Probleme mit dem Mini Cooper und Mini One (alle Baureihen) | Motorprobleme, Getriebeschaden, Ölverlust & Co. | inkl. Rückrufaktionen


Bild: Charles01CC BY-SA 3.0, Link

Wer einen Kleinwagen sucht, kommt am bekannten Mini Cooper bzw. Mini One kaum vorbei. Die Neuauflage des kultigen Engländers wird seit 2001 produziert, mittlerweile in der dritten Generation.

Der kleine Stadtflitzer ist entgegen vieler Stimmen nicht nur bei den Frauen beliebt. Die sportlichen Varianten, bekannt als John Cooper Works, lassen auch die Männerherzen höher schlagen.

Allerdings blieben Mini Cooper und Mini One in der Vergangenheit nicht von klassischen Schwachstellen, Kinderkrankheiten und Mängeln verschont – vom Getriebeschaden über den bekannten Ölverlust bis zu Problemen mit der Steuerkette.

Das Team von CarWiki.de hat die häufigsten Schwächen von Mini One bzw. Mini Cooper zusammengefasst.

Dabei vertrauen wir gerne auf die Erfahrungen unserer Leser*innen (z.B. nach Reparaturen oder der Inspektion). Wenn Sie weitere Schwachstellen kennen, dürfen Sie uns davon berichten. Am Ende des Beitrags steht Ihnen hierfür eine Kommentarfunktion zur Verfügung.

Wir freuen uns, wenn Sie sich daran beteiligen, die bekannten Probleme des Mini aufzulisten. Danke!

Probleme mit dem Mini Cooper bzw. Mini One F55/F56/F57 (seit 2014)

Die dritte Generation des Mini wurde im November 2013 vorgestellt und kam im Frühjahr 2014 auf den Markt. Anfangs war der bekannte Dreitürer (F56) erhältlich, ab Oktober 2014 folgte auch eine fünftürige Variante (F55). Das Mini Cabrio (F57) wurde ab 2016 angeboten. Roadster und Coupé wurden gestrichen.

Zum Motorenangebot gehörten weiterhin die Benzin- und Dieselmotoren, wahlweise als Drei- oder Vierzylinder. Alle Fahrzeuge verfügen serienmäßig über ein 6-Gang-Schaltgetriebe, gegen Aufpreis ist allerdings auch eine 6-Stufen-Automatik erhältlich. Seit Februar 2020 ist der Mini Electric als vollelektrisches Auto erhältlich.

Alle technischen Daten der Mini Modelle finden Sie hier.

Motoren mit wenig Schwächen

Bei den kleineren Dreizylinder-Motoren (B38) wurden anfangs (bis April 2015) schwache Axiallager an der Kurbelwelle verbaut. Wer dauerhaft die Kupplung tritt, beispielsweise beim Warten an der Ampel, riskiert teure Schäden. Wenn sich Metallspäne verteilen, droht ein Motorschaden. Sobald sich die Kupplung ungewöhnlich anfühlt und sich die Gänge nicht mehr geschmeidig einlegen lassen, sollte die nächste Fahrt zum Mini-Händler führen.

Ebenfalls kritisch: Undichtigkeiten am Öl-Wasser-Tauscher sorgen für eine Durchmischung und Ölverdünnung, was zu teuren Schäden am Motor führt. Beim Dieselmotor berichten unsere Leser*innen von Startproblemen, die sich auf marode Kabel am Anlasser sowie verkokte AGR-Ventile zurückführen lassen.

Solide Ergebnisse beim TÜV

Bei der Hauptuntersuchung knüpft die dritte Generation an die guten Ergebnisse der Vorgänger an. Das Fahrwerk zeigt sich solide und bereitet keine Probleme, auch Rost ist beim Mini (noch) kein Thema. Leichte Kritik gibt es für die vordere Beleuchtung, die häufig ausfällt. Die Bremse fällt nicht aus dem durchschnittlichen Rahmen.

Auch der erhöhte Ölverlust, der beim Vorgänger häufig bemängelt wird, lässt sich in der dritten Mini-Baureihe noch nicht feststellen. Allerdings meldet der TÜV, dass der Mini zu oft durch die Abgasuntersuchung rasselt. Pannenschwerpunkte lassen sich aufgrund des jungen Alters noch nicht vermelden.

