Mängel und typische Probleme am Audi S4 (alle Baureihen) | Traggelenke, Bremsenverschleiß, Steuerkette & mehr | inkl. Rückrufe, Lösungen & Maßnahmen

Bild: Johannes MaximilianCC BY-SA 4.0, Link

Der Audi A4 (ehemals Audi 80) gehört zu den ältesten und wichtigsten Modellreihen des Ingolstädter Automobilherstellers. Seit 1991 stehen den Kunden mit dem Audi S4 und dem Audi RS4 auch sportliche Varianten der Mittelklasse zur Verfügung.

In den letzten 30 Jahren folgten sechs Generationen, die jeweils auf dem Audi A4 basierten.

Das heißt allerdings nicht, dass dem Audi S4 (hier finden Sie die technischen Daten aller Baureihen) eine solide, fehlerfreie Basis zugrunde liegt.

Im Gegenteil – wie sein kleinerer Bruder hat auch der Audi S4 mit diversen Problemen, Kinderkrankheiten und Schwachstellen zu kämpfen.

Verstärkt werden diese Mängel durch die sportliche Fahrweise, die viele Autofahrer mit dem Audi S4 an den Tag legen.

Egal, ob Audi-Besitzer (im Rahmen der Inspektionen), Prüforganisationen oder Pannendienste: Die Kfz-Profis von CarWiki.de haben die unterschiedlichen Baureihen des Audi S4 unter die Lupe genommen und typische Probleme der sportlichen Mittelklasse ermittelt.

Daraus ist der nachstehende Ratgeber entstanden, der fortlaufend ergänzt wird.

Probleme mit dem Audi S4 B9 (seit 2016)

Der sechste Audi S4 (Typ B9) wurde 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Auswahl stehen Limousine und Avant, also Kombi, die mit Benzin- oder Dieselmotor (ab 2009) angetrieben werden. Statt des vorherigen Kompressors wird beim Audi S4 ein Turbolader genutzt, sodass je nach Motor bis zu 354 PS zur Verfügung stehen. Das 8-stufige-TipTronic Automatikgetriebe ist serienmäßig verbaut.

Eine Modellpflege nahm Audi im Mai 2009 vor. Dabei wurde nicht nur die Optik verändert, sondern auch das Angebot an Motoren. Zum ersten Mal in der fast 30-jährigen Geschichte des Audi S4 wurde die sportliche Mittelklasse mit Dieselmotor verkauft.

Wenig Schwächen, zufriedene Kunden

Unsere Recherchen zum Audi S4 der sechsten Baureihe waren nicht einfach, denn die meisten Autobesitzer, mit denen wir gesprochen haben, waren rundum zufrieden mit ihrem Fahrzeug. Es gab keinerlei Mängel und bisher laufen die Autos überwiegend problemlos. Sowohl die Motoren als auch das Getriebe arbeiten bislang ohne Kritik.

Der Tipp, die Probleme des Audi A4 zu übernehmen, ist nur bedingt richtig. Zwar fällt das Modell beim TÜV meist mit ausgeschlagenen Radaufhängungen auf, doch dieses Schadensbild ist zumeist eine Folge der hohen Laufleistungen. Denn der Audi A4 wird gerne als Geschäftswagen genutzt, was die Tachostände in die Höhe treibt. Dies liegt auch am hervorragenden Verbrauch des 3.0 TDI Motors.

Hier werden Laufleistungen erreicht, die beim Audi S4 eher eine Seltenheit sind.

Damit sind auch die verschlissenen Traggelenke bisher selten. Allerdings haben die älteren Baureihen gezeigt, dass dieses Problem nicht ungewöhnlich ist. Ebenso ist bei zügiger Fahrweise mit harten Bremsungen auf einen erhöhten Verschleiß der Bremsscheiben zu achten.

Rückrufe: fehlerhafte Anhängevorrichtung & mehr

Vom Rückruf wegen der fehlerhaften Anhängevorrichtung, die auch beim Vorgänger verbaut wurde, war auch die sechste Generation des Audi S4 betroffen. Die Fachwerkstätten überprüften den Schwenkkopf und tauschten ihn im Zweifel aus, um eine volle Funktion zu garantieren und den möglichen Verlust eines Anhängers auszuschließen.

Zudem wiesen einige Modelle des Audi S4 auch mögliche Undichtigkeiten am Kraftstoffverteiler auf, die zum Austritt von Kraftstoff führen konnten.

