Typische Probleme, Schwächen und Krankheiten des Hyundai Kona | Entladene Batterien, Getriebeschäden & weitere Schwachstellen | inklusive Rückrufe

Bild: BenespitCC BY-SA 4.0, Link

Ein SUV ist gemeinhin als Spritfresser bekannt, der im engen Stadtverkehr kein Durchkommen findet. Mit dem Hyundai Kona beweist der südkoreanische Automobilhersteller das Gegenteil.

Das Modell bietet den perfekten Kompromiss aus Kompaktklasse und Geländewagen, der ausreichend Platz für den Alltag bietet und mit seinem spritzigen Antrieb und gutem Verbrauch eine hohe Fahrfreude bietet.

Klingt perfekt? Nicht ganz. Denn der Hyundai Kona hat einige Probleme, Krankheiten und Schwachstellen aufzuweisen. Dazu kommen zahlreiche Rückrufaktionen.

Kurzum: Nicht jeder Autobesitzer ist mit seinem Kompakt-SUV zufrieden. Von entladenen Batterien über fehlerhafte Sicherheitssysteme bis zu Getriebeproblemen sorgt der Hyundai Kona mitunter schon frühzeitig für Schwierigkeiten.

Handelt es sich um Einzelfälle oder liegen hier generelle Schwachstellen des Hyundai Kona vor? Das Team von CarWiki.de hat sich auf Spurensuche begeben. Zwar konnten uns die Prüforganisationen mangels fehlender Erfahrung noch keine Rückmeldung geben, doch Gespräche mit Werkstätten und Autobesitzern waren hilfreich.

Wir bleiben dran und nehmen den Hyundai Kona regelmäßig unter die Lupe.

Probleme mit dem Hyundai Kona (seit 2017)

Der Hyundai Kona wurde erstmals im Juni 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. Anfangs war das Modell nur mit Benzinmotor zu kaufen, erst 2018 folgten Dieselmotor und Elektromodell (hier finden Sie alle technischen Daten der Kona Modelle). Der Hyundai Kona Elektro ist in zwei Varianten mit unterschiedlichen Leistungen und Akkukapazitäten erhältlich.

Im Juni 2019 folgte der Hyundai Kona Hybrid, der eine Kombination aus 1,6-Liter-Ottomotor und Elektromotor bietet.

Neben der Basisvariante stehen weitere Sondermodelle (Iron Man Edition) und Ausstattungsmöglichkeiten (Kona N-Line) zur Auswahl. Eine Modellpflege folgte im September 2020, die allerdings nur geringfügige Änderungen brachte.

Seit Sommer 2021 ist mit dem Hyundai Kona N auch eine Sportversion verfügbar.

Bisher keine TÜV-Schwächen

Unsere Bemühungen, bei den bekannten Prüforganisationen etwas über das Abschneiden des Hyundai Kona bei der Hauptuntersuchung herauszufinden, waren nicht erfolgreich. Oftmals fehlt es den Unternehmen selbst an Erfahrung oder der Kompakt-SUV erlaubt sich noch keine Schwächen.

Verständlich, denn die ältesten Modelle des Hyundai Kona haben den ersten TÜV-Termin gerade erst hinter sich gebracht. Und dabei gibt es keine nennenswerten Schwachstellen.

Bekannte Schwachstelle: Getriebeschäden

Unsere Experten haben herausgefunden, dass mehrere Besitzer des Hyundai Kona von einem Getriebeproblem betroffen waren. Anfangs äußerten sich die Schwierigkeiten durch ein offensichtliches Ruckeln bei den Schaltvorgängen, meist im Bereich des zweiten oder dritten Gangs.

Bei einigen Autofahrern ging es plötzlich nur noch im Schritttempo voran, während die Drehzahl ohne Beschleunigung in die Höhe schnellt.

Einige Besitzer berichten davon, dass die Werkstatt noch Versuche zur Rettung des Getriebes einleitete, doch auch Softwareupdate, Getriebeölwechsel und die neue Getriebejustierung konnten das Problem nicht lösen. Logisch, denn mehrheitlich liegt ein schwerwiegender Schaden vor, der sich auch durch Metallspäne im Getriebeöl erkennen lässt.

Dann hilft nur ein Getriebewechsel, den Hyundai mittlerweile ohne Diskussionen vornimmt. Das Warten auf Ersatz kann dauern, denn das Problem ist offensichtlich keine Seltenheit. Bei einigen Fahrzeugen wurden fehlerhafte Getriebe verbaut, was nun zum Vorschein kommt.

Wie viele Autos betroffen sind, konnten wir allerdings nicht herausfinden.

