Alle Mängel & Probleme des Škoda Superb im Überblick | Kinderkrankheiten von der Steuerkette bis zum Federbruch  | Rückrufe, Kosten, Lösungen & Maßnahmen

Skoda Superb III Limousine

Wie anfällig sind die Skoda Superb Fahrzeuge? Bild: VauxfordOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Die Geschichte des Škoda Superb geht bis in das Jahr 1934 zurück. Damals war die Bezeichnung „Superb“ für luxuriöse Fahrzeuge gedacht, die zwischen 1934 und 1949 gebaut wurden. Erst als zusätzliche Typenbezeichnung, später sogar als eigenes Verkaufsmodell.

Mit dem Škoda Superb 3000 ging die Ära im Jahr 1949 vorerst zu Ende, bis der tschechische Automobilhersteller den Namen im Herbst 2001 wieder aufleben ließ.

Heute handelt es sich beim Škoda Superb um ein beliebtes Fahrzeugmodell der oberen Mittelklasse, das vor allem als Dienstwagen oder Leasingmodell genutzt wird. Der Superb (französisch: wundervoll, großartig) ist solide gebaut, aber nicht so fehlerfrei, wie es die Bedeutung seines Namens vermuten lässt.

Egal, ob Kleinigkeiten oder schwerwiegende Mängel: CarWiki hat recherchiert und eine umfangreiche Liste zu den Schwachstellen, Kinderkrankheiten und Rückrufen des Škoda Superb erstellt, mit denen sich die Fahrer nicht zuletzt bei der Inspektion herumschlagen müssen.

Im nachstehenden Ratgeber, der fortlaufend ergänzt und aktualisiert wird, haben wir die verschiedenen Probleme der unterschiedlichen Baureihen für Sie aufgezählt.

Probleme mit dem Škoda Superb III Typ 3V (seit 2015)

Im Februar 2015 stellte Škoda bei einer Präsentation in Prag die dritte Generation des Superb vor, der im Juni 2015 seine Marktpremiere feierte. Das Modell der Mittelklasse basiert auf dem modularen Querbaukasten von Volkswagen, sodass es viele Parallelen zum VW Passat B8 gibt.

Das gilt vor allem für die modernen Assistenzsysteme sowie den Antriebsstrang.  Der Superb überzeugt mit seinem großen Platzangebot und der hochwertigen Verarbeitung. Im Jahr 2019 folgte eine umfassende Modellpflege.

Nur kleinere Probleme als Mangel

Im Zuge unserer Recherche haben wir mit mehreren Škoda-Fahrern gesprochen, die uns kleinere Schwachstellen genannt haben. Dazu gehören unter anderem die verklemmten Antriebe der Heckklappe (beim Combi) sowie ein mangelhaftes Kurvenlicht, das gerne ausfällt.

Der Funkschlüssel funktioniert nicht immer so einwandfrei wie er eigentlich sollte. Und an den Aufnahmepunkten der beiden Heckklappendämpfer kann Rost auftreten.

Rückrufe: Fehlerhafte Gurtstraffer & mehr

Der Škoda Superb der dritten Generation hat nicht viele Rückrufe vorzuweisen. Dennoch sollten Besitzer die Ohren und Augen offenhalten, um über die möglichen Aktionen des Hersteller informiert zu sein.

So mussten Fahrzeug mit Baujahr 2015 in die Werkstatt, weil eine fehlerhafte Arretierung an einer Steckverbindung zum Ausfall einzelner elektrischer Systeme führen konnte.

Wenig später gab es einen Rückruf, der das Panorama-Schiebe- und Ausstelldach betraf. Dort waren Quetschungen beim elektrischen Schließen nicht ausgeschlossen, wenn sich das System in der Funktion „Komfortöffnen“ befand. In Deutschland mussten rund 2.500 Fahrzeuge zum zuständigen Fachhändler, um den Fehler beseitigen zu lassen.

Deutlich weniger Fahrzeuge, nämlich nur 53 Stück, waren von einem fehlerhaften Gurtstraffer betroffen. Aufgrund von Abweichungen in der chemischen Zusammensetzung des Zündmittels war die Funktion am Beifahrersitz nicht garantiert, sodass Škoda die Besitzer der entsprechenden Fahrzeuge informierte.

Apropos Gurtstraffer: Probleme mit einem elektrischen Bauteil, das zu einer eingeschränkten Funktion der Airbags und Gurtstraffer führte, war ebenfalls ursächlich für eine Rückrufaktion.

Weitere Rückrufe waren aufgrund von fehlerhaften Radlagergehäusen, die einen Unfall verursachen konnten, sowie einem Fehler im Gasgenerator des Fahrerairbags notwendig.

Zudem waren einige Fahrzeuge aufgrund eines niedrigen Drehmoments in bestimmten Situationen von einer Anfahrschwäche betroffen. Probleme mit der Software des Kommunikationsmoduls für das Notrufsystem (eCall) sowie eine fehlerhafte Einspritzung runden die Liste der Rückrufaktionen ab.

