Turbolader defekt | Ursachen, Symptome & Kosten der Reparatur | Benziner & Diesel (inkl. Video) | Geräusche & Folgeschäden


Bild: BTRGFDL 1.2, Link

In diesem Ratgeber gehen wir umfassend auf die Ursachen und die Symptome eines defekten Turboladers an Benzin- und Dieselmotoren ein.

Zudem erläutern wir verschiedene Reparaturmöglichkeiten und zeigen die dabei entstehenden Kosten auf.

Die Ursachen eines defekten Turboladers an Benzin- und Dieselmotoren

Ein Turboladerschaden ist oftmals eine ärgerliche und auch teure Angelegenheit – daher ist es notwendig, die Ursachen eines solchen Defekts zu kennen und zu vermeiden.

  1. Verschleiß am Lager oder dem Turbinenrad – gerade bei Fahrzeugen mit einer höherer Kilometerleistung
  2. Ablagerungen innerhalb des Turboladers (beispielsweise durch Ölkohle) verursacht durch mangelhafte Schmierung
  3. Minderwertiges Motoröl bzw. ein zu hoher oder zu geringer Ölstand
  4. Direkte Belastung nach dem Motorstart (kalter Zustand)
  5. Ältere Fahrzeuge: Vorschnelles Abstellen des Motors nach langer und dauerhafter Belastung
  6. Modifikationen am Ladedruck (z.B. durch softwareseitiges Motortuning)
  7. Erhöhte Abgastemperatur (z.B. durch einen defekten Rußpartikelfilter)

Symptome – daran erkennen Sie einen kaputten Turbolader

  1. Das Fahrzeug verbraucht viel Motoröl in kürzester Zeit
  2. Laute Geräusche aus dem Bereich des Turboladers (Pfeifen, Rasseln)
  3. Die Motorleistung ist spürbar eingeschränkt (2. Gang)
  4. Der Motor schaltet in das Notlaufprogramm
  5. Blauer oder schwarzer Qualm kommt aus dem Auspuff

Hinweis: Bei einem der oben genannten Symptome sollte schnellstmöglich der Fehlerspeicher des Fahrzeugs ausgelesen werden. Dort sind in solch einem Fall häufig gewisse allgemeine OBD Fehlercodes abgelegt, z.B. P0299 (Ladedruck zu gering), die das Problem weiter eingrenzen können.

Video: Die Geräuschkulisse & Fehlersuche bei einem defekten Turbolader

Welche Folgeschäden entstehen, wenn ein defekter Turbolader ignoriert wird?

Wird ein defekter Turbolader ignoriert, können teure Folgeschäden hin zum kapitalen Motorschaden entstehen, die mehrere tausend Euro kosten.

Oftmals ist zudem nicht der Turbolader selbst defekt, sondern ggf. nur ein Schlauch – somit wäre ein weiterer fataler Folgeschaden in diesem Fall der eigentlich vermeidbare und teure Defekt des Turboladers selbst.

 

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Kann man mit einem kaputten Turbolader weiterfahren?

Die Weiterfahrt mit einem defekten Turbolader ist zwar möglich, jedoch wird das Fahrzeug nur mit eingeschränkter Leistung fahren, laute Geräusche von sich geben und zudem viele dunkle Abgase ausstoßen.

Wir empfehlen somit direkt eine Fahrt in die nächste Kfz-Werkstatt.

Reparaturmöglichkeiten bei einem defekten Turbolader

Die wichtigste Frage muss immer zuerst erfolgen: Kann der defekte Turbolader repariert werden oder muss man ihn komplett ersetzen? Dies sollten Sie in der Fachwerkstatt Ihrer Wahl als Erstes klären.

Denn eine Reparatur oder der Einbau eines regenerierten oder gebrauchten Turboladers können gute und günstige Alternativen zum Kauf eines neuen Turboladers sein.

Geheimtipp: Oft finden Sie gebrauchte Turbolader, die sogar noch eine Gebrauchtteilegarantie haben.

Ablauf eines Turbolader-Wechsels:

  1. Der Austausch des Turboladers beinhaltet den Ausbau des alten Turboladers und den Einbau des neuen Teils.
  2. Dabei werden die Ladedruckleitung, der Abgaskrümmer und diverse Ölleitungen demontiert – in manchen Fällen auch Teile des Auspuffs.
  3. Der Einbau des neuen Turboladers kann schwieriger werden, falls sich weitere Probleme ergeben (z.B. korrodierende Stehbolzen).
  4. Beim Austausch sollten auch einige Ölleitungen gewechselt oder gereinigt werden.
  5. Ein Ölwechsel mit Austausch des Ölfilters sollte ebenfalls erfolgen – oftmals stellt ja minderwertiges Motoröl eine Ursache für den eigentlichen Defekt dar.
  6. Der Luftfilter, Katalysator und auch der Diesel-Rußpartikelfilter (DPF) sollte ebenfalls überprüft und gereinigt werden.

Alle Schritte beim Wechsel des Turboladers sehen Sie auch im folgenden Video:

Die Kosten eines defekten Turboladers / Reparatur bzw. Wechsel

Bei einem defekten Turbolader am Benzin- oder Dieselfahrzeug entstehen je nach Motorisierung und Fahrzeugmodell hohe Kosten im Bereich von 1000 – 3500 € – diese fallen geringer aus, wenn der defekte Turbolader repariert oder gegen ein gebrauchtes Modell getauscht wird.

Leider sind bereits die Materialkosten eines neuen Turboladers häufig im vierstelligen Bereich – wir empfehlen daher immer, gebrauchte Modelle in Betracht zu ziehen.

Auch im Hinblick auf die Arbeitszeit kommt beim Wechsel eines defekten Turboladers bedauerlicherweise einiges zusammen – diese Reparatur dauert meistens 5-7 Stunden.

Arten und Funktionsweise von Abgasturboladern am KfZ

Der Abgasturbolader (VTG oder Wastegate) dient in Benzin- und Dieselfahrzeugen dazu, die Motorleistung zu erhöhen.

Er nutzt den Abgasdruck, um Luft für die Verbrennung in den Motor zu pressen und dadurch mehr Leistung zu ermöglichen.

Der Turbolader besteht im Wesentlichen aus zwei Turbinen, die durch eine gemeinsame Welle verbunden sind.

Die Abgasturbine sitzt im Abgasstrom und wird von den Abgasen angetrieben. Die andere Turbine (Verdichterturbine) sitzt im Luftstrom und treibt diese Luft in den Motor.

Somit erhöht der Turbolader die Leistung des Motors, indem er die Menge an Luft, die für die Verbrennung benötigt wird, erhöht. Dies führt zu mehr Geschwindigkeit und einer besseren Beschleunigung des Fahrzeugs.

Turbolader werden aufgrund der hohen Drehzahlen (mehr als 25.000 Umdrehungen pro Minute) mit Motoröl geschmiert – zudem wird der Ladedruck über ein Ventil geregelt (dieser wird beim Tuning häufig erhöht, um die Motorleistung weiter zu steigern).

Videoanimation: Funktionsweise eines Abgasturboladers

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