Probleme, Mängel & Schwachstellen des Toyota Aygo (I, II, X) | Kühlmittelverlust, Bremsenverschleiß und weitere Krankheiten | Übersicht der Fehler & Rückrufe


Bild: DieselFordMondeoCC BY-SA 4.0, Link

Mit dem Toyota Aygo bietet der japanische Autohersteller seit 2005 einen praktischen Stadtflitzer und Zweitwagen an. Der Kleinwagen ist vorrangig sparsam und kompakt, bietet allerdings nur wenig Platz im Innenraum. Zudem mangelt es einigen Besitzern an Leistung (hier finden Sie alle technischen Daten). Und das ist längst nicht die einzige Schwäche…

In der Vergangenheit fiel der Toyota Aygo mit unterschiedlichen Problemen auf, egal ob Kühlmittelverlust, schwachen Bremsen oder verschlissenen Kupplungen. Es gibt einige Bereiche, die Autobesitzer im Auge behalten sollten. Demzufolge stellt CarWiki.de den folgenden Ratgeber zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit Pannendiensten, Prüforganisationen und Autobesitzern (nach den Inspektionen) haben wir die klassischen Schwachstellen des Toyota Aygo zusammengefasst. Sie können noch etwas dazu beitragen? Wir freuen uns über Feedback unserer Leser*innen, das sie ganz bequem als Kommentar am Ende des Beitrags hinterlassen können. Vielen Dank!

Probleme mit dem Toyota Aygo X (seit 2022)

Im November 2021 präsentierte der japanische Automobilhersteller die dritte Generation des beliebten Kleinwagens, der künftig als Toyota Aygo X verkauft wird. Das Modell ist im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich gewachsen und weist eine höhere Bodenfreiheit auf, sodass vom Cross-over die Rede ist.

Für den Antrieb sorgt weiterhin der 1,0-Liter-Dreizylinder-Ottomotor mit 72 PS. Neben dem manuellen 5-Gang-Schaltgetriebe ist optional auch ein stufenloses Getriebe erhältlich. Der Toyota Aygo X feierte seinen Marktstart im Frühjahr 2022. Rückrufaktionen sowie klassische Schwachstellen sind bisher nicht bekannt. Wir ergänzen den Ratgeber, sobald weitere Informationen vorliegen.

Probleme mit dem Toyota Aygo II Typ AB40 (2014 bis 2021)


Bild: VauxfordCC BY-SA 4.0, Link

Die zweite Generation des Toyota Aygo folgte im Frühjahr 2014. Erneut ist der Kleinwagen mit den Konzernschwestern Citroën C1 und Peugeot 108 nahezu identisch. Der einzig verfügbare Einliter-Dreizylinder wurde überarbeitet, ein Dieselantrieb war nicht mehr erhältlich.

Mit der manuellen Fünf-Gang-Schaltung und dem automatisierten 5-Gang-Schaltgetriebe standen erneut zwei Getriebevarianten zur Auswahl.

Eine Modellpflege wurde im Jahr 2008 umgesetzt. Dabei gab es optischen Anpassungen, aber auch Änderungen am Antrieb. Der Ottomotor bekam ein neues Einspritzsystem, zudem wurde das Verdichtungsverhältnis erhöht. Dadurch stieg die Leistung von 69 PS auf 72 PS.

Klassische Schwierigkeiten am Benziner

Auch beim überarbeiteten Dreizylinder-Ottomotor konnten die Probleme mit dem Kühlwasserverlust offenbar nicht gelöst werden. Noch immer fällt der Antrieb mit undichten Wasserpumpen auf, die zum Verlust von Kühlmittel führen. Erst ab 2018, mit dem optimierten Antrieb (Kennung 1KR-VE), wurden die Probleme weniger.

Daher sollten Autobesitzer die Motortemperatur und den Kühlmittelstand im Auge behalten. Ein Ölverlust ist beim Toyota Aygo kein Thema, auch die Abgasuntersuchung meistert der Kleinwagen mit Bravour. Obwohl die Fahrzeuge meist im Stadtverkehr bewegt werden, sind die Auspuffanlagen unauffällig. Oftmals sammelt sich hier bei häufigen Kurzstrecken das Kondenswasser, was zur Rostbildung führt.

Dennoch ist es wichtig, dem Toyota Aygo gelegentlich auch Auslauf zu gönnen. Das lädt die Batterien und lässt mögliche Verkokungen verbrennen. Der jährliche Ölwechsel ist einzuhalten, da sich das Motoröl bei häufigen Stadtfahrten verdünnt, was die Schmierung beeinträchtigt und Folgeschäden verursacht.

Die Bremse als typische Schwachstelle

Bei den gängigen Prüforganisationen ist der Toyota Aygo für die mangelhafte Bremsanlage bekannt. Schon ab dem ersten Termin fiel der Kleinwagen mit einem hohen Verschleiß an den Bremsscheiben auf. Später kamen auch die schwache Wirkung der Bremse hinzu. Unter Umständen gibt es Probleme mit der Gleichmäßigkeit, was ebenfalls zur Kritik führt.

