2022 gibt es ihn als Plug-in-Hybrid mit 2,5-Liter-Benziner, 327 PS und Allradantrieb, seit Anfang 2023 auch mit einem 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Diesel samt 48-Volt-Mildhybrid, wahlweise mit 200 PS und Hinterradantrieb oder 254 PS und Allrad. Alle Versionen haben eine Achtgang-Automatik, zum Modelljahr 2025 hat Mazda das Fahrwerk überarbeitet.
Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim CX-60 bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Dafür haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückruf- und Mängeldatenbank, Tests und Dauertests der Fachpresse sowie Erfahrungsberichte aus einem Fahrerforum ausgewertet. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Fahren Sie selbst einen CX-60? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.
Baureihe und Varianten des Mazda CX-60
Mazda CX-60, 1. Baureihe (KH, seit 2022)
- e-Skyactiv PHEV: 2,5-Liter-Benziner mit Elektromotor, 327 PS Systemleistung, Akku 17,8 kWh brutto, 63 km elektrisch nach WLTP, Allradantrieb (seit 06/2022)
- e-Skyactiv D 200: 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Diesel mit 48-Volt-Mildhybrid, 200 PS, Hinterradantrieb (seit 01/2023)
- e-Skyactiv D 254: derselbe Diesel mit 254 PS, Allradantrieb (seit 01/2023)
- Ausstattungen Prime-Line, Exclusive-Line, Homura und Takumi, seit 12/2024 auch Homura Plus und Takumi Plus
Getriebe: Rucke beim Anfahren und Schalten
Statt eines Wandlers sitzt im CX-60 eine Lamellenkupplung zwischen Motor und Automatik. Es gibt spürbare Schaltrucke, beim Plug-in-Hybrid vor allem im Elektrobetrieb, beim Diesel ein zögerliches Anfahren. Mazda räumte Ende 2023 ein, die Abstimmung sei beim größeren CX-90 besser gelungen. Nach mehreren Software-Updates werden die Gangwechsel offenbar weicher, beim Plug-in-Hybrid bleibt in einzelnen Fällen ein Ruck beim Hochschalten in die zweite Fahrstufe. Vereinzelt tritt beim Ausrollen ein Mahlen auf, das Werkstätten meist für normal halten. Getauscht wurden Getriebe nur selten.
Ein Rückruf betrifft die Kupplung direkt: Nach starkem Bremsen bis zum Stillstand konnte sie offen bleiben, das Auto fuhr dann trotz Gas nicht los. Betroffen sind 3.808 Autos in Deutschland aus der Bauzeit September 2022 bis März 2024 (KBA-Nr. 14131R, Code AR043A).
- Für Käufer: Probefahrt mit Anfahren, Rangieren und Stop-and-go, nach dem Softwarestand des Getriebes fragen.
Software: Antrieb fällt aus, Warnleuchten gehen an
Die meisten Rückrufe betreffen Software, mehrere davon den Antrieb:
- Plug-in-Hybrid (Ende 2023): Wird der Wechselrichter zu heiß, schaltet die Software Benzin- und Elektromotor ab, ohne oder mit nur kurzer Vorwarnung. Betroffen sind 8.279 Autos in Deutschland, gebaut bis Juli 2023 (KBA-Nr. 013287, Code AP047A).
- Diesel (Anfang 2024): Eine fehlerhafte Fehlererkennung im Motorsteuergerät kann den Start verhindern, im Notlauf bleibt das Getriebe auf N (Code AP049A, gebaut September 2022 bis Juni 2023).
- Januar 2025: Beim Diesel kann der Motor im Leerlauf ausgehen und nicht wieder anspringen (6.581 Autos in Deutschland, Code AR056A). Beim Plug-in-Hybrid können die Motorwarnleuchte angehen und die Kühlung des Akkus versagen (11.173 Autos, Code AR058A). Bei beiden können außerdem Entfrostung und Gurtwarnung ausfallen, betroffen sind Autos bis Juli 2024.
Bei einigen frühen Autos blieb der CX-60 mit einer Störung des Hybridsystems liegen und wurde abgeschleppt. Außerdem kommt offenbar häufiger eine Warnung zur 12-Volt-Batterie vor, oft half neue Software für das Karosseriesteuergerät. Mehr dazu in unserem Ratgeber Fehler: 12V-Bordnetz.
