Probleme & Krankheiten des Kia Picanto | Typische Fehler & häufige Schwachstellen im Blick | samt Rückrufaktionen (JA/TA/BA/SA)

Bild: Alexander MiglCC BY-SA 4.0, Link

Kleinwagen, wie der Kia Picanto, sind vordergründig im Stadtverkehr beliebt. Sie sind kompakt und sparsam, sodass sie für die notwendigsten Zwecke im Alltag ausreichen.

Seit 2004 bietet Kia mit dem Picanto ein praktisches Auto an, das hierzulande jährlich rund 10.000 Mal verkauft wird.

Allerdings hat der Kia Picanto einige Schwächen vorzuweisen. Ob Probleme mit den Motoren, bekannte Mängel beim TÜV oder das Getriebe als Schwachstelle: Es gibt einige Bereiche, die Autobesitzer im Auge behalten sollten. Welche das sind, klären wir mit dem nachfolgenden Ratgeber.

Das Team von CarWiki.de hat die klassischen Schwächen ermittelt und übersichtlich dargestellt. Dabei greifen wir gerne auch auf Ihre Erfahrungen zurück? Sie hatten Probleme mit dem Kia Picanto (z.B. bei der Inspektion) und möchten davon erzählen? Nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion am Ende des Beitrags. Danke!

Probleme mit dem Kia Picanto III Typ JA (seit 2017)

Die dritte Generation des Kia Picanto wird hierzulande seit 2017 verkauft. Im Gegensatz zum Vorgänger ist das Modell nur noch als Fünftürer erhältlich. Mit 1.0 MPI als Reihendreizylinder-Sauger, 1.2 MPI als Reihenvierzylinder-Sauger und 1.0 T-GDI als Reihendreizylinder-Direkteinspritzer mit Turbo stehen drei Motorisierungen zur Auswahl.

Serienmäßig wird ein manuelles Fünf-Gang-Schaltgetriebe verbaut, bei einigen Modellen ist die Automatik mit vier oder fünf Stufen gegen Aufpreis erhältlich. Im Juni 2020 führte Kia ein Facelift für den Picanto ein.

Standfeste Motoren ohne Schwächen

Die Motoren des Kia Picanto haben bisher keine Schwächen gezeigt. Insbesondere die Saugmotoren zeigen auch bei hohen Laufleistungen noch keine Ausfallerscheinungen. Beim Direkteinspritzer kann es im Laufe der Jahre zu verschmutzten Einspritzdüsen kommen. Dann sind die Injektoren zu wechseln, um Problemen vorzubeugen.

Gleiches gilt für das Getriebe, egal ob Schalter oder Automatik. Auch der erhöhte Verschleiß der Kupplung, der bei Kleinwagen im Stadtverkehr keine Seltenheit ist, bereitet dem Kia Picanto keine Probleme.

Wer sich für das Automatikgetriebe entscheidet, muss allerdings einen erhöhten Kraftstoffverbrauch akzeptieren. Je nach Motorisierung und Getriebe steigt der Verbrauch laut offiziellen Angaben um bis zu einen Liter auf 100 Kilometer an.

Immerhin gab es bisher keine Rückrufe für die dritte Generation des Kia Picanto.

Probleme mit dem Kia Picanto II Typ TA (2011 bis 2017)

Bild:  Thomas_doerferCC BY 3.0, Link

Die zweite Generation des Kia Picanto wurde hierzulande zwischen 2011 und 2017 verkauft. Das Modell war als Drei- und Fünftürer erhältlich. Neben den klassischen Benzinmotoren war auch ein Antrieb verfügbar, der zusätzlich mit Autogas betrieben werden konnte.

Neben dem serienmäßigen 5-Gang-Schaltgetriebe stand beim Modell mit 1.2 CVVT Benziner gegen Aufpreis auch eine vierstufige Automatik zur Auswahl. Im Jahr 2015 wurde eine kleine Modellpflege umgesetzt.

Die Hauptuntersuchung als Hürde

Der zweite Kia Picanto hat seine Probleme mit der Hauptuntersuchung, denn zahlreiche Probleme und Mängel können den TÜV-Termin zur unüberwindbaren Hürde machen. Dabei stehen insbesondere die Lenkgelenke im Fokus, die bereits nach wenigen Jahren verschlissen sind.

