Probleme mit dem Kia Sorento | Fehler, Krankheiten & Schwachstellen aller Baureihen im Überblick | inklusive wichtiger Rückrufe


Bild: M 93, CC BY-SA 3.0 de, Link

Mit dem Kia Sorento bietet der südkoreanische Automobilhersteller seit 2002 ein günstiges SUV für den europäischen Markt an. Der Geländewagen überzeugt nicht nur mit seinem attraktiven Preis, sondern auch den kraftvollen Motoren und der guten Alltagstauglichkeit.

Kein Wunder, dass das Modell mittlerweile in der vierten Generation besteht.

Allerdings hat der Kia Sorento auch Schwachstellen und Fehler vorzuweisen. Insbesondere die ersten beiden Baureihen standen nicht nur bei Autofahrern, sondern auch bei Prüforganisationen und Pannendiensten in der Kritik. Auf welche Schwächen ist beim Kia Sorento zu achten?

Dieser Frage ist das Team von CarWiki.de auf den Grund gegangen. Wir haben mit langjährigen Besitzern, erfahrenen Fachwerkstätten und Pannenhelfern gesprochen, um die klassischen Schwachstellen des Kia Sorento aufzudecken.

Vielleicht können Sie auch noch dazu beitragen, den nachfolgenden Ratgeber zu ergänzen? Wir greifen gerne auf die Erfahrungen unserer Leser*innen zurück (z.B. nach der Inspektion), um der Community weiterzuhelfen. Hinterlassen Sie am Ende des Beitrags gerne einen Kommentar mit Ihren Erlebnissen. Danke!

Probleme mit dem Kia Sorento IV Typ MQ4 (seit 2020)

Seit Mitte 2020 wird die vierte Baureihe des Kia Sorento (Typ MQ4) in Deutschland verkauft. Neben herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren steht erstmals auch ein Hybrid-Antrieb zur Auswahl. Dabei wird der 1,6-Liter-Ottomotor durch einen Elektromotor mit 60 PS unterstützt. Dadurch sinkt der Verbrauch auf unter zwei Liter pro 100 Kilometer.

Die Fahrzeuge mit Benzinmotor vertrauen auf ein Automatikgetriebe mit sechs Stufen, während beim Dieselantrieb ein Doppelkupplungsgetriebe mit acht Stufen verbaut ist (hier finden Sie alle technischen Daten).

Der aktuelle Kia Sorento ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Daher fehlen wichtige Erkenntnisse über Schwachstellen, Probleme und Kinderkrankheiten. Weder Prüforganisationen noch Pannendienste konnten uns hilfreiche Erfahrungen zur vierten Baureihe mitteilen. Wir bleiben dran und ergänzen den Ratgeber, sobald uns das erste Feedback erreicht.

Rückrufe: fehlerhaftes Notrufsystem & Kraftstoffverlust

Schon in frühen Jahren wurde der vierte Kia Sorento zum Opfer mehrerer Rückrufe. Bei einigen Modellen lag eine eingeschränkte Funktion des Notrufsystems vor, was sich nur durch Zurücksetzen und Einstellen des Systems durch die Werkstatt lösen ließ.

Bei Fahrzeugen mit 2,2-Liter-Dieselmotor konnte es infolge eines Kraftstoffaustritts zur erhöhten Brandgefahr kommen. Beim zuständigen Kia-Händler wurde die betroffene Schlauchklemme an der Kraftstoffzufuhr überprüft und gegebenenfalls neu montiert.

Probleme mit dem Kia Sorento III Typ UM (2014 bis 2020)

 Bild: EurovisionNimCC BY-SA 4.0, Link

Der dritte Kia Sorento feierte seinen Marktstart im Jahr 2014, wobei zunächst nur der 2,2-Liter-Turbodiesel erhältlich war. Ein 2,4-Liter-Ottomotor folgte im Jahr 2017, als Kia eine Modellpflege für den Sorento durchführte.

Das Modell basiert auf derselben Plattform wie der Kia Carnival.

Das manuelle Schaltgetriebe war anfangs nur für den Dieselantrieb erhältlich, seit 2017 ist nur noch das Automatikgetriebe mit sechs bzw. acht Stufen verfügbar. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Modell etwas größer geworden und bietet mehr Platz.

Weiterhin stehen Front- und Allradantrieb zur Auswahl.

