Alle Mängel, Probleme & Schwachstellen des Renault Espace | Motorprobleme, Turbolader-Schäden & Fehler am Fahrwerk | Lösungen & Rückrufe im Überblick

Renault Espace V Seite

Wir listen alle Probleme & Mängel der Renault Espace Modelle auf! Bild: HerranderssvenssonCC BY-SA 3.0, Link

Nicht nur Familien kommen mit dem Renault Espace, der knapp 40 Jahre lang zum Fahrzeugangebot des französischen Automobilherstellers gehörte, auf ihre Kosten. Die fünftürige Großraumlimousine bietet ausreichend Stauraum und Platz für bis zu sieben Insassen.

Doch auch die schönste Tradition findet irgendwann ein Ende: Nach weltweit mehr als 1,3 Millionen hergestellten Renault Espace wurde die Produktion im Jahr 2021 eingestellt.

Dennoch bleiben viele Fahrzeuge, die auch heutzutage auf europäischen Straßen unterwegs sind. Im Laufe der fünf Generationen hat Renault viele Dinge richtig gemacht. Trotzdem kann sich der französische Automobilhersteller nicht davon freisprechen, auch Probleme und Schwachstellen eingebaut zu haben.

Sogar von „Fehlkonstruktionen“ ist in der bekannten Fachpresse zu lesen. Wir haben zudem mit einigen Fahrern gesprochen, die nicht nur bei den Inspektionen des Espace verärgert waren!

Das ist für CarWiki ein triftiger Grund, um die typischen Mängel und Schwachstellen sowie die Rückrufe der vergangenen Jahre aufzulisten. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Renault Espace unbedingt achten sollten, welche Probleme in Zukunft drohen und welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Auch, wenn der Espace nicht mehr gebaut wird, bemühen wir uns um eine fortlaufende Aktualisierung des Artikels.

Probleme mit dem Renault Espace V (seit 2015)

Die fünfte Generation des Renault Espace ist zugleich die Letzte, denn die Produktion der Großraumlimousine wurde im Jahr 2021 eingestellt. Renault richtete sich bei der Entwicklung bereits an die Bedürfnisse der Kunden und stellte den Espace eher als Crossover zum SUV dar.

Eine Modellpflege im Jahr 2020 überzeugte mit kleineren Änderungen, ehe Renault die Weiterentwicklung beendete.

Roststellen: Die Qualität in der Kritik

Möglicherweise hat Renault bei der Entwicklung und Fertigung des Renault Espace schon gewusst, dass es keinen Nachfolger geben wird. Denn die Verarbeitungsqualität lässt sehr zu wünschen übrig. Davon berichten uns auch viele Renault-Besitzer.

Die Großzügigkeit bei den Spaltmaßen sowie schief sitzende Zierleisten gehören zu den optischen Mängeln, bei fehlerhaften Dichtungen und Kunststoffverkleidungen, hinter denen sich Schmutz und Wasser sammeln, ist jedoch Vorsicht geboten. Auch in die Scheinwerfer, sowohl vorne als auch hinten, dringt die Feuchtigkeit ein.

Im Gegensatz zu den ersten Modellen, die überwiegend aus Kunststoff gefertigt waren, ist Rost bei der selbsttragenden Stahlkarosse der fünften Generation nun doch ein Thema. Denn schon nach wenigen Jahren sind die ersten Bereiche von Korrosion betroffen. Das ist noch nicht dramatisch, lässt aber vermuten, dass die Großraumlimousine ohne Pflege kein hohes Alter erreichen wird.

Defekte Motoren der Hinterradlenkung

Der Renault Espace verfügt über eine Allradlenkung, doch die Elektromotoren an der Hinterachse sind störungsanfällig. Bei den ersten Modellen traten die Fehler haufenweise auf, sodass Renault einen neuen Zulieferer wählte. Bei späteren Fahrzeugen sollte das Problem der Vergangenheit angehören.

Ölverlust im Auge behalten

Bereits nach wenigen Jahren berichten die ersten Renault-Besitzer über einen verstärkten Ölverlust an Motor und Getriebe. Das kann im Laufe der Zeit für zusätzlichen Ärger sorgen. Daher ist es ratsam, den Austritt des Schmiermittels im Auge zu behalten und regelmäßig den Füllstand zu kontrollieren.

Sonst drohen teure Folgeschäden – also Augen auf, auch beim Ölwechsel am Espace.

Rückrufe: Vom Airbag bis zur Kindersicherung

Die lange Liste der Rückrufaktionen des Renault Espace V zeigt deutlich, dass die modernen Autos mit umfassender Technik ausgestattet sind, die nicht immer fehlerfrei funktioniert.