Ebenso bleibt das Abblendlicht häufiger ohne Funktion. Die Abgasanlage und die Funktion der Bremse, vornehmlich der Handbremse, sind oftmals nicht ausreichend. Ansonsten ist der Kia Picanto für einen erhöhten Ölverlust an Motor und Getriebe bekannt, der schon beim ersten TÜV-Termin für Schwierigkeiten sorgt.

In der ADAC Pannenstatistik zeigt sich ein gemischtes Bild, denn vor allem die älteren Fahrzeuge sind von diversen Pannen betroffen. Dabei gelten die Batterie (2012 bis 2014) und die Zündkerzen (2012 bis 2014) als häufigste Pannenursachen.

Hilfreiche Rückmeldung der Autobesitzer

Im Zuge unserer Recherche haben wir mit mehreren Besitzern eines Kia Picanto gesprochen, die uns Feedback aus erster Hand liefern konnten. Zudem haben wir interessante Rückmeldungen per E-Mail oder Kommentar erhalten.

Zahlreiche Autobesitzer berichteten von Schwierigkeiten mit der Klimaanlage, die scheinbar nicht immer ordnungsgemäß funktioniert. Ob es sich dabei um Defekte handelt oder ob die Klimaanlage generell keine ausreichende Kühlleistung erbringt, bleibt unklar.

Verschiedene Poltergeräusche, unter anderem aufgrund defekter Radlager, sowie blinde, beschlagene Scheinwerfer wurden uns ebenfalls in häufiger Anzahl gemeldet.

Rückrufe: Korrosion an der Bremse & Kraftstoffverlust

Der zweite Kia Picanto wurde zweimal zum Opfer einer Rückrufaktion. Bei Fahrzeuge, die von 2011 bis März 2012 produziert wurden, konnte die Mechanik der hinteren Bremssättel korrodieren und schwergängig werden. Das führte wiederum dazu, dass sich die Feststellbremse nicht mehr vollständig löst, was zur Überhitzung und Problemen mit der Fahrstabilität führte.

Der zweite Rückruf betraf Modelle, die zwischen dem 01. Februar 2011 und dem 30. Juni 2012 gebaut wurden. Hierbei war ein erhöhter Verschleiß der äußeren Beschichtung am Kraftstoffeinfüll- und den Ausgleichsschläuchen nicht auszuschließen.

Im schlimmsten Fall kam es zum Kraftstoffverlust und einer möglichen Brandgefahr.

Probleme mit dem Kia Picanto I Typ BA/SA (2004 bis 2011)

Bild: ChuCC BY-SA 3.0, Link

Der erste Kia Picanto feierte seinen Marktstart im April 2004. Damals standen jeweils ein Otto- und ein Dieselmotor zur Auswahl, wobei es sich beim Benziner um einen Reihenvierzylinder handelte, während der Selbstzünder als Dreizylinder daherkam.

Beide Modelle waren serienmäßig mit manueller Fünf-Gang-Schaltung erhältlich, allerdings stand beim Benziner auch eine 4-Gang-Automatik gegen Aufpreis zur Verfügung.

Im Dezember 2007 wurde eine Modellpflege durchgeführt, indessen Folge der Dieselmotor aus dem Angebot verschwand.

Benziner: Kurbelwelle als Schwachstelle

Die meisten Autokäufer entschieden sich für den Kia Picanto mit Benzinmotor, sodass es hierüber die meisten Auskünfte und Informationen gibt. Einige Besitzer blieben von einem Motorschaden nicht verschont. Als Ursache ist die Riemenscheibe der Kurbelwelle bekannt, deren Befestigungsschrauben zu kurz geraten waren.

Immerhin führte Kia eine kostenlose Serviceaktion durch, bei der optimierte Bauteile zum Einsatz kamen. Das war jedoch nicht das einzige Problem mit der Kurbelwelle. Auch die Sensorik bereitet immer wieder Kopfzerbrechen. Sowohl Kurbel- als auch Nockenwellensensoren gehen häufig kaputt. In diesem Zusammenhang sollten Autofahrer den Fehlercode P0340 kennen.