Was die Motoren und das Getriebe des Kia Sorento angeht, konnten wir im Zuge unserer Recherche keine allgemeinen Schwachstellen feststellen. Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Wartungen drohen zumindest in jungen Jahren und bei geringer Laufleistung keine Probleme. Einzelfällen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Das sagen Besitzer zum Kia Sorento

Wir haben mit mehreren Fahrzeugbesitzern gesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass der Regensensor häufiger Probleme bereitet. Schon kleinste Verunreinigungen auf der Frontscheibe stören die Funktion des Sensors. Die Empfindlichkeit lässt sich über den fünfstufigen Schalter regeln, was vielen Autofahrern nicht bewusst war.

Weitere Kritik gibt es für laute Windgeräusche, fehlerhafte Tankgeber und defekte Sitzheizungen. Die Leistung der Klimaanlage fällt sehr unterschiedlich aus. Das Rostproblem der Vorgänger ist noch nicht stark ausgeprägt, allerdings lässt sich an einigen Stellen schon leichte Korrosion feststellen. Insgesamt hinterlässt der dritte Kia Sorento einen guten Eindruck.

Rückrufe: Von Brandgefahr bis Lichtausfall

Fahrzeugbesitzer mussten mit dem dritten Kia Sorento mehrfach die Werkstätten ansteuern. Rückrufe gab es unter anderem wegen fehlerhafter Tagfahrlichter, nicht funktionierender Bremslichter am Anhänger (bei ACC-Nutzung) sowie einer erhöhten Brandgefahr durch ein elektrisches Zusatzheizelement.

Nach dem Facelift gab es weitere Rückrufe wegen des Fußgängerkollisionsassistenten, der ausfallen konnte, sowie einer gesteigerten Brandgefahr aufgrund einer fehlerhaften Kraftstoffleitung.

Probleme mit dem Kia Sorento II Typ XM (2009 bis 2014)

Bild: Public Domain, Link

Der zweite Kia Sorento (Typ XM) löste seinen Vorgänger im Januar 2010 ab, wobei die Vorstellung bereits im April 2009 erfolgte. Die Optik wurde deutlich überarbeitet und moderner gestaltet.

Erstmals kam eine selbsttragende Karosserie zur Anwendung. Abermals hatten Autokäufer die Wahl zwischen Benzin- und Dieselmotoren.

Je nach Motorisierung waren manuelle Schaltgetriebe mit fünf bzw. sechs Gängen oder eine 6-stufige Automatik erhältlich. Im Oktober 2012 folgte ein Facelift, das andere Stoßstangen und veränderte Heckleuchten umfasste.

Ebenfalls gab es Anpassungen bei den Motoren. Fortan basierte der Kia Sorento auf der Bodengruppe des Hyundai Santa Fe der dritten Generation.

Verschiedene Probleme am Antrieb

Die Motoren im zweiten Kia Sorento gelten als solide und standfest, insbesondere bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung. Bei den Benzinern sind keine typischen Schwachstellen bekannt, der Dieselmotor fällt oftmals mit verstopften Kraftstofffiltern auf. Auch die Turbolader können bei hoher Laufleistung den Dienst quittieren, was sind anfangs durch laute Pfeifgeräusche äußert.

Die Motoren sind mit einer Steuerkette ausgestattet, die eine Wartungsfreiheit garantieren soll. Dennoch gilt es als empfehlenswert, die Steuerkette nach rund 100.000 Kilometern zu wechseln. Damit beugen Autofahrer einem möglichen Riss der Steuerkette und dem damit verbundenen Motorschaden vor.

In jedem Fall ist die Kettenspannung bei der jährlichen Inspektion zu prüfen.

Viele Autofahrer berichten von verschlissenen und defekten Kupplungen, hauptsächlich bei der Nutzung des Kia Sorento als Zugfahrzeug. In den meisten Fällen traten die Schäden bei weniger als 60.000 Kilometern auf. Achtung: Im Vergleich zum Vorgänger ist die Anhängelast um bis zu 1.000 Kilogramm gesunken.

Das Modell mit manuellem Schaltgetriebe darf 500 Kilogramm mehr ziehen als das Pendant mit Automatik-Getriebe. Bei letzterem klagen Besitzer über ruckelnde Schaltvorgänge. Hier hilft größtenteils ein Wechsel des Getriebeöls samt Spülung, um Ruhe in das Getriebe zu bringen.