Rost war in der ersten Generation eine Schwachstelle, darauf sollten Autobesitzer auch bei Modellen ab 2014 achten. Ein guter Unterbodenschutz ist empfehlenswert, sonst droht früher oder später der Entzug der TÜV-Plakette. Das Fahrwerk macht keine Schwierigkeiten, auch Lenkung und Antriebswellen sind solide.

Bei der Beleuchtung leistet sich der zweite Toyota Aygo wie auch sein Vorgänger häufige Patzer. Ein Lichttest vor der Hauptuntersuchung spart möglichen Ärger mit einer Nachprüfung. Interessant: Pannenschwerpunkte sind beim ADAC nicht bekannt. Die zweite Generation des Toyota Aygo liegt auf den vorderen Plätzen und schneidet “gut bis sehr gut” ab.

Das sagen Besitzer zum Toyota Aygo

Alle Besitzer des Toyota Aygo, mit denen wir gesprochen haben, sind mit dem Kleinwagen zufrieden. Es gibt nur wenig Anlass zur Kritik. Dazu gehören diverse Geräusche, insbesondere ein Klappern und Quietschen beim Fahren. Bei den ersten Modellen der Baureihe haben gelegentlich die Stoßdämpfer geklappert, was allerdings kein schwerwiegendes Problem war.

Das Schloss der Heckklappe zickt gelegentlich rum. Wenn es sich löst, dann lässt sich die Heckklappe nicht mehr öffnen. Das ist laut Aussage einiger Besitzer (Achtung, Ironie) allerdings nicht schlimm, denn der Kofferraum ist ohnehin zu klein.

Rückrufe: Von Elektronikproblemen bis zu Fertigungsfehlern

Das Kraftfahrt-Bundesamt liefert Auskünfte über die bisherigen Rückrufaktionen des Toyota Aygo. Bei den ersten Modellen war nicht ausgeschlossen, dass ein mangelhaft verlegter Kabelstrang durchscheuert, was in der Folge zum Ausfall von lichttechnischen Einrichtungen führte. Daher leitete Toyota den ersten Rückruf ein.

Weiterhin sorgte ein Fehler in der Mechanik des Scheinwerfers für das Eingreifen des Herstellers. Das Problem verhinderte das Umschalten zwischen Abblendlicht und Fernlicht bzw. umgekehrt. Ein weiterer Rückruf war notwendig, weil ein Fertigungsfehler an der Naht eines Sicherheitsgurtes für die Rücksitze zur gesteigerten Verletzungsgefahr führte.

Probleme mit dem Toyota Aygo I Typ AB10 (2005 bis 2014)

Der erste Toyota Aygo wurde zwischen 2005 und 2014 gebaut und verkauft. Der Kleinwagen teilt sich eine gemeinsame Basis mit Citroën C1 und Peugeot 107. Für den Vortrieb sorgte ein Dreizylinder-Ottomotor mit einem Liter Hubraum und Nockenwellenverstellung, auch als VVT-i bezeichnet. Ein Reihenvierzylinder-Dieselmotor war nur kurzzeitig bis 2007 verfügbar.

Für die Kraftübertragung war anfangs ein 5-Gang-Schaltgetriebe verantwortlich, später folgte auch ein Automatikgetriebe. Ende 2008 setzt Toyota eine Modellpflege um, die kleinere optische Anpassungen enthielt. Die Motoren wurden umweltfreundlicher. Die zweite Modellpflege folgte im Frühjahr 2012. Erneut wurden Optik und Effizienz der Motoren verbessert.

Benziner mit Kühlmittelverlust

Der Dreizylinder-Benziner im Toyota Aygo trägt die Kennung 1KR-FE und hat sich bisher als standfest bewiesen. Die Technik, die von Daihatsu entwickelt wurde, bereitet nur wenig Probleme. Statt des Zahnriemens kommt eine Steuerkette zum Einsatz, die tatsächlich wartungsfrei und langlebig ist. Überdies liegt der Verbrauch bei unter fünf Litern auf 100 Kilometern.

Dennoch hat der Benzinmotor seine Schwäche. Bereits nach wenigen Jahren wurde bei vielen Fahrzeugen die Wasserpumpe undicht, was zum Verlust von Kühlmittel führte. Autobesitzer sollten daher unbedingt auf die typischen Anzeichen achten. Dazu gehören Wasserflecken auf dem Boden, aber auch farbige Ablagerungen (meist rot oder blau) im Motorraum.

Bei einem erhöhten Kühlwasserverlust kann es zur Überhitzung des Motors kommen, die weitere Folgeschäden verursacht. Im schlimmsten Fall sind defekte Zylinderkopfdichtungen oder gar verzogene Motorblöcke nicht auszuschließen. Ein kapitaler Motorschaden ist möglich, sodass Autofahrer den Kühlwasserstand regelmäßig kontrollieren sollten.

