Bekannte Probleme & Fehler des Hyundai IONIQ | 12V-Batterie, Verriegelung der Ladebuchse & mehr | inklusive Rückrufe & Lösungen

Bild: Bull-DoserLink

Mit dem Hyundai IONIQ setzte der südkoreanische Automobilhersteller im Jahr 2016 den Grundstein für die Zukunft. Die Kombilimousine ist ausschließlich als Hybrid- oder Elektrovariante erhältlich.

Der Name „IONIQ“ setzt sich aus den Begriffen „Ion“ (für die Elektrifizierung) und „IQ“ als Abkürzung für „Unique“ (deutsch: einzigartig) zusammen.

In Zukunft nutzt Hyundai die Markenbezeichnung für alle Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb.

Doch die neue Technik hat ihre Tücken. Hyundai musste zunächst Erfahrungen mit der Elektrifizierung sammeln, was das Risiko für diverse Kinderkrankheiten deutlich erhöht.

Und tatsächlich berichten die Autobesitzer von unterschiedlichen Problemen, die sie mit dem Hyundai IONIQ (hier finden Sie alle technischen Daten) haben.

Ob es sich dabei vornehmlich um Kleinigkeiten handelt oder größere Schwierigkeiten vorliegen, wollte CarWiki.de genau wissen.

Unser Team hat recherchiert, um die klassischen Schwachstellen des Hyundai IONIQ aufzuspüren. Wir haben mit den ersten Besitzern (nach der Inspektion) gesprochen und Pannendienste befragt, um Rückmeldung über die Fehler und Probleme der elektrischen Kombilimousine zu erhalten. Außerdem haben wir die Rückrufaktionen der letzten Jahre untersucht.

Der nachfolgende Ratgeber wird in regelmäßigen Abständen ergänzt, damit Autobesitzer wissen, worauf sie sich in Zukunft einlassen und welche typischen Schwächen unbedingt im Auge zu behalten sind.

Probleme mit dem Hyundai IONIQ (seit 2016)

Der Hyundai IONIQ wird seit Oktober 2016 verkauft, anfangs jedoch nur als reine Hybrid-Variante. Das Elektroauto kam einen Monat später, der Plug-in-Hybrid sogar erst im Juli 2017.

Die Hybrid-Modelle bieten eine Kombination aus Reihenvierzylinder-Ottomotor und Elektromotor, wobei die Kraftübertragung per 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe erfolgt. Die reinen Elektrofahrzeuge arbeiten mit einem permanenterregten Synchronmotor.

In Deutschland stehen drei Ausstattungsvarianten (Trend, Style und Premium) zur Auswahl. Mitte 2019 präsentierte Hyundai eine Modellpflege für den IONIQ, die hauptsächlich technische Änderungen brachte.

Das Cockpit wurde modernisiert, unter anderem mit einem großen Infodisplay. Zudem wurde bei den Hybrid-Modellen eine Rekuperationsbremse eingeführt. Beim Elektroauto wurde die Akkukapazität erhöht, was sich in einer gesteigerten Reichweite widerspiegelt.

Keine Erfahrung bei TÜV & Pannendienst

Der Marktstart des Hyundai IONIQ verlief in Deutschland nur schleppend. In den ersten fünf Jahren wurden weniger als 18.000 Fahrzeuge verkauft. Das führt dazu, dass den Prüforganisationen und Pannendiensten die Erfahrung mit dem elektrifizierten Auto fehlt.

Weder im TÜV-Report noch der Pannenstatistik ist der Hyundai IONIQ nicht erfasst.

Unsere Recherchen und die Gespräche mit langjährigen Autobesitzern lassen hoffen, denn die erste Hauptuntersuchung wurde bisher nie zum Problem. Nur Kleinigkeiten, wie verstellte Scheinwerfer oder leichter Rost an den Bremsscheiben, gehören mitunter dazu.

Sorgen um den Erhalt der begehrten Plakette sollten sich IONIQ-Fahrer in den ersten Jahren allerdings nicht machen.

Schwachstelle: 12-Volt-Batterie?

Der Hyundai IONIQ besitzt nicht nur die großen Hochvoltbatterien, sondern auch eine kleinere Hilfsbatterie mit einer Spannung von 12 Volt. Doch genau dieser Energiespeicher, der unter anderem für das Starten des Autos notwendig ist, sorgte in der Vergangenheit verstärkt für Probleme.

Meist war die Batterie am Morgen entladen, wenn das Fahrzeug über Nacht am Ladekabel hing.

Die genaue Ursache lässt sich nicht klären, möglicherweise gibt es versteckte Verbraucher, etwa das Lademanagement, fehlerhafte Türkontakte oder das Infotainmentsystem. Wichtig ist es, den Batterieschutz zu aktivieren, wobei auch diese Funktion nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Schenkt man den Aussagen in diversen Foren Glauben, dann gibt es mittlerweile auch Software- und Hardware-Updates, die das Problem lösen sollen. Eine Nachfrage bei der zuständigen Werkstatt ist nie verkehrt.

Ladebuchsen-Verriegelung oft defekt

Bei den Fahrzeugen bis zur Modellpflege ist ein Problem mit der Ladebuchsen-Verriegelung bekannt, die sich verklemmt und nicht mehr verriegelt. Dann lässt sich der Hyundai IONIQ nicht mehr laden. Die Ursache liegt überwiegend am kleinen Stellmotor, der die Mechanik steuert.

