VW, Skoda & Seat Meldung “Kühlmittel prüfen” | Anzeige “Füllstand des Kühlmittels prüfen! Bordbuch!” | Symptome, Ursachen, Kosten & Lösungswege

Auf dieser Ratgeberseite erläutern wir die VW, Seat & Skoda Meldungen: “Kühlmittel prüfen! Bordbuch!” und “Kühlmittelsystem gestört. Kühlmittelstand prüfen!” sowie “Füllstand des Kühlmittels prüfen. Bordbuch beachten“.

Dabei gehen wir auf die Symptome, mögliche Ursachen und auch auf die Kosten potenzieller Lösungswege ein.

Was ist die Ursache dieser Fehlermeldung? – Welche VW, Seat & Skoda Modellreihen sind davon betroffen?

Die Problemursache für diese Fehlermeldung kann äußerst vielfältiger Natur sein. Im einfachsten Fall liegt hier ein Defekt des Ausgleichsbehälters (Kühlwasserverlust), des Kühlmittelstandgebers, des Kühlmitteltemperatursensors oder des Kühlerlüfters vor.

Weitere Ursachen können aber auch ein poröser Wasserschlauch, ein nicht mehr funktionierender Kühlerlüfter oder die Wasserpumpe (Gehäuse) sein.

Von dieser Fehlermeldung in “Textform” können alle VW, Seat und Skoda Fahrzeuge und Modelle mit einem Bordcomputer betroffen sein.

Eine Fehleranzeige in Form eines aufleuchtenden roten Temperatursymbols (Titelbild) und (oder) einer analogen Temperaturanzeige, die in der Folge über 90 Grad Kühlwassertemperatur anzeigt (Abb.2) kann hingegen bei allen VW, Skoda & Seat Fahrzeugen, Modellen und Baujahren auftauchen.

Symptome: Wie macht sich der Fehler im Wagen bemerkbar?

Der Fehler wird im Bordcomputer als Textmeldung “Kühlmittel prüfen! Bordbuch!” oder “Kühlmittelsystem gestört. Kühlmittelstand prüfen!” sowie “Füllstand des Kühlmittels prüfen. Bordbuch beachten” angezeigt.

Je nach Fahrzeugmodell und Symptom kann zudem noch ein rot aufleuchtendes Warnsymbol “Kühlmitteltemperatur” als auch die analoge Temperaturanzeige im Kombiinstrument auf das Problem aufmerksam machen.

Nach dem Auftauchen der Fehlermeldung sollte der Wagen sofort angehalten und der Kühlwasserstand im Ausgleichsbehälter optisch überprüft werden.

Aber Vorsicht. Öffnen Sie nie den Ausgleichsbehälter, solange der Motor noch nicht abgekühlt ist.

Ein voreiliges Öffnen kann zu schweren Verbrennungen führen, da die Kühlmitteltemperatur nach dem Abstellen des Motors noch bei min. 90 Grad liegt und das gesamte Kühlsystem zudem unter hohen Druck steht.

Sollte der Kühlmittelstand in Ordnung sein und die Kühlmitteltemperaturanzeige im Fahrzeug auch nicht mehr wie 90 Grad anzeigen, kann der Wagen noch bis zur nächstgelegenen Kfz-Fachwerkstatt gefahren werden.

Ansonsten muss der Wagen in die nächste Werkstatt abtransportiert werden, um eine Überhitzung des Motors und damit einen Schaden an diesem zu verhindern.

Abb. 2

Problemlösung / Problembehandlung – Wie kann der Fehler behoben werden?

Nach dem Auftauchen der Fehlermeldung sollte zuerst die Kühlflüssigkeitstemperaturanzeige im Kombiinstrument überprüft werden.

Zeigt diese 90 Grad oder mehr an? Liegt diese konstant bei 90 Grad und das Kühlmittel im Ausgleichsbehälter befindet sich im Normalbereich (Abb.4) dann wird wahrscheinlich der Kühlmittelstandsgeber die Quelle des Problems sein.