Fahrwerk: hart abgestimmt, seit 2025 nachgebessert
Der häufigste Kritikpunkt ist das Fahrwerk der ersten Baujahre: Bei niedrigem Tempo poltert der CX-60 offenbar über Querfugen, auf welligen Straßen schaukelt sich das Heck auf. Der Diesel federt etwas besser als der schwerere Plug-in-Hybrid. In einzelnen Fällen wurden hinten andere Dämpfer eingebaut, danach war das Auto offenbar ruhiger.
Zum Modelljahr 2025, ausgeliefert ab Februar 2025, hat Mazda die Vorderachse neu abgestimmt und hinten weichere Federn, straffere Dämpfer und mehr Federweg eingebaut. Seitdem ist der CX-60 deutlich komfortabler, ganz weich ist er aber nicht. Nachrüsten lässt sich das neue Fahrwerk offenbar nicht.
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Lenkung: bei Autos bis Ende 2023 plötzlich schwergängig
Bei CX-60 aus der Bauzeit März 2022 bis Dezember 2023 kann Schmiermittel aus der Servolenkung austreten. Die Reibung am Schneckengetriebe steigt, und die Lenkung wird während der Fahrt unvermittelt schwer. Die Werkstatt baut ein verbessertes Teil ein und schmiert neu (Code AR001A, Frühjahr 2024), vereinzelt wurde das ganze Lenkgetriebe getauscht. Allein in Österreich waren gut 2.000 Autos betroffen, eine Zahl für Deutschland ist nicht bekannt.
Anzeigen und Assistenten: dunkler Tacho, Kamera aus, Fehlbremsungen
Im Frühjahr 2023 bekamen rund 7.650 Autos in Deutschland neue Software, weil das Kombiinstrument beim Start dunkel bleiben konnte (Codes AP013A und AP014A). Dann zeigte nur das Head-up-Display das Tempo. Beim Diesel sprang zudem der Motor nach einem Stopp der Start-Stopp-Automatik nicht immer wieder an. Die Bilder von Front-, Seiten- und Rückfahrkamera können flackern oder ganz ausfallen, das beheben die Updates AP047A, AP049A und AR058A. In einzelnen Fällen bricht CarPlay ab, bei rund zehn Autos kam es zu Notbremsungen ohne Grund. Tempolimits erkannte das Auto in einem Test nicht zuverlässig.
Plug-in-Hybrid: durstig ohne Strom, Tank nicht ganz nutzbar
Nach WLTP fährt der Plug-in-Hybrid 63 Kilometer elektrisch, im ADAC-Ecotest waren es rund 53, im Winter je nach Fahrweise 30 bis gut 40. Ist der Akku leer, wirkt der Benziner angestrengt und braucht rund 8,5 bis 9 Liter, auf der Autobahn rund 11. Geladen wird nur mit Wechselstrom und höchstens 7,2 kW, eine volle Ladung dauert zwei bis zweieinhalb Stunden.
Ärgerlich ist das Tanken: Die Zapfpistole schaltet oft schon bei 38 oder 39 Litern ab, den Rest muss man Stück für Stück nachfüllen. Beim Diesel ist es ähnlich, dort kommt der erste Klick meist bei 45 bis 48 Litern. In unserer Mängeldatenbank (drei Einträge, alle zum Plug-in-Hybrid) passen bei leuchtender Reserve nur rund 42 Liter in den 50-Liter-Tank, Mazda sieht darin keinen Fehler.
Bei einem Auto von 2025 drosselte der Antrieb mit Anhänger die Leistung. Bei einem dritten (Baujahr 2024) ging die Heckklappe erst nicht auf, schloss dann nicht richtig und sprang beim Auffahren auf die Autobahn auf, Gepäck fiel heraus. Vereinzelt öffnen Klappen nicht oder gehen im Stand von selbst auf, geholfen haben neue Software oder ein neues Schloss.