Probleme mit dem Audi S4 B8 (2008 bis 2015)

Bild: Rudolf StrickerLink

Der fünften Audi S4 (Typ B8) wurde zwischen 2008 und 2015 verkauft. Als Motorisierung stand ausschließlich der 3,0-Liter-V6-Motor (bis zu 333 PS) mit Direkteinspritzung und Kompressoraufladung zur Auswahl.

Das 6-Gang-Schaltgetriebe gehörte zur Serienausstattung, das 7-Gang-Doppel­kupplungs­getriebe S-Tronic war gegen Aufpreis erhältlich.

Das änderte sich mit der Modellpflege im Jahr 2011, wo das Schaltgetriebe gestrichen und die Automatik zur Serie wurde. Zudem gab es Anpassungen des äußerlichen Erscheinungsbildes und der Effizienz des Motors.

Bekannte Schwächen am Motor

Der 3.0 TFSI Motor aus dem Audi S4 zeigt nicht viele Schwächen und gilt gemeinhin als standfest und langlebig. Auch die Sorgen um die Steuerkette, mit denen die Besitzer ältere Modelle zu kämpfen hatten, gehören weitestgehend der Vergangenheit an. Dennoch wurde von einzelnen Schäden berichtet, die einen Wechsel der Steuerkette notwendig machten.

Allerdings gilt hier: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Viele Audi-Besitzer fahren seit Jahren und unzähligen Kilometern problemlos. Nur vereinzelt ist von defekten Katalysatoren, undichten oder kaputten Wasserpumpen sowie fehlerhaften Injektoren die Rede.

Kein erhöhter Ölverbrauch

In Zusammenhang mit dem Audi S4 B8 ist häufig von einem hohen Ölverbrauch zu lesen. Das können wir nicht bestätigen. Es handelt sich hierbei um die Folgen eines Problems mit den Ölabstreifringen, die ausschließlich Modelle mit 1.8 oder 2.0 TSFI Motor, also den klassischen Audi A4, betreffen.

Der Audi S4 verbraucht nicht mehr Öl als andere Fahrzeuge aus seiner Klasse.

Kleinere Krankheiten des Audi S4

Zu den kleineren Schwächen und Problemen, die Audi-Fahrer belasten, zählen undichte Stoßdämpfer, ausgeschlagene Querlenker und verschlissene Bremsscheiben. In der Pannenstatistik und bei den Prüforganisationen sind die Fahrzeuge unauffällig. Einzig poröse Bremsschläuche werden noch bemängelt.

In Hinblick auf Rost, Beleuchtung, entladene Batterien und die Abgasanlage ist der Audi S4 jedoch vorbildlich.

Rückrufe: Von Airbag bis Sperrbolzen

Der fünfte Audi S4 hat zwei Rückrufe auf seinem Konto. Fahrzeuge, die zwischen November 2011 und Oktober 2014 gebaut wurden, waren von einem Problem mit dem Frontairbag betroffen.

Aufgrund eines Softwarefehlers im Airbagsteuergerät war nicht auszuschließen, dass die Sicherheitssysteme deutlich verspätet oder gar nicht zünden. Wegen der erhöhten Verletzungsgefahr musste Audi schnell reagieren. Eine Aktualisierung der Software half bereits, um die Störung zu lösen.

Modelle mit Baujahr zwischen August 2015 und Dezember 2018 wiesen ein Problem mit dem Kugelkopf der Anhängevorrichtung auf. Infolge eines fehlerhaften Sperrbolzens ließ sich das System möglicherweise nicht mehr ordnungsgemäß schwenken und einrasten.

Im Extremfall war auch ein Verlust des Anhängers möglich, sodass der Schwenkkopf in den Werkstätten überprüft und gegebenenfalls ausgewechselt wurde. Weiterhin waren eventuelle Undichtigkeiten am Kraftstoffverteiler einiger Fahrzeuge nicht ausgeschlossen, was ebenfalls zum Rückruf führte.

Probleme mit dem Audi S4 B7 (2004 bis 2009)

Bild: de:User:WikiPimpide:User:WikiPimpiLink

Der vierte Audi S4 (Typ B7) war als Limousine, Avant und Cabrio (ab 2006) erhältlich. Die sportliche Mittelklasse wurde durch einen Vierliter-Achtzylinder mit bis zu 344 PS angetrieben.

Streng genommen handelt es sich lediglich um eine Weiterentwicklung der dritten Baureihe, die nur zwei Jahre auf dem Markt war. 

Das 6-Gang-Schaltgetriebe war serienmäßig, auf Wunsch war allerdings auch ein 6-Stufen-Automatikgetriebe (TipTronic) lieferbar.

