Der Renault Twingo und seine typischen Probleme | Defekte Zündspulen, nachlassende Achsaufhängungen & mehr | Alle Rückrufe, Mängel & Schwachstellen

Renault Twingo III
Wir verraten Ihnen alle Schwachstellen & Rückrufe des Renault Twingo!

Bild: Charles01CC BY-SA 4.0, Link

Mit dem Renault Twingo gelang dem französischen Automobilhersteller im Jahr 1993 ein Glücksgriff. Der viersitzige Kleinwagen war nicht nur in Deutschland ein voller Erfolg.

Weltweit wurden mehrere Millionen Fahrzeuge hergestellt und verkauft, sodass der Twingo auch heute noch zu den meistverkauften Automobilen überhaupt gehört.

Von der ersten Generation wurden hierzulande mehr als 500.000 Exemplare verkauft.

Das führt dazu, dass der Renault Twingo keine Seltenheit ist und auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine wichtige Rolle einnimmt.

Doch als Renault-Besitzer kennen Sie sicherlich auch die Probleme und Schwachstellen des kleinen Franzosen, oder?

Egal ob defekte Zündspulen, ein marodes Fahrwerk oder starker Ölverlust: Die Mängelliste des Renault Twingo ist lang – und die Fahrer sind spätestens bei der Inspektion frustriert.

Natürlich hat sich CarWiki.de ausführlich mit den Problemstellen des Renault Twingo beschäftigt. Aus verschiedenen Quellen haben wir die häufigsten Mängel und Schwachstellen des kleinen Franzosen herausgesucht und im folgenden Ratgeber übersichtlich aufgelistet.

Renault-Fahrer wissen künftig, welche Bereiche unbedingt im Auge zu behalten sind.

Unsere Spezialisten werden den Artikel ergänzen und aktuell halten.

Probleme mit dem Renault Twingo III (seit 2014)

Seit September 2014 ist die dritte Generation des Renault Twingo in Deutschland erhältlich. Die Basis teilt sich der kleine Franzose mit Smart Fortwo und Smart Forfour, die auch allesamt im gleichen Werk gefertigt werden.

Zu den ungewöhnlichen Besonderheiten des Kleinwagens gehört die Positionierung des Motors, der vor der Hinterachse platziert ist. Der Zugang erfolgt über eine Klappe im Kofferraum.

Zu den wichtigsten Sondermodellen gehören der sportliche Renault Twingo GT mit 109 PS sowie der Renault Twingo Z.E., der von einem Elektromotor angetrieben wird.

Die Achsaufhängung als Sorgenkind

Das Fahrwerk, insbesondere die Achsaufhängung, haben schon in der zweiten Generation für Mängel gesorgt. Daran hat sich auch beim dritten Modell nichts verändert. Bei der Hauptuntersuchung macht dieser Bereich fast immer Probleme, sodass ein prüfender Blick durch einen Fachmann nicht schaden kann.

Die Lagerungen schlagen schnell aus und sorgen dann für klappernde Geräusche. Auch das Fahrverhalten wird negativ beeinflusst, sodass der zuständige TÜV-Prüfer nicht selten den Rotstift zückt. Schon ab dem vierten Jahr ist mit massiven Mängeln zu rechnen.

Eine unzuverlässige Tankanzeige

Verschiedene Testberichte und Twingo-Fahrer haben offenbart, dass die Tankanzeige nicht wirklich zuverlässig ist. Die Balken springen hin und her. Aus einem halbleeren Tank wird plötzlich wieder eine volle Ladung.

Das schafft kein Vertrauen. Auch sonst ist die Elektrik im kleinen Franzosen manchmal eigenwillig und fällt oftmals mit Defekten auf.

Besitzer-Kritik am Fahrzeugkonzept

Der Renault Twingo der dritten Generation fällt mit einem besonderen und für Kleinwagen untypischen Fahrzeugkonzept auf. Der Motor steckt nämlich vor der Hinterachse, die angetrieben wird. Das bereitet große Fahrfreude, sorgt allerdings für einen heißen Kofferraum.