Diesel: sparsam, aber Ärger mit 48-Volt-Batterie und Anhänger
Der Sechszylinder-Diesel schneidet unter den Antrieben am besten ab. Im ADAC-Ecotest brauchte er 6,3 bis 6,4 Liter, im Alltag sind oft 4,5 bis 6 Liter üblich. Ein Dauertestwagen lief bisher ohne Defekt, ein Wagen kam in 31 Monaten auf 120.000 Kilometer. Typische Schwachstellen:
- 48-Volt-Batterie: Bekannt sind rund ein Dutzend Ausfälle, oft um 40.000 Kilometer, mit Hybridstörung und weniger Leistung. Getauscht wird auf Garantie, auf das Teil mussten manche Besitzer Monate warten.
- Anhänger: Beim D 254 schaltete der Motor mit Anhänger bei mehreren Autos in den Notlauf, Updates halfen nur teilweise.
- AdBlue: Eine Füllstandsanzeige fehlt, nachfüllen darf man höchstens 6,7 Liter. Vereinzelt gab es Störungen der Dosierung.
Testvideo: Mazda CX-60
Video: ADAC auf YouTube
Ist mein Mazda CX-60 von einem Rückruf betroffen?
Seit Anfang 2023 gibt es für den CX-60 rund zehn Rückrufe, die meisten erledigt ein Software-Update. Neben den oben genannten fehlten bei Zubehör-Alufelgen von Borbet an Autos aus der zweiten Jahreshälfte 2022 womöglich Hülsen in den Bohrungen für die Radschrauben, im schlimmsten Fall löst sich ein Rad (KBA-Nr. 012413, Code AP012A, 5.413 Autos in Deutschland). Ein Software-Fehler im Kombiinstrument betraf nur 15 Autos in Deutschland (Code AR061A).
Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Mazda-Werkstatt, ob für Ihr Auto etwas offen ist. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos.
Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten
Für den CX-60 sprechen die hochwertige Verarbeitung, bequeme Sitze, viel Platz vorn und im Kofferraum, 2,5 Tonnen Anhängelast, der kräftige und sparsame Diesel und sechs Jahre Garantie. Im Crashtest von Euro NCAP bekam der CX-60 2022 fünf Sterne.
Nach den frühen Nachbesserungen sind offenbar viele Besitzer zufrieden, Autos ab Modelljahr 2025 fahren sich spürbar besser. Die Schwächen liegen beim ruckeligen Getriebe, beim harten Fahrwerk der ersten Baujahre und bei Software und Elektrik, dazu kommen rund zehn Rückrufe. In der ADAC-Pannenstatistik taucht der CX-60 noch nicht auf.
Checkliste für den Gebrauchtkauf:
- Rückrufe per Fahrgestellnummer prüfen, vor allem Getriebe (AR043A), Lenkung (AR001A) und die Software-Pakete AR056A und AR058A
- Probefahrt mit Anfahren, Rangieren und Stop-and-go: Ruckt oder zögert die Automatik?
- Über Querfugen fahren, Komfort mit einem Auto ab Modelljahr 2025 vergleichen
- Nach dem Start keine Warnleuchten, Kameras und Kombiinstrument funktionieren
- Diesel: Hybridstörungen im Fehlerspeicher, 48-Volt-Batterie schon getauscht?
- Plug-in-Hybrid: elektrische Reichweite mit vollem Akku prüfen, Heckklappe mehrmals öffnen und schließen
Weitere Probleme bei den Schwestermodellen
Seine Antriebe teilt sich der CX-60 mit dem größeren Mazda CX-80, den es seit Herbst 2024 mit demselben Diesel und Plug-in-Hybrid gibt. Den Lenkungs-Rückruf gab es auch für den CX-90, den Mazda in Deutschland nicht anbietet, den Kamera-Fehler auch für Mazda 3 und CX-30. Mehr zu den Schwächen der kleineren Mazda-SUVs: Mazda CX-5 und Mazda CX-30.
Quellen (Stand: 21. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, ADAC (Autotest und Pannenstatistik 2026), EU Safety Gate (Meldungen zu Felgen, Plug-in-Hybrid, Diesel, Lenkung, Kupplung und Software bei Diesel und Benziner) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu Berichte von auto motor und sport, AUTO ZEITUNG, ÖAMTC und CarsGuide, die Tests von heise und autonotizen.de, die Dauertests von AUTO ZEITUNG, autonotizen.de und Motor1, das Crashtest-Ergebnis von Euro NCAP sowie Erfahrungsberichte von CX-60-Fahrern aus dem Forum cx60forum.de aus den Jahren 2023 bis 2026.
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