Probleme mit dem Fiat Ducato | Schwachstellen, Krankheiten & Fehler im Überblick | inkl. wichtige Rückrufe


Bild: Rutger van der Maar – CC BY 2.0, Link

Der Fiat Ducato gilt als beliebte Basis für unterschiedliche Wohnmobile und zahlreiche Lieferwagen, was für anspruchsvolle Aufgaben und hohe Laufleistungen spricht. Dennoch konnte der Italiener in der Vergangenheit überzeugen, und zwar seit 1982 – mittlerweile in drei Generationen.

Dabei zeigte der Fiat Ducato einige Schwächen, was vollkommen in Ordnung ist. Damit Handwerker, Camper und Co. wissen, worauf zu achten ist, haben wir den nachfolgenden Problem-Ratgeber erstellt.

Ob Rost, Wassereinbruch oder Verschleiß: Unsere Experten haben die typischen Schwachstellen des Fiat Ducato gefunden.

Wir freuen uns, wenn unsere Leser*innen ihr Feedback zum Fiat Ducato teilen. Wenn Sie den praktischen Kastenwagen in der Vergangenheit gefahren sind, egal ob als Wohnmobil oder Lieferwagen, dann können Sie Ihre Erfahrungen gerne in der Kommentarfunktion am Ende des Beitrags hinterlassen. Die CarWiki-Community dankt Ihnen!

Probleme mit dem Fiat Ducato III Typ 250 (seit 2006)

Die dritte Generation des Fiat Ducato (Typ 250) wird bereits seit 2006 gebaut, wobei es in den vergangenen Jahren mehrere Modellpflegen und Facelifts gab, um das Modell auf den neuesten Stand der Technik (und Optik) zu bringen. Benzinmotoren stehen in der dritten Baureihe nicht mehr zur Auswahl, als Antrieb fungierten ausschließlich die Dieselmotoren.

Im Laufe der Jahre gab es diverse Anpassungen, um die Motoren gemäß Euro 5, Euro 6 und Euro 6d Temp zu rüsten. Dadurch änderten sich auch Verbrauch und Leistung der einzelnen Selbstzünder (hier finden Sie alle technischen Daten des Fiat Ducato).

Im Jahr 2019 präsentierte Fiat zudem einen e-Ducato mit Elektroantrieb.

Wenig Schwächen am Antrieb

Im Zuge unserer Recherche konnten wir nur wenig Schwächen am Antrieb des Fiat Ducato herausfinden. Vor allem allgemeine Schwachstellen sind selten, in den meisten Fällen handelt es sich um Einzelfälle, die nicht in besonderer Häufigkeit feststellbar waren.

Kleinere Probleme sind vornehmlich auf Defekte am Dieselpartikelfilter, den Einspritzdüsen oder fehlerhafte Verkabelungen (Massefehler) zurückzuführen. Kaputte Zylinderkopfdichtungen infolge einer Überhitzung treten kaum auf. Insbesondere bei den späteren Modellen, bei denen die Motoren mehrfach überarbeitet und optimiert wurden, sind Probleme selten.

Das manuelle Schaltgetriebe ist offensichtlich standfester geworden und die Probleme mit dem fünften Gang sind gelöst. Vereinzelt klagen Autobesitzer über Schwierigkeiten mit dem Automatikgetriebe, das unsanft schaltet. Neben einem Softwareupdate kann auch eine Getriebespülung mit Ölwechsel helfen.

Wassereinbruch im Motorraum

Die Besitzer der frühen Modelle dieser Baureihe beklagen den fehlerhaften Wasserablauf im Frontbereich. Oft sind die Abläufe mit Laub und Schmutz verstopft, sodass Regenwasser direkt in den Motorraum läuft, wo es teure Folgeschäden verursacht.

In vielen Fällen ist aber auch die Dichtung defekt oder locker, die sich zwischen Frontscheibe und Abdeckung befindet, sodass das Wasser einen direkten Weg findet. Bei späteren Modellen wurden Optimierungen vorgenommen, allerdings sollte der Motorraum dennoch auf Feuchtigkeit untersucht werden, um Rostschäden zu vermeiden.

Rost ist bislang noch kein großes Thema, zumindest nicht so groß wie bei den Vorgängern. Dennoch sollten Autobesitzer die Augen offenhalten und möglicherweise Versiegelungen vornehmen. Betroffen sind Schweller, Radläufe und Türkanten.

Das sagen Besitzer zum Fiat Ducato

Mehrere Besitzer berichteten uns, dass sie schon bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren mit Problemen an der Feststellbremse zu kämpfen hatten. Offenbar wirkte die Handbremse nur einseitig, sodass sie zunächst ohne TÜV-Plakette vom Hof mussten.

Grundsätzlich ist die Feststellbremse beim Fiat Ducato sehr schwach ausgelegt. Das “Warmbremsen”, das einige Prüfer empfehlen, ist mit Vorsicht durchzuführen und wird seitens Fiat nicht empfohlen!