Bei zahlreichen Modellen, die zwischen März 2015 und Juli 2016 produziert wurden, war eine unerwünschte Deaktivierung der Kindersicherung an der hinteren linken Tür möglich. Die Kontrolllampe „Kindersicherung aktiviert“ leuchtete weiterhin, sodass Autofahrer über das Problem nicht informiert wurden.

Weiterhin sorgten instabile Vordersitze, deren Schrauben bei Nacharbeiten nicht festgezogen wurden, für einen Rückruf. Bei starken Bremsungen oder Unfällen war nicht ausgeschlossen, dass sich die Sitze beugen oder gar brechen. Apropos Sicherheit: Fenster-Airbags, die möglicherweise nicht auslösten, waren ebenfalls ursächlich für einen Eingriff des Herstellers.

Probleme mit der Abgasrückführung, die sich durch Schmorgerüche, einen Leistungsverlust oder dunkle Abgase äußerten, verursachten einen Rückruf für Fahrzeuge mit dem Motor R9M (Kennzahl 452).

Betroffene Autofahrer bekamen möglicherweise auch eine Warnmeldung angezeigt. In der Folge waren Geräusche und Vibrationen sowie ein Ausfall der Bremskraftunterstützung nicht ausgeschlossen.

Eine unzureichende Klebeverbindung zwischen der Unterkonstruktion der Motorhaube sowie der Außenhaut konnte dazu führen, dass sich die Außenhaut bei hohen Geschwindigkeiten ablöste. Um das Problem vorzeitig in den Griff zu bekommen, wurde der betroffene Bereich mit speziellem Kleber verstärkt. Sollte das Problem bereits aufgetreten sein, wurde in der Werkstatt eine neue Motorhaube verbaut.

Bremsschläuche, die an den Vorderrädern scheuerten, sorgten ebenso für einen Rückruf, wie ein Motorkabelstrang am 1.6 dCi-Dieselmotor, der an einem Metallhalter rieb und somit Schaden nehmen konnte.

In beiden Fällen war das Eingreifen einer Fachwerkstatt notwendig.

Probleme mit dem Renault Espace IV (2002 bis 2014)

Renault Espace IV Facelift

Wo liegen die Schwachstellen der vierten Renault Espace Generation? Bild: M 93Link

Der Renault Espace IV (Typ JK) wurde erstmals von Renault selbst entwickelt und produziert. Statt der Kunststoffkarosserie kam eine selbsttragende Stahlblechkarosse zum Einsatz.

Im April 2006 unterzog Renault dem Espace einer gründlichen Modellpflege.

Äußerlich ist das neuere Modell vor allem durch die überarbeitete Einfassung der Nebelscheinwerfer und den angepassten Kühlergrill, der nur noch zwei statt drei Lamellen aufweist, zu erkennen.

Bei einem zweiten Facelift im Oktober 2010 wurde der Espace auf den letzten Stand gebracht, bevor er durch die fünfte Generation abgelöst wurde.

Mangelhafte Qualität, zahlreiche Probleme

Viele Renault-Fahrer bemängeln die geringe Verarbeitungsqualität des großen Franzosen. Mit Klappern und lauten Fahrgeräuschen müssen sich die Espace-Besitzer zufriedengeben. Das Panoramadach ist dafür bekannt, gerne undicht zu werden.

Hohes Gewicht: Kritik am Fahrwerk

Der Renault Espace ist aufgrund seiner Größe sehr beliebt. Das hat allerdings auch Nachteile, beispielsweise das hohe Gewicht. Das Fahrwerk ist dafür nicht ausgelegt, sodass es im Laufe der Jahre zu einem übermäßigen Verschleiß und Folgeschäden kommt. Die Achs- und Lenkgelenke schlagen zu früh aus und werden bei der nächsten Hauptuntersuchung wegen zu viel Spiel kritisiert.

Ebenso gering ist die Lebensdauer der Bremsanlage. Auf Ankerbleche hat Renault verzichtet. Das zahlt sich nun beim Bremsenverschleiß aus, der auch durch das hohe Gewicht des Renault Espace im überdurchschnittlichen Bereich liegt.

Eine regelmäßige Kontrolle ist empfehlenswert.

Mit freundlichen Grüßen vom Pannendienst

Obwohl die vierte Generation im Vergleich zu seinen Vorgängern mit erhöhter Zuverlässigkeit punktete, ist der Renault Espace beim Pannendienst kein Unbekannter.

Angefangen bei schwachen Batterien und defekten Lichtmaschinen über kaputte Anlasser bis zu bekannten Problemen mit der Einspritzung ist alles dabei.

Wegen der geringen Zulassungszahlen wird die vierte Generation des Renault Espace gar nicht mehr in der Pannenstatistik geführt. Das ist vielleicht auch besser so.