Das sagen Besitzer zum Mini Cooper

Wir haben Feedback in der CarWiki-Community gesammelt. Unsere Leser*innen, die einen Mini der dritten Generation fahren, klagen über Geräusche am Panoramadach und defekte Sitzheizungen. Bei der Klimaanlage wurde ab Werk oft zu wenig Kältemittel eingefüllt, was die Wirkung der Anlage beeinflusst. Auch die Antriebswellen entsprachen bei einigen Autos nicht den Qualitätsvorgaben.

Der dritte Mini verfügt über ein KeylessGo-System, das oftmals für Ärger sorgt. Zwar lassen sich die Türen problemlos entriegeln, doch der Motorstart funktioniert nicht immer. Als Ursache für die Probleme gilt störende Strahlung von Elektrogeräten, allen voran das Smartphone.

Als weitere Schwachstelle sind die Scheibenwischer bekannt, genauer gesagt der Antrieb. Wenn die Welle rostet, sorgen die Wischer nicht nur für unschöne Geräusche. Im schlimmsten Fall verklemmt sich die Welle im Lager, was mit einem Funktionsausfall einhergeht.

Rückrufe: Fehlproduktionen als Hauptproblem

Rückrufe waren in der dritten Generation des Mini keine Seltenheit. Neben der losen Verschraubung am Reserverad, das schon beim Vorgänger auftrat, bestand erhöhte Brandgefahr durch einen fehlerhaften AGR-Kühler. Der Umlenkhebel der Beifahrersitzverstellung, der aufgrund eines fehlerhaften Hebelmechanismus nicht einrastet, machte einen weiteren Rückruf notwendig.

Hinzu kommen fehlerhafte Airbags (fehlerhafte Mischung der Zündchemikalien) und ein defekter Mikrogasgenerator im Gurtstraffer, was die Sicherheit im Falle eines Unfalls einschränkt. Apropos Unfall: Das fehlende Schutzblech für die Hochdruckpumpe sorgte bei einem Frontaufprall für die mögliche Beschädigung der Pumpe. Auslaufender Kraftstoff resultierte in einer erhöhten Brandgefahr.

Gefährlich: Fehlerhaft produzierte Schwenklager (an der Vorderachse) können brechen. Das führt zum Verlust der Radführung und einem unkontrollierten Ausbrechen des Fahrzeugs. Auch die äußeren Spurstangen können übermäßig abnutzen oder sogar brechen.
 

Probleme mit dem Mini Cooper bzw. Mini One R56/R57/R58/R59 (2006 bis 2016)

Bild: Thomas doerferCC BY-SA 3.0, Link

Die zweite Generation des Mini kam ab November 2006 in den Handel. Anfangs war nur der Mini Cooper bzw. Mini Cooper S (R56) erhältlich, ab Frühjahr 2007 folgte auch der Mini One (R52).

Der Mini John Cooper Works war ab August 2008 verfügbar, das Mini Cabrio (R57) kam im Frühjahr 2009. Zunächst waren auch Mini Coupé (R58) und Mini Roadster (R59) zu kaufen.

Erneut standen Benziner und Diesel zur Auswahl. Die Ottomotoren wurden gemeinsam mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) entwickelt, was die Antriebe im Vergleich zum Vorgänger deutlich sparsamer machte.

Der Cooper S nutzte fortan einen Turbolader statt Kompressor. Auch beim Dieselmotor (DV6TED4) bediente sich Mini bzw. BMW bei den Franzosen.

Motor: Steuerkette als Schwachstelle

Die Motoren im Mini sind mit einer Steuerkette ausgestattet, die im Vergleich zum Zahnriemen eine Wartungsfreiheit geben soll. Eigentlich. Denn die Steuerkette gilt als typische Schwachstelle und sorgt mitunter für teure Motorschäden. Es gibt offenbar mehrere Probleme.

Zum einen können sich die Kettenglieder verziehen, was bei hoher Laufleistung zum Überspringen der Kette führt. Zum anderen verschleißen die Laufschienen.

Ein großes Problem liegt jedoch im Kettenspanner, der nicht für die Ewigkeit gebaut ist. Es wird empfohlen, das Teil spätestens bei 80.000 Kilometern zu wechseln, um Schäden vorzubeugen. Gleichwohl ist die regelmäßige Kontrolle der Steuerkette wichtig. Verschiedene Geräusche (Rasseln, Klappern, etc.) können auf Beschädigungen hindeuten.

Bei den 1,6-Liter-Dieselmotoren ist von Turboladerschäden zu hören. Ein Problem könnte sein, dass die Ölleitungen zu dicht am Turbolader verlaufen. Das führt zu Verkokungen, die wiederum die Ölzufuhr blockieren.

