Das Wichtigste auf einen Blick
Bekannte Schwachstellen
- Akku: Fehlerhafte Zellmodule mit Brandrisiko
- Bremse: Schweißnaht im Stellmotor kann brechen
- Innenspiegel: Kann sich von der Scheibe lösen
- Laden: höchstens 95 kW, der kleine Akku nur 75 kW
- Reichweite: im Alltag um 300 Kilometer
- Fahrwerk und Traktion: straff, Vorderachse überfordert
- Bedienung: rundes Display mit verschachtelten Menüs
- Platz: kleiner Kofferraum, kein Frunk
Der Mini Aceman ist ein 4,08 Meter langer Elektro-Crossover, der in der Größe zwischen dem Mini Cooper und dem Countryman liegt. Seit Oktober 2024 gibt es ihn mit Frontantrieb als Aceman E mit 184 PS und 38,5 kWh netto, als SE mit 218 PS und 49,2 kWh netto und seit 2025 als John Cooper Works mit 258 PS. Gebaut wird er in China bei Spotlight Automotive, einem Gemeinschaftsunternehmen von BMW und Great Wall Motor, im selben Werk läuft auch der elektrische Mini Cooper vom Band.
Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim Aceman bekannt sind. Dafür haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückruf- und Mängeldatenbank, Tests der Fachpresse und Erfahrungsberichte von Fahrern ausgewertet. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Fahren Sie selbst einen Aceman? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.
Baureihe und Varianten des Mini Aceman
Mini Aceman, 1. Baureihe (J05, seit 2024)
- Aceman E: 184 PS, Akku 38,5 kWh netto, WLTP-Reichweite rund 305 km, Gleichstrom bis 75 kW (seit 10/2024)
- Aceman SE: 218 PS, Akku 49,2 kWh netto, WLTP-Reichweite 394 bis 405 km, Gleichstrom bis 95 kW (seit 10/2024)
- John Cooper Works: 258 PS, Akku 49,2 kWh netto, WLTP-Reichweite 355 km (seit 2025)
- Alle mit Frontantrieb, Kofferraum 300 bis 1.005 Liter
- Laden: 11 kW Wechselstrom; Garantie auf die Hochvolt-Batterie 8 Jahre oder 160.000 km
Akku: Fehlerhafte Zellmodule mit Brandrisiko
Die EU-Schnellwarnplattform führt zwei Herstellerrückrufe zur Hochvolt-Batterie, die den Aceman zusammen mit dem Mini Cooper nennen:
- Zellmodule (Januar 2025): Die Zellmodule sind möglicherweise nicht nach Vorgabe gefertigt und können einen Kurzschluss auslösen. Ein Brand, auch beim parkenden Auto, ist nach Angaben des Herstellers nur in extrem seltenen Fällen möglich. Betroffen sind Autos, die vom 29. Januar bis 28. November 2024 gebaut wurden (BMW-Code 0061970800).
- Herstellungsfehler (Mai 2025): Ein Fehler in der Batterie kann ebenfalls zum Kurzschluss und zu einem Brand führen, auch im geparkten Zustand. Der Bauzeitraum reicht vom 4. April 2023 bis 29. November 2024 und gilt für Cooper und Aceman zusammen (Code 0061160900).
Die großen Batterierückrufe des alten Mini Cooper SE (gebaut bis 2024) betreffen den Aceman nach den EU-Meldungen nicht, sie gelten für eine andere Typgenehmigung.
Für Käufer: Beim Gebrauchten die Erledigung beider Rückrufe von der Mini-Werkstatt bestätigen lassen.
Bremse: Schweißnaht im Stellmotor kann brechen
Bei Cooper, Countryman und Aceman, die vom 12. Dezember 2023 bis 26. August 2024 gebaut wurden, ist die Hohlwelle im Stellmotor der Bremse falsch verschweißt (Code 0034950200, Meldung vom Januar 2025). Bei hohem Bremsdruck kann die Naht brechen. Dann braucht man mehr Kraft am Pedal, der Bremsweg wird länger, und ABS und DSC bekommen keine Unterstützung.
