Bekannte Probleme und Schwachstellen am VW Golf 6 | Erhöhter Ölverbrauch, untypische Geräusche & vieles mehr | Alle Lösungen inkl. Rückrufe (+ GTI)

Wo liegen die Probleme der 6. VW Golf Generation (inkl. GTI Modellen)? Bild: IFCAR – Public Domain, Link

Der Volkswagen Golf gehört zu den absoluten Kultmodellen der Automobilgeschichte.

Der VW Golf 6 ist die sechste Generation der beliebten Baureihe aus Wolfsburg, die seit 1974 nicht mehr wegzudenken ist.

Die Kompaktklasse wurde zwischen 2008 und 2012 verkauft und in dieser Zeit fast drei Millionen Mal gebaut. Kein Wunder, dass das Auto auf den deutschen Straßen keine Seltenheit ist.

Der Volkswagen Golf punktet generell mit einer hohen Qualität, innovativer Technik und einem modernen Design.

Allerdings ist auch der Musterschüler aus Wolfsburg nicht von Kinderkrankheiten und Schwachstellen befreit. Ob erhöhter Ölverbrauch, ungewöhnliche Geräusche oder Startprobleme: der Golf VI hat einige Mängel vorzuweisen.

Im Rahmen unserer Recherche haben wir mit zahlreichen Golf-Fahrern gesprochen, die von ihren unschönen Erlebnissen berichtet haben. So viel vorweg: Der Golf VI hat nicht mehr Probleme als andere Fahrzeuge, allerdings gibt es viel mehr Fahrzeuge auf deutschen Straßen und entsprechend auch ein stärkeres Feedback.

Darüber hinaus haben wir die bekannten Prüforganisationen, wie TÜV oder Dekra, nach dem Abschneiden des VW Golf 6 bei der Hauptuntersuchung befragt. Und wir haben die Rückrufaktionen der letzten Jahre analysiert. Daraus ist der folgende „Problem-Ratgeber“ entstanden, der regelmäßig aktualisiert wird.

Probleme mit dem VW Golf VI Typ 5K1 (2008 bis 2012)

Der VW Golf VI (Typ 5K1) ist eine überarbeitete Version seines Vorgängers, dem VW Golf VII, der später auf Basis des modularen Querbaukastens entstand.

Entsprechend war die Technik unter der veränderten Karosserie bereits sehr weit entwickelt, was diverse  Probleme und Schwachstellen allerdings nicht ausschließt. Auch Rückrufaktionen waren bei der sechsten Generation des Volkswagen Golf notwendig.

Kaum Kritik am Fahrwerk

Der VW Golf VI überzeugt mit seinem soliden Fahrwerk, das auch im Alter nur selten Probleme bereitet. Bei der Hauptuntersuchung gibt es zwar keine Bestnoten, aber die Auffälligkeiten liegen unter dem Durchschnitt.

Die Achsaufhängung ist als leichte Schwachstelle bekannt, bei den Federn und Dämpfern kommt es ab dem neunten Jahr zu Schwierigkeiten. Rost ist nur selten ein Thema.

Diverse Probleme an den Motoren

Verschiedene Schwierigkeiten und Probleme an den unterschiedlichen Motoren des VW Golf 6 sind keine Seltenheit. Beim 1.2- und 1.4-TSI gilt die Steuerkette als große Schwachstelle. Ein Riss endet unweigerlich im Motorschaden, sodass eine regelmäßige Kontrolle empfehlenswert ist.

Auch auf untypische Geräusche ist zu achten. Wenn sich die Steuerkette längt, dann nimmt das Rasseln aus dem Motorraum zu. Spätestens dann ist ein Besuch in der Werkstatt notwendig.

Ein Rasseln beim 2.0 TSI Motor, das vor allem beim Beschleunigen auftritt, kommt meist von der Wastegate-Verstellstange des Turboladers, die bei Drehzahlen zwischen 2.000 bis 3.000 U/min klappert. Das Problem ist nicht gefährlich, lässt sich aber dennoch mit einer Klammer (erhältlich beim Fachhändler) beseitigen.

