Smart ForTwo: Probleme & Schwachstellen (450, 451, 453) | Rost am Auspuff, dünnes Motoröl & gerissene Keilriemen | inklusive Rückrufe


Bild: Johannes MaximilianCC BY-SA 4.0, Link

Der Smart ForTwo gehört zu den legendären Automobilen, die jedes Kind kennt. Der Kleinwagen kam erstmals im Jahr 1998 auf den Markt und blickt mittlerweile auf drei erfolgreiche Generationen zurück.

Heute ist das Modell nur noch als Elektroauto erhältlich, was niemanden stört, denn der Smart ForTwo ist ein beliebter Zweitwagen, der überwiegend im Kurzstrecken- und Stadtverkehr genutzt wird.

Doch genau hier lagen in der Vergangenheit die Probleme. Ob rostiger Auspuff oder dünnflüssiges Motoröl: Der Smart ForTwo hatte mit diversen Mängeln zu kämpfen, die nicht allein der Qualität, sondern vor allem der Nutzungsart geschuldet waren. Aber auch die Technik hatte ihre Schwachstellen.

Das Team von CarWiki.de hat sich intensiv mit dem Smart ForTwo und seinen typischen Krankheiten beschäftigt. Wir sagen, worauf Autobesitzer unbedingt achten sollten, damit sie lange Freude an dem Kleinwagen haben.

Gerne vertrauen wir dabei auch auf die Erfahrungen unserer Leser*innen (z.B. nach der Inspektion). Sie können etwas zu den Fehlern beitragen? Dann hinterlassen Sie am Ende des Ratgebers gerne einen Beitrag. Wir danken Ihnen!

Probleme mit dem Smart ForTwo Typ 453 (seit 2014)

Die dritte Baureihe des Smart ForTwo wurde in Zusammenarbeit mit Renault entwickelt und kam im Jahr 2014 auf den Markt. Erneut ist das Modell etwas größer geworden als sein Vorgänger, gleichzeitig wurde jedoch der Wendekreis verkleinert.

Kurzum: Das Fahrzeug gilt noch immer als perfekter Stadtflitzer mit geringem Verbrauch. Ein Dieselmotor wird nicht mehr angeboten.

Die beiden Benzinmotoren wurden nur bis 2019 verkauft. Seither ist der Smart ForTwo ausschließlich mit Elektromotor erhältlich. Der Antrieb leistet bis zu 81 PS, während die Batterie mit 16,7 kWh eine offizielle Reichweite von 160 Kilometern ermöglicht.

Technik mit hoher Zuverlässigkeit

Der dritte Smart ForTwo überzeugt seine Besitzer mit Zuverlässigkeit. In der Pannenstatistik ist lediglich von schwachen Batterien zu lesen, die bei Modellen aus den Jahren 2015 und 2016 für Schwierigkeiten sorgten. Das Problem: Autobesitzer wurden nicht gewarnt, wenn sie das Licht vergessen hatten. Bei späteren Modellen besserte Smart nach.

Bei der Hauptuntersuchung gleichen sich die Schwierigkeiten mit jenen des Vorgängers: ein erhöhter Ölverlust, mangelhafte Beleuchtung und rostige Abgasanlagen sind die Hauptprobleme. Die Abgasuntersuchung kann gelegentlich zur Hürde werden. Aber natürlich nur bei den Verbrennern.

Das sagen Smart-Besitzer zum ForTwo

Die Kritik der Fahrzeugbesitzer bleibt verhalten. Es gibt offenbar nur wenige Schwachstellen. Dazu gehört die Elektronik, die immer wieder Probleme verursacht. Mal ist der Radioempfang gestört, dann spinnt das Start-Stopp-System. Für letzteren Mangel ist ein Pedalsensor verantwortlich, der falsche Signale liefert und das System stört. Besonders ärgerlich, wenn der Motor an der Ampel nicht mehr anspringt.