Probleme bei der Hauptuntersuchung

Bei der Hauptuntersuchung bereitet der Toyota Aygo mehrere Gründe zur Sorge. Während das Fahrwerk einschließlich Lenkanlage und Antriebswellen größtenteils unauffällig bleibt, fängt im Alter vorwiegend der Rost an zu blühen. Hier sollten Autobesitzer rechtzeitig gegensteuern, um schwerwiegenden Problemen aus dem Weg zu gehen.

Schon früher, nämlich ab der ersten Hauptuntersuchung, wird die Beleuchtung bemängelt. Sowohl Abblendlicht als auch Rückleuchten fallen mit Defekten auf. Die Bremsscheiben gelten ebenfalls als typische Schwachstelle und spätestens ab dem fünften Jahr lässt auch die Funktion der Bremse nach. Wie auch beim Fahrwerk ist die Korrosion an den Bremsleitungen ein Problem.

Immerhin: Mit einem Ölverlust hat der erste Toyota Aygo nicht zu kämpfen. Die Abgasuntersuchung wird in den allermeisten Fällen ohne Mängel bestanden und die Auspuffanlage ist auch im hohen Alter noch problemlos.

Wenig Kritik bei den Pannendiensten

In der Pannenstatistik vom ADAC schneidet der Toyota Aygo gut ab. Und das, obwohl es offensichtlich mehrere Pannenschwerpunkte gibt. Neben gebrochenen Auspuffen (2007 bis 2010) sind hauptsächlich entladene Batterien (2008 bis 2014) und defekte Kupplungen (2007, 2009) ein Thema. Infolge der Kupplungsprobleme waren auch Getriebeschäden keine Seltenheit.

Das Schaltgestänge kann sich bei Fahrzeugen aus dem Jahr 2007 gerne lösen, zudem gibt es bei Modellen aus 2009 auch defekte Generatoren und Scheinwerfer. Defekte Anlasser (2007) runden die Liste der häufigsten Pannenursachen ab.

Das sagen Besitzer zum Toyota Aygo

Im Zuge unserer Recherche haben wir mit verschiedenen Aygo-Besitzern gesprochen, um Feedback aus erster Hand zu erfahren. Dabei wurde uns unter anderem vom porösen Dichtungen erzählt, die primär im Alter für Undichtigkeiten im Innenraum sorgen. Mit einer speziellen Gummipflege lässt sich der Alterungsprozess der Dichtungen verlangsamen.

Eine mangelhafte Lackqualität bietet eine Angriffsfläche für Rost, sodass es insbesondere im Bereich der Türen zur Blasenbildung kommt. Knackende Türfangbänder sind dagegen eher ein Luxusproblem. Weitere Schwächen: Der Auspuff dröhnt und die Innenraumbeleuchtung ist zu schwach (oder gar nicht vorhanden).

Rückrufe: Gaspedal, Anlasser & Co.

Eine Nachfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt zeigt, dass der Toyota Aygo mehrere Rückrufe vorzuweisen hat. Unter anderem kam es bei einigen Fahrzeugen zu Problemen mit dem elektronischen Gaspedal, das schwergängig wurde und im getretenen Zustand hängen blieb. Dadurch waren Unfälle nicht ausgeschlossen. Die zuständigen Händler tauschten das Gaspedalmodul aus.

Weiterhin lief bei einigen Modellen des Toyota Aygo der Anlasser auch nach dem erfolgreichen Motorstart weiter, was zur Überlastung und in der Folge zum Ausfall führte. Auch ein Kabelbrand war möglich, sodass die Werkstätten ein zeitgesteuertes Relais ergänzten, das den Stromfluss nach 90 Sekunden automatisch unterbricht.

Wenige Fahrzeuge wurden in Deutschland zurückgerufen, weil eine Schweißnaht an der Hinterachse nicht korrekt ausgeführt wurde und dadurch reißen konnte. Hinzu kommen Materialfehler an der Kolbenstange der vorderen Stoßdämpfer und ein möglicher Bruch der Lenksäule, der zum Lenkungsausfall führte.

Bei Fahrzeugen mit dem Baujahr 2007 wurde eine Verbindung zwischen Kraftstofftank und Einfüllstutzen verbaut, die nicht den notwendigen Voraussetzungen entsprach. Das konnte zum Kraftstoffverlust führen. Eine mangelhafte Verklebung der hinteren Ausstellfenster rundet die Liste der Rückrufaktionen ab.

 

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Zusammenfassung häufiger Probleme am Toyota Aygo

  • Kühlwasserverlust beim Benziner
  • hoher Verschleiß an Bremsscheiben
  • verstärkte Rostbildung möglich
  • defekte Kupplungen
  • Wassereinbruch im Innenraum
  • Defekte an der Beleuchtung
  • hin und wieder Schwierigkeiten bei der Bluetooth-Verbindung

Baureihen des Toyota Aygo

  • Toyota Aygo AB1 (2014 bis 2018)
  • Toyota Aygo AB1 (2005 bis 2009)
  • Toyota Aygo AB1 (Facelift Nr. 1) (2009 bis 2012)
  • Toyota Aygo AB1 (Facelift Nr. 1) (seit 2018)
  • Toyota Aygo AB1 (Facelift Nr. 2) (2012 bis 2014)

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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