Probleme mit dem Škoda Superb II Typ 3T (2008 bis 2015)

Skoda Superb 2 Kombi Seitenansicht

Bild: M 93Selbst fotografiert, Attribution, Link

Die zweite Generation des Škoda Superb war von 2008 bis 2015 für den Endkunden erhältlich. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Modell bei den Maßen noch einmal gewachsen und die Verarbeitung wurde verbessert, sodass der Superb oftmals der oberen Mittelklasse zugeordnet wird.

Seit Juni 2013 unterzog Škoda dem Modell eine gründliche Überarbeitung, wobei vor allem der Frontbereich angepasst wurde.

Im Innenraum gab es ein neues Lenkrad sowie eine optimierte Armaturentafel, während auf technischer Seite am Motorenangebot gearbeitet wurde.

Hauptuntersuchung: Typische Schwachstellen

Insgesamt bescheinigt der TÜV den Superb-Modellen aller Baureihen ein gutes, nahezu problemloses Abschneiden. Allerdings sind kleinere Mängel nicht untypisch.

Ein Federbruch, der natürlich die Erteilung der TÜV-Plakette verhindert, ist bekannt. Kritik gibt es auch für die Scheinwerfer und verblassende Blinker. Die Bremsschläuche werden gelegentlich bemängelt.

Verschiedene Probleme mit dem Antrieb

Auch der Superb kann sich nicht von den klassischen Problemen befreien, mit denen viele Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern zu kämpfen haben. Bei den TSI-Motoren ist die Steuerkette einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt, sodass sie im schlimmsten Fall überspringen kann.

Dann ist ein Motorschaden garantiert. Es lohnt sich also, auf untypische Rasselgeräusche zu achten oder die Intervalle für Inspektion und Wartung einzuhalten. Ebenso bereitet das Schubumluftventil in vielen Fällen Probleme.

Bei den TDI-Motoren (bis 2010) sind undichte und eingeschlagene Pumpenelemente keine Seltenheit. Das gilt vor allem bei hohen Laufleistungen. Ein regelmäßiger Blick ist auch beim Zahnriemen zu empfehlen. Sonst droht ein teurer Motorschaden.

Auch der Ölverlust wird beim TÜV oft moniert. Interessant: Betroffen sind vor allem sehr junge und sehr alte Fahrzeuge.

Rückrufe wegen unzulässiger Abschalteinrichtung

Ein Blick in vergangene Rückrufaktionen zeigt, dass der Škoda Superb der zweiten Generation gleich mehrmals mit unzulässigen Abschalteinrichtungen im Emissionskontrollsystem auffällig wurde. Und das waren längst nicht die einzigen Aktionen des Herstellers.

Ein Massekabel für die Luftzusatzheizung, das nicht ordnungsgemäß verschraubt war, führte zur thermischen Überlastung und möglicherweise sogar zum Fahrzeugbrand. Allerdings waren nur Dieselfahrzeuge ohne Standheizung betroffen, in Deutschland rund 70 Autos

Bei Fahrzeugen, die über ein Direktschaltgetriebe, kurz DSG, verfügen, konnte es aufgrund einer Fehlinterpretation des Getriebesteuergerätes zu einem unerwünschten Öffnen der Kupplung kommen. In diesem Fall war der Antrieb unterbrochen und das Auto konnte nicht mehr fahren.

Ebenfalls dramatisch: Vibrationen führten bei einigen Modellen des Škoda Superb (Zweiliter-Diesel) zu einer Rissbildung in der Einspritzleitung. Durch den austretenden Dieselkraftstoff war ein Fahrzeugbrand nicht ausgeschlossen.

Mehr als 24.000 Fahrzeuge mit dem Baujahr zwischen 2013 und 2015 mussten wegen einer fehlerhaften Konfiguration des Body-Control-Moduls, kurz BCM, in die Werkstatt. Der Fehler führte dazu, dass ein Ausfall der vorderen LED-Fahrtrichtungsanzeiger durch das System nicht erkannt und daher auch nicht im Cockpit angezeigt wurde.

Probleme mit dem Škoda Superb I Typ 3U (2001 bis 2008)

Skoda Superb 1 Limousine

Wie robust ist der erste Skoda Superb der Baureihe 1? Bild: Thomas_doerfer, CC BY-SA 3.0, Link

Der Škoda Superb Typ 3U wurde von Herbst 2001 bis Frühjahr 2008 gebaut und stellt die erste Generation der Mittelklasse dar.

Das Modell basierte auf dem Passat von Volkswagen, allerdings waren Radstand und auch Ausstattungsvarianten unterschiedlich.

Der Superb war für damalige Verhältnisse sehr luxuriös und war unter anderem mit Klimaautomatik sowie elektrischen Fensterhebern erhältlich. Nicht ohne Grund diente das Modell sogar als Staatskarosse für den tschechischen Präsidenten.