Scheinbar ist die Abführung der Warmluft nicht perfekt gelungen, denn viele Renault-Fahrer bemängeln die enorme Hitzeentwicklung. Im Kofferraum kann es auch mal über 50 Grad Celsius heiß werden, was vor allem gekühlte Einkäufe nicht erfreut.

Ein Bekannter beim Pannendienst

Der Renault Twingo der dritten Generation ist bei allen Pannendiensten nicht unbekannt. Eine Nachfrage ergibt, dass der kleine Franzose mit verschiedenen Mängeln auffällig wurde.

Von kaputten Nockenwellensensoren über defekte Turbolader bis zu streikenden Zündspulen müssen sich Twingo-Fahrer vor sämtlichen Problemen fürchten.

Droht ein massives Rostproblem?

Der Gebrauchtwagen-Test von AUTO BILD offenbarte eine weitere Schwäche des französischen Kleinwagens: Rost! Die Konservierung von Fahrwerk und Karosserie lässt sehr zu wünschen übrig, sodass sich schon nach wenigen Jahren starker Rostbefall zeigt.

Insbesondere der Unterboden ist regelmäßig auf die gefährliche Korrosion zu untersuchen. Wer sein Auto liebt und noch lange Jahre behalten möchte, der könnte etwas Geld in eine professionelle Konservierung investieren.

Es würde sich lohnen.

Rückrufe: Getriebesteuerung, Dachspoiler & Co.

Schon in den ersten Jahren nach der Einführung sorgte der Renault Twingo mit mehreren Rückrufen für Aufsehen. Unter anderem waren die Modelle mit EDC-Automatikgetriebe betroffen.

Ein Softwarefehler in der Automatikgetriebesteuerung ließ einen Start des Motors auch in Neutralstellung und ohne getretenes Bremspedal zu. Dadurch waren unbeabsichtigte Anfahrsituationen nicht ausgeschlossen.

Später war eine Rückrufaktion notwendig, weil sich Dachspoiler und Heckscheibe wegen mangelhafter Materialfestigkeit lösen konnten. Ein ähnlicher Eingriff war erforderlich, weil Kunststoffschweißpunkte an der Motorhaube brachen und sich die Außenhaut dadurch ablöste.

Weil Haltbarkeit des vorderen linken Achsschenkelträgers nicht ausreichend war, mussten mehrere Modelle des Renault Twingo in die Werkstatt. Grund dafür war ein Fehler im Herstellungsprozess. Aufgrund der gesteigerten Unfallgefahr wurden die betroffenen Teile ausgetauscht.

Probleme mit dem Renault Twingo II (2007 bis 2014)

Renault Twingo II Facelift
Wo liegen die Schwachstellen des Renault Twingo II?

Bild: M 93, CC BY-SA 3.0 de, Link

Seit Juli 2007 wurde das zweite Modell des Renault Twingo verkauft, das in große Fußstapfen treten musste.

Vor allem optisch wurde der Kleinwagen an die typische Renault-Designlinie angepasst.

Es waren verschiedene Ausstattungsvarianten erhältlich, darunter auch der Renault Twingo RS mit 133 PS.

Nachdem der Vorgänger ausschließlich als Benziner verkauft wurde, war die zweite Generation auch mit Dieselmotor verfügbar.

Bei einer Modellpflege im Jahr 2012 passte Renault unter anderem das Heck- und Frontdesign an.

Rundum-Kritik bei der Hauptuntersuchung

Im aktuellen TÜV-Bericht gibt es zahlreiche Schwachstellen zu vermelden. Neben der Achsaufhängung, die ein generelles Problem beim Renault Twingo darstellt, bereiten auch die Gelenke der Lenkung große Sorgen.

Noch mehr Kritik gibt es im Bereich der Beleuchtung, die sowohl vorne als auch hinten und im Bereich des Blinkers nicht glänzen kann.