Weiterhin bemängeln einige Golf-Fahrer ein untypisches Quietschen bzw. Piepen, das seinen Ursprung an der Magnetkupplung der Wasserpumpe hat. Betroffen sind Fahrzeuge mit 1.4 TSI Motor, mit Baujahr bis Anfang 2010.

Dann gab es zwar eine optimierte Wasserpumpe, doch nicht bei allen Modellen scheint sich das Geräusch damit erledigt zu haben.

Das gleiche Fahrzeug (mit 1.4 TSI) bereitet Probleme im kalten Zustand. Der Antrieb läuft mit erhöhter Drehzahl, weshalb auch der Auspuff dröhnt. Zudem kann es vorkommen, dass die Gasannahme nicht richtig funktioniert.

Das fährt zu einem ruckeligen Anfahren und einem unrunden Motorlauf. Möglicherweise kann der Fachhändler helfen, auch wenn die Probleme meist unbedenklich sind.

Erhöhter Ölverlust und -verbrauch

Ab dem neunten Jahr ist beim VW Golf 6 mit einem erhöhten Ölverlust zu rechnen, was auch bei der Hauptuntersuchung bemängelt wird. Hier ist Vorsicht geboten, damit die Ausgabe der Plakette nicht verweigert wird.

Der Golf mit 2.0 TSI Motor des Golf 6 GTI ist sogar für den erhöhten Ölverbrauch bekannt. Bei einer Laufleistung zwischen 50.000 und 80.000 Kilometern frisst das Auto kräftig Schmiermittel, was bei Nichtbeachtung zu Schäden am Kolben führt.

Möglicherweise gewährt Volkswagen in diesem Fall Kulanz, doch so weit sollte es im Idealfall gar nicht kommen.

Wenig Einsätze für Pannenhelfer

In der Pannenstatistik ist der VW Golf VI unauffällig. Bei Modellen aus den Jahren 2009 und 2011 kommt es gelegentlich zu entladenen bzw. schwachen Batterien, die sich schnell ersetzen lassen. Fahrzeuge, die im Jahr 2010 gebaut wurden, benötigen Unterstützung wegen defekter Einspritzdüsen.

Auch schadhafte Kraftstoffpumpen und verklemmte Zündschlösser sind möglich. Ansonsten konnten uns die zuständigen Pannendienste keine Schwerpunkte nennen.

Weitere Kritik der Golf-Besitzer

Volkswagen ist nicht dafür bekannt, an der Verarbeitungsqualität zu sparen. Dennoch stören sich einige Golf-Besitzer an unterschiedlichen Schwachstellen, die ihnen im Laufe der Jahre aufgefallen sind.

So verschleißen die Sitzbezüge in Zeitraffer und die Dichtleisten am Fensterschacht sind häufig locker. Auch Probleme mit dem Navigationssystem und defekte Zündschlösser sind keine Seltenheit.

Wenn es im Innenraum zu einem störenden Klappern kommt, ist meist die Kraftstoffleitung schuld. Sie liegt lose an der Karosserie und klappert während der Fahrt. Schon etwas Schaumstoff, der an die Leitungen zu kleben ist, hilft.

Ein Rasseln am 7-Gang-DSG ist störend, aber nicht gefährlich – und laut Volkswagen auch nicht abstellbar.

Wenn sich die Zentralschraube an der Mitnehmerscheibe des Klimakompressors löst, fällt die Klimaanlage aus. Dann ist eine teure Reparatur notwendig, wobei Volkswagen sich in einigen Fällen schon kulant gezeigt hat.

Vorsicht ist auch am Spritzwasserschlauch der Heckscheibe geboten. Im Bereich des Scharniers kann der Schlauch Schaden nehmen, sodass Wischwasser in die Heckklappe läuft. Achtung, Korrosionsgefahr!

Rückrufe: Von Steuergerät bis Fahrzeugrückkauf

Obwohl der Golf VI eigentlich nur eine Weiterentwicklung seines Vorgängers ist, stehen zahlreiche Rückrufaktionen zu Buche. So konnte es bei Modellen mit 1.6 und 2.0 TDI, die zwischen März und Juni 2011 gebaut wurden, zu einem Bruch bzw. einer Schiefstellung der Rückstellfeder in einem Magnetschalter kommen.