Leistungsverlust durch Verkokung

Beim Achtzylinder im Audi S4 B7 handelt es sich um einen Direkteinspritzer, sodass sich Audi-Besitzer keine Sorgen um mögliche Schäden am Turbolader machen müssen. Dafür kommt es zu im Laufe der Jahre zu Verkokungen an den Einlassventilen, was sich in einem deutlichen Leistungsverlust (bis zu 40 PS) äußert.

Die Kruste aus Öl und unverbranntem Sprit sorgt dann für einen Druckverlust im Ansaugtrakt. Nur mit einer Reinigung (Kosten ab 1.000 Euro) lässt sich die Leistung wieder steigern. Verhindern lassen sich die Verkokungen mit einem dickflüssigen Öl, weil dann weniger Öl in die Ansaugung gelangt. Im Zweifel kann die erfahrene Werkstatt mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Steuerkette zu erwähnen. Wie schon beim Vorgänger kann die Kette auch beim Audi S4 B7, der eigentlich nur eine Weiterentwicklung des B6 ist, für die üblichen Probleme sorgen. Klackern, Hämmern oder Rasseln (bis drei Sekunden nach dem Start) sind deutliche Anzeichen für Beschädigungen. Dann ist ein Wechsel der Steuerkette notwendig.

Wenig kritische TÜV-Mängel

Nicht nur der Audi A4 ist für die positive TÜV-Bilanz bekannt, auch der sportliche Audi S4 erlaubt sich kaum Mängel. Beleuchtung und Abgasanlage sind in den meisten Fällen fehlerfrei. Leichte Kritik gibt es nur für die Antriebswellen und die Lenkung, die im Laufe der Jahre ausschlägt und Spiel bekommt.

Außerdem gilt die Radaufhängung als Schwachstelle, primär bei leistungsstarken Audi S4. Die Traggelenke der Querlenker sowie die Spurstangenköpfe schlagen ebenfalls aus. Mögliche Beschädigungen äußern sich durch ein Klopfen und Klackern während der Fahrt.

Neben dem Mittellager der Kardanwelle ist auch die Bremsanlage einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt, insbesondere bei zügiger Fahrweise. Kritisch sind Risse in den Bremsscheiben, die beim Audi RS4 keine Seltenheit sind.

Probleme mit dem Audi S4 B6 (2003 bis 2004)

Bild: OSXLink

Die dritte Baureihe des Audi S4 (Typ B6) war seinerzeit nur zwei Jahre, nämlich von Anfang 2003 bis Ende 2004, erhältlich. Unter der Motorhaube arbeitete ein 4,2-Liter-V8-Sauger mit bis zu 344 PS.

Zur Serienausstattung gehörten ein Schaltgetriebe mit sechs Gängen (Automatik gegen Aufpreis) sowie Sportsitze, der Torsen-Allradantrieb (quattro) und ein tiefergelegtes Fahrwerk.

Steuerkette regelmäßig prüfen

Die gute Nachricht: Beim V8-Sauger kann der Turbolader nicht kaputtgehen und der Intervall für den nicht vorhandenen Zahnriemen entfällt auch. Die schlechte Nachricht: Die Steuerkette sorgt oftmals für Schwierigkeiten.

Im schlimmsten Fall führt ein Schaden an der Steuerkette zum kompletten Motortod. Damit es so weit gar nicht kommt, sollte die Kette regelmäßig überprüft werden. Stimmt die Spannung? Sind Schäden erkennbar? Die Schwierigkeit ist, dass sich die Steuerkette auf der Rückseite des Motorblocks befindet.

Ein erhöhter Verschleiß lässt sich durch untypische Geräusche erkennen, etwa ein Hämmern oder Rasseln. Spätestens in diesem Fall ist ein Austausch der Steuerkette empfehlenswert, wobei auch die zahlreichen Zusatzteile nicht zu vergessen sind.

Wer einmal dabei ist, kann auch Kettenspanner, Gleitschienen oder Nockenwellenversteller wechseln. Dann ist der Audi S4 für die kommenden Jahre gerüstet.

Gewicht sorgt für Verschleiß

Der Audi S4 vom Typ B6 ist trotz seiner Sportlichkeit kein Fliegengewicht. Knapp 1,7 Tonnen bringt der Ingolstädter auf die Waage und das macht sich beim Verschleiß bemerkbar. Ob Bremsen, Reifen oder Fahrwerksaufhängungen: Im Laufe der Jahre stehen einige Reparaturen an, auch bei schonender Fahrweise.

Nicht nur Gebrauchtwagenkäufer sollten bei der Probefahrt die Ohren offenhalten.

