Bekannte Probleme des Honda Jazz (I, II, III, IV) | Klassische Schwachstellen & häufige Krankheiten | Motoren, Getriebe, Klimaanlagen & Bremsen

Wir zeigen die häufigsten Mängel & Schwachstellen am Honda Jazz auf! Bild: Calreyn88CC BY-SA 4.0, Link

Der Honda Jazz gehört hierzulande zu den beliebten Kleinwagen, insbesondere im Stadtverkehr. Das Fahrzeug wird mittlerweile in der vierten Generation angeboten und macht vor technischen Entwicklungen keinen Halt, egal ob CVT-Getriebe oder Hybridantrieb.

Allerdings funktioniert die Technik nicht immer reibungslos. In rund 20 Jahren fiel der Honda Jazz mit verschiedenen Problemen, Schwachstellen und Mängeln auf. Auch Rückrufaktionen waren keine Seltenheit.

Das Team von CarWiki.de hat sich daher mit den typischen Schwächen des Honda Jazz beschäftigt. Die Ergebnisse finden Sie im folgenden Ratgeber.

Übrigens: Schon von 1983 bis 1986 tauchte der Honda Jazz in Europa auf. Eigentlich als “Honda City” eingeführt, musste der Kleinwagen hierzulande eine andere Bezeichnung tragen, denn Opel klagte aufgrund einer Markenrechtsverletzung (wegen Kadett City). Nachdem das Modell für mehrere Jahre verschwunden war, legte der japanische Autohersteller im Herbst 2001 mit der heutigen Form des Honda Jazz nach.

Vielleicht können Sie mit eigenen Erfahrungen zum Honda Jazz beitragen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende des Ratgebers, um von persönlichen Erlebnissen mit dem japanischen Kleinwagen zu berichten. Damit helfen Sie den anderen Leser*innen von CarWiki.de weiter.

Honda Jazz IV Typ GR (seit 2020)

Der Honda Jazz der Baureihe GR wird erst seit Mitte 2020 in Deutschland verkauft. Während im asiatischen Raum weiterhin auch Verbrenner angeboten werden, ist hierzulande ausschließlich der Honda Jazz e:HEV als Hybridmodell verfügbar.

Bisher konnten wir weder Feedback der ersten Autobesitzer, noch Rückrufaktionen finden. Selbstverständlich fehlt auch den Prüforganisationen noch die Erfahrung mit dem japanischen Kleinwagen. Wir bleiben dran und ergänzen den Ratgeber, sobald weitere Informationen über Probleme, Schwachstellen und Mängel vorliegen.

Videotest des Honda Jazz GR

Honda Jazz III Typ GK (2015 – 2020)

Bild: Jakub “Flyz1” MaciejewskiCC BY-SA 4.0, Link

Die dritte Modellreihe des Honda Jazz kam 2015 in Europa auf den Markt, nachdem das Fahrzeug in Asien bereits zwei Jahre zuvor als “Honda Fit” seine Premiere feierte. Anfangs stand lediglich der 1,3-Liter VTEC-Ottomotor mit 102 PS zur Auswahl. Als Getriebe gab es wahlweise das manuelle Schaltgetriebe oder die CVT-Automatik.

Erst mit der Modellpflege im Jahr 2017 (Auslieferung ab 2018) wurde das Motorenangebot um den 1,5-Liter-VTEC-Benziner ergänzt. Zudem gab es einige Veränderungen an der Stoßstange sowie zusätzliche Lackierungen. Eine Hybridvariante, die in Asien zu kaufen war, gab es in Deutschland nicht.

Solide Motorenbasis ohne (große) weitere Probleme

Wie schon sein Vorgänger erlaubt sich auch der dritte Honda Jazz (Typ GK) keine großen Schwächen. Viele Besitzer, mit denen wir im Zuge unserer Recherche gesprochen haben, sind mit dem japanischen Kleinwagen bisher sehr zufrieden.

Die Mehrheit unserer Befragten fährt mit dem 1,3-Liter-Sauger, der bis zum Facelift die einzig verfügbare Motorisierung war (hervorragender Verbrauch).