Die Automatik schaltet etwas träge, was einige Autobesitzer stört. Das Doppelkupplungsgetriebe, kurz DCT, schaltet oft bei hohen Drehzahlen, was auf Kosten des Komforts geht. Dazu kommt die Lautstärke des Klimakompressors.

Rückrufe: Vom Fertigungsfehler bis zum Materialbruch

Die Anfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt spuckt verschiedene Rückrufaktionen aus. So sorgte unter anderem die Verbindung zwischen Wählhebelzug “P” und dem Getriebe für das Eingreifen des Herstellers, weil nicht auszuschließen war, dass sich die Verbindung löst und sich in der Folge die Parksperre nicht mehr einlegen ließ.

Weil sich die Sicherungsmutter des Handbremsseilzugs lösen konnte und die Feststellbremse damit ohne Funktion war, musste Smart einen weiteren Rückruf einleiten. Brechende Achsschenkel an der Vorderachse, die auf Fehler im Fertigungsprozess zurückzuführen waren, zwangen ebenfalls mehrere Smart-Besitzer in die Werkstatt.

Eine defekte Betätigungssperre des Wählhebelmoduls, die gesteigerte Unfallgefahr aufgrund eines möglichen Ausfalls des Notbremsassistenten und die hohe Verletzungsgefahr infolge einer fehlerhaft verklebten Frontscheibe runden die Rückrufaktionen der dritten Generation des Smart ForTwo ab.

Probleme mit dem Smart ForTwo Typ 451 (2007 bis 2015)

Bild: M 93CC BY-SA 3.0 de, Link

Die zweite Generation des Smart ForTwo wurde zwischen 2007 und 2015 gebaut. Neben dem Coupé (C451) war auch ein Cabriolet (A451) erhältlich. Das Fahrzeug ist in der Länge gewachsen, was vordergründig den “Querparkern” missfiel.

Vom Vorgänger blieb nur wenig Technik übrig: Neue Motoren und ein optimiertes Fünf-Gang-Schaltgetriebe sorgten für deutliche Fortschritte.

Zur Auswahl standen auch Modelle mit Mild Hybrid Drive (MHD) und vollelektrische Fahrzeuge. In den Jahren 2010 und 2012 wurden zwei Modellpflegen umgesetzt, wobei jedoch nur geringfügige Änderungen vorgenommen wurden. Dazu gehörten beispielsweise Anpassungen am Emblem, der Front- und Heckstoßstange sowie dem Cabrioverdeck.

Antriebe: Von Ölverlust bis Keilriemen

Die Motoren des Smart ForTwo fallen bei der Hauptuntersuchung mit einem erhöhten Ölverlust auf. Als typisches Stadtauto kämpft das Modell mit bekannten Problemen: Kondenswasser lässt den Auspuff rosten, was bei den Prüforganisationen ebenfalls bemängelt wird.

Das Problem: Katalysator und Endschalldämpfer hängen beim Smart ForTwo zusammen, sodass ein Austausch teuer wird.

Häufiger Kurzstreckenverkehr lässt das Öl durch Kraftstoff flüssig werden, was den jährlichen Ölwechsel unabdinglich macht. Ansonsten sind die Motoren weitestgehend standfest und unproblematisch.

Eine Ausnahme bilden nur die Modelle mit Mild Hybrid Drive, kurz MHD. Weil der Keilriemen stark beansprucht wird, sind Verschleißschäden keine Seltenheit. Ein Riss ist meist unproblematisch, dennoch sollten Autofahrer auf die typischen Anzeichen achten. Dazu gehören die klassischen Geräusche, wie Pfeifen, Zwitschern oder Quietschen. Eine regelmäßige Kontrolle ist empfehlenswert.

Allerdings sind alle Arbeiten am Motor undankbar. Aufgrund der Einbaulage im Heck und der schlechten Erreichbarkeit lassen sich viele Arbeiten auch von geübten Autofahrern kaum selbst durchführen.

Sogar beim Wechsel des Luftfilters kann eine Hebebühne nicht schaden. Für ambitionierte Schrauber ist der Smart ForTwo eine schlechte Wahl.

