Probleme und Rückrufe der Mercedes A-Klasse | Mängel an der Beleuchtung, Rostbildung & mehr | Kosten & Lösungen

Frontansicht Gelber Mercedes Benz A Klasse AMG mit LED Scheinwerfer

Wie fehleranfällig sind die Mercedes A-Klasse (hier AMG) Modelle? – Bild: Alexander MiglEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Als Mercedes die A-Klasse im Oktober 1997 auf den Markt brachte, sorgte die Kompaktklasse für einen Knall: Bei einem Spurwechsel-Fahrmanöver, auch Elchtest genannt, kippte das Auto auf die Seite.

Mercedes stoppte den Verkauf und rüstete die Fahrzeuge zunächst mit einem optimierten Fahrwerk sowie dem elektronischen Stabilitätsprogramm, kurz ESP, nach.

Diese Geschichte hängt der Mercedes A-Klasse, die mittlerweile in der vierten Generation erhältlich ist, bis heute nach. Die gute Nachricht: Selbst in schlimmsten Gefahrensituationen fällt das Modell nicht mehr um.

Die schlechte Nachricht: In den vergangenen 20 Jahren haben sich auch andere Mängel und Schwachstellen gezeigt, mit denen Mercedes-Fahrer zu kämpfen haben.

Unsere Kfz-Experten haben sich ausführlich mit der A-Klasse von Mercedes beschäftigt. Wir haben Besitzer befragt, den TÜV-Report studiert und Werkstätten aufgesucht. Die Ergebnisse haben wir im folgenden Problem-Ratgeber, der regelmäßig aktualisiert wird, aufgelistet.

Probleme mit der Mercedes A-Klasse W177 (seit 2018)

Die vierte Generation der Mercedes A-Klasse, die Baureihe 177, ist seit 2018 erhältlich. Neben der Schreckheck-Variante, welche die Kennung W177 trägt, ist auch eine Limousine (V177) verfügbar.

Im Vergleich zum Vorgänger hat die neue A-Klasse in den Maßen zugelegt, was nicht nur der Fahrbarkeit, sondern auch dem Platzangebot zugutekommt. Das Modell wird auch von AMG mit bis zu 421 PS angeboten.

Kleinere Schwachstellen ohne Sorgen

Die Mercedes A-Klasse der vierten Generation ist nicht frei von kleineren Mängeln, die Mercedes-Besitzer stören. Dazu gehört beispielsweise die geringe Bodenfreiheit an der Fahrzeugfront, die dazu führt, dass die Kunststoff-Lippe bei Unebenheiten oder Bodenwellen gerne aufsetzt.

Dazu kommen kleine Sitze, die vor allem für groß gebaute Mitfahrer auf Dauer unbequem werden. Eine laute Klimaanlage sowie der aggressive Spurwechselassistent runden die Mängelliste, bei der uns viele Mercedes-Fahrer geholfen haben, ab.

Zahlreiche Rückrufe in den ersten Jahren

Obwohl die Mercedes A-Klasse der Baureihe 177 erst wenige Jahre auf dem Markt ist, sieht die Liste der Rückrufe umfangreich aus. Und das ist sie auch. Einige Fahrzeuge mussten in die Werkstatt, weil das Notrufsystem eCall eine falsche Positionsangabe sendet.

Andere Autos waren von einem Rückruf betroffen, weil der LED-„Multibeam“-Scheinwerfer aufgrund einer fehlerhaften Codierung den Gegenverkehr blenden konnte.

Anschließend folgte ein Rückruf aufgrund von Metallspänen in der Hydraulikeinheit des ABS-/ESP-Systems sowie einer fehlerhaften Verriegelung der Rücksitzlehne. Modelle der A-Klasse, die mit einer Mehrlenker-Hinterachse ausgestattet waren, fielen mit einem möglichen Bremsflüssigkeitsverlust auf.

Außerdem klagten Besitzer eines Fahrzeug mit adaptivem Fernlicht-Assistenten darüber, dass sich das Fernlicht nicht abschalten ließ.

Ein fehlerhaftes Bremspedal sorgte bei einigen Modelle für eine erhöhte Unfallgefahr. Aprops Unfall: Eine sich lösende Airbag-Befestigung, die eine gesteigerte Verletzungsgefahr zur Folge hatte, war ebenfalls der Grund für einen Rückruf.

Abgerundet wird die Liste durch eine erhöhte Brandgefahr aufgrund einer fehlerhaften Klimaanlage sowie einem möglichen Antriebsausfall wegen zu geringer Getriebeölfüllung.

Natürlich betrafen die meisten Rückrufe nur eine kleine Anzahl an Fahrzeugen. Dennoch sollten Sie sich ausgiebig informieren, ob Ihre Mercedes A-Klasse von einem entsprechenden Rückruf betroffen ist. In diesem Fall kann Ihnen die zuständige Fachwerkstatt weiterhelfen.