Verschleiß und Defekte äußern sich durch Poltern und Klappern. Gefährdet ist vordergründig die Vorderachse, wo aufgrund der Platzierung des Motors ein Großteil des Gewichts wirkt. Je nach Laufleistung sind auch die Stoßdämpfer samt Federn fällig.

Verstärkter Ölverbrauch ist normal

Nicht wenige Audi-Fahrer haben uns von einem hohen Ölverbrauch des S4 B6 berichtet. Die sportliche Mittelklasse verbraucht rund ein Liter Motoröl auf 1.000 Kilometern, was normal ist. Regelmäßige Kontrollen und das Nachfüllen von Schmierstoff sind daher unumgänglich.

Undichtigkeiten stellen allerdings kein grundlegendes Problem am Audi S4 der dritten Generation dar, auch wenn Leckagen am Zusatzkühler oder dem Ventildeckel möglich sind.

Rückruf: Lichtarme Xenonscheinwerfer

Der Audi S4 B6 musste zurückgerufen werden, weil die Xenonscheinwerfer mit steigender Laufleistung eine verminderte Lichtleistung aufwiesen. Als Grund nannte Audi eine fehlerhafte Beschichtung der Reflektoren, sodass die Lichtleistung um bis zu 15 Prozent abnahm.

Die Werkstätten tauschten die betroffenen Bauteile kostenfrei aus.

Probleme mit dem Audi S4 B5 (1997 bis 2001)

Bild:   FinesirCC BY-SA 4.0, Link

Nach dreijähriger Pause präsentierte Audi im Jahr 1997 wieder einen S4 (Typ B5), der von einem 2,7-Liter-V6-Biturbomotor (bis zu 265 PS) befeuert wurde.

Das Modell war ausschließlich als Limousine oder Kombi (Avant) mit 6-Gang-Schaltgetriebe und Allradantrieb (quattro) erhältlich.

Eine kleine Modellpflege, die unter anderem veränderte Scheinwerfer und Stoßstangen umfasste, nahm Audi im Jahr 1999 vor.

Turbomotor: robust, aber nicht fehlerfrei

Viele Audi-Besitzer beschreiben den Biturbomotor in ihrem S4 B5 als robust und standfest, vorrangig bei guter Pflege. Das vernünftige Warmfahren ist ebenso wichtig wie das ausreichende Nachlaufen lassen, um das Aggregat samt Turbolader zu schonen.

Ein regelmäßiger Ölwechsel gehört zum Pflichtprogramm. Dennoch lassen sich einige Defekte nicht verhindern. So gehen unter anderem der Luftmassenmesser, die Abgastemperaturfühler oder das „Pop-Off-Ventil“ gerne kaputt.

Undichtigkeiten an Motor und Getriebe sind möglich, aber nicht in besonderer Häufigkeit feststellbar. Die Schläuche sind mittlerweile in die Jahre gekommen, sodass sie rissig und porös werden. Hier lohnt sich ein Austausch, bevor es zum teuren Folgeschaden kommt.

Das Problem, um Schäden zu erkennen: Der Audi S4 B5 hat weder Öldruck- noch Ladedruckanzeige, also zwei wichtige Indikatoren für mögliche Defekte.

Zu den weiteren Schwachstellen gehören Zündspulen, Lambdasonden und Drosselklappe. Der Krümmer steht nicht häufig im Fokus, allerdings kann er gelegentlich auch Schaden nehmen.

Die Turbolader werden oft als Schwäche genannt, allerdings haben wir im Rahmen unserer Recherche auch von Besitzern gehört, deren Fahrzeug über 200.000 Kilometer mit den originalen Ladern zurückgelegt hat. Es geht also!

Schwächen an Fahrwerk & Co.

Der Audi S4 basiert auf dem gewöhnlichen Audi A4, sodass sich ein Vergleich lohnt. Das Fahrwerk bereitet eigentlich keine Probleme, allerdings haben sich einige Besitzer über störende Geräusche geärgert. Hier hilft nur ein Austausch der Querlenker, um für lang anhaltende Ruhe zu sorgen.

Das könnte mittlerweile ohne notwendig sein, denn die Gummilager und Gelenke sind in vielen Fällen an ihrem Lebensende angekommen.

Auch die Bremsen sollten mittlerweile mehrfach ausgetauscht sein, denn der Audi S4 ist für den hohen Verschleiß bekannt. Die Funktion von Hand- und Fußbremse gilt ohnehin als kleine Schwachstelle. Weiterhin bemängelt der TÜV auch ausgeschlagene Spurstangenköpfe und Traggelenke, Probleme bei der Abgasuntersuchung sowie defekte Beleuchtungen.