In der ADAC Pannenstatistik schneidet der Kia Picanto gut bis sehr gut ab, allerdings lassen die geringen Zulassungszahlen keine aussagekräftige Bewertung zu. So fanden wir heraus, dass auch die Batterien, die Bauteile der Zündanlage und Klopfsensoren verstärkt für Probleme sorgen.

Getriebe mit verschiedenen Mängeln

Während es über die 4-stufige Automatik keine Informationen gibt, weist das manuelle 5-Gang-Schaltgetriebe gleich mehrere Schwachstellen auf. Zum einen ist die Kupplung aufgrund der vielen Fahrten im Stadtverkehr einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt, was im Laufe der Jahre zum Kupplungsschaden führt.

Zum anderen lassen sich einige Gänge, darunter vorwiegend der Rückwärtsgang, oft nur widerwillig und mit erhöhtem Kraftaufwand einlegen. In diesem Zusammenhang ist auch das Schaltgestänge auf mögliche Beschädigungen zu untersuchen.

Im schlimmsten Fall endet die Fahrt mit einem Getriebeschaden, der durch gerissene Kupplungsseile auftritt. Von dieser Problematik haben wir beim ersten Kia Picanto verstärkt gehört.

Feedback unserer Leser*innen

Auch zum Kia Picanto der ersten Generation haben wir hilfreiche Informationen von unseren Leser*innen erhalten. Diese kritisieren unter anderem die mangelhafte Qualität des Kleinwagens, was sich durch störende Geräusche und klappernde, wackelige Sitze äußert.

Weiterhin lässt die Klangqualität der serienmäßigen Soundanlage zu wünschen übrig. Die Fensterheber geben häufiger den Geist auf, meist aus elektrischen Gründen.

Diverse Schwachstellen beim TÜV

Auch die Hauptuntersuchung meistert der Kia Picanto nicht fehlerfrei. Im aktuellen TÜV-Report sind dazu verschiedene Schwachstellen notiert. Als größtes Manko gilt die Achsaufhängung, aber auch die Lenkung bereitet den Kia-Besitzern Sorgen. Hier kommt es vordergründig mit zunehmendem Alter zu Ärger.

Eine erhöhte Mängelquote ist auch bei der Beleuchtung zu finden. Vor allem das Abblendlicht steht in der Kritik. Nach wenigen Jahren kann allerdings auch das Rücklicht versagen, daher ist eine vorzeitige Kontrolle empfehlenswert.

Dunkelrot wird es bei der Bremse, nur die Bremsschläuche sind solide. Bei der Funktion von Hand- und Fußbremse gibt es nur selten Grund zur Freude. Ebenso geraten die Bremsscheiben in den Fokus, die spätestens bei der zweiten Hauptuntersuchung wegen des erhöhten Verschleißes bemängelt werden.

Der dunkelrote Faden zieht sich bis zur Ökobilanz weiter. Die Abgasanlagen rotten durch und ein verstärkter Ölverlust an Motor und Getriebe vermasselt dem Kia Picanto endgültig die Vorstellung. Zum Schluss fallen viele Modelle auch noch durch die Abgasuntersuchung. Oh weh!

Rückrufe: Materialermüdung & feste Bremse

Der erste Picanto von Kia blickt auf zwei Rückrufaktionen zurück. Aufgrund einer Materialversprödung im Bereich des Tankeinfüllrohres konnte es bei einigen Fahrzeugen zum Kraftstoffaustritt kommen. Aus diesem Grund musste das Bauteil durch eine verbesserte Version getauscht werden.

Die zweite Aktion betrifft die Mechanik der hinteren Bremssättel, die aufgrund einer übermäßigen Korrosion schwergängig wird. Zudem war nicht auszuschließen, dass die Feststellbremse blockiert. In der Werkstatt waren das Handbremsseil oder die kompletten Bremssättel zu tauschen.

Baureihen des Kia Picanto

  • KIA Picanto BA (2004 bis 2008)
  • KIA Picanto BA (Facelift Nr. 1) (2008 bis 2009)
  • KIA Picanto BA (Facelift Nr. 2) (2009 bis 2011)
  • KIA Picanto JA (2017 bis 2020)
  • KIA Picanto JA (Facelift Nr. 1) (seit 2020)
  • KIA Picanto TA (2011 bis 2015)
  • KIA Picanto TA (Facelift Nr. 1) (2015 bis 2017)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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