Der 3.0 dCi Diesel als Fehlentwicklung

Wer einen Renault Espace mit 3.0 dCi Dieselmotor aus den Jahren 2006 bis 2010 sein Eigen nennt, sollte jetzt stark sein. Die „Auto Bild“ bezeichnete den Antrieb, der vom Zulieferer Isuzu stammte, als Fehlkonstruktion.

Bedingt durch eine hohe thermische Belastung ist es keine Seltenheit, dass sich die Laufbuchsen im Zylinder absenken.

In der Folge kann Kühlwasser in den Motor gelangen, was auch mehrfacher Hinsicht nicht empfehlenswert ist. Zum einen wird die Schmierung durch das Motoröl beeinträchtigt, zum anderen kommt es zum starken Verlust von Kühlwasser. Das drohende Desaster ist in beiden Fällen identisch, nämlich ein kapitaler Motorschaden.

Turboschäden am Dieselmotor

Allerdings sorgt auch der Vierzylinder-Dieselmotor von Renault für Probleme. Die Mehrheit aller Motoren ist zuverlässig und läuft noch heute ohne Schwierigkeiten. Bei einigen Modellen kam es jedoch zum Lagerschaden am Turbolader.

Und das war teuer. Ebenso kostenintensiv sind mögliche Getriebeschäden, die durch undichte Kupplungsnehmerzylinder (siehe Rückrufe) oder verschlissene Mitnehmerscheiben verursacht wurden.

Rückrufe: Von Kupplung bis Steuergerät

Auch die vierte Generation des Renault Espace ist von Rückrufen nicht verschont geblieben. Bei den Modellen mit 3.0 dCi Motoren war die Neuprogrammierung des Steuergerätes für die Einspritzung notwendig, was sich durch das Aufleuchten einer Warnlampe äußerte.

Möglich war auch die Rissbildung am Ausgleichsbehälter des Kühlmittels, der im Rahmen des Rückrufs überprüft und falls notwendig getauscht wurde.

Autos mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Linkslenkung mussten in die Werkstatt, weil das Kupplungspedal im ausgekuppelten Zustand hängen bleiben konnte. Erst der Austausch des Kupplungsgeberzylinders sowie das Einsetzen einer Rückholfeder am Kupplungspedal konnten das Problem beseitigen.

Weiterhin mussten einige Modelle des Renault Espace zum Fachhändler, weil eine mögliche Verschmutzung des Ventils der Abgasrückführung vorlag. Dadurch konnte es zu einem Leistungsmangel sowie einer dunklen Abgasbildung kommen. Die EGR-Leitung wurde in der Werkstatt ausgebaut und gegen eine optimierte Ausführung gewechselt.

Probleme mit dem Renault Espace III (1996 bis 2002)

Renault Espace III Seitenansicht

Die dritte Generation des Renault Espace ist beliebt, aber nicht frei von Fehlern! Bild: Pil56 Italian Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

Auch die dritte Generation des Renault Espace (Typ JE) stammt vom französischen Automobilhersteller Matra.

Genau wie bei den Vorgängern kam ein verzinktes Stahlgestell mit Kunststoffkarosse zum Einsatz. Die Motoren waren quer eingebaut.

Ab 1997 war mit dem Grand Espace ein um 27 Zentimeter verlängertes Modell verfügbar.

Mitte 2000 führte Renault eine Modellpflege durch, die sich im Exterieur durch klare Frontscheinwerfer erkennen ließ.

Das Fahrwerk als bekannte Schwachstelle

Aufgrund des hohen Gewichts, das der Renault Espace sämtlicher Baureihen auf die Waage bringt, ist auch die dritte Generation nicht von klassischen Schäden am Fahrwerk verschont geblieben. Bereits nach wenigen Jahren sind die Gelenke ausgeschlagen, was sich durch großes Spiel widerspiegelt.

Die Fahrwerkstraggelenke sind bei nahezu allen Modellen verschlissen, die Radlager sind marode. Die Querlenker an der Vorderachse sind zu schwach ausgelegt und können im schlimmsten Fall sogar brechen. Auch die Bremsen sind regelmäßig zu erneuern.

Große Sorgen um das Ersatzrad

Das Ersatzrad am Renault Espace der dritten Generation ist mit einer speziellen Halterung gesichert, die über eine Winde zum Herablassen des Rades verfügt. Allerdings ist das Material den äußeren Bedingungen seit vielen Jahren ungeschützt ausgesetzt.

Bedingt durch verstärkten Rostbefall kann die Halterung sogar abreißen!

Rückrufe: Zahnriemen, Kraftstoffleitung & Co.

Die dritte Generation des Renault Espace kann auf mehrere Rückrufaktionen zurückblicken. Bei Fahrzeugen mit 2.0 16V Motor war nicht ausgeschlossen, dass die Kraftstoffleitung am Motor scheuert und dadurch undicht wird.

