Citroen Jumper Probleme | Krankheiten, Mängel & Schwachstellen | Getriebe, Bremse, Ölverlust, Material & Co.

2006 Citroen Relay 30 SWB 2.2 Front.jpg

Bild: Vauxford – CC BY-SA 4.0, Link

In diesem Artikel behandeln wir die Probleme, Mängel & Schwachstellen am Citroen Jumper. In unseren Recherchen werten wir TÜV, DEKRA und ADAC Daten aus und befragen außerdem die Fahrer des geräumigen Kastenwagens.

Sind Sie selbst von Problemen am Citroen Jumper betroffen? Dann hinterlassen Sie bitte einen Kommentar unter dem Artikel! Dadurch helfen Sie anderen Besitzern und Gebrauchtwagen-Interessenten.

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Baureihen des Citroen Jumper

  • Citroen Jumper 1. Baureihe (1997 bis 2002)
  • Citroen Jumper 1. Baureihe (Facelift Nr. 1) (2002 bis 2006)
  • Citroen Jumper 2. Baureihe (2006 bis 2014)
  • Citroen Jumper 2. Baureihe (Facelift Nr. 1) (seit 2014)

Probleme der Baureihe Citroën Jumper 2. Baureihe (ab 2006)

Auch der Citroën Jumper II ist, zusammen mit dem Peugeot Boxer II, wieder eine Gemeinschaftsentwicklung mit Fiat, wo das Fahrzeug ebenfalls als Ducato III verkauft wird. Um weiterhin einen großen Anteil am Transportmarkt erringen zu können, wird der Jumper II wieder als Kastenwagen, Kleinbus und Pritschenfahrzeug in unterschiedlichen Längen und Höhen angeboten.

Erkennbar ist die zweite Generation des Jumper durch den im Vergleich zum Vorgänger deutlich größeren Kühlergrill sowie großflächige Kunststoffbeplankungen an der Front.

Überdies sind beim Jumper II neben diversen Airbags und ABS-Bremsen nun auch ein Bremsassistent, eine elektronische Bremskraftverteilung, Antischlupfregelung, Fahrdynamikregelung sowie ein adaptives Stabilitätsprogramm serienmäßig verbaut. Wer unbedingt einen Allradantrieb in seinem Jumper benötigt, kann diesen beim französischen Zulieferer Dangel bestellen.

Unter der Motorhaube sind durchweg bewährte HDI Commonrail-Vierzylinder-Dieselmaschinen mit 2,2, 2,3 oder 3,0 Liter Hubraum in einer Leistungsbandbreite zwischen 113 und 177 PS zu finden.

Die meisten Citroën Jumper II sind mit einem manuellen Schaltwerk ausgerüstet, die stärkeren Triebwerke können aber auch mit einem automatisierten Schaltgetriebe kombiniert werden.

Motorschäden

Des Öfteren ist von kapitalen Motorschäden zu hören. Zumeist ist davon der 2,2-Liter-HDI-Diesel betroffen, bei dem bedingt durch defekte Einspritzdüsen und eine dadurch sehr hohe Hitzeentwicklung die Gefahr einer Lochbildung (durchbrennen) an den Kolben besteht.

Dieses Problem kann, muss aber nicht auftreten. Machen kann man dagegen kaum etwas. Die Reparatur bzw. der Einbau einer Tauschmaschine ist dementsprechend sehr teuer.

Andererseits gibt es auch viele Jumper-II-Fahrzeuge, die 400.000 Kilometer und mehr mit diesem Motor problemlos absolviert haben.

Fahrwerk und Bremse verschlissen

Da alle Transporter im Regelfall hohen Belastungen ausgesetzt sind (außer es handelt sich um ein wenig bewegtes Campingfahrzeug), muss immer mit einem verschlissenen Fahrwerk und abgenutzten Bremsen gerechnet werden.

Aufgrund der hohen Anzahl an Fahrzeugen dieser Modellgeneration ist online zum Glück ein breites Angebot an guten und günstigen Nachbauteilen erhältlich. Dadurch und durch den Besuch einer markenfreien Werkstatt halten sich die Kosten solcher Reparaturen im Rahmen.

Ölpumpe defekt

Eine defekte Ölpumpe kann einen raschen Motortod bedeuten. Leider ist immer wieder von ausfallenden Pumpen die Rede, wobei oft der Kettenantrieb der Pumpe die Ursache sein kann.

Wenn die Öldrucklampe angeht, daher sofort stehen bleiben und die Maschine abstellen. Im Regelfall muss der Wagen in die Werkstatt geschleppt werden, wo eine genauere Diagnose stattfinden kann. Der Ausbau und Tausch der Pumpe ist jedenfalls keine günstige Angelegenheit.