Seit 2017 steht mit dem 1,5-Liter-VTEC-Ottomotor auch ein Direkteinspritzer zur Auswahl. Hierbei kann es ja nach Fahrverhalten zu verstärkten Verschmutzungen und Ablagerungen im Brennraum und dem Ansaugtrakt kommen. Das führt mitunter zu defekten Zündkerzen, wie uns berichtet wurde.

Ansonsten scheinen auch die Probleme mit der Klimaanlage nicht gelöst zu sein, denn auch in der dritten Generation berichten einige Autofahrer von Störungen. Bei der Hauptuntersuchung hinterlässt der Honda Jazz hingegen ein gutes Bild. Bis auf die Lenkgelenke und den Zustand der Bremse wird nur selten etwas bemängelt.

Die hinteren Bremsen rosten gerne fest und das Abblendlicht hat seine Schwächen. Beide Probleme lassen sich unkompliziert und in der Werkstatt verhältnismäßig kostengünstig lösen.

Rückrufe: Probleme mit der Sicherheit

Die frühen Modelle des dritten Honda Jazz sind unter Umständen von den Airbag-Problemen des Zuliefers Takata betroffen. Zwar wurden die betroffenen “Airbag-Inflatoren” im Zuge früherer Aktionen schon einmal gegen bessere Versionen ausgetauscht, doch schlussendlich entschied sich Honda dazu, den Zulieferer zu wechseln.

Daher müssen einige Fahrzeuge abermals in die Werkstätten.

Fahrzeuge, die im August 2019 gebaut wurden, mussten zum Fachhändler, weil  der hintere mittlere Gurtbandsensor fehlerhaft war. Es war nicht auszuschließen, dass der Sensor im Falle eines Unfalls ausfällt, sodass keine ordnungsgemäße Rückhaltewirkung erzielt wurde. Daher wurde der Gurtbandsensor bei einer rund zweistündigen Reparatur gewechselt.

Video: Mängel & Kaufberatung zum Honda Jazz GK

Honda Jazz II Typ GE (2008 – 2015)

Bild: M 93, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die zweite Modellreihe des Honda Jazz folgte im November 2008. Im Vergleich zum Vorgänger gab es nur wenige Änderungen, vordergründig optisch ist die Verbindung nicht zu übersehen.

An den Motoren änderte sich nichts, allerdings war die Leistung mit bis zu 100 PS etwas höher.

Eine Modellpflege im April 2011 brachte nicht nur optische Anpassungen. Erstmals stand auch ein Hybridmodell mit zusätzlichem Elektromotor zur Auswahl.

Zudem gehörte das CVT-Automatikgetriebe beim größeren Benziner künftig zur Standardausstattung.

Wenig Schwächen, kaum Probleme

Unsere Recherche zum zweiten Honda Jazz der Baureihe GE hat uns überrascht, denn offensichtlich weist der japanische Kleinwagen nur wenige Schwachstellen auf. Die Motoren laufen ohne Probleme, selbst die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem CVT-Getriebe hat Honda weitestgehend in den Griff bekommen.

Klimaanlage als Schwachstelle?

Die Klimaanlage bei Honda gilt gemeinhin als Schwachstelle, was sich auch beim Jazz widerspiegelt. Wir hörten von mehreren Besitzern, bei denen das System keine ausreichende Kühlung mehr erzielt. Die Gründe dafür können allerdings vielseitig sein und lassen sich daher nicht auf eine Ursache beschränken.

Neben einem Magnetschalter am Klimakompressor, der häufiger den Dienst quittiert, bereitet auch ein Relais gelegentlich Probleme. Im schlimmsten Fall verabschiedet sich der Klimakompressor, was teure Reparaturen zur Folge hat.