Das sagen Besitzer zum Smart ForTwo

Die Klimaanlage fällt mit Undichtigkeiten auf, was viele Werkstattbesuche zur Folge haben kann. Denn nicht immer wieder der Grund für den Kühlmittelverlust gefunden. Das bedeutet, dass neben dem jährlichen Ölwechsel auch das jährliche Nachfüllen des Kältemittels zur Agenda vieler Smart-Besitzer gehört.

Diese berichten zudem von Gebläsemotoren der Lüftung, die pfeifende Geräusche von sich geben, sowie klappernde Lenkungen. Nicht problematisch, aber dennoch ärgerlich, sind Lackfehler. Die Qualität der Lackierungen lässt beim Smart ForTwo zu wünschen übrig.

Zu den weiteren Sorgen der Smart-Fahrer gehört das Sonnenrollo, das gelegentlich aus seiner Halterung fällt. Das Schloss der Heckklappe zickt gerne rum. Es kann sich verklemmen, was dazu führt, dass sich die Heckklappe nicht mehr öffnen lässt.

Wenig Ärger bei der Hauptuntersuchung

Mit Ausnahme der oben genannten Probleme bereitet der Smart ForTwo bei der Hauptuntersuchung nur wenig Schwierigkeiten. Das Fahrwerk ist solide, die Antriebswellen absolut mängelfrei. Die Beleuchtung, insbesondere das Abblendlicht und die Rückleuchten, werden dagegen häufiger moniert.

Die Bremsanlage ist weitestgehend fehlerfrei und in seiner Funktion ausreichend. Der Verschleiß an den Bremsscheiben ist gering. Allerdings gelten die Bremsleitungen im hohen Alter als Schwachstelle. Hier könnte ein Austausch notwendig sein.

Die Pannendienste haben mehr zu berichten, denn die Baureihe 451 fiel mit zahlreichen Problemen auf. Defekte Anlasser waren bis 2009 eine Schwachstelle, dann wechselte Smart den Zulieferer. Auch die Lichtmaschinen versagten bis 2008 häufiger.

Ein Problem mit den Regensensoren (Fehlerströme) führten bis 2009 zur Entladung der Batterie – oft musste dann gewechselt werden.

Defekte Wegfahrsperren (bis 2008) und kaputte Türschlösser auf der Fahrerseite (bis 2008) ergänzen die Liste der häufigsten Pannen. Auch die Scheibenwischer versagten bei Modellen von 2007 bis 2009 häufiger den Dienst. Insgesamt fällt jedoch auf, dass Smart die Probleme ab 2008 größtenteils im Griff hatte.

Rückrufe: Kurzschluss, Lackqualität & Anzugsmoment

Auch bei den Rückrufaktionen ist der Smart ForTwo sehr unauffällig. Modelle, die zwischen dem 19. April 2008 und dem 26. Juni 2008 produziert wurden, mussten wegen Problemen mit der Lackqualität in die Werkstätten. Genauer gesagt konnte sich der Lack ablösen, was im Bereich von Dach und Windschutzscheibe zum Verlust der Bauteile führte. Eine komplette Neulackierung der Fahrgastzelle war notwendig.

Weiterhin sorgte das Heizabsperrventil für einen Rückruf. Infolge eines erhöhten Verschleißes war ein Kurzschluss mit Überhitzung nicht auszuschließen. Es kam mindestens zur Geruchsbildung, eine erhöhte Brandgefahr wurde nicht bestätigt. Dennoch war die Stilllegung des elektrischen Ventils notwendig.

Die Liste der Rückrufaktionen wird durch ein fehlerhaftes Anzugsmoment der beiden Schrauben am vorderen rechten Bremssattelhalter abgerundet. Es war möglich, dass sich der Sattel löst, an die Felge stößt und dadurch die Fahrstabilität beeinträchtigt. Die zuständigen Fachhändler überprüften und korrigierten das Anzugsmoment.