Schwächen bei der Hauptuntersuchung

Bei der Hauptuntersuchung leistet sich der zweite Kia Sorento einige Schwächen. Die Federn und Stoßdämpfer haben unter dem hohen Gewicht zu leiden, was mit fortschreitendem Alter und hoher Laufleistung zu Problemen führt. Auch die Lenkung gilt als Schwachstelle. Hier stehen insbesondere die Gelenke und das Lenkgetriebe im Fokus der Kritik.

Die Feststellbremse zieht bei vielen Modellen ungleichmäßig und die Beleuchtung bleibt oftmals dunkel. Weiterhin ist ein erhöhter Ölverlust an Motor (nachfüllen ist Pflicht) und Getriebe feststellbar. Die Abgasuntersuchung wird spätestens nach sieben Jahren zur Herausforderung.

In der Pannenstatistik des ADAC wird der Kia Sorento nicht geführt. Dennoch konnten wir zwei wichtige Pannenschwerpunkte ermitteln: Neben defekten Anlassern sorgen auch streikende Kraftstoffpumpen für den Einsatz der Pannenhelfer.

Das sagen Besitzer zum Kia Sorento

Die Leser*innen der CarWiki-Community, die einen Kia Sorento der zweiten Baureihe fahren, sind mit dem Fahrzeug grundsätzlich zufrieden, wobei keine Hochwertigkeit zu erwarten ist. Im Innenraum kommt viel Hartplastik zum Einsatz, was sich beim Preis des Autos verschmerzen lässt.

Allerdings kann die mangelhafte Qualität auch ernsthafte Probleme verursachen, beispielsweise mit der Feststellbremse. Hier klagen mehrere Autobesitzer über einen Bruch der Mechanik. Der Mangel ist offenbar bekannt und wurde bei einigen Besitzern auf Kulanz behoben.

Ebenso wurde uns von einem hohen Reifenverschleiß an der Vorderachse berichtet, wobei vordergründig die Modelle bis zur Modellpflege im Jahr 2012 betroffen waren. Autofahrer sollten regelmäßig die Profiltiefe im Auge halten, andernfalls kommt es zu Untersteuern und einem mangelhaften Geradeauslauf.

Rückruf: Kraftstoffverlust im Motorraum

Die zweite Generation des Kia Sorento war laut Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes von einem Kraftstoffaustritt im Motorraum betroffen. Autofahrer bemerkten das Problem durch den Geruch von Kraftstoff sowie das Aufleuchten der Motorwarnleuchte. Im schlimmsten Fall war eine Brandgefahr nicht auszuschließen.

 

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Probleme mit dem Kia Sorento I Typ JC (2002 bis 2009)


Bild: Rudolf StrickerCC BY-SA 3.0, Link

Die erste Baureihe des Kia Sorento (Typ JC) war von August 2002 bis Ende 2009 in Deutschland erhältlich. Das Design wurde speziell an die Anforderungen des europäischen Markts angepasst, was in guten Verkaufszahlen resultierte.

Dadurch war die Lieferzeit des Kia Sorento mit bis zu zwölf Monaten besonders lang.

Das Modell basiert auf einem Leiterrahmen mit aufgeschraubter Karosserie. Der Geländewagen war mit Benzin- und Dieselmotoren verfügbar, wobei der Common-Rail-Turbodiesel 2.5 CRDi mit 140 PS besonders beliebt war. Eine Modellpflege wurde im September 2006 durchgeführt. Die Motoren erhielten mehr Leistung, das ESP war fortan serienmäßig und das Fahrwerk wurde deutlich komfortabler.

Motorschäden nicht ausgeschlossen

Der Kia Sorento der ersten Generation war nicht grundsätzlich von Motorschäden betroffen, allerdings ist die Gefahr von Defekten an Antrieb und Turbolader vorrangig mit steigender Laufleistung nicht auszuschließen. Als Grund werden die Injektorendichtungen genannt, bei denen es sich um Kupferringe handelt, die im Alter an Dichtigkeit verlieren.

Dann können die Abgase entweichen, wodurch Verkokungen des Motoröls entstehen. Das hat negativen Einfluss auf die Schmierleistung, sodass es früher oder später zu Schäden am Motor und dem Turbolader kommt. Der regelmäßige Ölwechsel ist daher eine gute Investition.

Kraftstoffsystem als Schwachstelle

Das Kraftstoffsystem des ersten Kia Sorento ist als typische Schwachstelle bekannt. Es ist keine Seltenheit, dass der Motor während der Fahrt ausgeht, weil kein Kraftstoff durch die Leitungen fließt. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. In den meisten Fällen ist das Kraftstoffsystem verstopft.

