Häufige Probleme am Mini Getriebe | Midland Schaltgetriebe, Sechsgangschaltung, Steptronic & DKG | Lösungen, Kosten, Tipps

Bild: Wir zeigen Ihnen die Mängel an den Getriebevarianten der Mini Fahrzeuge auf!

Bild: Tennen-GasCC BY-SA 3.0, Link

Lange Zeit vertraute Mini bei den eigenen Modellen von Mini One, Mini Cooper, Mini Clubman & Co. auf manuelle Schaltgetriebe mit fünf oder sechs Gängen.

Erst später wurden auch Varianten, wie das 6-Stufen-Automatikgetriebe Steptronic oder das Doppelkupplungsgetriebe, angeboten. Dabei waren Schwächen keine Seltenheit.

Anders als sich jedoch vermuten lässt, haben weniger die neuen Getriebevarianten für Probleme gesorgt.

Vor allem die klassischen Schaltgetriebe standen bei Mini in der Kritik. Ob unschöne Geräusche oder sogar Getriebeschäden: So mancher Autofahrer kann von seinem Leid mit dem Kleinwagen berichten.

Worauf sollten Mini-Fahrer achten? Die Redaktion von CarWiki hat sich mit den Getriebeproblemen bei Mini beschäftigt. Welche Symptome treten auf? Welche Reparaturen sind möglich und notwendig? Und was kosten Instandsetzung oder Austausch?

Im folgenden Ratgeber sind die wichtigsten und häufigsten Probleme aufgelistet.

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5-Gang-Schaltgetriebe von Midland: Aufbau, Funktion & Probleme

Bis August 2004 wurden in den Modellen des Mini One und Mini Cooper (R50) die Fünfgang-Schaltgetriebe von Midland Gears verbaut. Wer die gängigen Suchmaschinen bemüht, der wird schnell herausfinden, dass diese Getriebe mit zahlreichen Problemen auffällig wurden.

Es häuften sich die Getriebeschäden, sodass Mini im Zuge des Facelifts ein stabileres Sechsganggetriebe von Getrag verbaute. Seit 2004 nahm die Zahl der Getriebeprobleme deutlich ab.

Einziger Nachteil: Die beiden Getriebevarianten wiesen Unterschiede auf, sodass der Austausch nach einem Getriebeschaden nicht so einfach möglich ist. Wer ein Vorfacelift-Modell fährt, der muss also auch in Zukunft mit dem anfälligen Midland-Getriebe leben.

Aufbau & Wirkungsweise des Midland-Getriebes

Beim Getriebe von Midland Gears handelt es sich um ein klassisches Schaltgetriebe mit einfachem Aufbau, sprich Ein- und Ausgangswelle mit zusätzlicher Vorgelegewelle. Die Zahnräder drehen mit und werden über die Schaltmuffen mit der Welle verbunden. Synchronringe sorgen für die Anpassung der Drehzahlen.

Der Rückwärtsgang hat, wie beim klassischen Schaltgetriebe üblich, keine Synchronisierung. Hier liegt der erste Teil des Problems, denn das Einlegen des Rückwärtsgangs darf wirklich nur bei stehendem Fahrzeug erfolgen.

Wer den Schalthebel bei rollendem Auto bedient, der riskiert Beschädigungen, die langfristig zum Getriebeschaden führen können. Andere Getriebe sind hier standfester.

Als Grund für die meisten Getriebeschäden ist jedoch das schwach ausgelegte Hauptlager auf der Kupplungsseite bekannt. Wo liegt das Problem? Die Führung der Welle in der Kupplungsglocke ist nicht ausreichend. Da die Kupplungsscheiben niemals exakt aufeinander greifen, entsteht eine Radialkraft an der Welle.

Aufgrund der mangelhaften Führung wirkt die Welle, die weit in das Getriebe reicht, wie ein Hebelarm. Dadurch entstehen Kräfte, für die das Getriebelager nicht ausgelegt ist. Es kommt mit steigender Laufleistung zu einer hohen Anzahl an Ermüdungsschäden, die überwiegend im Getriebeschaden enden.

Klassische Probleme mit dem Midland-Schalter

In den meisten Fällen äußern sich die drohenden Getriebeschäden durch ungewöhnliche Geräusche. Fahrzeugbesitzer berichten von einem Schleifen, Surren und Brummen oder sogar Schlägen. In den nachstehenden YouTube-Videos sind typische Geräusche zu hören.

Das ausgeschlagene Lager verhindert die perfekte Führung der Zahnräder, was zum erhöhten Verschleiß und sogar zu Brüchen der Zähne kommt.