CommonRail Einspritzung defekt

Auch hier ist besonders der 2,2-Liter-HDI-Dieselmotor betroffen. Hauptgrund dafür sind die Bosch Einspritzpumpen, die unter gewissen Umständen Metallspäne produzieren können, welche in die Commonrail Leitungen gelangen und dadurch das ganze System lahmlegen.

Die Reinigung der Leitungen und der Austausch aller defekten Komponenten kann für ältere und vielgelaufene Citroën Jumper II einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten.

Rostbefall

Im Gegensatz zum Vorgänger scheint der Citroën Jumper II nicht ganz so gut gegen Rostbefall geschützt zu sein. Eventuelle Schwachstellen sind der Unterboden, die Radläufe sowie die hinteren Türen. Eine Nachbehandlung kann daher sinnvoll sein.

Sollte Rostbefall auftreten, muss baldigst eine Reparatur und Konservierung erfolgen, damit größere Schäden vermieden werden.

Sonstiges

Auch der aktuelle Citroën Jumper II ist, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht, ein sehr verlässlicher Transporter, der zusätzlich auch mit einer hohen Wirtschaftlichkeit auftrumpfen kann. Eine übersichtliche Wartungshistorie aller Inspektionen sollte ein Gebrauchter aber jedenfalls vorweisen können.

Wer zum 2,2-Liter-HDI-Diesel greift, muss jedoch im Extremfall mit größeren Motorproblemen rechnen. Trotzdem ist auch dieses Aggregat, genauso wie alle anderen Triebwerke, für sehr hohe Laufleistungen ausgelegt.

Nachdem außerdem die Preise für gebrauchte Jumper II merkbar günstiger als bei der deutschen Konkurrenz sind, ist der Kauf dieses Autos grundsätzlich eine clevere Wahl.

Probleme der Baureihe Citroën Jumper 1. Baureihe (1997 bis 2006)

Der Citroën Jumper I gilt als Nachfolger des populären Citroën C25 Transporters, der seinerzeit ein großer Erfolg für die Franzosen war. Wie dieser wurde auch der Jumper I wieder in Zusammenarbeit mit Fiat entwickelt, weshalb das Auto auch als Fiat Ducato, neben dem ebenfalls praktisch baugleichen Boxer I von Peugeot, verkauft wurde.

Mit dem Jumper I bekamen die Kunden ein äußerst durchdacht konstruiertes und robustes Nutzfahrzeug. Im Gegensatz zum kantigen Vorgänger wirkt der Jumper I durch seine rundlicheren Karosserielinien auch heute noch angenehm modern und zeitgemäß. Ob als Kastenwagen, Pritsche oder Kleinbus, der Citroën Jumper meistert alle gängigen Transportaufgaben bestens.

Angetrieben wird der in diversen Außenlängen und Höhen gebaute Wagen meistens von Dieselmaschinen, obwohl auch immer ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner als Basistriebwerk angeboten wurde. So kamen anfangs normale 1,9- und 2,0-Liter-Vorkammer-Turbodieselmotoren von Peugeot oder Fiat zum Einsatz.

Gegen Ende der Bauzeit wurden auch die bekannten HDI-Commonrail-Direkteinspritzer-Diesel der Franzosen (2,0 und 2,8 Liter mit bis zu 146 PS Leistung) verbaut. Die Kraftübertragung an die Vorderräder des Citroën Jumper I erfolgt durchwegs über manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe, für den stärksten Selbstzünder konnte zeitweise auch eine Viergang-Wandlerautomatik geordert werden.

Ebenso gab es auf Wunsch einen optionalen Vierradantrieb, welcher direkt im Herstellerwerk verbaut wurde.

Fahrwerk abgenutzt

Der Jumper I wird als Transporter im Regelfall verständlicherweise stark beansprucht. Das wirkt sich negativ auf das Fahrwerk des Autos aus. Ein starker Verschleiß ist bei älteren Modellen fast immer vorhanden, soweit nicht diverse Komponenten schon einmal ausgetauscht wurden.

Ein genauer Check der Radaufhängung und Spurstangen, aller Stoßdämpfer und Fahrwerksfedern sowie vom Lenkgetriebe macht daher Sinn. Etwaige Defekte sollten bei der Preisbildung im Fall eines Gebrauchtwagenkaufs berücksichtigt werden.

Preiswerte Ersatzteile in guter Nachbauqualität sind dank der großen Verbreitung dieser Transporterbaureihe jedenfalls einfach zu bekommen.

Bremse verschlissen

Was für das Fahrwerk gilt, ist auch bei der Bremse feststellbar. Stark geforderte Citroën Jumper I Modelle haben oft verschlissene Bremsen. Daher sollte der Zustand der Bremsanlage ebenfalls genau überprüft werden.