Insbesondere im Alter kommt es zu Ablagerungen an den Tankwänden, die sich während der Fahrt plötzlich lösen und die Verstopfungen verursachen. Dann blockieren Tank- oder Dieselfilter, Leitungen sowie das Druckregelventil. Oft reicht es, den Tankfilter, der sich unter der Rücksitzbank befindet, zu reinigen oder zu erneuern.

Woher die Ablagerungen kommen, bleibt derweil ungeklärt. Möglicherweise löst sich die Beschichtung der Innenwände im Tank durch den hohen Anteil an Biodiesel, der sich im heutigen Kraftstoff befindet.

Daher tanken viele Sorento-Besitzer gerne biodieselfreien Kraftstoff, was keine Garantie gegen die Probleme ist. Die Zugabe von vollsynthetischem Zweitaktmotoröl, von der im Netz oft zu lesen ist, ist mit Vorsicht zu genießen.

Großes Rostproblem am Unterboden

Auf den Korrosionsschutz wurde beim Kia Sorento der ersten Baureihe offenbar verzichtet, denn viele Fahrzeugbesitzer berichten von Rost am Unterboden. Das zeigt sich allerdings erst bei genauem Hinsehen, sodass Autofahrer unbedingt in regelmäßigen Abständen nach der Korrosion schauen sollten.

Nicht nur die Karosserie, sondern auch wichtige Fahrwerksteile können vom Rostbefall betroffen sein. Zudem werden Heckklappe und Türkanten besonders häufig zum Opfer.

Das sagen Besitzer zum Kia Sorento

Unsere Leser*innen haben Feedback zum Kia Sorento gegeben. Dabei zeigte sich, dass die Wegfahrsperre häufiger Probleme macht. Es kann helfen, das Auto noch einmal zu verlassen, alles zu verriegeln und wieder einzusteigen. Oft sind die Probleme mit der Wegfahrsperre dann gelöst.

Falls nicht, kann nur der Pannendienst helfen. Apropos Pannenhelfer: Zu den Schwerpunkten beim ADAC gehören erwähnte Schwierigkeiten mit dem Kraftstoffsystem, ebenso wie fehlerhafte Motorsteuergeräte und defekte Turbolader.

Autobesitzer bemängeln die Leistung der Lüftung, Fehler mit dem Tempomat sowie ruckelnde Motoren bei der Beschleunigung. Ein Leser berichtete davon, dass der dritte Gang häufiger rausspringt. Bei Geräuschen aus dem Motorraum ist die Motorabdeckung zu prüfen. Hier brechen gerne die Kunststoffhalter ab.

Vibrationen und laute Geräusche während der Fahrt können auf defekte Kardanwellen und Achsantriebe hindeuten. Dann wird es teuer. Meist sind Fahrzeuge betroffen, die im Gelänge bewegt werden oder Anhänger ziehen. Als weitere Schwachstelle gilt die elektrische Untersetzung. Der Stellmotor und die Verkabelung sind anfällig gegen Feuchtigkeit.

Rückrufe: Probleme mit Einspritzung & Bremslichtschalter

Der erste Kia Sorento hat laut ADAC mehrere Rückrufe auf seinem Konto. So konnten unter anderem die Befestigungsschrauben der Einspritzinjektor-Halteklammer abreißen, wodurch der Kraftstoffdruck nicht mehr ausreichend war. Auch ein defekter Bremslichtschalter, der verschiedene Fehlfunktionen verursachte, machte einen Rückruf notwendig.

Übersicht: Klassische Schwachstellen am Kia Sorento

  • verstopfte Kraftstofffilter beim Diesel
  • mögliche Schäden am Turbolader
  • verschlissene, defekte Kupplungen
  • Defekte an Kardanwelle bzw. Achsantrieb
  • Rost am Unterboden, Heckklappe & Co.
  • 1. Generation: Motorschäden & verstopfte Kraftstoffsysteme

 

Baureihen des Kia Sorento

  • KIA Sorento JC (2002 bis 2006)
  • KIA Sorento JC (Facelift Nr. 1) (2006 bis 2009)
  • KIA Sorento MQ4 (seit 2020)
  • KIA Sorento UM (2015 bis 2017)
  • KIA Sorento UM (Facelift Nr. 1) (2017 bis 2020)
  • KIA Sorento XM (2009 bis 2012)
  • KIA Sorento XM (Facelift Nr. 1) (2012 bis 2015)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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