Das Auto quietscht / knarzt oder pfeift beim Fahren | Häufige Ursachen der Geräusche, Symptome & Kosten | Radlager, Bremsen, Keilriemen uvm.

Bild: CC BY-SA 3.0, Link

In diesem CarWiki Ratgeber helfen wir Ihnen, wenn Ihr Fahrzeug beim Fahren ein nicht genau zu lokalisierendes quietschendes, knarzendes oder pfeifendes Geräusch macht.

Dabei thematisieren wir die häufigsten Ursachen und sagen Ihnen auch, was eine eventuelle Reparatur kosten könnte.

Das Auto quietscht oder knarzt beim Fahren

Quietschende oder knarzende Geräusche beim Fahren lassen auf eine gewisse Regelmäßigkeit eines Problems schließen – folgend gehen wir auf die häufigsten Ursachen ein!

Die Radreifen

Die Reifen eines Autos können quietschen, wenn deren “Spurmaß” nicht mehr stimmt oder diese einen zu niedriger Reifenluftdruck aufweisen.

In diesem Fall sollte zukünftig immer darauf geachtet werden, den Luftdruck aller Reifen regelmäßig (wöchentlich) zu überprüfen. Dieser liegt bei den meisten Personenkraftwagen zwischen 2,2 und 2,6 Bar.

Im ersten Fall hingegen muss eine umgehende Achsvermessung durchgeführt werden, da hier einerseits ein erhöhter Reifenverschleiß droht und zum anderen die Reifen ihren Grip verlieren, was den Wagen letztlich an Fahrstabilität einbüßen lässt.

Das Hinterachsdifferenzial bei Fahrzeugen mit Hinterachs- oder Allradantrieb

Bei älteren, aber auch bei Allradfahrzeugen ist oftmals das Hinterachsdifferential die Ursache für ein (permanent) auftretendes Pfeifgeräusch.

Im Laufe der Zeit kann auch das Öl im Differenzialgetriebe Verschleißerscheinungen zeigen und somit die in ihm arbeitenden Zahnräder nicht mehr ausreichend schmieren.

Dadurch entsteht wiederum Abrieb an den Zahnrädern, sodass diese irgendwann auch untereinander etwas “Spiel” bekommen und damit das Geräusch auslösen können.

Um dieses Geräusch zu mindern, kann man es nur mit einer Neubefüllung des Achsdifferenzials versuchen. Bei älteren Fahrzeugen kann aber auch eine Ölsorte mit einer höheren als vom Hersteller vorgegebenen Viskosität weiterhelfen.

Die Spiralfedern

Eine Feder kann zum Knarzen / Quietschen neigen, wenn diese gebrochen ist oder sich ihre untere Hartgummiauflage “aufgelöst” hat und sich damit nur noch Metall an Metall reibt.

Die Stoßdämpfer

Defekte Stoßdämpfer hinterlassen eher ein klapperndes Geräusch. Quietschen hingegen tun diese eher selten.

Ob die Stoßdämpfer aber trotzdem noch in Ordnung sind, kann man am besten mit der Unterstützung einer zweiten Person unkompliziert feststellen:

Man drückt dazu mit ganzer Kraft auf einen Kotflügel, unter dem sich der Stoßdämpfer befindet und lässt diesen im eingetauchten Zustand abrupt wieder nach oben schnellen. Bleibt das Fahrzeug nach dem Ausfedern horizontal stabil, ist der Stoßdämpfer in Ordnung.

Federt der Wagen aber noch etwas nach, dann hat der betroffene Stoßdämpfer einen ganz offensichtlichen Schaden und muss gewechselt werden.

Gut zu wissen: Ein Stoßdämpferwechsel sollte immer nur Paar- bzw. Achsweise erfolgen.

Das heißt: Sollte zum Beispiel der vordere rechte Stoßdämpfer Ermüdungserscheinungen und muss gewechselt werden, so ist hier auch der vordere linke Stoßdämpfer gleich mitzuwechseln.

Ein Stoßdämpferwechsel sollte auch immer mit einer anschließenden Achs- bzw. Spurvermessung verbunden sein.

Domlager / Federbeinstützlager

Federbeinstützlager (Domlager) neigen meistens zum Quietschen / Knarzen, wenn sie überaltert sind und ihre eigentliche Funktion am Fahrzeug nicht mehr erfüllen können.

Dieses anfängliche Quietsch- beziehungsweise Knarzgeräusch beim Fahren, aber auch beim Einlenken kann sich in recht kurzer Zeit zum lauten Poltern entwickeln.

Und spätestens hier ist dann ein Wechsel dringend angeraten, da der Wagen aufgrund des Problems immer weiter an Fahr- und Lenkstabilität verliert und damit zum unkalkulierbaren Verkehrsrisiko werden kann.

Bremsen

Hier sind zumeist abgefahrene Bremsbeläge, die beim Betätigen der Fußbremse an der Bremsscheibe schleifen, die Hauptursache.

Im Weiteren können hier aber auch ein nicht mehr lösender Bremssattel (Bremszange) oder nicht mehr funktional arbeitende Handbremszüge dieses Problem verursachen.

Zudem können noch verklemmte kleine Steine zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe dieses Geräusch herbeiführen.

Wir raten beim Einbau von neuen Bremsbelägen immer dazu, diese vorschriftsmäßig mit Bremsenpaste vorzubehandeln. Zusätzlich kann man aber noch deren recht scharfe äußeren Kanten mit einer Feile oder einer Flexscheibe etwas entgraten, sodass diese sich besser an die Bremsscheibe anpassen können.