Pannenschwerpunkte: Batterie & Zündkerzen

In der ADAC-Pannenstatistik liegt der Honda Jazz auf guten Positionen, wobei die jüngeren Modelle mehr Schwächen aufzeigen als die älteren Fahrzeuge. Das liegt vordergründig an den Zündkerzen, die bei Autos mit Baujahr 2010 oder 2011 häufiger kaputtgehen. Aber auch die Batterie gilt beim Honda Jazz aus den Jahren 2011 bis 2013 als Schwachstelle.

Bei der Hauptuntersuchung hinterlässt der kleine Japaner einen guten Eindruck. Beim Fahrwerk gibt es nichts zu bemängeln, weder an den Stoßdämpfern noch an Lenkung oder Antriebswellen. Die Beleuchtung fällt hier und da mal aus, was sich aber leicht und kostengünstig beheben lässt.

Die größte Kritik erntet der Honda Jazz wie auch sein Vorgänger bei der Bremse. Hier liegt die Mängelquote über dem Durchschnitt. Zu den Gründen zählen verschlissene Bremsscheiben, rostige Bremsleitungen oder mangelhafte Bremswirkungen.

Wichtig zu wissen: Die meisten Probleme treten nach fünf Jahren auf.

Rückrufe: Der Airbag im Fokus

Die Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes spuckt viele Rückrufaktionen aus, die den Airbag betreffen. Hierfür war vorwiegend Zulieferer Takata verantwortlich. Es war beispielsweise nicht auszuschließen, dass im Falle eines Unfalls ein Überdruck im Zünder der Airbagsysteme herrschte, der zum Lösen kleiner Metallteile führte.

Aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr für Insassen mussten die Teile ausgetauscht werden.

Aber auch ein Beifahrerairbag, der sich nicht ordnungsgemäß entfaltete, verursachte einen Rückruf. Weiterhin kam es zum Eingriff des Herstellers, weil ein Sicherungsstift am Bremspedalbolzen fehlte und ein Softwarefehler im Getriebesteuergerät vorlag.

Ebenso mussten Fahrzeugbesitzer in die Werkstätten, weil ein plötzlicher Reifenschaden auftreten konnte. Fehlerhafte Bolzen an den Sicherheitsgurten und den Seitenairbags runden die Liste der Rückrufaktionen ab.

 

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Honda Jazz I Typ GD (2002 – 2008)

Bild: Wilzz99CC BY-SA 4.0, Link

Die erste Generation des heutigen Honda Jazz wurde 2002 in Europa eingeführt. In Asien und Amerika wurde der Kleinwagen als “Honda Fit” bezeichnet.

Die fünftürige Steilhecklimousine war mit zwei unterschiedlichen Motorisierungen verfügbar, einem Reihenvierzylinder-Benziner mit 1,2-Liter bzw. 1,3-Liter (1.4) und bis zu 83 PS. Eine Modellpflege wurde im Herbst 2005 umgesetzt.

Standfeste Benziner mit Abzügen

Die Benzinmotoren im Honda Jazz gelten als standfest und weisen keine größeren Schwachstellen auf. Allerdings haben wir in Gesprächen mit Honda-Fahrern von kleineren Problemen gehört. Dazu gehört beispielsweise das Abgasrückführungsventil, kurz AGR-Ventil, das im Laufe der Jahre verschmutzt und dadurch nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Wenn das Ventil in der geöffneten Stellung hängenbleibt, gelangen zu viele Abgase in den Ansaugtrakt, was die Verbrennung negativ beeinflusst. Autofahrer bekommen dieses Problem durch einen unruhigen Motorlauf zu spüren. Nicht selten kommt es zum starken Ruckeln. Denkbar ist auch, dass der Motor im Leerlauf abstirbt.

Wenn das Problem nicht zügig behoben wird, drohen Folgeschäden. Dabei stehen vorrangig die Zündkerzen im Fokus. Infolge der schlechten Verbrennung kommt es zu Ablagerungen und Verschmutzungen, die früher oder später zum Ausfall der Zündkerzen führen. Allein deshalb ist es wichtig, das AGR-Ventil regelmäßig überprüfen und falls notwendig säubern zu lassen.