Innenspiegel: Kann sich von der Scheibe lösen
Im September 2026 meldete das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf für Cooper und Aceman aus der Produktion 2026: Der Innenspiegel ist womöglich nicht ausreichend befestigt und kann sich teilweise oder ganz von der Frontscheibe lösen. In Deutschland sind 181 Fahrzeuge betroffen, weltweit 955. Die Werkstatt tauscht die komplette Frontscheibe (Code 0051580600).
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Laden: höchstens 95 kW, der kleine Akku nur 75 kW
Der Aceman SE lädt mit bis zu 95 kW, der Aceman E mit bis zu 75 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert es unter besten Bedingungen 28 bis 31 Minuten, im Mittel liegt die Leistung bei rund 75 kW. Das ist bedächtig, Konkurrenten wie der Jeep Avenger oder der Renault Mégane E-Tech schaffen 125 bis 130 kW. An der Wallbox mit 11 kW dauert eine volle Ladung gut vier Stunden (E) bzw. gut fünf Stunden (SE). Positiv: Wärmepumpe und automatische Akkuheizung sind serienmäßig, die Routenplanung berücksichtigt Ladestopps. Bidirektionales Laden gibt es nicht.
Reichweite: im Alltag um 300 Kilometer
Nach WLTP schafft der SE bis zu 405 Kilometer, der E rund 305. Im ADAC-Ecotest kam der SE auf 15,5 kWh je 100 Kilometer und 365 Kilometer, in anderen Messungen auf 15 bis 17 kWh und 300 bis 355 Kilometer. Bei Tempo 130 steigt der Verbrauch auf knapp 22 kWh, das sind rund 200 Kilometer. Im Winter und bei Langstrecke kam ein SE auf gut 300 Kilometer, ein E bei 0 Grad auf 212 Kilometer.
Für Käufer: Wer viel Autobahn fährt, nimmt besser den SE und plant Ladestopps früh ein.
Fahrwerk und Traktion: straff, Vorderachse überfordert
Das Fahrwerk wirkt überwiegend sehr straff: Kurze Stöße führen zum Stuckern, Gullydeckel und Beläge lassen das Auto bockig reagieren, auch auf Autobahnen sind Dehnungsfugen spürbar. Im Test war ein SE mit 19-Zoll-Rädern unterwegs. Ein einzelnes Urteil sieht die Abstimmung dagegen als knackig, aber nicht übertrieben hart.
Dazu kommt die Traktion: Bei Vollgas aus dem Stand drehen die Vorderräder durch, auf nasser Fahrbahn schon bei weniger Gas. Es zerrt an der Lenkung: Halten Sie das Lenkrad fest oder schalten Sie im Menü die Anfahrunterstützung ein.
Für Käufer: Probefahrt auf schlechter Straße und mit der Radgröße, die Sie bestellen wollen.
Bedienung: rundes Display mit verschachtelten Menüs
Zentrales Bedienelement ist ein rundes OLED-Display mit 24 Zentimetern. Die Darstellung überzeugt, die Menüs sind aber verschachtelt, die Schrift ist klein und Felder sind schwer zu treffen. Das Display wirkt überladen, Eingaben auf schlechter Straße lenken stark ab. Entlastung bringen Kippschalter und die Sprachsteuerung. In einem frühen Testwagen sprang die Navigation nach einem Wechsel des Fahrmodus nicht zurück.
Software-Ausfälle sind bisher offenbar selten: In einem ausländischen Langzeittest fiel einmal die Bluetooth-Verbindung aus, ein Neustart half, ein anderer Test lief über 6.000 Meilen ohne Fehler.
Platz: kleiner Kofferraum, kein Frunk
Der Kofferraum fasst nach Herstellerangabe 300 Liter. Im ADAC-Test waren es 215 Liter, mit umgeklappten Sitzen 570. Unter der Fronthaube gibt es kein Fach, das Ladekabel muss in den Kofferraum. Hinten fällt das Urteil unterschiedlich aus: Die Kniefreiheit ist gut (hinter 1,85 Meter großen Fahrern sitzen Gleichgroße), in einzelnen Fällen gilt es hinten als eng. Die Rückenlehne steht steil, der Mitteltunnel macht den mittleren Platz unbequem. Unten im Innenraum und an den Türen findet sich Billigplastik, die Verarbeitung wirkt sonst offenbar solide.