Ein interessantes Thema ist der richtige Reifendruck. Fiat schreibt den Kunden offensichtlich einen Luftdruck von 5,5 bar vor, was im Laufe der Zeit nicht nur zum ungleichmäßigen Reifenverschleiß führt, sondern auch den Fahrkomfort erheblich verschlechtert. Der hohe Wert gilt allerdings für die volle Belastung des jeweiligen Reifentyps.

Der optimale Luftdruck für den Fiat Ducato liegt im Bereich von 3,5 bar.

Rückrufe: Brandgefahr, Leistungsverlust & Co.

Der ADAC berichtet von mehreren Rückrufen, unter anderem wegen einer gelösten Motorabdeckung (Brandgefahr), fehlerhaften Bremsschläuchen und einem lockeren Reserverad. Auch die Verbindungsschrauben von Motor und Getriebe konnten sich lösen. Dazu kamen die unzureichende Fettfüllung am Lenkgetriebe und eine fehlende Abdeckung am Scheibenwischermotor.

Zusätzliche Abdeckungen am Anlasser und dem ABS-Steuergerät verhinderten das Eindringen von Feuchtigkeit. Ebenso war der dritte Fiat Ducato von nichtkonformen Blattfedern an der Hinterradaufhängung und einem fehlenden Batteriekabel (Brandgefahr) betroffen.

Es folgten ein Leistungsverlust wegen fehlender Halteklammern und eine erhöhte Unfallgefahr infolge einer defekten Verkabelung, die zum Ausfall der Rückleuchten führte.

Probleme mit dem Fiat Ducato II Typ 230/244 (1994 bis 2006)

Bild: order_242Fiat Ducato 120 MultiJet Cargo 2011, CC BY-SA 2.0, Link

Die zweite Generation des Fiat Ducato (Typ 230) folgte im Jahr 1994. Zu den meistverkauften Modellen gehörte der geschlossene Kastenwagen, der als Basis für zahlreiche Wohnmobile diente. Der Fiat Ducato ist baugleich mit Peugeot Boxer und Citroën Jumper. Für den Antrieb sorgten wahlweise ein Zweiliter-Benziner oder verschiedene Dieselmotoren.

Ein Facelift wurde im April 2002 durchgeführt, sodass der Fiat Ducato künftig als Typ 244 bezeichnet wurde. Neben optischen Anpassungen, wie einer veränderten Frontpartie mit größeren Scheinwerfers, wurden auch neue Motoren eingeführt.

Motoren: Standfest, aber schwach

Die Motoren, egal ob Benziner oder Diesel, gelten als solide, standfest und langlebig. Allerdings gibt es Ausnahmen. Der 1.9er Diesel ist für den Betrieb von Wohnmobilen zu schwach ausgelegt, was bei Dauerbeanspruchung zu Schäden führt. Meist überhitzen die Aggregate unter hoher Last, was zum Defekt der Zylinderkopfdichtung führt.

Die größeren Motoren, also ab Zweiliter-Hubraum, sind besser geeignet. Dennoch sollte auf den klassischen Service samt regelmäßigem Ölwechsel nicht verzichtet werden. Unter Umständen tritt ein Ölverlust an Motor und Getriebe auf, der auf defekte Dichtungen zurückzuführen ist (immer nachfüllen, wenn die Öllampe leuchtet).

Zu den relevanten Problemen der älteren Motoren gehört die Abgasnorm, die nicht ausreichend ist, um die grüne Plakette zu erlangen. Dadurch gilt für die Fahrzeuge in den meisten Innenstädten ein Fahrverbot.

Das sagen Besitzer zum Fiat Ducato

Der Fiat Ducato taucht weder im TÜV-Report noch in den gängigen Pannenstatistiken auf, sodass wir uns auf die Suche nach langjährigen Fiat-Fahrern gemacht haben, um wichtiges Feedback zur Technik zu erhalten. Dabei wurde uns berichtet, dass vor allem Domlager und Radlager bei hoher Laufleistung den Geist aufgeben.

Weiterhin werden die Achsmanschetten gerne undicht. Die (elektrische) Leuchtweitenregulierung der Scheinwerfer ist häufiger von Defekten betroffen. Fahrzeuge mit größeren Aufbauten, insbesondere die Wohnmobile, fallen mit einem erhöhten Kupplungsverschleiß und möglichen Schäden auf.

Kurios: Kleinteile, wie Münzen oder Büroklammern, die sich im Handschuhfach befinden, können durch einen kleinen Schlitz in der Abdeckung fallen. Dann landen sie direkt auf der Elektronik, hauptsächlich dem Blinkrelais. Das führt nicht selten zu Elektronikproblemen und durchgebrannten Sicherungen. Es lohnt sich bei vergleichbaren Schwierigkeiten also, die Verkleidung zu demontieren und einen Blick auf das Innenleben zu werfen.