In der Folge sorgte der Schalter für eine Dauerbestromung, wodurch eine erhöhte Brandgefahr bestand.

Bei anderen Fahrzeugen, die auf der PQ-Plattform des Modelljahres 2009 beruhen, trat eine thermomechanische Überlastung im ABS-Steuergerät auf. Infolgedessen konnte die fehlerhafte Masseverbindung zu einer Stromunterbrechung und somit zum Ausfall von ABS und ESP führen.

Schon ein Softwareupdate konnte das Problem lösen.

Apropos Softwareupdate: Auch beim VW Golf 6 mit 1.4 TSI-Motor (CAV), der zwischen 2009 und 2011 gebaut wurde, war das Eingreifen der Werkstatt notwendig. Die Aktualisierung der Software für das Motorsteuergerät beseitigte Störungen des Laufverhaltens, beispielsweise ruckeliges Anfahren.

Leistung und Drehmoment blieben laut Volkswagen unverändert.

Auch eine falsche Softwareversion des Automatikgetriebesteuergerätes führten zu einer Rückrufaktion. Bei Fahrzeugen mit 6-Gang Direkt-Schalt-Getriebe (Typ 02E) konnte es zu einem fehlerhaften Signal kommen, infolgedessen die Getriebeöltemperatur falsch interpretiert wurde.

Als Resultat kam es zum Aufleuchten der Schaltanzeige, einem Ruckeln und sogar einem Öffnen der Kupplung, sodass kein Vortrieb mehr bestand. Ein Softwareupdate löste das Problem.

Weiterhin kam es bei einigen Fahrzeugen zum Ausfall der vorderen Fensterheber sowie zum fehlerhaften Aufleuchten der Bremskontrollleuchte, das durch einen Softwarefehler im Motorsteuergerät hervorgerufen wurde.

Kurioser Rückruf: Volkswagen hat Fahrzeuge verkauft, die sich im Vorserienzustand befanden und somit in Hinblick auf die sicherheitsrelevanten Systeme und Baugruppen möglicherweise nicht dem gültigen Serienzustand entsprechen.

Diese Fahrzeuge, weltweit knapp 7.000 Exemplare, werden vom Hersteller zurückgekauft und zertifiziert verschrottet.

Im Überblick: Bekannte Mängel am Golf 6

  • TÜV-Kritik ab dem neunten Jahr: Achsaufhängung, Federn & Dämpfer
  • verschiedene Probleme mit den Motoren
  • Steuerkette bei TSI-Motoren als Schwachstelle
  • erhöhter Ölverlust und Ölverbrauch
  • Pannenschwerpunkte: schwache Batterien, defekte Injektoren
  • schneller Verschleiß bei Sitzbezügen
  • lose Dichtungen am Fensterschacht
  • verklemmte, defekte Zündschlösser
  • defekter Spritzwasserschlauch an der Heckklappe

Fazit: Ein Kompaktwagen mit leichten Schwächen

Beim Volkswagen Golf der sechsten Generation handelt es sich um ein solides Fahrzeug aus der Kompaktklasse, das als Weiterentwicklung seines Vorgängers nur wenig Kinderkrankheiten aufzuweisen hat.

Allerdings nehmen die Probleme im Laufe der Jahre zu, sodass insbesondere beim Gebrauchtwagenkauf auf die typischen Mängel und Schwachstellen zu achten ist.

Das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist umfangreich, sodass bestimmt ein geeignetes Modell verfügbar ist. Wenn nicht: Weiterschauen! Egal, ob erhöhter Ölverbrauch, gelängte Steuerketten oder verschlissene Radaufhängungen: die bekannten Problemzonen sind unbedingt zu untersuchen.

Das gilt auch für Autofahrer, die den VW Golf VI schon ihr Eigen nennen und das Fahrzeug noch einige Jahre fahren möchten.

Der VW Golf VI wurde insgesamt rund 2.850.000 Mal gebaut. Vielleicht gehörten Sie sogar zu den stolzen Besitzern? Dann freuen wir uns, wenn Sie von Ihren positiven und negativen Erlebnissen mit dem Wolfsburger berichten.

Hinterlassen Sie gerne ein Kommentar am Ende des Beitrags.

Vielen Dank!

CarWiki Autor: Sönke

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