Probleme mit dem Smart ForTwo Typ 450 (1998 bis 2007)


Bild: OSXLink

Der erste Smart ForTwo feierte seinen Marktstart im Jahr 1998. Der zweisitzige Kleinwagen, der sich auch zum “Querparken” eignet, wurde als Coupé (C450) und Cabriolet (A450) angeboten. Im Heck arbeitet ein Dreizylinder-Turbomotor, der die Hinterachse antreibt. Das Modell gilt insbesondere wegen der kompakten Größe als typisches Stadtauto.

Im Januar 2003 folgte eine Modellpflege, die hauptsächlich stärkere Motoren umfasste. Aber auch das Fahrwerk, das immer wieder in der Kritik stand, wurde optimiert.

Zur Auswahl standen sowohl Diesel- als auch Benzinmotoren. Der erste Smart ForTwo wurde mit (automatisiertem) 6-Gang-Schaltgetriebe angeboten.

Das Modell ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Im aktuellen TÜV-Report und den bekannten Pannenstatistiken findet der erste Smart ForTwo keine Erwähnung mehr. Insgesamt schneidet der Kleinwagen durchschnittlich ab.

Schwachstellen an Motor, Getriebe & Co.

Zu den typischen Schwachstellen am Antrieb gehört ein übermäßiger Ölverlust, samt Undichtigkeiten am Turbolader. Auch defekte Anlasser, Probleme mit der Steuerkette sowie undichte Ansaugrohre sind beim ersten Smart ForTwo keine Seltenheit.

Das Getriebe fällt mit unsanften, ruckelnden Schaltvorgängen auf. Zudem sind diverse Getriebefehler nicht ausgeschlossen. Oft rostet das Massekabel zwischen Motorträger und Karosserie, was Störungen verursacht. Aber auch der Kupplungsaktuator, der feucht wird oder verschmutzt und dadurch Schaden nimmt, gilt als Schwachstelle.

Weitere Schwächen: gebrochene Fahrwerksfedern, korrodierte Bremsleitungen und ausgeschlagene Gelenke an der Lenkung. Besitzer berichten von diversen Undichtigkeiten und Wassereinbruch im Innenraum, meist auf defekte Dichtungen zurückzuführen. Rost ist fast kein Thema und kommt lediglich am Schweller vor.

Rückrufe: Montagefehler, hoher Verschleiß & mehr

Die bisherigen Rückrufe wurden erfolgreich beendet. Dennoch möchten wir die wichtigen Aktionen erwähnen. Dazu gehören ein möglicher Verschleiß am unteren Traggelenk sowie fehlerhafte Lenksäulen mit unzureichender Schweißnaht.

Nicht konforme Dichtmanschetten an den Vorderachstraggelenke verursachten eine vorzeitige Korrosion. Ein Sicherungsring im Lenkgetriebe, der möglicherweise nicht richtig montiert wurde, konnte zum Ausfall der Lenkung führen.

 

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Zusammenfassung der Probleme am Smart ForTwo

  • stellenweise sehr träge Automatik (schaltet verzögert und langsam)
  • schwache Batterien (Modelljahre 2015 & 2016)
  • erhöhter Ölverlust (Typ 450 & 451)
  • Rost am Endschalldämpfer
  • Schwachstellen mit dem Keilriemen (Typ 451)
  • diverse Rückrufe (u.a. Lackqualität)

 

Baureihen des smart fortwo

  • smart fortwo 450 (1998 bis 2001)
  • smart fortwo 450 (Facelift Nr. 1) (2000 bis 2003)
  • smart fortwo 450 (Facelift Nr. 2) (2004 bis 2007)
  • smart fortwo 451 (2007 bis 2010)
  • smart fortwo 451 (Facelift Nr. 1) (2010 bis 2012)
  • smart fortwo 451 (Facelift Nr. 2) (2012 bis 2015)
  • smart fortwo 453 (2014 bis 2019)
  • smart fortwo 453 (Facelift Nr. 1) (seit 2020)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Zusätzliche CarWiki Beiträge zum Smart ForTwo

 
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