Starke Mängel gibt’s ab dem fünften Jahr auch bei der Fuß- und Feststellbremse, insbesondere bei Bremsscheiben und -leitungen. Dazu kommt ein verstärkter Ölverlust. Kurzum: Der Renault Twingo II ist ein Überraschungspaket.

Auffälligkeiten in der Pannenstatistik

Der Renault Twingo Typ II ist nicht dafür bekannt, dass er häufig liegenbleibt und die Weiterfahrt verweigert. Dennoch konnten die Pannenhelfer auf Nachfrage einige Schwächen offenbaren, auf die Fahrzeugbesitzer achten sollten.

Entladene Batterien sind bei allen Baujahren ein Problem. Dazu kommt eine schwergängige Feststell- und Hinterradbremse, die bei Fahrzeugen zwischen 2008 und 2010 zur Sorge wird.

Auch die Zündanlage ist gefährdet und das nicht nur durch Marderbisse. Die Zündkerzen gehen bei Modellen, die 2011 oder 2012 gebaut wurden, häufiger kaputt. Die ersten Fahrzeuge der Baureihe fallen auch mit defekten Zündspulen auf.

Bei Dieselfahrzeugen ist eine hohe Quote an Turboladerschäden sowie Defekten an der Hochdruckpumpe bekannt.

Rückrufe: Unzureichende Sitzverriegelung & mehr

Renault musste bei der zweiten Generation des Twingo mehrfach eingreifen und verschiedene Rückrufaktionen starten. Unter anderem sorgte eine fehlerhafte Verriegelung der Sitzverstellung, die permanent oder zeitweise nicht einrastete, dafür, dass sich der Fahrersitz während der Fahrt unbeabsichtigt verschob.

In Hinblick auf die Sicherheit war dieser Mangel nicht akzeptabel, sodass ein Rückruf folgte, der auch vom Kraftfahrt-Bundesamt überwacht wurde.

Darüber hinaus waren Modelle mit den Motoren D4F (1.2 16V) und D4FT (TCe 100) von einem Rückruf betroffen. Bei diesen Fahrzeugen konnten defekte Ventilkeile einen Motorschaden verursachen.

Wegen unzureichender Materialeigenschaften konnten die Bauteile schneller verschleißen und somit zu einer Störung der geregelten Ventilsteuerung führen.

In der Fachwerkstatt wurden die Fahrzeuge überprüft und notfalls instandgesetzt.

Probleme mit dem Renault Twingo I (1993 bis 2007)

Renault Twingo I
Welche Mängel hat die erste Generation des Twingo? Bild:

Bild: David PerezCC BY-SA 4.0, Link

Als der Renault Twingo im März 1993 auf den Markt kam, war der Kleinwagen nur mit der notwendigsten Ausstattung versehen.

Die Airbags kamen erst in den Folgejahren, die Stoßstangen waren unlackiert und das ABS war nur gegen Aufpreis erhältlich.

Kein Wunder, dass der Renault Twingo vor allem als Zweitwagen für den Stadtverkehr beliebt war. Bei einer Modellpflege im Sommer 1998 gab es optische Anpassungen, unter anderem die Stoßstangen in Wagenfarbe.

Eine weitere Überarbeitung folgte im Jahr 2004.

Schwachstellen bei der Hauptuntersuchung

Der Blick in die TÜV-Berichte der vergangenen Jahre gibt Aufschluss über die typischen Schwachstellen des Renault Twingo. Und da gibt es kaum Unterschiede zu den aktuellen Modellen: Der Auspuff ist schnell durchgerostet, die Radlager und Bremsen sind schon unter 100.000 Kilometern fällig.

Auch die Verteilerkappe geht häufig kaputt, sodass nur noch Ersatz hilft. Gebrochene Federn waren bei den Modellen bis Baujahr 2000 keine Seltenheit. Ebenso bereiten die Antriebswellen, die Kupplungsseilzüge und die Sitzverstellungen Sorgen.

Beim Motor vermelden die Pannenhelfer eine ganze Reihe an Problemen, von gerissenen Zahnriemen über durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen bis zu defekten Kraftstoffpumpen. Dennoch hält sich der Renault Twingo I in der Pannenstatistik ganz ordentlich.