Möglich ist in der Folge auch, dass der Gangwechsel nur mühsam und mit krachenden Geräuschen möglich ist. Wenn der Getriebeschaden eintritt, dann lassen sich die Gänge nicht mehr einlegen.

Ungefähre Kosten für Reparatur & Getriebewechsel

Vorweg: Eine Reparatur der Getriebeprobleme ist selten, denn oft sind die Schäden so groß, dass eine Instandsetzung keinen Sinn ergibt. Insbesondere die Arbeitszeit ist teuer, denn die erforderlichen Arbeiten sind umfangreich. Im Vorteil ist, wer selbst Hand anlegen kann.

Ein notwendiger Getriebewechsel endet beim Mini der ersten Generation größtenteils mit einem wirtschaftlichen Totalschaden. Der Austausch gegen ein neues Getriebe beim BMW-Händler kostet in der Regel mehrere tausend Euro.

Es gibt jedoch freie Werkstätten und Spezialisten, die den Austausch gegen ein überholtes Getriebe zum günstigeren Preis anbieten. Hierfür sind oftmals Kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro fällig. Ob der Eingriff aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist, ist je nach Fahrzeug zu entscheiden.

Fazit zum 5-Gang-Schaltgetriebe von Midland

Das Fünf-Gang-Schaltgetriebe von Midland Gears ist für die zahlreichen Probleme und Getriebeschäden bekannt. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Mini-Besitzer, der ein entsprechendes Getriebe verbaut hat, um sein Fahrzeug fürchten muss.

Allerdings sollten die klassischen Symptome im Auge (oder besser im Gehör) behalten werden. Wenn die ersten Probleme auftreten, dann ist auch schon die Suche nach Alternativen zu beginnen. Beim Gebrauchtwagenkauf gilt: Lieber ein Modell ab 2005 kaufen, bei dem bereits das standfeste Getrag-Getriebe zum Einsatz kommt.

Sechsgang-Schaltgetriebe: Aufbau, Funktion & Probleme

Die erste Generation des Mini wurde mit einem manuellen 5-Gang-Schaltgetriebe von Midland Gears ausgestattet, das zahlreiche Probleme bereitete (siehe oben). In der Folge kam nach dem Facelift eine Sechsgangschaltung zum Einsatz, die deutlich standfester war, sodass Getriebeschäden zur Seltenheit gehörten.

Auch die zweite Generation vertraute auf ein manuelles Schaltgetriebe mit sechs Gängen, allerdings klagen nicht wenige Fahrzeugbesitzer über diverse Probleme beim Gangwechsel – und das schon kurz nach dem Kauf.

Die gute Nachricht: Die Schwächen sind ohne Folgen, was allerdings auch dazu führt, dass eine Reparatur seitens BMW nicht auf Garantie/Kulanz durchgeführt wird.

Aufbau & Wirkungsweise der 6-Gang-Schaltung

Bei der Sechsgangschaltung, die im Mini verbaut wird, kommt die klassische Technik eines Schaltmuffengetriebes zum Einsatz. Die Zahnräder laufen dauerhaft auf der Welle mit und die Anpassung der Drehzahlen erfolgt mithilfe von Synchronringen. Dies geschieht über die Reibung, die beim Druck auf den zwischen Muffe und Zahnrad liegenden Synchronring entsteht.

Allerdings, so lässt sich im Netz herausfinden, sind die Beschichtungen der Synchronringe fehlerhaft. Dadurch ist möglich, dass es der Synchronring je nach Drehzahl von Zahnrad und Welle nicht schafft, den Ausgleich herzustellen. Dadurch wird der Schaltvorgang nicht so sanft und geräuschlos, wie er eigentlich sein sollte.

Klassische Probleme mit dem Schaltgetriebe

Zu den typischen Problemen, die Fahrzeugbesitzer kritisieren, gehören kratzende Geräusche beim Schaltwechsel, möglicherweise sogar ein lautes „Krachen“ beim Einlegen der Gänge. Die Schaltung lässt sich nicht so einfach bedienen, wie es ohne vorliegendes Problem der Fall wäre.

Meist berichten Autofahrer davon, dass Sie einen „Widerstand überwinden“ müssen, um den gewünschten Gang einlegen zu können. Allerdings, so erzählen viele Betroffene, treten die Probleme nicht bei jedem Gangwechsel auf.