Das Abkühlen des Turboladers bzw. Nachlaufenlassen des Motors nach hohen Belastungen ist daher besonders wichtig.

Mängel bei der Hauptuntersuchung

Ein Blick in den aktuellen TÜV-Report verrät die typischen Mängel bei der Hauptuntersuchung. Das Fahrwerk zeigt sich allerdings im vorbildlichen Zustand. Weder Stoßdämpfer noch Lenkung oder Antriebswellen sorgen für überdurchschnittliche Fehlerzahlen. Die hintere Beleuchtung bleibt gerne dunkel und die Frontscheinwerfer vergilben stark.

Die Wirkung der Bremse gibt keinen Grund zur Sorge, allerdings gelten im Alter hauptsächlich die Bremsschläuche und Bremsscheiben als Schwachstelle. Ein regelmäßiger Blick, auch vor der Hauptuntersuchung, ist empfehlenswert. Dazu kommt der erwähnte Ölverlust, der beim zweiten Mini häufig bemängelt wird.

Lob sammelt der kultige Engländer auch in der ADAC-Pannenstatistik, wo er in der Vergangenheit regelmäßig den ersten Platz der Kleinwagenklasse belegte. Dennoch wird von häufigen Batterieschäden (Benziner, 2007 bis 2009) und defekten Lichtmaschinen (2007) berichtet. Auch das Schaltgestänge (Benziner, bis 2007) hängt sich gerne aus.

Das sagen Besitzer zum Mini Cooper

Unsere Leser*innen berichten von Problemen mit der Elektrik, egal ob Beleuchtung oder Handykopplung. Auch beim Radioempfang gibt es Kritik. Dazu kommen verschiedene Klappergeräusche im Innenraum sowie Undichtigkeiten im Bereich des Panoramadachs.

Rückrufe: lose Schrauben, heiße Pumpen & Co.

Zu den wichtigsten Rückrufaktionen des zweiten Mini gehört die Überhitzung der Kühlwasserpumpe, die möglicherweise einen Fahrzeugbrand verursachen konnte. Bei anderen Modellen (nur John Cooper Works) wurden falsche Bremsscheiben an der Vorderachse verbaut. Auch eine Flanschmutter an der Halterung der Notradwanne bzw. des Ersatzrades, die sich durch Vibrationen lösen konnte, zwang Autobesitzer in die Werkstätten.

Probleme mit dem Mini Cooper bzw. Mini One R50/R52/R53 (2001 bis 2006)

Bild: Thomas doerferCC BY-SA 3.0, Link

Die erste Generation des Mini kam im Juni 2001 auf den Markt, wobei die Kunden zwischen unterschiedlichen Ausstattungen und Motorisierungen wählen konnten.

Der Mini One kam mit dem kleinsten Benziner (1,6-Liter-Vierzylinder) daher, zudem war der Mini One D mit Dieselmotor (aus dem Toyota Yaris) erhältlich.

Die stärkeren Benziner wurden als Mini Cooper bzw. Mini Cooper S (mit Kompressor) bezeichnet. Ab 2004 folgte auch das Mini Cabrio (R52) in der One- und Cooper-Ausführung.

Der leistungsstarke Mini Cooper S JCW (für John Cooper Works) wurde ab 2005 verkauft.

Antrieb: Von Ölverlust bis Softwareproblem

Die Motoren von Mini One und Mini Cooper gelten als solide und langlebig, wenn sie regelmäßig gepflegt werden. Allerdings sind sie nicht sehr sparsam und als Saugmotoren verhältnismäßig schwach auf der Brust.

Ein großes Problem, mit dem die erste Mini-Generation zu kämpfen hat, ist ein übermäßiger Ölverlust an Motor und Getriebe. Das lässt sich nicht nur aus dem TÜV-Report vergangener Tage herauslesen. Auch unsere Leser*innen berichten verstärkt von Undichtigkeiten. In vielen Fällen leckt es an der Kurbelwellenabdichtung oder am Kurbelsensor.

Die ersten Fahrzeuge waren von Problemen mit der Motorsteuerung (ECU) betroffen. Autofahrer klagten über starkes Ruckeln, einen unruhigen Leerlauf oder sogar das Absterben des Motors. Diese Problematik sollte sich dank Softwareupdates mittlerweile beheben lassen. Auch der originale Kühlmittelbehälter, der gerne undicht wird, sorgt mitunter für Kummer.