CVT-Automatik als Schwachstelle

Der Honda Jazz war nicht nur als Schalter, sondern auch mit automatischem CVT-Getriebe erhältlich. Diese Technik ist hierzulande eher ungewohnt und lässt sich nur schwer mit dem klassischen Schaltgetriebe vergleichen. Honda-Fahrer stören sich an dem ungewöhnlichen, meist lauten Fahrgeräusch. Eine Probefahrt ist daher unbedingt vorzunehmen.

Doch das ist nicht die einzige Schwäche des Automatikgetriebes. Bei der Herstellung hat Honda tatsächlich das falsche Getriebeöl verwendet, was die Funktion im Laufe der Zeit beeinträchtigt. Es kam zum unschönen Ruckeln, vorwiegend beim Anfahren.

Die Werkstätten haben das Öl auf Kulanz gewechselt, in einigen Fällen wurde sogar das Getriebe getauscht. Mittlerweile sollten die Probleme bei betroffenen Fahrzeugen behoben sein.

Allerdings scheinen auch die Schaltgetriebe nicht fehlerfrei. Mit steigender Laufleistung kommt es zu Problemen am Getriebelager. Dann kommt es zu starken Vibrationen und entsprechenden Geräuschen.

Pannenstatistik: Keine Auffälligkeiten

Ein Blick in die Pannenstatistik vom ADAC offenbart keine besonderen Auffälligkeiten. Der Honda Jazz zeigt sich solide und hinterlässt einen guten Eindruck. Nur die Batterie macht bei allen Baujahren gelegentlich schlapp, was hauptsächlich im Winter zum Problem wird. Zudem bleiben die Scheinwerfer bei Fahrzeugen bis 2006 oft dunkel.

Rostbefall ist beim japanischen Kleinwagen nicht untypisch, allerdings beschränkt sich die Korrosion auf Türkanten, Schweller und Heckklappe. Feuchtigkeit ist allerdings auch im Innenraum ein Problem, denn aufgrund poröser Dichtungen kommt es im Bereich der Türen nicht selten zum Wassereintritt.

Bei der Hauptuntersuchung steht primär die Bremsanlage im Fokus, die mit rostigen Bremsleitungen und einem hohen Verschleiß an den Bremsscheiben auffällig wird. Die mangelhafte Funktion der Fußbremse kostet dem Honda Jazz nicht selten die TÜV-Plakette.

Rückrufe: Handbremse, Abblendlicht & mehr

Der erste Honda Jazz blieb von Rückrufen nicht verschont. So kam es beispielsweise zur Oxidation an einem Kupfer-Steckverbinder, die zu einer Erhöhung des elektrischen Widerstands führte. In der Folge trat aufgrund der erhöhten Wärmeentwicklung ein Defekt auf, der für einen Ausfall des Abblendlichts sorgte.

Ein weiterer Fehler trat am Handbremshebel auf. Weil nicht auszuschließen war, dass die Bremse nicht richtig einrastet oder sich möglicherweise löst, musste ein Bauteil ausgetauscht werden. Die Reparatur dauerte in den meisten Fällen nur 30 Minuten, allerdings waren deutschlandweit knapp 20.000 Fahrzeuge betroffen.

Auch der Airbag verursachte mehrere Rückrufe. Zum einen wurde eine fehlerhafte Treibladung des Gasgenerators verbaut, die zu Auslöseproblemen des Beifahrerairbags führte. Zum anderen konnten sich beim Entfalten des Airbags auch Metallsplitter lösen, was die Verletzungsgefahr für Insassen immens erhöhte.

Videocheck: Der Honda Jazz GD

Zusammenfassung der Probleme am Honda Jazz

  • Verkokungen und Ablagerungen in einigen Motoren (auch AGR Ventile)
  • Mängel an der Beleuchtung
  • Probleme mit der Klimaanlage (Klimakompressoren)
  • Airbags (gerade ältere Modelle des Zulieferers Takata)
  • schwache Batterien (2010-2013)
  • Rost an den hinteren Bremsen & Bremsleitungen

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Ergänzende CarWiki Ratgeber zum Honda Jazz

 

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