Probleme mit der Mercedes A-Klasse W176 (2012 bis 2018)

Seitenansicht der Mercedes A Klasse Typ W176

Weiße A-Klasse vom Typ W176 – Bild: M 93, CC BY-SA 3.0 de, Link

Mit der Baureihe W176 präsentiert Mercedes im März 2012 die dritte Generation der beliebten Kompaktklasse, die als fünftürige Steilheck-Limousine angeboten wurde. Eine wichtige Eigenschaft der Vorgänger, die sandwichförmige Bodengruppe, kam bei diesem Modell nicht mehr zum Einsatz.

Stattdessen wurde die modulare Frontantriebsarchitektur (MFA) von Mercedes genutzt.

Häufige Kritikpunkte der Mercedes-Fahrer

Im Rahmen unserer Recherche haben wir zahlreiche A-Klasse-Fahrer zu ihren Erfahrungen mit der Baureihe W176 befragt. Ein häufiger Kritikpunkt ist die billige Verarbeitung, die während der Fahrt zu störenden Klappergeräuschen führt. Betroffen sind vor allem das Panoramadach, das nur gegen Aufpreis erhältlich ist, und die Kofferraumabdeckung.

Klassische Mängel am AMG Modell

Die Mercedes A-Klasse der Baureihe W176 wurde auch als sportliches AMG Modell verkauft. Dabei treten bekannte Schwachstellen auf, die vor allem einer sportlichen Fahrweise geschuldet sind. Die Modelle der früheren Jahrgänge sind nicht selten von Problemen mit dem Turbolader betroffen.

Die Recherche hat gezeigt, dass Mercedes sogar einige Bauteile auf Kulanz ausgetauscht hat.

Als weitere Schwachstellen der AMG Modelle hat sich die Kupplung herausgestellt. Auch hier gab es von 2015 bis Frühjahr 2016 einige Probleme, die erst durch einen Rückruf beseitigt wurde. Grundsätzlich sollten Gebrauchtwagenkäufer aufpassen, denn der A 45 wird gerne zügig bewegt, was Antrieb und Fahrwerk im Laufe der Jahre zusetzen kann.

Kaum Schwachstellen bei der TÜV-Prüfung

Wir haben einen Blick in den TÜV-Report von 2021 geworfen. Darin gibt es lobende Worte für die Baureihe W176, die kaum Mängel aufweist. Ein Ölverlust tritt nur in seltensten Fällen auf, auch die Bremsen sind standfest. Rostbildung ist kein Problem. Nur bei der Abgasuntersuchung ist ab dem zweiten Besuch mit leichten Schwächen zu rechnen.

Rückrufe: Airbagprobleme, falsches Kältemittel & mehr

Auch die dritte Generation der A-Klasse ist nicht fehlerfrei geblieben. Im Gegenteil: Zahlreiche Rückrufe verägerten viele Mercedes-Fahrer. Den Anfang machte der Beifahrerairbag, der sich im Falle eines Unfalls nur eingeschränkt entfaltet. Anschließend folgte ein schadhafter Dichtring, der zu einem Ölaustritt am Steuerkettenspanner führte.

Ein schlechtes Software-Update, das das Temperaturfenster für die NOx-Abgasreinigung vergrößert und somit für einen erhöhten Verbrauch der Harnstofflösung (AdBlue®) sorgte, war ebenfalls die Ursache für einen Rückruf. Eine Brandgefahr des Startstrom-Begrenzers sowie ein minderwertiger Anschlussstutzen der Unterdruckleitung am Bremskraftverstärker ergänzen die Liste.

Kurioser Rückruf: Eine nicht ausreichende Erdung der Lenksäule konnte bei einigen Modellen zu einer unerwarteten Auslösung des Airbags führen. Darüber hinaus mussten einige Besitzer in die Werkstatt, weil an Ihrer A-Klasse das verwendete Kältemittel R134a ausgetauscht werden musste, da es nicht den rechtlichen Vorgaben entsprach.

Bei einigen Fahrzeugen war die Windschutzscheibe nicht fest genug eingeklebt. Ein beschädigter Seitenairbag (hinten links), eine sich lösende Verschraubung der Vorsicherungsdose im Motorraum sowie fehlende Schweißpunkte am vorderen Radkasten runden die umfangreiche Auflistung der Rückrufe ab.

Probleme mit der Mercedes A-Klasse 169 (2004 bis 2012)

A Klasse schwarz Typ 169

Wie häufig fällt die zweite Baureihe der A-Klasse (169) durch Probleme auf? Bild: M 93Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die zweite Modellreihe der A-Klasse kam im Jahr 2014 auf den Markt und überzeugte im Vergleich zum Vorgänger mit einer größeren Spurweite, was sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkte. Zudem war die A-Klasse nicht mehr ausschließlich als Fünftürer erhältlich. Mercedes brachte das Modell auch als dreitüriges Coupé ins Sortiment.