Dank der breiten Verfügbarkeit von guten sowie günstigen Nachbauteilen, besonders in Online-Shops im Internet, ist der Tausch der Bremsscheiben und Bremsklötze jedoch nicht besonders teuer.

Korrodierte Bremsleitungen oder durchgescheuerte Bremsschläuche, die leider ebenfalls öfters vorkommen, sind dagegen schon etwas aufwändiger zu ersetzen.

Getriebeschäden

Überproportional oft wird beim Citroën Jumper I und seinen Brüdern von kaputten Schaltgetrieben berichtet. Schuld sind zumeist defekte Synchronringe, wodurch das Schalten immer schwerer funktioniert.

Irgendwann wird das Getriebe dann komplett funktionsuntüchtig und muss ausgetauscht werden. Halbwegs wirtschaftlich ist aber nur noch der Einbau eines gebrauchten Tauschgetriebes, wobei ein solches nicht einfach zu finden ist.

Mit Kosten im vierstelligen Bereich muss jedenfalls gerechnet werden.

Ölverlust am Motor

Mit steigender Laufleistung ist bei allen Triebwerken mit Motorölverlust am Citroen Jumper zu rechnen. Eine regelmäßige Ölstandkontrolle, inklusive Nachfüllen des Schmiermittels, falls erforderlich, ist deswegen unbedingt notwendig.

Solange der Motor und das Getriebe aber nicht komplett ölnass sind, kann auf eine Abdichtung dieser Komponenten verzichtet werden. Spätestens wenn sich Ölflecken unter dem Fahrzeug bilden, muss der Jumper aber in die Fachwerkstatt.

Die dort durchgeführten Abdichtungsarbeiten können allerdings, abhängig vom jeweiligen Arbeitsaufwand, ordentlich ins Geld gehen.

Defekte Frontscheiben

Dabei handelt es sich ebenfalls um eine häufig auftretende Schwachstelle. Die Frontscheiben neigen im Laufe der Jahre zur Rissbildung. Die Risse können von heute auf morgen ohne Fremdeinwirkung auftreten, aber auch schon kleinere Steinschläge können ein Grund dafür sein.

Eine minderwertige Qualität der vom Werk aus verbauten Scheiben oder zu schwach dimensionierte Austauschgläser sind in den meisten Fällen die Ursache für dieses Problem.

Eine genaue Sichtkontrolle der Verglasung ist empfehlenswert, da der Scheibentausch im Fachbetrieb nicht ganz günstig ist.

Sonstiges

Prinzipiell ist die hunderttausendfach gebaute Citroën Jumper I Baureihe äußerst robust und gibt nur wenig Anlass zu größeren Sorgen. Dass die Innenausstattung der Autos eher billig wirkt, muss aber einkalkuliert werden.

Genauso wie der eine oder andere Elektronikschaden. So kann z.B. die Lichtmaschine Macken haben oder die Wegfahrsperre sowie die Zentralverriegelung, soweit vorhanden, zeitweise ausfallen.

Dafür ist größerer Rostbefall beim Jumper I kein relevantes Thema. Wichtig ist, dass der Wagen in einem guten Pflegezustand ist und von seinem Vorbesitzer halbwegs schonend behandelt wurde. Dann sollte einem Gebrauchtwagenkauf nichts mehr im Weg stehen, zumal die Preise für gebrauchte Jumper I verlockend gering sind.

Zusammenfassung der Probleme am Citroen Jumper

  • Getriebedefekte, besonders bei der ersten Modellgeneration
  • Bremse und Fahrwerk verschlissen
  • 2.2 HDI Diesel anfälliger als der Rest der Motoren
  • zunehmender Motorölverlust bei steigender Laufleistung
  • diverse kleinere Schwachstellen bei der Elektronik
  • Materialauswahl und Verarbeitung in der Fahrerkabine nicht besonders hochwertig

 

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Clemens Niess
    Oktober 23, 2023 5:32 pm

    Habt Ihr gehört dass man Probleme mit Adblue bekommen kann?
    Zum Beispiel mit einer andauernden Fehlermeldung

    Antworten
    • Micha (Team CarWiki)
      Oktober 24, 2023 7:51 am

      Guten Tag,

      Probleme am AdBlue System kommen herstellerunabhängig leider immer mal wieder vor. Undichtigkeiten oder Defekte am Tank, der Schläuche, der Einspritzung oder auch der Pumpe sind nie auszuschließen.

      Bei einer andauernden Fehlermeldung sollten Sie die genaue Ursache schnellstmöglich in Ihrer (Citroen) Werkstatt finden und beheben lassen.

      Viele Grüße

      Antworten

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