Aus diesem Grund mussten zahlreiche Renault-Besitzer, dessen Espace zwischen 09/1998 und 06/1999 gebaut wurde, in die Werkstatt.

Fahrzeuge mit Dieselmotor und Klimaanlage mussten zum Händler, weil durch einen gerissenen Keilriemen auch eine mögliche Zahnriemenbeschädigung drohte. Dieser Schaden hätte zum kapitalen Motorschaden führen können. Die betroffenen Autos wurden mit einer neuen Riemenscheibe sowie einem Keilriemen ausgestattet, um das Problem zu beseitigen.

Probleme mit dem Renault Espace II (1991 bis 1996)

Renault Espace II

Den Renault Espace II sieht man nur noch vereinzelt auf den Straßen! Bild: Julien FLORENT – Public Domain, Link

Die zweite Generation des Renault Espace (Typ J63) basierte auf der Plattform des Vorgängers, wurde jedoch stark überarbeitet. Die Länge wuchs um etwa 18 Zentimeter, sodass der Großraum-Van noch mehr Platz bot.

So kam es, dass der Espace in den sechs Jahren seines Daseins rund 316.000 Mal verkauft wurde.

Mittlerweile ist das Fahrzeug selten geworden, aber nicht komplett von der Bildfläche verschwunden.

Espace-Besitzer sollten die Bremse im Auge behalten, die aufgrund des hohen Gewichts mit einem rasanten Verschleiß auffällt.

Auch der übermäßige Ölverlust an Motor und Getriebe ist keine Seltenheit. Zu den weiteren Schwachstellen gehören die Beleuchtung, die Lenkung sowie die Aufhängung der Vorderachse.

Der Renault Espace II musste mehrfach zurückgerufen werden, unter anderem wegen einer Kraftstoffversorgungsleitung im Motorraum (beim Turbo D), die auf eine richtige Lage kontrolliert und falls notwendig neu verlegt wurde. Bei Fahrzeugen mit 4-Zylinder-Motor war eine mögliche Laufstreifenablösung an den Reifen (Michelin MXT 195/65 R14) nicht ausgeschlossen.

Probleme mit dem Renault Espace I (1984 bis 1990)

Renault Espace I

Renault Espace der 1. Generation – Bild: Rudolf StrickerLink

Die erste Generation des Renault Espace (Typ J11), die von 1984 bis 1990 erhältlich war, ist heutzutage kaum noch anzutreffen.

Nach einem schlechten Anfang kam das Modell, dessen Entwicklung  vom französischen Autohersteller Matra übernommen wurde, auf knapp 200.000 Zulassungen.

Obwohl einige Ersatzteile heutzutage nicht mehr erhältlich sind und das Angebot an gut gepflegten Gebrauchtwagen gering ist, dürfen die Besitzer keine hohe Wertsteigerung erwarten.

Die Motoren waren standfest. Rost war kaum zu erwarten, denn die tragende Stahlkarosse wurde im Zinkbad behandelt.

Die typischen Mängel des Renault Espace

  • marodes Fahrwerk, insbesondere Traggelenke
  • Ölverlust an Motor & Getriebe
  • seit 2020: verstärkter Rostbefall
  • Motorschäden am 3.0 dCi Diesel
  • Probleme mit Zündanlage & Einspritzung
  • verschlissene Bremsen

Fazit: Großes Auto, große Probleme

Der Renault Espace ist für die großen Probleme und zahlreichen Schwachstellen bekannt. Vor allem das Fahrwerk ist für das hohe Gewicht der Großraumlimousine nicht ausgelegt, sodass die Gelenke nach wenigen Jahren ausschlagen und die Bremsen zügig verschleißen. Daran hat sich im Laufe der Baujahre nichts verändert.

Die ersten drei Generationen wurden vom Automobilhersteller Matra entwickelt. Das innovative Stahlgestell wurde seinerzeit verzinkt, sodass Rostbefall kein Thema ist. Das hat sich seit 2002 geändert, als Renault die Entwicklung selbst übernommen hat.

Neben der verstärkten Korrosion haben sich Renault-Besitzer auch zunehmend über die mangelhafte Qualität beschwert. Wassereinbruch, defekte Hinterradlenkung, starker Ölverlust… der Renault Espace hat einige Baustellen. Vor allem beim Gebrauchtwagenkauf ist Vorsicht geboten.

Sie können von persönlichen Erfahrungen mit dem Renault Espace berichten? Gerne erweitern wir diesen Ratgeber mit positiven und negativen Erlebnissen unserer Leser. Hinterlassen Sie einfach ein Kommentar am Ende des Beitrags.

Vielen Dank!

CarWiki Autor: Sönke

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