Die Kosten verschiedener quietschender Geräusche am Kfz

  • Bremsbeläge pro Achse (paarweise) wechseln: ca. 200 – 400 €
  • Bremssattel pro Achse (paarweise) wechseln: 450 – 700 €
  • Stoßdämpfer pro Achse (paarweise) wechseln: ca. 150 – 400 €
  • Domlager wechseln pro Achse (paarweise): ca. 200 – 400 €
  • Achs- / Spurvermessung: ca. 150 – 350 €

 

Video der häufigsten Ursachen, wenn ein Kfz quietscht

Das Auto pfeift beim Fahren

Wenn Ihr Fahrzeug beim Fahren dauerhaft oder auch vereinzelt (z.B. beim Gas geben) pfeift, kommen hierfür meist mehrere Ursachen infrage. Auf die häufigsten Defekte gehen wir folgend ein.

Keilrippenriemen pfeift

Bei einem nicht genau zu identifizierenden Pfeifgeräusch sollte zuerst einmal festgestellt werden, ob das Geräusch sich auch während der Fahrt vom Ton her verändert oder immer gleichbleibend besteht.

Ein Keilriemen kann im Fahrbetrieb aufgrund einer ungenügender Vorspannung oder auch wegen dessen Überalterung pfeifen. In den meisten Fällen verändert sich hier das Pfeifgeräusch aber auch immer abhängig von der Motordrehzahl.

Vor allem in den Wintermonaten kann ein älterer Keilrippenriemen an seine Belastungsgrenze stoßen. Dies macht sich nach dem ersten Motorstart durch dessen lautes Pfeifen bemerkbar.

Dieses Geräusch verschwindet in der Regel aber schon nach kurzer Zeit wieder. Sollte es hingegen bestehen bleiben, hilft hier nur noch ein Wechsel.

Radlager pfeift oder brummt

Auch Radlager können unter Umständen auch ein Pfeifendes Geräusch entwickeln, das sich mit der Zeit zu einem sonoren Brummen entwickelt.

Eine Überprüfung der Radlager sollte auf einer Fahrzeughebebühne durchgeführt werden.

In den meisten Fällen reicht es hier schon aus, das Rad nur mit den Händen zu drehen, um das Geräusch klar auszumachen. Auch das horizontale wie vertikale Rütteln am Rad kann zeigen, ob ein Lager schon zu viel “Spiel” hat oder nicht.

Turbolader

Ein Turbolader kann nach einer gewissen Laufleistung, falscher Nutzung oder schlechter Wartung (Ölwechselfristen) auch eines Tages zum Pfeifen neigen.

Das liegt zumeist an der Verdichterwelle, auf der das Turbinenrad befestigt ist und von dieser zugleich auch angetrieben wird.

Hier reicht dann bereits die minimale Unwucht oder das geringste Wellenspiel aus, um das Turbinenrad pfeifen zu lassen.

In diesem Fall sollte der Turbolader auch umgehend von einer Fachwerkstatt überprüft werden, um damit einem größeren Schaden vorzubeugen..

Es gibt aber auch viele Fahrzeuge, wo ein pfeifender Turbolader bereits seriell mit verbaut wird (Porsche) um diesem Wagen auch ein unverkennbares akustisches “Erkennungsmerkmal” mitzugeben.

Weitere Verursacher für Pfeifgeräusche

  • Spannrolle Keilrippenriemen (sofern verbaut)
  • Umlenkrolle / Spannrolle Zahnrippenriemen
  • Lichtmaschinenlager (Generatorlager)
  • Ausgeschlagene Kühlerlüfterwelle

Nicht verwechseln: Der Zahnrippenriemen ist bei Kraftfahrzeugen für die mechanische Motorsteuerung verantwortlich, während der Keilrippen- oder auch Keilrippenriemen genannt bei den meisten Autos die Lichtmaschine (Generator), die Wasserpumpe, den Klimakompressor und bei älteren Fahrzeugen noch zusätzlich die Servolenkung antreibt.

Gut zu wissen: Um einige der hier genannten Komponenten als Verursacher ausschließen zu können, kann man versuchen, diese direkt mit etwas Öl (WD 40) einzusprühen und dabei immer auf eine wahrnehmbare Geräuschveränderung zu achten.

Schon die geringste dabei entstehende Veränderung des Geräusches kann dann auf den vermeintlichen Hauptverursacher hinweisen.

 

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Die Kosten

  • Keilrippenriemen wechseln: ca. 80 – 200 €
  • Radlager wechseln pro Achse (paarweise): ca. 250 – 500 €
  • Zahnriemenwechsel komplett mit Umlenkrolle, Spannrolle und Wasserpumpe: ca. 500 – 900 €
  • Lichtmaschine (Generator) wechseln: ca. 500 – 800 €
  • Turbolader wechseln: ca. 500 – 1200 €

 

Ebenfalls gut zu wissen: Das erforderliche Wechseln einer Umlenk- oder Spannrolle vom Zahnrippenriemen sollte immer mit dem gleichzeitigen Wechsel des Zahnrippenriemens und der Wasserpumpe verbunden werden, da man sich in deren Folge weitere, in den Wechselintervallen des Fahrzeuges vorgesehene Instandhaltungsmaßnahmen, ersparen kann.