Aufgepasst: Probleme beim TDI-Motor

Der Škoda Superb der ersten Generation wurde hierzulande nicht oft verkauft, sodass sich nur wenige Besitzer finden lassen, die von ihren Erfahrungen berichten. Aufgrund der Nähe zum VW Passat lohnt es sich jedoch, auf die Mängelliste der „Konkurrenz“ zu schauen.

Experten raten vom Kauf des V6-TDI ab, der häufig mit Problemen an der Nockenwelle zu kämpfen hat. Beim Gebrauchtwagenkauf ist auf die typischen Klackergeräusche zu achten, um Schäden ausfindig zu machen.

Auch undichte Pumpe-Düse-Elemente sind am Dieselmotor keine Seltenheit. Hierbei ist vor allem der Vierzylinder betroffen, wobei hohe Laufleistungen das Problem verstärken.

Die Reparatur ist nicht günstig. Weiterhin ist auf verkorkte Ölleitungen zu achten, die eine ausreichende Schmierung des Turboladers verhindern und somit zum teuren Schaden führen können.

Darüber hinaus war es seinerzeit beliebt, die Motorleistung mit einem Chiptuning zu steigern. Das führt jedoch zu einer verstärkten Abgasentwicklung (ohne Rußpartikelfilter) oder einer thermischen Überbelastung (mit Partikelfilter) sowie einem allgemein erhöhten Verschleiß.

Es lohnt sich, einen Superb ohne diese Veränderungen zu kaufen, sonst währt die Freude nicht lange…

Verschiedener „Kleinkram“ an Mängeln am Superb

Sowohl der TÜV als auch die Škoda-Besitzer bescheinigen dem Superb einen soliden Zustand, auch im höheren Alter. Verschiedene Kleinigkeiten, die Komfort oder Funktion kaum stören, bilden die Ausnahme.

An der Heckklappe kann gelegentlich Rost auftreten und die Parksensoren gehen im Laufe der Jahre gerne kaputt. Weiterhin ist die Umfeldbeleuchtung an den Seitenspiegeln sehr störungsanfällig.

Wasser im Fußraum deutet auf verstopfte Abläufe am Motorraum (Batterie & Bremskraftverstärker) hin. In diesem Fall sollte schnell gehandelt werden, damit das Komfortelektronikmodul, das sich unter der Dämmmatte versteckt, keinen Schaden nimmt.

Wenn die Innenbeleuchtung spinnt, dann ist es meist schon zu spät.

Rückruf: Probleme mit Kraftstoffpumpe & Airbag

Die erste Generation des Škoda Superb hat nicht viele Rückrufaktionen in der Historie. Bei Modellen mit Baujahr 2004 wurden unzureichend dimensionierte Schrauben an der Kraftstoffpumpe verbaut, die abreißen konnten und somit zum Austritt von Dieselkraftstoff führten.

Der Austausch gegen verbesserte Schrauben beseitigte das Problem.

Ein zweiter Rückruf betraf den Fahrerairbag, der eine erhöhte Feuchtigkeit im pyrotechnischen Treibmittel des Gasgenerators enthielt. Im Falle eines Unfalls, bei dem der Frontairbag auf der Fahrerseite auslöst, konnte das metallische Gasgeneratorgehäuse bersten.

Fragmente, die sich aus dem Gasgenerator lösen konnten, wurden zur Gefahr für die Insassen. Der Austausch des Gasgenerators wurde in der Fachwerkstatt durchgeführt.

Alle Details zu Problemen mit dem Škoda Superb im Überblick

  • verschiedene Probleme mit Dieselmotoren
  • Federbruch als typische Schwäche
  • solides Fahrwerk, geringe Mängel

Fazit: Ein Auto ohne große Schwächen

Die Suche nach Problemen und Schwachstellen des Škoda Superb fiel uns schwer. Denn das tschechische Mittelklasse-Modell ist nahezu fehlerfrei und hat in der Vergangenheit überwiegend mit kleineren Problemen aufmerksam gemacht.

Das Fahrwerk ist solide, einzig beim Antrieb sollte besser hingeschaut werden.

Insbesondere die Diesel-Modelle werden mit hohen Laufleistungen etwas anfälliger. Das Problem: Ein Großteil der Škoda Superb, die hierzulande verkauft wurden und sich nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt befinden, sind eben diese Dieselfahrzeuge. Das ist ein Grund, warum der Preis für einen Gebrauchten fair ist.

Die üpige Ausstattung und das große Platzangebot macht Schnäppchen möglich.

Sie haben andere Erfahrungen mit Ihrem Škoda Superb gemacht? Dann sind wir dankbar, wenn Sie uns in den Kommentaren davon berichten. Wir ergänzen den Artikel gerne mit den Eindrücken unserer Leser!

CarWiki Autor: Sönke

Ergänzende Artikel zum Škoda Superb auf CarWiki.de

 

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