Probleme mit dem Alfa Romeo MiTo | Bremsenverschleiß, Ölverlust, defekte Gelenke & Co. | inklusive Rückrufe


Bild: Corvettec6rLink

Von 2008 bis 2018 zählte der Alfa Romeo MiTo zu den beliebten Kleinwagen in Deutschland. Der dreitürige Hatchback, also ein Fahrzeugmodell mit Schrägheck, fiel insbesondere mit seinem ungewöhnlichen Design auf.

Allerdings sorgte der Italiener auch mit diversen Schwächen und Problemen für Aufsehen. Daher haben wir die häufigsten Mängel des Alfa Romeo MiTo im folgenden Ratgeber zusammengefasst.

Seinen Namen hat der MiTo aus der Kombination zweier Städte, nämlich Mailand (Mi für Milano; ursprünglicher Alfa-Sitz) und Turin (To für Torina; Sitz von Fiat & Produktionsort).

Gleichzeitig bedeutet Mito im Italienischen „Mythos“. Die Idee dazu entstand durch einen Internet-Wettbewerb, genauer gesagt durch die Deutsche Marion Trump, die als Belohnung einen Alfa Romeo Spider bekam.

Der Alfa Romeo MiTo wird zwar nicht mehr verkauft, allerdings ist er nicht von den deutschen Straßen verschwunden. Als Kleinwagen ist der Italiener noch immer begehrt. Wir sind bemüht, alle Schwachstellen und Probleme zusammenzufassen. Können Sie uns dabei unterstützen? Dann freuen wir uns, wenn Sie am Ende des Ratgebers einen Beitrag mit Ihren Erfahrungen hinterlassen.

Probleme mit dem Alfa Romeo MiTo Typ ZAR955 (2008 bis 1018)

Der Alfa Romeo MiTo (intern Typ ZAR955) wurde im Frühjahr 2008 vorgestellt und kam im selben Jahr in den Handel. In den Jahren 2013 und 2016 setzte Alfa Romeo jeweils eine kleine Modellpflege um, ehe die Produktion des Kleinwagens im Jahr 2018 ohne direkten Nachfolger eingestellt wurde.

Als Antrieb dienten ja nach Modelljahr verschiedene Benzin- und Dieselmotoren. Bei den ersten Fahrzeugen war ausschließlich ein manuelles Sechsgang-Getriebe erhältlich, erst später folgten auch ein Schaltgetriebe mit fünf Gängen und ein Doppelkupplungsgetriebe (die technischen Daten finden Sie hier).

Im Jahr 2009 wurden besonders viele Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, nämlich mehr als 40 Prozent aller verkauften Autos. Dieser Effekt ist primär der Umweltprämie (bzw. Abwrackprämie) zu verdanken, die 2009 für eine steigende Nachfrage sorgte. In den Folgejahren wurden immer weniger Fahrzeug verkauft, bevor der Alfa Romeo MiTo vom Markt verschwand.

Kleine Schwächen am Antrieb

Die Antriebe des Alfa Romeo MiTo sind bei guter und regelmäßiger Wartung sehr langlebig. Gleichwohl gibt es diverse Schwächen, die Autobesitzer kennen sollten. Als besonders robust und zuverlässig gilt der 1,4-Liter-Vierzylinder ohne Turbo und Multiair, der zwar etwas schwächer, aber für den Stadtverkehr völlig ausreichend ist (gute Verbrauchswerte).

Die ersten Multiair-Motoren sind für die empfindliche Multiair-Einheit bekannt, die vordergründig in den ersten Jahren häufiger den Dienst quittierte. Auch der Microfilter bzw. das Ölsieb kann verstopfen. Er sitzt seitlich in der Multiair-Einheit im Zylinderkopf und ist beim Ölwechsel immer mitzuwechseln.

Ebenso waren die Turbomotoren von unterschiedlichen Problemen betroffen. Ein Leistungsverlust lässt sich meist auf das Turbodruckregelventil zurückführen. Sollte sich hier Öl sammeln, das beispielsweise durch die Kurbelgehäuseentlüftung kommt, arbeitet das Ventil nicht mehr ordnungsgemäß.

Wichtig: Niemals zu viel Öl in den Motor einfüllen und das vorgeschriebene Öl verwenden!