Der fünfte Gang als Schwäche

Im zweiten Fiat Ducato war ausschließlich ein manuelles Schaltgetriebe mit fünf Gängen verfügbar, das schon im Vorgänger für Probleme sorgte. Dabei steht vordergründig der fünfte Gang in der Kritik. Und das aus mehreren Gründen. Zum einen ist der fünfte Gang sehr lang übersetzt, was auf der Autobahn nützlich ist, im Stadtverkehr jedoch zu einer erhöhten Anzahl an Schaltvorgängen führt.

Daher gibt es bereits verschiedene Möglichkeiten und Varianten, um die Zahnräder zu wechseln, um die Übersetzung zu ändern. Überdies ist das serienmäßige Zahnrad für den fünften Gang von einer besonderen Häufigkeit an Schäden betroffen. Es ist nicht unüblich, dass die Zähne brechen.

Dazu gibt es zwei Theorien: Einerseits handelt es sich um ein zweiteiliges Zahnrad, bei dem die Schaltverzahnung aufgeschweißt wurde. Fertigungstoleranzen und schlechte Schweißnähte führen dann zum Defekt der Zähne. Andererseits besteht ein Problem mit der Ölversorgung. Wurde zu wenig Öl eingefüllt, dann wird das Zahnradpaar des fünften Gangs nicht mehr ausreichend mit Schmiermittel versorgt.

Dadurch sind Schäden vorprogrammiert, sodass es immer lohnt, den Ölstand am Getriebe zu kontrollieren und auf Undichtigkeiten zu achten. Unabhängig von der Ursache kann ein Schaden am fünften Gang bis zu 1.000 Euro an Reparaturkosten verschlingen.

Apropos Getriebe: Mehrere Leser*innen berichteten von Undichtigkeiten am Getriebe, die auf defekte Lagerungen zurückzuführen waren. Dabei ist vor allem der Ausgang der Tachowelle betroffen. Hier ist häufiger hinzusehen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Rost als große Schwachstelle

Es gibt auch gut erhaltene Modelle des zweiten Fiat Ducato, doch in der Regel sind die Fahrzeuge erheblich vom Rost betroffen. Insbesondere an den Schwellern, den Wagenheberaufnahmen und den Kotflügeln blüht der Rost. An der Hinterachse setzt der Fiat Ducato auf Blattfedern, die im Alter brechen können.

Von der Korrosion sind aber auch die vorderen Querträger betroffen. Zudem berichtet ein Leser, dass eine ausgelaufene Batterie für erhöhten Rostbefall am Längsträger sorgte. Sollte hier tatsächlich Rost zu finden sein, stellt sich die Reparatur als schwierig dar. In der Regel sind Motor und Getriebe auszubauen, um die betroffenen Stellen gut zu erreichen.

Ein gründlicher Blick auf den Unterboden ist immer zu empfehlen, auch bei Wohnmobilen, die vermeintlich nur im Sommer bewegt werden. Auch Ölwanne und Kraftstofftank bleiben von der Korrosion mehrheitlich nicht verschont.

Rückrufe: Vom losen Tank bis zur Undichtigkeit

Zu den wichtigsten Rückrufen, denen sich der zweite Fiat Ducato unterziehen musste, gehörte ein loser Tank, dessen hintere Befestigungspunkte verstärkt werden mussten. Auch ein undichtes EGR-Ventil, das zum Wassereintritt in den Bremskraftverstärker führte, zwang Autobesitzer in die Werkstatt.

Probleme mit dem Fiat Ducato I Typ 280/290 (1982 bis 1994)

Bild: Rudolf StrickerSelbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, Link

Die erste Generation des Fiat Ducato wurde von Januar 1982 bis August 1990 produziert, ehe im Jahr 1994 der Nachfolger auf den Markt kam. Mittlerweile ist dieses Modell nur noch selten auf deutschen Straßen zu finden, meist als Wohnmobil. Daher gehen wir nur in aller Kürze auch die häufigsten Probleme ein.

Der erste Fiat Ducato hatte ein 5-Gang-Schaltgetriebe mit Lenkradschaltung. Zur Auswahl standen verschiedene Benzin- und Dieselmotoren. Zu den häufigsten Problemen gehörten fehlerhafte Masseverbindungen, defekte Zündschlösser sowie Getriebeprobleme.

 

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Schwächen am Fiat Ducato im Überblick

  • Defekte am fünften Gang
  • Belastungsschäden an kleinen Motoren
  • möglicher Ölverlust am Antrieb
  • hoher Kupplungsverschleiß
  • übermäßige Rostbildung (bei älteren Modellen)
  • Domlager & Co.: Verschleiß am Fahrwerk
  • Wassereinbruch im Motorraum

Baureihen des Fiat Ducato

  • Fiat Ducato 230/240 (1994 bis 2002)
  • Fiat Ducato 244 (Facelift Nr. 1) (2001 bis 2006)
  • Fiat Ducato 250 (2006 bis 2014)
  • Fiat Ducato 250 (Facelift Nr. 1) (seit 2014)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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