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Schwarzer Mercedes VLE 300 auf der IAA Transportation 2026 schräg von vorn

Mercedes VLE: Probleme, Rückrufe und Erfahrungen der Fahrer

Von der CarWiki-Redaktion

Bild: Matti Blume – CC BY-SA 4.0, Link

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Mercedes VLE ist die elektrische Großraumlimousine von Mercedes und folgt auf V-Klasse und EQV. Seit Juni 2026 wird er im spanischen Vitoria gebaut, als erstes Modell auf der neuen Elektro-Van-Plattform VAN.EA mit 800-Volt-Technik. Unsere Fahrzeugdaten führen 56 Varianten mit 115-kWh-Akku und fünf bis acht Sitzen: den VLE 300 mit 276 PS und Frontantrieb sowie seit September 2026 den VLE 400 4MATIC mit 422 PS und Allradantrieb, jeweils mit 3,5 oder 3,78 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Im Folgenden prüfen wir, welche Probleme beim VLE bisher bekannt sind und worauf Käufer achten sollten. Weil die ersten Autos erst seit Sommer 2026 bei Kunden sind, ist die Datenlage noch sehr dünn. Ausgewertet haben wir die Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts und der EU, unsere eigene Rückruf- und Mängeldatenbank, Fahrberichte der Fachpresse sowie Fahrerforen und Leserkommentare. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Fahren Sie selbst einen VLE? Dann schreiben Sie Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare, wir ergänzen den Artikel laufend.


Baureihe und Varianten des Mercedes VLE

Mercedes VLE, 1. Baureihe (449, seit 2026)

  • VLE 300: 276 PS, Frontantrieb, Akku 115 kWh netto (Launch-Editionen seit 06/2026, übrige Versionen seit 07/2026)
  • VLE 400 4MATIC: 422 PS, Allradantrieb, Akku 115 kWh netto (seit 09/2026)
  • 5, 6, 7 oder 8 Sitze, Länge 5,31 m, zulässiges Gesamtgewicht 3,5 oder 3,78 t
  • Ausstattungen Basis, AMG Line, AMG Line Plus und EXCLUSIVE, WLTP-Reichweite 631 bis 713 km, Höchsttempo 180 km/h

Erste Monate: noch keine bekannten Serienfehler

Für den VLE ist bis zum 22. Oktober 2026 kein Rückruf bekannt, weder beim Kraftfahrt-Bundesamt noch im EU-Warnsystem Safety Gate. Auch unsere Mängeldatenbank hat noch keinen Eintrag, und in Fahrerforen schreiben bisher fast nur Kaufinteressenten. Viel sagt das noch nicht: Die meisten Autos sind erst wenige Wochen unterwegs, ADAC-Test, Euro-NCAP-Crashtest und Dauertests fehlen, alle Fahrberichte stammen von Presseveranstaltungen. Gemessene Verbrauchs- und Ladewerte von der Autobahn und aus dem Winter gibt es ebenfalls noch nicht, schon nach Norm steigt der Verbrauch auf der Autobahn auf 24 bis 27 kWh.

Führerschein: schwere Versionen nur mit Klasse C1

Der VLE wiegt leer rund drei Tonnen, 35 der 56 Varianten in unseren Daten haben deshalb 3,78 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Dafür reicht der Pkw-Führerschein der Klasse B nicht, nötig ist mindestens Klasse C1 oder die alte Klasse 3. Die Ausnahme für Elektro-Transporter bis 4,25 Tonnen gilt nur im gewerblichen Einsatz. In einzelnen Ländern können für die schweren Versionen zudem eigene Tempo- und Mautregeln gelten.

  • Für Käufer: Steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld F.2 mehr als 3.500 kg, reicht Klasse B nicht.

Zuladung: voll besetzt bleibt wenig für Gepäck

Bei den 3,5-Tonnern bleiben je nach Version nur rund 500 bis 640 Kilogramm Zuladung, beim VLE 400 sind es 525 Kilogramm. Mit sechs oder sieben Erwachsenen ist kaum noch Reserve für Gepäck übrig, und jedes Extra geht zusätzlich ab: Für gut ausgestattete Allrad-Fünfsitzer errechnete ein Interessent knapp 400 Kilogramm. Die 3,78-Tonner tragen 740 bis 920 Kilogramm. Wer sie wie eine Käuferin auf 3,5 Tonnen ablasten lässt, verliert diese Reserve wieder.

  • Für Käufer: Zuladung in den Papieren mit Sitzzahl und Gepäck vergleichen. Vor dem Ablasten klären, ob Mautsysteme im Ausland das anerkennen.
 

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Fahrwerk: weich abgestimmt, Frontantrieb mit Traktionsgrenzen

Die Luftfederung schluckt Schlaglöcher gut, ist aber weich: In schnellen Kurven wankt die Karosserie deutlich, über große Bodenwellen federte sie im Test bis auf die Anschläge durch. Der frontgetriebene VLE 300 stößt beim Beschleunigen aus engen Kurven schnell an die Traktionsgrenze, ein Tester empfand zudem das Bremsgefühl als teigig. Auf 22-Zoll-Rädern rollt der VLE spürbar härter und lauter ab.