Probleme mit dem Audi S4 C4 (1991 bis 1994)

Bild: IFCAR – Link

Der Audi S4 (Typ C4) feierte seine Premiere im Jahr 1991, wobei in der ersten Generation zwei unterschiedliche Modellvarianten verfügbar waren.

Der Audi S4 Turbo quattro wurde von einem Reihenfünfzylinder-Turbomotor angetrieben, während im Audi S4 V8 quattro ein 4,2-Liter-V8-Motor arbeitete.

Beide Varianten wurden als Limousine und Avant (Kombi) angeboten. Karosserieverbreiterungen, Ladeluft- und Ölkühler sowie Sportsitze und -lenkrad gaben den letzten Schliff.

Wer einen Audi S4 C4 fährt, der kennt die typischen Probleme und Schwachstellen des Klassikers. Interessant ist daher vor allem, worauf Gebrauchtwagenkäufer achten sollten. Natürlich sollte der Motorlauf möglichst ruhig und unauffällig sowie mit voller Leistungsentfaltung sein.

Insbesondere der Turbomotor ist mittlerweile in die Jahre gekommen, sodass teure Reparaturen am Turbolader möglich sind. Der Sauger ist etwas robuster, aber je nach Vorbesitzer nicht weniger mitgenommen.

Dazu ist auf Undichtigkeiten, egal ob in Hinblick auf Flüssigkeiten oder das Ladeluftsystem, zu achten. Die Intervalle für den Zahnriemen sollten eingehalten sein. Der Audi S4 hat eine Mehrlenkerachse mit zahlreichen Lagerungen und Gelenken, die auch unter dem Verschleiß zu kämpfen haben.

Oftmals spiegeln sich Schäden im Reifenverschleiß wider, sodass das Reifenbild eine gute Aussagekraft hat. Vorsicht gilt also, wenn der Gebrauchtwagen frische Reifen hat.

Aufgepasst: Die Kilometerzähler beim Audi S4 bleiben gerne stehen, weil die Zahnräder kaputtgehen. Eine Reparatur ist nicht teuer und aufwendig, allerdings kann der tatsächliche Kilometerstand deutlich höher sein.

Es lohnt sich, die alten TÜV-Berichte und Werkstattrechnungen (sofern vorhanden) zu überprüfen. Hier werden die Tachostände oft vermerkt, was mögliche Abweichungen offenbart.

Typische Mängel am Audi S4 im Überblick

  • Verschleiß an Bremsscheiben & Gelenken
  • bei Steuerkette: auf Schäden achten!
  • Ölverbrauch (1 Liter/1000 km) normal
  • undichte Stoßdämpfer möglich
  • Direkteinspritzer: Leistungsverlust durch Verkokungen
  • im Alter: diverse Schäden an elektrischen Bauteilen
  • Poltern & Klappern: Dämpfer verschlissen
  • neuere Modelle (B9): Softwareprobleme (Apple CarPlay und Bluetooth koppeln)

Fazit: Standfeste Technik bei guter Pflege

Der Audi S4 punktet mit seiner Qualität, die nicht nur Kinderkrankheiten nahezu ausschließt, sondern auch im hohen Alter noch diverse Probleme und Mängel verhindert. Allerdings gelten bei der sportlichen Mittelklasse die typischen Hinweise unserer CarWiki-Experten: Mit einer guten Pflege lässt sich die Alterung des Audi S4 verlangsamen.

Insbesondere bei Modellen mit Turbomotor ist auf ordentliches Warmfahren und das ausreichende Nachlaufen zu achten. Die Ölwechsel sind einzuhalten und je nach Motorisierung sollte die Steuerkette regelmäßig geprüft werden.

Auch wenn die Kosten für einen Austausch recht hoch sind, kann sich der Wechsel in vielen Fällen lohnen. Denn die möglichen Folgeschäden werden nicht günstiger.

Auch die Fahrweise und Laufleistung spielen eine wichtige Rolle. Wer den Audi S4 zu Höchstleistungen treibt, der muss mit einem hohen Verschleiß rechnen, insbesondere an den Radaufhängungen und den Bremsen.

Bei den ältesten Baureihen sind auch mal die Stoßdämpfer an ihrem Lebensende angekommen. Kurzum: Früher oder später ist der Punkt erreicht, an dem Autobesitzer investieren müssen.

Wir freuen uns über Feedback aus der CarWiki-Community. Wenn Sie schlechte (oder auch gute) Erfahrungen mit dem Audi S4 gemacht haben, erzählen Sie uns davon!

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Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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