Ärger bei der Hauptuntersuchung

Obwohl der Alfa Romeo MiTo im aktuellen TÜV-Report nicht mehr zu finden ist, kennen wir die typischen Schwachstellen bei der Hauptuntersuchung. Je nach Motorisierungen und Fahrweise leiden hauptsächlich die Gelenke an der Vorderachse, was vorwiegend zum vorzeitigen Defekt und einem unumgänglichen Austausch führt.

Besonders häufig wird auch die Wirkung der vorderen Bremse kritisiert, ebenso wie ein erhöhtes Lenkungsspiel. Federn sowie Dämpfer stehen nicht selten in der Kritik und die Beleuchtung bleibt im Alter gerne dunkel. Der Antrieb zeigt sich in vielen Fällen solide, ein Abgasanlage ist zwar rostig, aber nicht gefährdet.

Dafür fallen sowohl Benziner als auch Diesel mit einem erhöhten Ölverlust auf.

Verschiedene Pannenschwerpunkte

In der Pannenstatistik des ADAC wird der Alfa Romeo MiTo aufgrund seines Alters nicht mehr geführt. Allerdings haben wir Zugriff auf die alten Zahlen und Fakten. In der Vergangenheit fiel der kleine Italiener vordergründig mit Batteriedefekten sowie Problemen mit Zündspulen und Zündkerzen auf. Außerdem sind kaputte Schaltgestänge nichts Ungewöhnliches.

Ebenso gab es defekte Generatoren oder fehlerhafte Nockenwellensensoren. Weiteres Problem: Der Drehzahlsensor liegt ungeschützt im Motorraum. Hier hat Alfa Romeo offensichtlich an einem weiteren Spritzschutz gespart, was nicht selten zum Defekt des Sensors führt.

Das sagen Besitzer zum Alfa Romeo MiTo

Im Rahmen unserer Recherche haben wir mit zahlreichen MiTo-Besitzern gesprochen. Diese berichteten von Einschränkungen bei der Qualität, was sich an mehreren Stellen äußert. Unter anderem knarzt das Armaturenbrett und die Verstellung für die Rückenlehne macht auch gerne zicken.

Die Rückleuchten werden häufiger zum Opfer von Feuchtigkeit, was nicht selten zum Ausfall führt. An den vorderen Scheinwerfern löst sich die Chrombeschichtung an den Reflektoren. Das beeinträchtigt die Funktion und macht einen Austausch notwendig. Unser Tipp: Im Idealfall vor der Hauptuntersuchung abklären!

Ebenso waren viele Besitzer von Elektronikproblemen betroffen. Ursache: Die Kabel im Motorraum sind nicht richtig befestigt oder können sich lösen, sodass sie kaputt scheuern. Der regelmäßige Blick unter die Haube verhindert mögliche Schäden und spart Ärger.

Rückrufe: Gurtstraffer, Airbag & mehr

Die Nachfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt ergab, dass der Alfa Romeo MiTo verschiedene Rückrufaktionen auf seinem Konto hat. Unter anderem konnte die Funktion des Gurtstraffers eingeschränkt sein und ein fehlerhafter Airbag sorgte für ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Zwei Rückrufe waren notwendig, weil der Hersteller fehlerhafte Reifen montierte, einmal in der falschen Größe und einmal mit nicht ausreichendem Geschwindigkeitsindex. Dazu kam eine Aktion, weil auf dem Fabrikschild eine zu hohe Anhängelast angegeben war.

Im Fokus: Häufige Schwächen des Alfa MiTo

  • Multiair-Motoren besonders empfindlich
  • erhöhter Ölverlust möglich
  • verschlissene Gelenke & Bremsen
  • Pannenschwerpunkte: Batterie, Schaltgestänge & Zündung
  • defekt gescheuerte Kabel im Motorraum
  • defekte Beleuchtung

 

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Baureihen des Alfa Romeo Mito

  • Alfa Romeo MiTo 955 (2008 bis 2013)
  • Alfa Romeo MiTo 955 (Facelift Nr. 1) (2013 bis 2016)
  • Alfa Romeo MiTo 955 (Facelift Nr. 2) (2016 bis 2018)

Ergänzende CarWiki-Beiträge zum Alfa Romeo MiTo

 

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