Rostbildung als bekanntes Problem

Wie schon beim Vorgänger ist auch die A-Klasse der Baureihe 169 noch immer von einem Rostproblem betroffen. An den unteren Türkanten sowie der Heckklappe ist verstärkte Korrosion kein unbekannter Mangel. Dafür ist vor allem die schlechte Nahtabdichtung verantwortlich.

Rückrufe wegen Softwarefehler & Airbadproblemen

Im Gegensatz zu den Nachfolgern war die Mercedes A-Klasse der Baureihe 169 nur von wenigen Rückrufen betroffen. Fahrzeuge, die zwischen 2003 und 2008 gebaut wurden, wurden beim Serviceupdate mit einem Softwarefehler im Motorsteuergerät ausgestattet.

Die falschen SNC-Codierungen konnten sich im Falle eines Unfalls auf die Steuerung der Motorabschaltung, die Onboard-Diagnose sowie das Tank- und Tachosignal auswirken. Ein kostenfreies Update schaffte Abhilfe.

Wenige Fahrzeuge hatten einen fehlerhaften Airbag verbaut, der ein erhöhtes Verletzungsrisiko hervorbrachte. Bei besonderen klimatischen Bedingungen war eine chemische Veränderung des Treibmittels im Airbagmodul nicht ausgeschlossen. Bei einem Unfall hätte der Gasgenerator platzen können.

Zwei weitere Rückrufe betrafen zwei fehlerhafte Bauteile. Zum einen war die Tankentlüftungsleitung, durch die Kraftstoff in den Aktivkohlefilter gelangen konnte, nicht ordnungsgemäß. Zum anderen waren die Gutschlösser nicht richtig verarbeitet. Im Falle eines Unfalls war ein Bruch der Sperrklinken möglich.

Probleme mit der Mercedes A-Klasse 168 (1997 bis 2004)

A Klasse Mercedes Typ 168

Die erste Baureihe der A-Klasse (168) fiel durch diverse Probleme oftmals negativ auf – Bild: M 93 13:46, 20 January 2009 (UTC) – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Als die A-Klasse im Herbst 1997 auf den Markt kam, war die Kompaktklasse das erste Mercedes-Modell mit Frontantrieb. Der Stuttgarter Automobilhersteller ging einen neuen Weg, der bis heute erfolgreich ist. Ursprünglich wurde die A-Klasse sogar als Elektroauto entwickelt, doch aus wirtschaftlichen Gründen kam die Serienfertigung nie zustande.

Rückrufe: Vom Hauptbremszylinder bis zum Softwarefehler

Fahrzeuge der ersten Generation, die von September 2000 bis Januar 2001 gebaut wurden, mussten wegen eines Defekts am Hauptbremszylinder in die Werkstatt. Bei niedrigen Temperaturen war eine Verlängerung des Bremspedalweges nicht ausgeschlossen, sodass das Bauteil im Rahmen eines Rückrufs getauscht wurde.

Bei anderen Autos konnten sich die vorderen Scheibenwischerarme lösen. Als Grund nannte Mercedes einen Fertigungsfehler des Zulieferers, der zu Rissen an der Kunststoffabdeckung der Wischerarme führte.

Wenige Fahrzeuge, die kurz vor dem Generationswechsel produziert wurden, hatten mit einem Softwarefehler im Motorsteuergerät zu kämpfen, der beim Serviceupdate ausgespielt wurde.

Bekannte Mängel der Mercedes A-Klasse (alle Modelle)

  • verstärkte Rosbildung
  • verschleißende Keilrippenriemen
  • erhöhter Bremsenverschleiß
  • Federbruch an der Vorderachse
  • Probleme mit dem Lamellendach
  • Mängel an der Beleuchtung

Fazit: Ein solides Auto mit wenig Schwächen

Auch, wenn der Problem-Ratgeber zur Mercedes A-Klasse sehr ausführlich ausfällt, handelt es sich um ein solides Fahrzeug, das wenige Schwächen aufweist. Der TÜV bescheinigt der Kompaktklasse gute Werte und hat nur wenige Hinweise, auf die Gebrauchtwagenkäufer achten sollten.

Vor allem die älteren Modelle, die jetzt noch im guten Zustand sind, sind empfehlenswert. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um ein wenig gefahrenes „Senioren-Fahrzeug“ handelt.

Bei aktuellen Autos, vor allem den AMG Modellen, sollte auf den allgemeinen Verschleiß geachtet werden. Zudem ist wichtig, sich regelmäßig über die Rückruf-Aktionen von Mercedes zu informieren. Denn davon gab es in der Vergangenheit schon einige…

Sie fahren eine Mercedes A-Klasse und können von Ihren Erfahrungen mit dem Kompaktwagen berichten? Die Leser von CarWiki.de freuen sich über Eindrücke aus erster Hand. Teilen Sie Ihre Berichte gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag.

CarWiki Autor: Sönke

Zusätzliche CarWiki Ratgeber zur Mercedes A-Klasse

 

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