Steigt hingegen die Temperatur auf über 90 Grad und im Ausgleichsbehälter befindet sich genug Kühlmittel, dann wäre auch noch ein defekter Kühlmitteltemperatursensor (Abb.3) oder Kühlerlüfter denkbar.

Der Kühlerlüfter muss sich bei 90 Grad selbsttätig ein bzw. zuschalten. Tut er das nicht und die Temperatur steigt immer weiter an, dann muss dieser umgehend gewechselt werden.

Abb. 3
Abb. 4

Steigt die Kühlmitteltemperatur und im Ausgleichsbehälter fehlt immer wieder Kühlwasser, dann liegt der Fehler woanders. Die weiteren möglichen Ursachen müssen dann durch eine Sichtprüfung festgestellt werden.

Der gesamte Kühlmittelkreislauf sollte dabei auf optisch auffällige Wasseraustrittsspuren untersucht werden. Diese zeigen sich meist in Form einer hellen verkrusteten Ablagerung (Video 2 unten). In den meisten Fällen konnte die Austrittsstelle dabei auch lokalisiert werden.

Der neuralgischste Punkt ist hier die Wasserpumpe. Aber auch ein poröser oder gerissener Wasserschlauch könnten noch zusätzliche Fehlerquellen sein.

Informativ: Als eher seltene aber auch schon vorgekommene Ursache könnte noch ein defekter Wärmetauscher für den Wasserverlust infrage kommen. Dies kann aber sehr einfach festgestellt werden, indem man die im Innenraum befindenden vorderen Fußmatten entfernt und den darunter liegenden Teppichboden auf eine eventuelle Kühlwasseraufnahme abtastet.

Sollte der Teppichboden von Wasser durchtränkt sein, muss hier der Wärmetauscher gewechselt werden.

Wenn alle Untersuchungen ordnungsgemäß durchgeführt wurden und dabei kein erkennbarer Wasseraustritt ausgemacht werden konnte, käme nur noch eine verbrannte Zylinderkopfdichtung oder ein gerissener Zylinderkopf als Problemverursacher infrage.

Gut zu wissen: Wenn ein Nachfüllen von Kühlmittel erforderlich wird dann (außer im Notfall) kein Leitungswasser verwenden, sondern ausschließlich Kühlmittelfrostschutz. Dabei ist noch zusätzlich darauf zu achten, dass das Kühlmittel auch die gleiche Farbe (rot, grün, blau) hat wie das bisher im Kühlsystem enthaltene.

Dies ist auch wichtig zu wissen, da diese Kühlmittelzusätze sich miteinander vermischt “nicht vertragen”.

Das Kühlmittel oder der Kühlwasserzusatz (Frostschutz) dient nicht nur im Winter als Frostschutz, sondern es bewahrt den Kühlkreislauf und die einzelnen Kühlkomponenten zudem vor Korrosion.

Auch gut zu wissen: Bei einer Erneuerung des Motorzahnriemens (wenn verbaut) sollte die Wasserpumpe immer mit gewechselt werden.

 

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Kosten: Wie hoch sind die Kosten bei einer Reparatur?

  • Wasserpumpe (Teilekosten 30 -70 Euro) wechseln: ca. 300 – 600 € je nach Modell und Motortyp
  • Kühlmittel (je nach Farbe unterschiedliche Preise) nachfüllen: 10 – 25 €
  • Kühlmittelausgleichsbehälter oder Schlauch austauschen: Je nach VW Fahrzeug bzw. Modell zwischen 100 und 200 €

Die Ursachenforschung

Wie kompliziert die Ursachenfindung bei einem Kühlwasser- / mittelverlust sein kann man hier sehen.

 

CarWiki Autor: FvM (Meister für Kraftfahrzeuginstandhaltung)

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