Fiat Panda: Probleme, Krankheiten & Fehler im Überblick | Schwache Bremse, starker Rost, Ölverlust & Verschleiß am Fahrwerk | wichtige Rückrufe


Bild: Corvettec6rCC BY-SA 4.0, Link

Mit mehr als vier Millionen gebauten Fahrzeugen gehört der Fiat Panda zu den erfolgreichsten Modellen des italienischen Autoherstellers. Der beliebte Kleinwagen gehört seit 1980 (mit kleiner Pause) zum Angebot und soll mindestens bis 2026 weiter verkauft werden.

Die dritte Generation des Fiat Panda ist seit zehn Jahren auf dem Markt und noch immer sehr gefragt – trotz diverser Schwächen.

Während die Motoren offenbar nur wenig Probleme bereiten, sind Fahrwerk und Karosserie umso anfälliger. Vor allem Korrosion gilt als große Schwäche des kleinen Italieners. Welche Schwachstellen sollten Autobesitzer außerdem kennen? Wir haben die typischen Krankheiten zusammengefasst und nach Baureihen sortiert.

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Probleme mit dem Fiat Panda III Typ 312/319 (seit 2012)

Die dritte Generation des Fiat Panda (Typ 312,319) wurde im Jahr 2011 vorgestellt und ab März 2012 in Deutschland verkauft. Abermals standen Benziner und Diesel zur Verfügung, wobei der Selbstzünder nur bis 2018 verkauft wurde. Seit 2020 ist eine Mild-Hybrid-Variante erhältlich. Hier finden Sie alle technischen Daten des Modells.

Problematisch: Im Euro-NCAP-Crashtest 2018 konnte der Fiat Panda keinen Stern erzielen! Den aktuellen Anforderungen wurde der Kleinwagen nicht gerecht, es drohen schwere Verletzungen für Kinder und Erwachsene. Aber auch die fehlenden Sicherheitsausstattungen, wie Spurhalteassistent oder Notbremsassistent, sorgten für die schlechte Bewertung.

Das sagen Besitzer zum Fiat Panda

Die meisten Autobesitzer, die wir im Zuge unserer Recherche gesprochen haben, sind mit ihrem Fiat Panda zufrieden. Kleinere Probleme gab es nur mit Warnleuchten, die plötzlich ohne Grund aufleuchteten, aber genauso schnell wieder verschwanden. Dazu hörten wir von Ausfällen der Servolenkung, schwachen Klimaanlagen und gerissenen Schaltsäcken.

Die Technik des Fiat Panda hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht groß weiterentwickelt. Das ist ein Punkt, den einige Autobesitzer kritisieren, denn von Luxus und Komfort kann im Kleinwagen keine Rede sein. Vor allem in der Basisausstattung handelt es sich um einen einfachen Kleinwagen für den Stadtverkehr.

Die Motoren sind standfest und langlebig, insbesondere bei guter Pflege und Wartung. Der jährliche Ölwechsel ist nicht zu vergessen. Zudem sollten Autobesitzer regelmäßig den Kühlwasserstand im Auge halten und auf mögliche Undichtigkeiten achten. Das beugt Folgeschäden, etwa an der Zylinderkopfdichtung vor.

Der TÜV-Besuch als Sorgenkind

Man merkt der dritten Generation an, dass die Gene des Vorgängers noch vorhanden sind. Dadurch werden die Sorgen vor der Hauptuntersuchung nicht weniger. Erneut steht das Fahrwerk, speziell die Federn und Dämpfer, in der Kritik. Wenigstens die Achsaufhängung hat sich verbessert, ebenso wie Antriebswellen und Lenkung.

Bei der Beleuchtung gibt’s große Abzüge, denn die Scheinwerfer sind zu oft verstellt und auch defekte Birnen sind keine Seltenheit. Hier lohnt es sich, vor dem TÜV Termin einen Lichttest in der Werkstatt zu machen. Bei der Bremse gibts Kritik für die Funktion und den Zustand von Bremsscheiben und Bremsschläuchen.

Der Antrieb bleibt vorwiegend unauffällig, einer erhöhter Ölverlust an Motor und Getriebe ist nicht feststellbar. Dafür macht der Zustand der Abgasanlage Ärger. Die fortschreitende Korrosion ist ein allgemeiner Kritikpunkt am Fiat Panda. Wenigstens die Abgasuntersuchung scheint kein Problem mehr zu sein.