Eine besondere Häufigkeit der Symptome lässt sich beim Einlegen des zweiten und dritten Gangs feststellen, bei höheren Gängen kommt die Problematik selten vor. Das hat vor allem mit den Drehzahlen zu tun, denn die Unterschiede sind nicht mehr so groß. Der Synchronring schafft es also, den Ausgleich herzustellen.

Möglich, aber nicht notwendig: Kosten für eine Reparatur

Das Problem mit den Synchronringen ist ärgerlich, hat vor allem bei schwacher Ausprägung der genannten Symptome allerdings nur selten eine Folge. Der Synchronring stellt eine leichte Anpassung der Drehzahlen sicher, schafft es allerdings nicht, die Drehzahlen exakt anzugleichen. Dadurch kommt es zu den genannten Geräuschen.

Mit einem Austausch der Synchronringe ließe sich die Schwäche beheben, allerdings ist der Eingriff mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Das Getriebe muss ausgebaut und demontiert werden, was Kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro verursacht.

Sollten die Zahnräder nicht bei jedem Gangwechsel ein Krachen in voller Lautstärke verursachen, ist ein Wechsel der Synchronringe nicht erforderlich.

Glücklich ist, wer nach dem Fahrzeugkauf nicht locker ließ und auf einer Prüfung beharrte. Oft wurden Kunden von den zuständigen BMW-Werkstätten beruhigt und das Problem als „normal“ bewertet.

Einige Fahrzeugbesitzer, mit denen wir im Zuge unserer Recherche gesprochen haben, kämpften so lange, bis das Getriebe tatsächlich gewechselt wurde.

Betroffen waren vorrangig die ersten Modelle der zweiten Generation, also Fahrzeuge ab 2006. Mittlerweile sollten Hersteller und Zulieferer das Problem in den Griff bekommen haben, sodass die aktuellen Neuwagen fehlerfrei sind.

Auch ein Antrag auf Kulanz scheint aussichtslos.

Fazit zum manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe

Das manuelle 6-Gang-Schaltgetriebe ist solide und bereitet den meisten Besitzern keine Probleme. Betroffen sind vordergründig die ersten Modelle ab 2006, die mittlerweile ohnehin ein gesundes Alter mit entsprechender Laufleistung erreicht haben sollten.

Wenn es noch keinen Getriebeschaden gab, dann wird es auch in den kommenden Jahren vermutlich nicht mehr dazu kommen.

Entsprechend brauchen Fahrzeugbesitzer auch beim Gebrauchtwagenkauf keine Sorgen zu haben. Dennoch gilt es, die Schwäche zu kennen und zu beachten. Wenn die Symptome nicht schon nach dem Fahrzeugkauf auftraten, liegt den Geräuschen möglicherweise ein anderes Problem zugrunde.

Vielleicht greift die Kupplung nicht mehr richtig, sodass ein Austausch notwendig ist. Hier kann die Werkstatt weiterhelfen.

Probleme mit der Steptronic-Automatik & dem Doppelkupplungsgetriebe (DKG) bei Mini

Unsere Recherche zu den Getriebeproblemen bei Mini offenbarte weitere Schwächen, die wir im folgenden Absatz kurz erwähnen möchten. Im Juli 2002 leitete Mini einen Rückruf ein, weil bei Modellen mit Produktion zwischen Mai 2001 und Mai 2002 ein Problem mit der seilzugbetätigten Schaltung vorlag.

Aufgrund eines defekten Sicherungsclips, der kostenlos ausgetauscht wurde, konnte die Schaltung ausfallen.

Natürlich haben wir im Zuge unserer Recherche auch die Steptronic-Automatik und das Doppelkupplungsgetriebe unter die Lupe genommen. In beiden Fällen konnten wir keine gehäuften Schwächen feststellen. Viele Autobesitzer, mit denen wir gesprochen haben, sind bislang zufrieden. Das heißt natürlich nicht, dass es keinerlei Schwachstellen gibt.

Nur vereinzelt wurden Getriebeschäden vermeldet, was jedoch bei Einzelfällen blieb. Wie bei allen Herstellern kommt es hauptsächlich beim Doppelkupplungsgetriebe, kurz DKG, gelegentlich zu unsanften Schaltvorgängen.

Wenn sich die Probleme verstärken, kann ein Ölwechsel samt Getriebespülung helfen. Anschließend ist darauf zu achten, dass das richtige Getriebeöl in ausreichender Menge eingefüllt wird.

Dann sollte dem langen Leben des DKG (bisher) nichts im Wege stehen.

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Zusätzliche CarWiki Ratgeber zu MINI-Modellen

 

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