Ärger um das Schaltgetriebe

In der ersten Generation verbaut Mini ein Schaltgetriebe von Midland Gears, das für zahlreiche Probleme bekannt ist. Getriebeschäden waren keine Seltenheit, weil der Hersteller ein schwaches Lager nutzte. Weil die Führung der Hauptwelle nicht perfekt war, griffen die Kupplungsscheiben nicht exakt aufeinander.

In der Folge entstand eine Hebelkraft auf das Getriebelager, das einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt war und im Laufe der Jahre seinen Dienst quittierte. Autobesitzer bekamen die Probleme bereits frühzeitig durch schleifende Geräusche oder hakelige Schaltvorgänge zu spüren.

Details über die Getriebeprobleme bei Mini haben wir in einem separaten Beitrag zusammengefasst. Seit September 2004 kommt ein anderes Getriebe von Getrag zum Einsatz.

Kritik von TÜV & Pannendiensten

Unsere Nachfrage bei Prüforganisationen und Pannenhelfern offenbart die klassischen Schwachstellen von Mini Cooper und Mini One. Die Lagerungen und Gelenke schlagen im Alter aus, was zum ungleichmäßigen Reifenverschleiß führen kann. Rost ist zwar möglich, aber keine grundsätzliche Schwäche des Kleinwagens.

Bei der Hauptuntersuchung wird ein erhöhtes Lenkungsspiel und eine schlechte Bremswirkung an der Hinterachse bemängelt. Die Pumpe der Servolenkung geht häufiger kaputt und wird undicht. Leckagen lassen sich anhand von Flecken auf dem Boden oder einem geringen Ölstand erkennen.

Ein niedriger Füllstand lässt sich auch am lauten, ungewöhnlichen Geräusch der Servopumpe prüfen.

In der ADAC-Pannenstatistik werden die weiteren Schwächen genannt. Es gibt Probleme mit den Batteriepolklemmen (2003) und der Kraftstoffpumpe (2004). Zudem sorgt die Kupplung (2002 bis 2003) immer wieder für den Einsatz der Pannenhelfer.

Das sagen Besitzer zum Mini Cooper

Ein großer Kritikpunkt gilt der Verarbeitungsqualität des ersten Mini. Autobesitzer berichten von störenden Klappergeräuschen im Innenraum. Dazu kommen brechende Sitzgestelle und Risse in der Windschutzscheibe. Auch auf regelmäßige Reparaturen, beispielsweise ein Austausch der Radlager, sollten sich Autokäufer einstellen.

Die Lackqualität lässt zu wünschen übrig und auch bei der Rostvorsorge hat Mini nach Meinung vieler Autobesitzer gespart. Zwar hat die Korrosion in den meisten Fällen noch keinen kritischen Zustand erreicht, doch an den Türkanten und dem Unterboden ist fast immer Rost zu finden.

Rückrufe: Von Brandgefahr bis Rissbildung

Die erste Baureihe des Mini wurde in der Vergangenheit zum Opfer mehrerer Rückrufe, wie die Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes offenbart. Bei einigen Modellen aus dem Baujahr 2006 wurde an den Aufnahmepunkten für die Dachträger ab Werk keine Versteifung verbaut. Andere Fahrzeuge konnten durch eine elektrostatische Aufladung beim Tankvorgang Feuer fangen.

Weiterhin gab es Felgen, die bei hoher Beanspruchung Risse bekamen. Ein Ausfall der Schaltung, ausgelöst durch einen defekten Sicherungsclip am Seilzug, und die unzureichende Verschraubung der Traggelenke am Vorderachsquerlenker, runden die Liste der Rückrufaktionen ab.

 

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Klassische Schwächen des Mini Cooper bzw. Mini One

  • bis April 2015: schwache Kurbenwellenlagerung
  • Hauptuntersuchung: defekte Beleuchtung
  • hoher Ölverlust
  • zweite Generation, Diesel: Turboladerschäden
  • zweite Generation, Benziner: Steuerkette
  • Pannenschwerpunkte: Batterie, Lichtmaschine
  • erste Generation: Kritik an der Qualität
  • erste Generation: defekte Schaltgetriebe

 

Baureihen des Mini One

  • Mini (1. Gen) (R50) (2001 – 2006)
  • Mini (2. Gen) (R56) (2007 – 2013)
  • Mini (3. Gen) (F56) (seit 2014)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Weitere Ratgeber zum Mini Cooper

 

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