Und was sagt die Pannenstatistik? Der ADAC muss häufig ausrücken, wobei es sich in den meisten Fällen um Probleme mit der Batterie handelt. Hier sind primär die ersten Modelle betroffen. Die Batteriepolklemmen sorgen bei Fahrzeugen aus 2013 für Probleme. Außerdem gilt das Schaltgestänge (2012 bis 2013) als Schwerpunkt.

Rückrufe: Materialfehler, Produktionsfehler & Co.

Eine Anfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt offenbart die bisherigen Rückrufe des Fiat Panda. Ein Fertigungsfehler konnte zum Bruch der Gurtpeitsche führen, zudem sorgte ein Materialfehler für den Bruch der Getriebehalterung, was im Antriebsverlust resultierte. Kurios: In der Bedienungsanleitung waren falsche Informationen zum Anlegen von Sicherheitsgurten und dem Motorölstand aufgeführt.

Wegen einer fehlerhaften Zündladung entfaltete sich im Falle eines Unfalls die Seitenairbags nicht ordnungsgemäß. Weiterhin gab es Probleme mit der Sprengladung, die ein erhöhtes Verletzungsrisiko zur Folge hatten. Ein fehlender Verstärkungsbügel an der Drehmomentstütze konnte die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Zusätzlich sorgte das FIAT-Logo auf dem Lenkrad für einen Rückruf, weil es sich lösen und bei einem Unfall mit Airbagauslösung den Fahrer verletzten konnte.

Probleme mit dem Fiat Nuova Panda II Typ 169 (2003 bis 2012)

Bild: Corvettec6rLink

Im Jahr 2003 folgte die zweite Generation des Fiat Panda, die nicht ohne Grund den Zusatz “Nuova” (ital. für neu) enthielt. Vom Vorgänger blieb nichts mehr übrig, es handelte sich um eine komplette Neuentwicklung mit stärkeren Motoren, größerem Platzangebot und besserer Ausstattung. Zudem war der zweite Fiat Panda nur als Fünftürer erhältlich.

Für den Antrieb sorgten Benzin- und Dieselmotoren. Auch eine Erdgas-Variante gehört zum Angebot. In den letzten zwei Jahren vor dem Generationenwechsel wurden die meisten Motoren gestrichen, sodass neben Diesel (1.3 Multijet 16V) und Erdgas (1.4 8V) nur noch der 1.2 8V Benziner mit 69 PS zu kaufen war.

Solide Motoren mit Langlebigkeit

Wer einen Fiat Panda der älteren Baujahre fährt, braucht keine Angst vor einem Riss des Zahnriemens zu haben. Die Motoren mit acht Ventilen und 54 bzw. 60 PS sind sogenannte “Freiläufer”, bei denen sich Kolben und Ventile niemals in die Quere kommen. Ein Riss des Zahnriemens ist daher nicht mit einem kapitalen Motorschaden verbunden.

Dennoch sollte die Wartung nicht vernachlässigt werden. Regelmäßige Ölwechsel sind für die Langlebigkeit der Antriebe unabdinglich. Und: Die neueren Motoren (1.2 8V) mit 69 PS sind keine Freiläufer mehr, sodass der Zahnriemenwechsel unbedingt gemäß Wartungsintervall vorzunehmen ist.

Die Zündkerzen sollten nach spätestens 40.000 Kilometern gewechselt werden. Auch das Kühlwasser ist im Auge zu halten, um eine Überhitzung zu vermeiden. Bei hohen Beanspruchungen kann es vorkommen, dass die Zylinderkopfdichtung eines Tages den Dienst quittiert. Allerdings sind die Kosten für eine Reparatur bei diesen Motoren überschaubar.

Viel Kritik bei der Hauptuntersuchung

Autobesitzer sollten sich vor einer anstehenden Hauptuntersuchung fürchten, denn die zweite Generation des Fiat Panda ist dort besonders auffällig. Kritik gibt es schon für das Fahrwerk, dessen Stoßdämpfer vorzeitig fällig sind. Die Achsaufhängung wird oft bemängelt. Bei Modellen bis 2016 gab es mehrere Defekte an den Traggelenken.

Dazu kommt eine erhöhte Rostbildung, die ab der fünften Hauptuntersuchung gefährlich wird. Wenigstens bei der Beleuchtung kann der Fiat Panda strahlen. Allerdings gehen die Kritikpunkte bei der Bremse weiter. Die Funktion ist oft mangelhaft, dazu fallen Bremsscheiben und -schläuche mit Verschleiß auf. Nur die Handbremse ist solide.