Softwarefehler entlädt die Batterie

Ein Leser berichtete von einem Softwareproblem, das die Batterie entlädt. Nachdem das Fahrzeug über Nacht gestanden hatte, konnte es am nächsten Morgen nicht mehr gestartet werden, weil der Energiespeicher komplett leer war.

Laut Hyundai-Werkstatt handelt es sich dabei um ein bekanntes Softwareproblem, das sich einfach in den Griff bekommen lässt.

Dabei muss es gar nicht so weit kommen, dass die Batterie schon komplett entladen ist. Nicht selten gibt der Hyundai Kona nach dem Verlassen und Abschließen ein hörbares Geräusch von sich, das als wichtiges Indiz gilt.

Auch, wer häufiger Startprobleme hat oder hört, dass der Anlasser kämpft, um den Motor zu starten, sollte seiner zuständigen Werkstatt einen Besuch abstatten.

Kleinigkeit: Feedback der Besitzer

Wir haben mit den ersten Fahrzeugbesitzern gesprochen und gefragt, welche Kleinigkeiten stören und worauf interessierte Fahrzeugkäufer achten sollten. Die Heckklappe lässt sich manchmal nur schwer und mit erhöhtem Kraftaufwand schließen, was einige Besitzer stört. Es kann es helfen, die Gummipuffer auf der Innenseite der Heckklappe etwas festzudrehen.

Zudem kann je nach Halterung das Nummernschild klappern. Hier nützen kleinere Puffer, die zwischen Heckklappe und Halterung geklemmt werden.

Das harte Fahrwerk und die lauten Innengeräusche sind Geschmackssache, aber keine generelle Schwäche. Auch die zahlreichen Fahrerassistenzsysteme sind Fluch und Segen zugleich.

Dafür fehlen laut Aussage vieler Besitzer die Memory-Funktion bei den Sitzen sowie die Absenkfunktion an den Seitenspiegeln. Tachoabweichungen, die in vielen Foren diskutiert und kritisiert werden, sind normal.

Unterschiede zwischen Anzeige und GPS-Messung können bis zu fünf Kilometer pro Stunde betragen.

Rückrufe: Airbag, Motormanagement & Co.

Der Hyundai Kona hat trotz seines jungen Alters schon mehrere Rückrufaktionen vorzuweisen. Einige Modelle mit Baujahr 2018 wurden in die Werkstätten gerufen, weil eine fehlerhafte Programmierung des Airbagsteuergerätes vorlag.

Daher war eine fehlerhafte Funktion der Airbags nicht auszuschließen, weshalb die zuständigen Fachhändler ein notwendiges Update aufspielten.

Bei Fahrzeugen, die zwischen 2018 und 2020 gebaut wurden, bestand aufgrund von Schädigungen der Batteriezellen bzw. eines fehlerhaften Batteriemanagements ein erhöhtes Risiko für einen Kurzschluss.

In der Folge waren auch Fahrzeugbrände möglich, weshalb Hyundai die betroffenen Autofahrer in die Werkstätten rief.

Ein Kommunikationsfehler im Motormanagement, der möglicherweise zu einer reduzierten Bremswirkung führte, und die eingeschränkte Funktion des Notrufsystems machten zwei weitere Rückrufe notwendig.

Probleme am Hyundai Kona im Überblick

  • TÜV-Schwächen noch unbekannt
  • vereinzelte Getriebeschäden möglich
  • Batterieentladung wegen Softwareproblem
  • Besitzerkritik: hartes Fahrwerk, Tachoabweichung, Spiegelabsenkung
  • hin und wieder Probleme mit Bluetooth oder dem Navi Update

Fazit: Kompakt-SUV mit kleinen Schwächen

Der Hyundai Kona hinterlässt gemischt Gefühle. Einerseits kann das Kompakt-SUV mit seiner Optik, den kraftvollen Motoren und der innovativen Technik punkten. Andererseits sind Kinderkrankheiten und typische Schwachstellen scheinbar keine Seltenheit.

Man kann Glück haben, oder eben nicht. Aber bei welchem Auto gelten hier schon Ausnahmen?

Insofern liegt der Hyundai Kona im Mittelfeld. Das Kompakt-SUV ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt, insofern fehlen zuverlässige Erfahrungen für die Zukunft.

Ob Pannenstatistik oder Hauptuntersuchung: Wir verlieren den Hyundai Kona nicht aus den Augen und schauen, was die kommenden Jahre bringen.

Bisher gibt es nur wenig Feedback zum Hyundai Kona. Vielleicht können Sie uns weiterhelfen, weil Sie eigene Erfahrungen mit dem kleinen SUV gesammelt haben? Dann berichten Sie gerne in den Kommentaren am Ende des Beitrags. Vielen Dank.

CarWiki Autor: Sönke

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