Ärger mit der Wegfahrsperre

Im Laufe der Jahre kann es vorkommen, dass die Wegfahrsperre immer häufiger ihren Dienst versagt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch sehr teuer werden. Denn eine neue Wegfahrsperre kostet mindestens 1.000 Euro.

Eine dauerhafte Deaktivierung kommt nicht infrage, da das System ein Teil der allgemeinen Betriebserlaubnis ist. Guter Tipp: Manchmal ist der Schlüssel schuld, wenn sich die Wegfahrsperre nicht gleich deaktivieren lässt. Dann hilft etwas biegen und klopfen. Aber nicht zu kräftig!

Wassereinbruch am Faltdach

Das Faltdach des Renault Twingo, das ab Oktober 1993 für einen Aufpreis von 800 DM erhältlich war, ist auch heutzutage noch im Gespräch. Denn immer häufiger berichten Twingo-Besitzer von einem unschönen Wassereinbruch.

In den meisten Fällen lässt die Dichtung zwischen Faltdachrahmen und Dach im Laufe der Jahre nach, sodass die Feuchtigkeit bis auf die Sitze läuft. Manchmal hilft es auch, die Mechanik nachzustellen, um mögliche Lücken zu schließen.

Rückrufe: Von Bremssystem bis Airbagproblem

Das erste Modell des Renault Twingo musste mehrfach zurückgerufen werden. Dafür war unter anderem ein defektes Unterdruckventil der Bremskraftunterstützung verantwortlich, das zu hohen Kräften am Bremspedal führte.

Weiterhin waren bei einigen Modellen auch elektrostatische Entladungen am Lenkrad möglich, die Fehlauslösungen des Fahrerairbags verursachten.

Ein weiterer Rückruf betraf nur Modelle mit dem 1.2 Liter 16 V Motor sowie dem automatisierten Schaltgetriebe. Hier war nicht ausgeschlossen, dass der Motorkabelstrang am Hochdruckschlauch scheuert und der Motor daraufhin ruckelt oder sogar ausgeht.

Ein zusätzlicher Schutz, der beim Händler montiert wurde, beseitigte das Problem.

 

Helfen Sie, CarWiki zu erweitern!

CarWiki lebt von den Beiträgen der Leser & der Community! Können Sie selbst hilfreiche Anleitungen oder Erweiterungen rund um Ihr Fahrzeug beisteuern? Schreiben Sie einen Artikel und helfen Sie anderen Fahrern. Vielen Dank!

 

Die Mängelliste des Renault Twingo

  • mangelhafte Achsaufhängung
  • ausschlagende Gelenke
  • streikende Zündspulen
  • verschlissene Bremsen
  • entladene Batterien
  • verstärkter Rostbefall

Fazit: Ein Kleinwagen mit Schwächen

Wer sich einen Renault Twingo anschafft, der muss mit diversen Probleme und Schwachstellen rechnen. Vor allem im Alter häufen sich die Mängel und der Termin beim TÜV kann zur großen Kostenfalle werden.

Die Achsaufhängung macht bei allen Modellen Sorgen, doch die neueren Fahrzeuge sind generell etwas standfester. Zumindest aktuell noch.

Je älter der Renault Twingo, desto größer sind die Probleme. Im Laufe der Zeit kommen vor allem verschlissene Bremsen, erhöhter Ölverlust und eine mangelhafte Beleuchtung dazu. Für die Stadt sind die kleinen Franzosen jedoch perfekt geeignet.

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, der sollte die typischen Schwachpunkte allerdings im Auge behalten.

Der Renault Twingo gehört zu den meistverkauften Autos der Welt. Vielleicht haben auch Sie schon Erfahrungen mit dem französischen Kleinwagen gemacht?

Dann freuen wir uns, wenn Sie die Community von CarWiki.de über Ihre Erlebnisse informieren.

Danke!

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

Instagram
WhatsApp
Skype

Alle CarWiki Ratgeber zum Renault Twingo

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü