Typische Probleme, Schwachstellen & Krankheiten am Ford Focus | Ob Klimaanlage, Servolenkung oder Fahrwerk: Alle Fehler im Überblick | inklusive Rückrufe

Ford Focus IV ST Line
Wir zeigen die häufigsten Probleme & Mängel der Ford Focus Modelle auf –

Bild: VauxfordCC BY-SA 4.0, Link

Hätten Sie gewusst, dass der Ford Focus zu den automobilen Verkaufsschlagern gehört? In den Jahren 2000 und 2001 sowie von 2012 bis 2014 war die Kompaktklasse das meistverkaufte Fahrzeug der Welt.

Jährlich wurden mehr als eine Million Autos gebaut und verkauft.

Mittlerweile ist der Ford Focus in der vierten Generation sowie in unzähligen Varianten und Sondereditionen erhältlich.

Die technische Basis ist bei den meisten Modellen jedoch identisch.

Und genau besagte Technik sorgte in der Vergangenheit nicht immer für Jubelstürme. Seit über 20 Jahren fährt der Ford Focus auf deutschen Straßen. In dieser Zeit haben sich verschiedene Probleme, Schwachstellen und Kinderkrankheiten gezeigt, mit denen die Kompaktklasse zu kämpfen hat.

Vom schwachen Fahrwerk über defekte Turbolader & Getriebe bis hin zum erhöhten Ölverlust ist alles dabei.

Die Experten von CarWiki.de wollten genau wissen, welche Probleme und Fehler der Ford Focus mitbringt. Das kommt auch Fahrzeugbesitzern und Gebrauchtwagenkäufern zugute.

Wir haben Erfahrungen aus erster Hand gesammelt, den aktuellen TÜV-Report studiert und beim Kraftfahrt-Bundesamt nach den wichtigsten Rückrufaktionen geschaut.

Kurzum: Kein Mangel bleibt verborgen – auch nicht, wenn er erst bei der Inspektion auffällt (Fahrerberichte sind ebenfalls inkludiert).

Daher werden wir den aktuellen Bericht ständig erweitern und mit neuen Informationen ergänzen. Auch das Feedback unserer Leser*innen wird berücksichtigt.

Probleme mit dem Ford Focus IV (seit 2018)

Die vierte Generation des Ford Focus ist seit 2018 im Verkauf. In Deutschland ist die Kompaktklasse mit Schrägheck und als Kombi erhältlich, in anderen Ländern steht auch ein Modell mit Stufenheck zur Auswahl.

Darüber hinaus wird der Ford Focus IV in verschiedenen Ausstattungsvarianten sowie mit unterschiedlichen Motorisierungen verkauft.

Interessant: Das beliebte RS-Modell, das etwas sportlicher und stärker motorisiert war, wird in der vierten Baureihe aufgrund der strengen EU-Richtlinien nicht mehr angeboten.

Im Gegenzug ist der Ford Focus auch als Mild-Hybrid mit 48-Volt-Bordnetz zu kaufen.

Die Tücken der Technik

Einige Focus-Besitzer haben uns mitgeteilt, dass sie auf die Technik, die Ihnen der vierte Ford Focus bietet, nicht immer vertrauen können. Insbesondere die Assistenzsysteme, wie die Schildererkennung, funktionieren noch nicht fehlerfrei.

So werden falsche Schilder anderer Fahrbahnen oder gar nicht existierende Geschwindigkeitsbegrenzungen erkannt. Es gilt: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser! Auch ein Ausfall des Systems ist möglich.

Einige Elektronikprobleme sind nicht gehäuft aufgefallen, aber dennoch möglich. Dazu gehören ein Ausfall der Einparkhilfe, Störungen der Multimediaeinheit samt Freisprecheinrichtung und Navigationssystem sowie Schwierigkeiten mit dem Start-Stopp-System.

Kritik an der Qualität

Unsere Recherche hat auch gezeigt, dass es nicht wenige Ford-Besitzer gibt, die mit der Verarbeitungsqualität ihres Fahrzeugs nicht zufrieden sind. Unter anderem bereiten die seitlichen Einfassungsleisten der Windschutzscheibe Probleme.

Sie lösen sich häufig und flattern im Wind herum. Möglich ist auch, dass die Scheibenwischer gegen die Leiste schlagen. Ein Wassereinbruch, den einige Besitzer fürchten, scheint jedoch ausgeschlossen.

Die Scheibe ist vollverklebt und die Leiste dient nur als optische Blende.

Zu den weiteren Schwachstellen gehören die Entriegelung der Rücksitzlehnen und die Dichtung am Panoramadach, die sich gerne löst und dann für störende Fahrgeräusche sorgt.

Auch Vibrationen am Panoramadach sind möglich. Der Türkantenschutz kann hängen bleiben, insbesondere dann, wenn die Tür nur langsam aufgemacht wird.

Rückrufe: Türverriegelung, Bremsausfall & Co.

Die vierte Generation des Ford Focus ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt, blieb in dieser Zeit aber nicht von Rückrufaktionen verschont. Der erste Rückruf folgte schon kurz nach dem Marktstart.

Bei einigen Modellen wurde eine Feder in die Verriegelungen der hinteren Türen möglicherweise fehlerhaft eingebaut, sodass die manuelle Kindersicherung nicht korrekt funktionierte.

Während der Fahrt konnte sich die Verriegelung durch die auftretenden Vibrationen öffnen, sodass in der Werkstatt ein neues Teil verbaut wurde.

Bei anderen Fahrzeugen konnte eine Schraube am Bremspedal brechen. In der Folge führte der Schaden zu einem Verlust von Bremsleistung oder sogar einem Komplettausfall der Bremse.

Der Händler tauschte das Pedal gegen eine optimierte Version aus.

Darüber hinaus waren Autos mit Automatikgetriebe von der fehlerhaften Konstruktion eines Stehbolzens betroffen. Daran konnte der Motorkabelstrang scheuern und Schaden nehmen.

Es war nicht ausgeschlossen, dass der Motor während der Fahrt ausgeht, was im Extremfall zum Unfall führte.

Probleme mit dem Ford Focus III (2010 bis 2018)

Ford Focus III

Bild: EzarateCC BY-SA 4.0, Link

Die dritte Baureihe des Ford Focus feierte ihre Premiere im Januar 2010, wobei das Modell hierzulande erst seit April 2011 verkauft wurde.

Neben der klassischen Schrägheck-Variante stand auch ein Fahrzeug mit Stufenheck sowie ein Kombi (Turnier) zur Auswahl.

Die Bodengruppe stammt vom Ford C-Max, der zuvor schon länger verkauft wurde.

Eine Modellpflege wurde im Jahr 2014 vollzogen. Zu den Sondermodellen gehörten Focus ST, Focus ST-Line und der sportliche Ford Focus RS.

Stolperfallen bei der Hauptuntersuchung

Die ältesten Modelle des Ford Focus III sind gerade einmal zehn Jahre alt. Dennoch gibt es bei der Hauptuntersuchung einige Stolperfallen, welche das erfolgreiche Abschneiden gefährden.

Ab dem dritten TÜV-Besuch fallen die Federn und Dämpfer mit überdurchschnittlicher Kritik auf. Fast zur gleichen Zeit lassen die Achsaufhängungen nach, was auch beim Vorgänger schon ein Thema war.

Mit der Beleuchtung kann der dritte Ford Focus ebenfalls nicht glänzen, denn hier fallen Abblendlicht und Blinker zu oft aus. Ein übermäßiger Ölverlust ist schon nach drei Jahren, also bei der ersten Hauptuntersuchung, ein Kritikpunkt.

Auch der Auspuff beginnt mit zunehmendem Alter an zu gammeln. Zudem droht Ärger bei der Abgasuntersuchung. Immerhin: Bei der Bremsanlage gibt es keine Probleme.

Nur diverse Kleinigkeiten

Wir sind ehrlich: Die meisten Besitzer des dritten Ford Focus sind sehr zufrieden, sowohl mit der Qualität als auch der Zuverlässigkeit. Dennoch wollten wir die Fehlerquellen  der Kompaktklasse aufzeigen.

Und das war gar nicht so einfach, denn es gibt kaum Schwachstellen. Vereinzelt sind Probleme mit der Elektronik der Heckklappe zu vermelden, was für einen Kabelbruch im Bereich des Scharniers spricht.

Zudem gab es wenige Meldungen über Probleme mit der Klimaanlage, verschiedenen Klappergeräuschen aufgrund gelöster Verkleidungen sowie wackelnder Sitze.

Auch die Dichtungen an den Türen können sich im Laufe der Zeit lösen.

Verschiedene Aufgaben für Pannendienste

In der Pannenstatistik ist die vierte Generation des Ford Focus zwar nur im Mittelfeld zu finden, aber immerhin besser als der Vorgänger. Von diversen Pannen und Problem sind vor allem die ersten Modelle der Baureihe betroffen.

Die Fahrzeuge aus dem Modelljahr 2011 fallen mit entladenen Batterien, defekten Lichtmaschinen sowie einer fehlerhaften Ladedruckregelung auf.

Auch der Marder scheint sich im Ford Focus wohlzufühlen.  Schäden an den Leitungen, insbesondere dem Kühlwasser- und Heizungsschlauch sind keine Seltenheit.

Hier müssen die Pannenhelfer ebenso eingreifen wie bei Problemen mit dem Anlasser, die vor allem bei Fahrzeugen aus den Jahren 2011 bis 2014 typisch sind.

Rückrufe: Verschiedene Probleme als Ursache

Die dritte Baureihe des Ford Focus hat mehrere Rückrufaktionen auf dem Konto. Ein fehlerhafter Motoransaugkanal zwang viele Besitzer mit 1.0-Liter- EcoBoost/Duratec-Motor in die Werkstätten.

Aufgrund eines Fertigungsfehlers bestand die Möglichkeit, dass der Anschlusszapfen für die Kraftstoffdampfrückgewinnung verstopft war. Dadurch konnten die Emissionsvorschriften nicht erfüllt werden.

Bei Fahrzeugen mit Ecoboost-Motoren (Benzin) und Schaltgetriebe war ein Bruch der Kupplungsdruckplatte nicht ausgeschlossen. Dadurch kam es zur Geruchsbildung, einer Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit und im schlimmsten Fall zum Fahrzeugbrand.

In den Werkstätten wurde die Kupplung überprüft und falls notwendig ausgetauscht. Außerdem wurde die Software angepasst, um das Problem für die Zukunft zu beseitigen.

Ein lockerer Kraftstoffsensor, der bei Autos mit 2.0-Liter-Dieselmotor zum Austritt von Kraftstoff führte, steigerte die Brandgefahr. Betroffene Fahrzeuge wurden in die Werkstatt gerufen, um einen Befestigungsclip, der aufgrund einer Materialermüdung brach, auszutauschen.

Modelle mit gleicher Motorisierung waren auch von einer möglichen Überhitzung des Motors betroffen, die aufgrund eines Lecks in der Ölwanne auftrat.

In Hinblick auf die Sicherheit war ein Rückruf notwendig, weil sich Seiten- und Knieairbags bei einigen Autos im Falle eines Unfalls nicht öffneten. Auch der Gussfehler an Leichtmetallfelgen war ursächlich für eine Rückrufaktion.

Die Besitzer eines Fahrzeugs mit Automatikgetriebe wurden angeschrieben und zum Händler gebeten, weil der Motorkabelstrang an einem Stehbolzen des Getriebes scheuerte.

Dadurch konnte der Motor plötzlich und unvermittelt ausgehen, was im schlimmsten Fall einen Unfall zur Folge gehabt hätte.

Probleme mit dem Ford Focus II (2004 bis 2010)

Ford Focus II
Bild: 328cia –  Link

Die zweite Baureihe des Ford Focus wurde zwischen 2004 und 2010 verkauft, wobei im September 2017 eine Modellpflege vorgenommen wurde.

Die Kunden hatten die Wahl zwischen Stufenheck, Schrägheck und der Kombivariante, die bei Ford als Turnier bezeichnet wird.

Ob Ford Focus ST, Focus RS oder Focus CC: Von der Kompaktklasse waren zahlreiche Sondermodelle und Ausstattungsvarianten erhältlich.

Der Ford C-Max wurde anfangs als Ford Focus C-Max verkauft, ehe die Bezeichnung im Rahmen einer Modellpflege im April 2007 wegfiel.

Schwächen bei der Hauptuntersuchung

Mit zunehmendem Alter hat es der zweite Ford Focus bei der Hauptuntersuchung immer schwerer. Vor allem die Achsaufhängungen werden bemängelt. Die Gelenke und Lagerungen schlagen aus. Wenn zu viel Spiel entsteht, dann verweigert der TÜV gerne die Erteilung der Plakette.

Die Beleuchtung ist ebenfalls eine Schwachstelle, denn sie ist zu oft defekt. Die Abgasanlage wird fast immer kritisiert, ein erhöhter Ölverlust ist häufig und bei der Abgasuntersuchung droht das Scheitern. Verschlissene Bremsscheiben runden die Mängelliste ab.

Rost ist nicht ausgeschlossen

Der Ford Focus der zweiten Baureihe ist nicht grundsätzlich von einem Rostproblem betroffen, allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass vereinzelte Korrosion möglich ist. Dann stehen insbesondere die Türkanten und Falze im Fokus. Gebrauchtwagenkäufer sollten genau hinschauen und auf typische Anzeichen, wie Pickel unter dem Lack, achten.

Turboschäden wegen fehlerhafter Entwicklung

Bei der Entwicklung des Ford Focus mit Dieselmotor erlaubten sich die Ingenieure einen bösen Fehler. Die Ölleitung, die zum Turbolader führt, lief zu dicht am Abgaskrümmer vorbei. Aufgrund der erhöhten Hitzeentwicklung kam es zu Verkokungen in der Leitung, im schlimmsten Fall sogar zu Verstopfungen.

In der Folge gingen zahlreiche Turbolader in Rauch auf. Bei den Modellen ab 2008 wurde das Problem beseitigt. Bei Fahrzeugen mit früherem Baujahr ist auf den regelmäßigen Ölwechsel zu achten!

Zu den weiteren Schwächen der Dieselmodelle gehören verstopfte Abgasrückführventile und nachlassende Spanner für den Keilrippenriemen.

Weitere Probleme & Schwachstellen

In unseren Gesprächen mit verschiedenen Ford-Besitzern haben sich verschiedene Probleme ergeben, die jedoch nicht in ungewöhnlicher Häufigkeit feststellbar waren.

Dennoch wollten wir diese Schwachstellen nicht verheimlichen. Dazu gehört eine defekte Zündspule infolge eindringender Feuchtigkeit. Das Problem äußert sich durch ein Ruckeln des Motors, vor allem beim Beschleunigen.

Auch die Kennzeichenbeleuchtung und der Heckklappenschalter sind gelegentlich von eindringendem Wasser betroffen. Die Kontakte korrodieren, sodass die Bauteile wenig später ausfallen.

Dann hilft nur noch Ersatz. Quietschende Sitzschienen, defekte ABS-Sensoren und Probleme mit der Klimaanlage runden die Liste ab.

Rückrufe: Von Bremskraftverstärker bis Servolenkung

Der zweite Ford Focus knüpft an seinen Vorgänger an und hat ebenfalls verschiedene Rückrufaktionen vorzuweisen. Unter anderem konnte es zu einem Kurzschluss im Steuermodul des Kühlerlüfters kommen.

In der Folge waren eine Überhitzung und sogar brennende Bauteile nicht ausgeschlossen. In der Werkstatt wurden ein zusätzlicher Kabelstrang und ein Spritzschutz verbaut.

Ein wichtiger Rückruf betraf die Sicherheit der Fahrer. Denn bei tiefen Außentemperaturen sowie einem kalten Motor war ein möglicher Ausfall der Bremskraftunterstützung nicht ausgeschlossen.

Allerdings umfasste dieser Rückruf nur Fahrzeuge mit 2,0-Liter-TDCi-Dieselmotor. Sollte das Problem auftreten, blieb die Funktion der Bremse erhalten, allerdings war ein deutlich erhöhter Kraftaufwand notwendig.

Durch einen Bruch der Kupplung bestand bei Fahrzeugen mit Ecoboost-Motoren (Benzin) und Schaltgetriebe eine erhöhte Brandgefahr. Darüber hinaus gab es Rückrufe infolge eines Problems mit der Überwachung der Kühlflüssigkeit, woraus eine mögliche Überhitzung des Motors resultierte.

Eine undichte Servolenkungsleitung, die unter Umständen zum Verlust der Servounterstützung führte, zwang die Ford-Besitzer ebenfalls in die Werkstätten.

Einige Rückrufe betrafen sowohl die erste als auch die zweite Generation des Ford Focus. Dazu gehörten die berstenden Erdgastanks, das undichte Steuergerät des Kühlerlüfters sowie die eindringende Feuchtigkeit im Motor des Heckscheibenwischers.

Probleme mit dem Ford Focus I (1998 bis 2004)

Ford Focus I

Bild: M 93 –  Link

Mit der ersten Generation des Ford Focus begann für den Automobilhersteller eine glorreiche Erfolgsgeschichte.

Die Kompaktklasse, anfangs als drei- und fünftüriges Schrägheckmodell und später auch als Stufenheck und Kombi verfügbar, war beiden Kunden sofort beliebt.

Schon in den Jahren 2000 und 2001 war das Modell das meistverkaufte Auto der Welt.

Airbags, ABS und elektrische Fensterheber gehörten zur Serienausstattung. Gegen Aufpreis waren auch ESP, Klimaanlage sowie Tempomat und Sitzheizung verfügbar.

Die erste Modellpflege, die unter anderem neue Scheinwerfer umfasste, folgte im Jahr 2001. Auch in der ersten Baureihe gab es einen sportlichen Ford Focus RS.

Wenig Kritik am Fahrwerk

Das Fahrwerk des ersten Ford Focus wird gelobt und erlaubt sich auch in der heutigen Zeit fast keine Ausreißer bei der Hauptuntersuchung. Im Laufe der Jahre machen nur die Lagerungen und Gelenke schlapp, auch die Koppelstangen werden bemängelt.

Zudem konnten uns einige Ford-Besitzer von einem frühzeitigen Austausch der Radlager berichten.

Pannenstatistik: Kein Musterschüler

Bei den Pannendiensten ist der Ford Focus I ein alter Bekannter. Ob feuchte Scheinwerfer (bis 1999), ausgehängte Schaltseile und defekte Kupplungen (jeweils 2004) oder Probleme mit dem Motormanagement: Die Kompaktklasse weist viele Mängel auf.

Defekte Anlasser waren bei den Zetec-Motoren bis 2002 ein Problem.

Darüber hinaus gab es Schäden am Luftmassenmesser, dem Saugrohrdruckfühler und den Dieseleinspritzpumpen. Heckklappenschlösser und Heckklappendämpfer sind beim Kombi bis 1999 häufiger kaputtgegangen. Im Fußraum kam es bis 2002 gelegentlich zum Wassereinbruch, dann wurde die Abdeckung optimiert.

Beim Benziner bis 2004 waren defekte Kraftstoffpumpen keine Seltenheit. Auch ungenaue Tankanzeigen sorgten bis 2000 für Unmut bei den Focus-Besitzern, dann gab es einen geänderten Tankgeber.

Feuchte Zündkerzen (bis 2004) und verkokte Abgasrückführungen (beim Diesel) runden die Mängelliste der Pannendienste ab.

Unsere Recherche und die Gespräche mit Ford-Besitzern haben gezeigt, dass auch gerissene Thermostatgehäuse, defekte Heizungsgebläse und Störungen der Zentralverriegelung keine Seltenheit sind.

Focus-Besitzer müssen sich zudem auf defekte Fensterheber einstellen.

Rost ist da, wenn auch nicht viel

Die vergangenen 20 Jahre sind am Ford Focus der ersten Baureihe nicht spurlos vorübergegangen. Korrosion nimmt zu. Ob an Türkanten, Scharnieren oder im Bereich der Heckklappe: die Rostbildung an der Kompaktklasse bleibt nicht aus.

Dennoch gibt es eine gute Nachricht: In den allermeisten Fällen spielt der Rost bei der Erteilung der TÜV-Plakette keine Rolle.

Motorschäden: selten, aber möglich

In der Vergangenheit ist der Ford Focus mit diversen Motorschäden aufgefallen, wobei vor allem der Diesel betroffen war. Die Ursachen sind vielseitig, in den meisten Fällen ist jedoch der Zahnriemen schuld. Er reißt zwar nicht, springt aber gerne über. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ebenfalls möglich: Der Öldeckel ist bei Modellen bis Baujahr 2000 kaputtgegangen und hat sich während der Fahrt gelöst. In der Folge kam es zum Ölverlust, der ebenfalls zum Motorschaden führte.

Die TDCi-Motoren von Ford hatten in der Vergangenheit mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Neben Kolbenbrüchen waren auch gerissene Zylinderköpfen keine Seltenheit. Der Turbolader ist bekannt dafür, schon vorzeitig seinen Dienst zu quittieren.

Außerdem: Undichtigkeiten an der Hochdruckpumpe sind ein klassisches Problem beim Focus.

Wer einen Ford Focus der ersten Generation fährt, sollte regelmäßig prüfen, ob die Wasserpumpe noch dicht ist. Andernfalls kommt es zum Verlust zum Kühlwasser, in dessen Folge eine Überhitzung des Motors wahrscheinlich ist.

Dann brennt die Zylinderkopfdichtung durch. Und das wird teuer…

Rückrufe: Airbagsteuergerät, Öleinfülldeckel & mehr

Schon die erste Generation des Ford Focus war solide gebaut, doch einige Rückrufaktionen waren unvermeidbar. So konnten bei den ersten Fahrzeugen unter anderem die Lichtmaschinenregler vorzeitig ausfallen.

Später sorgten die Öleinfülldeckel wie schon erwähnt für Probleme. Ford tauschte die Teile bei 1.8-Liter und 2.0-Liter-Motoren aus und führte gleichzeitig eine geänderte Steuergerätesoftware bei 1.6-Liter-Motoren ein, die einen Leistungsverlust verhindert.

Darüber hinaus sorgte die mögliche Fehlauslösung sämtlicher Airbags und Gurtstraffer für einen weiteren Rückruf. Ursächlich für dieses Problem war ein defektes Airbagsteuergerät, das ausgetauscht wurde.

Apropos Steuergerät: Aufgrund von Undichtigkeiten musste auch das Steuergerät des Kühlerlüfters gewechselt werden.

Weiterhin war bei einigen Modellen nicht ausgeschlossen, dass Wasser in den Motor des Heckscheibenwischers gelangt und dort einen Kurzschluss verursacht. Daraufhin wurden viele Fahrzeuge in die Werkstatt gerufen.

Ein zusätzlicher Rückruf betraf ausschließlich den Ford Focus mit Erdgas-Antrieb. Hier konnte der Tank aufgrund einer Fehlfunktion der Druckentlastungsvorrichtung bersten und somit eine Gefahr für die Insassen darstellen.

Übersicht: Typische Mängel am Ford Focus

  • Probleme mit der Elektrik
  • TÜV-Kritik: Federn, Dämpfer, Achsaufhängungen
  • erhöhter Ölverlust nicht ausgeschlossen
  • viele Defekte an der Beleuchtung
  • gammelnde Abgasanlage
  • bei älteren Fahrzeugen: Rostbildung möglich
  • Pannendienst: Batterien, Lichtmaschinen & mehr
  • Turboschäden bei älteren Dieselmotoren

Fazit: Wenig Schwächen, kaum Mängel

Der Ford Focus aller Baureihen überzeugt mit einem soliden Auftritt, der nur wenige Schwächen und Mängel offenbart. Die ältesten Modelle sind mittlerweile in die Jahre gekommen, sodass sich einige Schwachstellen nicht mehr verstecken lassen.

Das ist jedoch völlig normal und im gewöhnlichen Rahmen. Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, der sollte klassische Probleme, wie Rost und ausgeschlagene Gelenke überprüfen.

In Hinblick auf die Kinderkrankheiten sind die ersten Modelle jeder Baureihe grundsätzlich stärker betroffen, sodass es sich lohnt, ein späteres Modell zu kaufen.

Zu den Problemen, die Ford im Laufe der Jahre ausbesserte, gehören insbesondere die lockeren Öleinfülldeckel oder die Ölleitungen, die zu dicht am Abgaskrümmer verliefen. Es gibt schwarze Schafe, doch in den meisten Fällen machen Sie mit einem gebrauchten Ford Focus nichts verkehrt.

Sie fahren einen Ford Focus und können aus erster Hand von Ihren Erlebnissen berichten?

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Vielen Dank!

Sönke Brederlow

Journalist/Ingenieur/Rennfahrer

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Weiterführende CarWiki Artikel zum Ford Focus

 

 

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