Der Fehler ist bei Hyundai bekannt und der Austausch ist in den meisten Fällen keine Schwierigkeit.

Problematisch wird es für die Fahrer eines Elektro-IONIQ immer dann, wenn sich das Auto aufgrund dieser Problematik nicht mehr laden lässt und der Akkustand für den Weg in die Werkstatt nicht mehr ausreicht. Neben der Idee einiger Autofahrer, bewusst liegenzubleiben und die Hyundai Mobilitätsgarantie in Anspruch zu nehmen, sollten zunächst weitere Optionen geprüft werden.

Wir konnten zwei mögliche Lösungen für das Problem finden: Manchmal hilft es, etwas an der Notentriegelung zu ziehen, um den Mechanismus wieder in Gang zu bekommen. Bei einer anderen Variante sollten Autofahrer von innen aus dem Radkasten an den Ladeanschluss greifen und dort etwas Klopfen oder Wackeln.

Weitere Einzelfälle als Kritik

Neben den Problemen, die häufiger auftreten und als bekannte Schwachstelle zählen, gibt es weitere Kritik der Fahrzeugbesitzer. Hierbei handelt es sich jedoch um Einzelfälle, die nicht in übermäßiger Anzahl feststellbar waren.

Dazu gehören diverse Lackfehler, Fehlermeldungen und Schwierigkeiten mit dem Hybridsystem sowie quietschende Türdichtungen.

Auch die Bremsen werden mehrfach bemängelt, den insbesondere die hinteren Bremsscheiben sind von Flugrost betroffen, was zu störenden Schleifgeräuschen führt. Hierbei handelt es sich um ein typisches Problem bei Elektroautos, die per Rekuperation bremsen. Die gelegentliche Nutzung der Bremsen, zum Beispiel durch kräftige Bremsungen, ist empfehlenswert.

Rückrufe: Nicht nur die Elektrik…

Der Hyundai IONIQ zeigt beim Blick in die vergangenen Rückrufaktionen noch weitere Schwächen. Allerdings handelt es sich dabei nicht ausschließlich um Probleme, die Bezug zur Elektrotechnik des Fahrzeugs haben.

Dennoch konnte es bei einigen Fahrzeugen mit Hochvoltbatterie zu internen Fehlfunktionen kommen, die einen elektrischen Kurzschluss verursachten. Betroffene Autobesitzer mussten in die Werkstätten, wo zunächst der maximale Ladezustand auf 90 Prozent begrenzt wurde, bis ein Austausch der Batterie möglich war.

Ein weiterer Rückruf umfasste eine fehlerhafte Steckverbindung, die zum Ausfall der Lenkkraftunterstützung führen konnte. Radmuttern, die nicht mit dem richtigen Drehmoment festgezogen waren und sich deshalb lösen konnten, zwangen Autobesitzer mit einem Hyundai IONIQ aus dem Baujahr 2019 in die Werkstätten.

Ein Hauptrelais, das nicht richtig befestigt war, hatte möglicherweise eine Überhitzung zur Folge. Dadurch war ein Fahrzeugbrand nicht auszuschließen, sodass eine Prüfung und gegebenenfalls ein Austausch des Hauptrelais‘ notwendig war. Weiterhin sorgte die unzureichende Abdichtung eines Steuergerätes, in das Kühlwasser eindringen konnte, für den Ausfall des Motors.

Apropos Undichtigkeit: Auch innerhalb der hydraulischen Kupplungsbetätigung traten Undichtigkeiten auf, in deren Folge es zu einem Kurzschluss und einem Fahrzeugbrand kommen konnte. Das betroffene Bauteil wurde in den Werkstätten kontrolliert und im Anschluss repariert oder ausgetauscht.

Im Fokus: Schwächen des Hyundai IONIQ

  • entladene 12-Volt-Batterie
  • Problem mit der Ladebuchsen-Verriegelung
  • Rost an den Bremsscheiben
  • verstellte Scheinwerfer

Fazit: Bisher nur wenige Mängel erkennbar

Das Team von CarWiki.de hat lange gesucht, um häufige Probleme des Hyundai IONIQ zu finden. Das liegt zum einen daran, dass sich die elektrische Kombilimousine fast keine Schwächen erlaubt, zum anderen aber auch an den geringen Zulassungszahlen. Die Rückmeldungen, die wir von Autobesitzern erhalten haben, waren im Vergleich zu anderen Modellen sehr schwach.

Zu den häufigsten Problemen gehören die entladene 12-Volt-Batterie sowie die verklemmte Verriegelung der Ladebuchse. Weitere Kleinigkeiten traten nicht in übermäßiger Häufigkeit auf, was mit einer steigenden Anzahl an Fahrzeugen möglicherweise anders wäre. Dennoch sind wir sicher, dass der Hyundai IONIQ bislang zu den soliden Elektroautos auf dem deutschen Markt gehört.

Der Hyundai IONIQ elektrisiert Sie? Prima, dann erzählen Sie uns gerne davon. Die Leser*innen von CarWiki.de freuen sich über persönliche Erfahrungsberichte, die Sie in den Kommentaren teilen können. Dankeschön!

CarWiki Autor: Sönke

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