Die Testwagen hatten Luftfederung und Hinterachslenkung. Seit September ist die Luftfederung bei den günstigeren Versionen nur noch Option, Erfahrungen mit dem einfacheren Komfortfahrwerk fehlen. Ob die Hinterachslenkung immer an Bord ist, geht aus den Angaben nicht eindeutig hervor.

  • Für Käufer: Nach Luftfederung und Hinterachslenkung fragen und mit der gewünschten Radgröße Probe fahren.

Bedienung: viele Bildschirme, viele Warntöne

Tester finden die Menüs logisch, brauchen aber Eingewöhnung, manchen ist es schlicht zu viel Bildschirm. Konkret stört, dass sich der Fahrer zum Zentraldisplay vorbeugen muss, Sitzheizung und Sitzlüftung im Klimamenü stecken, Apple CarPlay nur in einem kleinen Fenster läuft und die Sprachsteuerung verzögert antwortet. Die Assistenten warnen oft akustisch, ein Tester schaltete die Warntöne ab. Die teilautomatisierte Fahrfunktion MB.DRIVE ASSIST PRO war zum Marktstart nur technisch vorbereitet, einen Termin für die Freischaltung nannte Mercedes nicht.

  • Für Käufer: Klären, welche Assistenzfunktionen aktiv sind und welche erst per Update kommen sollen.

Ausstattung und Innenraum: Wichtiges kostet Aufpreis

In der Basis öffnen nur die Schiebetüren elektrisch, Heckklappe und Sitze stellt man von Hand ein. An der Wallbox lädt der VLE serienmäßig mit 11 kW, 22 kW kosten Aufpreis. Viele Extras gibt es nur in teuren Paketen, und nicht jede Sitzzahl lässt sich mit jeder Polsterung kombinieren. Die herausnehmbaren Sitze wiegen je rund 27 Kilogramm. Von den äußeren Fondplätzen sieht man schlecht hinaus, die lange Version der Mittelkonsole versperrt den Durchgang nach hinten, und vorn schränkt die breite Säule neben der Windschutzscheibe die Sicht ein.

  • Für Käufer: Seit September 2026 ist der VLE 300 rund 7.000 Euro günstiger, ab 70.735 Euro. Daran sollten sich junge Gebrauchte messen lassen.

Testvideo: Mercedes VLE

Video: ADAC auf YouTube

Ist mein Mercedes VLE von einem Rückruf betroffen?

Bisher ist zum VLE kein Rückruf bekannt (Stand: 22. Oktober 2026). Ob für Ihr Auto eine Werkstattaktion offen ist, prüft jede Mercedes-Werkstatt anhand der Fahrgestellnummer (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld E). Die überwachten Rückrufe listet außerdem das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Rückrufdatenbank.

Fazit: Was Fahrer loben und worauf Käufer achten sollten

Tester loben den VLE als sehr leise, komfortabel und geräumig, mit großer Reichweite. Schwächen sind das hohe Gewicht mit Führerscheinfrage und knapper Zuladung, das weiche Fahrwerk, die Bildschirmflut und Aufpreise für wichtige Ausstattung.

Der VLE ist ganz neu: Langzeiterfahrungen, Halterberichte und Einträge in unserer Mängeldatenbank fehlen noch. Wir ergänzen den Artikel, sobald mehr bekannt ist.

Checkliste für den Kauf:

  • Zulässiges Gesamtgewicht (Feld F.2) und eigenen Führerschein prüfen
  • Reicht die Zuladung für alle Plätze und das Gepäck?
  • Sind Luftfederung, Hinterachslenkung und 22-kW-Laden an Bord?
  • Welche Assistenzfunktionen sind wirklich aktiv?

Weitere Modelle von Mercedes

Der VLE ersetzt den Mercedes EQV und die V-Klasse, ist technisch aber eine Neuentwicklung. Als längere Luxusversion ist der VLS angekündigt, das Betriebssystem MB.OS teilt er mit dem neuen Mercedes CLA. Elektrische Konkurrenten behandeln unsere Artikel zum VW ID. Buzz und zum Kia PV5, den kleinen Elektro-Van von Mercedes der Artikel zum Mercedes EQT.

Quellen (Stand: 22. Oktober 2026): Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts, EU Safety Gate (bisher keine Meldung zum VLE) und unsere Rückruf- und Mängeldatenbank (bisher kein Eintrag). Dazu Fahrberichte und Berichte von auto motor und sport, AUTO ZEITUNG, AUTO BILD, electrive, elektroauto-news.net, mbpassion, Motor1, InsideEVs, Auto Express und electrifying.com, Angaben von Mercedes-Benz sowie Leserkommentare von Kaufinteressenten bei electrive und mbpassion aus dem Jahr 2026 (Einzelstimmen, keine Statistik).

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