Testvideo: Mini Aceman
Video: auto motor und sport auf YouTube
Ist mein Mini Aceman von einem Rückruf betroffen?
Mit der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E) prüft jede Mini-Werkstatt, ob für Ihr Auto ein Rückruf offen ist, das geht auch auf der Rückrufseite von BMW. Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank. Für Halter sind Rückrufe kostenlos. Seit dem Marktstart zählen wir vier Rückrufe, die den Aceman ausdrücklich nennen: zwei zur Hochvolt-Batterie, einen zur Bremse und einen zum Innenspiegel. Alle gelten auch für den Mini Cooper.
Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten
Der Aceman ist ein agiler, sparsamer Stadtwagen mit kräftigem Antrieb. Im ADAC-Autotest bekam der SE die Gesamtnote 1,9, der Antrieb die Note 1,0 und die Sicherheit 1,4. Im Euro-NCAP-Crashtest 2025 erreichte der Aceman fünf Sterne (Erwachsene 83, Kinder 87, Fußgänger 77, Assistenten 79 Prozent). Die Schwächen liegen bei Laden, Reichweite, Fahrwerk und Kofferraum, dazu kommen vier Rückrufe.
Der Aceman ist erst seit Herbst 2024 auf dem Markt, in unserer Mängeldatenbank steht noch kein Bericht. Wir aktualisieren den Artikel, sobald mehr bekannt ist.
Checkliste für den Gebrauchtkauf:
- Rückrufe erledigt? Vor allem Akku (Bau 2023/2024), Bremse (Bau Dezember 2023 bis August 2024) und bei Autos von 2026 der Innenspiegel
- Probefahrt auf schlechter Straße, mit der Radgröße des Angebots
- Bedienung testen: Menüs und Navigation während der Fahrt
- Kofferraum mit Ihrem Gepäck und dem Ladekabel ausprobieren
- Für Langstrecke einmal am Schnelllader laden
- Akku-Garantie: 8 Jahre oder 160.000 Kilometer
Weitere Probleme bei Modellen des Konzerns
Der elektrische Mini Cooper wird im selben Werk gebaut, viele Rückrufe nennen beide Modelle; Daten und Artikel finden Sie auf der Seite zum Mini Cooper. Ebenfalls ein kompakter Elektro-Crossover aus dem BMW-Konzern: Probleme des BMW iX1 und des BMW iX2.
Quellen (Stand: 30. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, EU Safety Gate (Meldungen zu den Zellmodulen Januar 2025 und zum Herstellungsfehler Mai 2025, zur Bremse) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank. Dazu der Bericht gebrauchtwagenberater.de zum Rückruf Innenspiegel (KBA-Eintrag vom September 2026), Wikipedia zum Werk, Euro NCAP (Ergebnis 2025 über Presseberichte), Tests von ADAC (Autotest 2025), AUTO BILD, Elektroauto-News, firmenauto, InsideEVs, ACE, AUTO ZEITUNG, VISION mobility und mobiflip, die Langzeittests von Auto Express und Business Car sowie ein deutschsprachiges Forum (Stand 2024, fast nur Interessenten, keine Statistik).
Mehr zum Mini Aceman
Alle 12 Artikel
Technische Daten
Mini Aceman Gewicht | Zuladung, Leer & Gesamt | alle Baureihen (Tabelle)
Kfz-Steuer
Kfz Steuer Mini Aceman | steuerbefreit | Elektro in der Tabelle
Verbrauch
Verbrauch des Mini Aceman | Elektro / Strom | Kombiniert (WLTP) & Batteriekapazität
Technische Daten
Mini Aceman Wendekreis | Tabelle aller Modelle
Technische Daten
Kofferraumvolumen Mini Aceman | Kofferraum Maße aller Modelle
Technische Daten
Mini Aceman Maße: Länge, Breite & Höhe | Tabelle aller Modelle
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