Leichte Mängel gibt’s auch am Antrieb, der hin und wieder mit Ölverlust auffällt (regelmäßiges Ölstand kontrollieren & nachfüllen ist Pflicht). Allerdings bleiben die Undichtigkeiten im Rahmen. Die Abgasanlage fällt auch der Korrosion zum Opfer und bei der Abgasuntersuchung stimmen die geforderten Werte nicht immer. Kurzum: Der Erfolg bei der Hauptuntersuchung ist für den zweiten Fiat Panda kein Kinderspiel.

Gute Werte in der Pannenstatistik

Der zweite Fiat Panda belegt in der Pannenstatistik vom ADAC einen guten Platz und landet in seiner Klasse der Kleinwagen sogar in den Top-Drei. Das lässt sich gar nicht vermuten, wenn man die zahlreichen Pannenschwerpunkte untersucht. Bei den Benzinern gab es bis 2005 noch Störungen im Motormanagement, was erst durch Softwareupdates gelöst wurde.

Defekte Drosselklappenpotentiometer waren beim Benziner ebenfalls keine Seltenheit. Es folgten Probleme mit den Kraftstoffpumpen, die entweder selbst den Dienst quittierten oder die Sicherung zum Durchbrennen brachten. Zu den besonderen Schwachstellen gehört die Wegfahrsperre, die oft defekt ist.

Offenbar fühlt sich der Marder im Fiat Panda besonders wohl. Der ADAC meldet eine besondere Häufigkeit an Bissschäden, insbesondere an den Zündkabeln. Unser Tipp: Wer einen risikobehafteten Stellplatz hat, sollte geeignete Maßnahmen gegen die Raubtiere ergreifen.

Rückrufe: Produktionsfehler und weitere Aktionen

In seinem knapp zehnjährigen Dasein hat sich der zweite Fiat Panda laut ADAC nicht viele Rückrufe erlaubt. Autobesitzer mussten unter anderem wegen einer fehlerhaften Lenkzwischenwelle in die Werkstatt. Im schlimmsten Fall war das Fahrzeug nicht mehr lenkbar, wenn sich die Welle löste.

Dazu kamen Rückrufe wegen der Gefahr eines Wasser- und Salzeintritts in das ABS-Steuergerät, einem undichten Verbindungsstück der Dieselrücklaufleitung sowie einer fehlerhaften Vulkanisierung der Bremsschläuche, die zum Ausfall der Bremsleistung führen konnte.

Probleme mit dem Fiat Panda I Typ 141 (1980 bis 2003)


Bild: – CC0, Link

Knapp 700 Kilogramm schwer, weniger als 50 PS stark und ausschließlich als Dreitürer verfügbar. Mit diesen Eckdaten kam der erste Fiat Panda im März 1980 als Nachfolger des legendären Fiat 126 auf den Markt.

Der Kleinwagen wurden mit drei unterschiedlichen Benzinmotoren angeboten, zwischenzeitlich auch als Diesel.

Im Laufe der Jahre gab es mehrere Anpassungen am Fiat Panda, unter anderem an den Motoren, aber auch am Fahrwerk, das bei den ersten Modellen über Blattfedern an der Hinterachse verfügte.

Es folgten diverse Sondermodelle, etwa als Fiat Panda Van oder als Fiat Panda 4×4 mit Allradantrieb.

Mittlerweile ist der erste Fiat Panda eine Seltenheit, sodass wir die typischen Schwachstellen nur kurz erwähnen. Vor allem Rost ist ein großes Problem, nicht nur an den Türkanten und Längsträgern, sondern auch an der Ölwanne, den Massekabeln und der Bremse.

Diverse Elektronikprobleme, defekte Leuchtweitenregulierungen sowie Undichtigkeiten, vor allem am optionalen Faltdach, runden die Mängelliste ab.

 

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Im Überblick: Schwachstellen des Fiat Panda

  • Hauptuntersuchung: Stoßdämpfer, Achsaufhängung & Bremse
  • Starke Rostbildung als großes Problem
  • leichter Ölverlust bei älteren Modellen
  • Beleuchtung: Scheinwerfereinstellung oft defekt
  • schwache Batterien als Pannenschwerpunkt

Baureihen des Fiat Panda

  • Fiat Panda 141 (1980 bis 1986)
  • Fiat Panda 141 (Facelift Nr. 1) (1986 bis 1991)
  • Fiat Panda 141 (Facelift Nr. 2) (1991 bis 1996)
  • Fiat Panda 169 (2003 bis 2013)
  • Fiat Panda 312 (2012 bis 2020)
  • Fiat Panda 312 (Facelift Nr. 1) (seit 2020)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Ergänzende Ratgeber zum Fiat Panda

 
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